BITTE

Ich habe gerade 500 Euro für die „Aktion Deutschland hilft“ gespendet. Es wäre schön, wenn jeder Leser, der vielleicht noch unentschlossen ist, sich auch einen Ruck gibt.

Ja, auch ich zweifle natürlich, ob so eine Spende ankommt. Aber angesichts dieser Katastrophe nehme ich das Risiko in Kauf. Lieber soll mein Geld im schlimmsten Fall irgendwo versickern. Ich werde es überleben.

Aber ich käme im Moment nur schlecht mit dem Gedanken klar, dass vielleicht in den nächsten Monaten da unten einem Menschen nicht geholfen werden kann, bloß ich nichts getan habe.

Wenn ihr mitmacht, schreibt es ruhig in die Kommentare.

Online-Spende (Bankeinzug) „Aktion Deutschland hilft“

Seite des Bundespräsidenten mit weiteren Spendenmöglichkeiten

GANZ SCHÖN BRAUN

Der neue Chef der WestLB hat laut rp-online einen Journalisten verklagt. Dieser hatte geschrieben, Thomas Fischer habe bei der Beerdigung seines Vorgängers Friedel Neuber braune Schuhe getragen. Fischer ließ das Gericht mittels eidesstattlicher Versicherung wissen, sein Schuhwerk sei schwarz gewesen.

Wie im FINBLOG jetzt zu lesen ist, muss die Stuttgarter Zeitung tatsächlich die begehrte Gegendarstellung abdrucken.

REINLICH

Schöne Grüße auch an das Stadtreinigungsamt Düsseldorf. Dessen Kehrmaschine flitzt gerade jetzt, am 30. Dezember 2004 kurz nach halb elf, bei uns den Bürgersteig rauf und runter und macht alles schön blitzblank.

Aber wahrscheinlich ist man in der Behörde nur fest davon überzeugt, dass aus bekannten Gründen morgen niemand Böller zündet und Sektflaschen auf die Straße schmeißt.

Wir weniger.

HIERZULANDE

Nehmen wir mal an, du besitzt ein Achtfamilienhaus in der Stadt. Alle Wohnungen sind vermietet. Auf dem Nachbargrundstück stand bisher eine Kirche. Aus Gründen, die hier nicht interessieren, wird die Kirche abgerissen und ein mehrstöckiges Haus errichtet.

Iiiiieh, fluchen deine Mieter. Eine Baustelle. Die Arbeiter kommen morgens um halb acht, und manchmal hämmert sogar um 17 Uhr noch einer rum. Fies, schimpfen deine Mieter, das werktätige Volk hält ja nicht mal eine zweistündige Mittagsruhe ein. Einer deiner Mieter hat jetzt sogar „staubähnliche Substanzen“ entdeckt, die durch seine Fensterritzen dringen.

Na und, sagst du. Hat die Stadt die Baustelle nicht genehmigt? Hat die Gewerbeaufsicht vielleicht eine Überschreitung der Arbeitszeiten festgestellt? Wird nicht modernes Baugerät eingesetzt? Und eine Foliensperre, die den allermeisten Schmutz gar nicht entweichen lässt?

Aber vor allem: Wer könnte ernsthaft der Meinung sein, dass du als Vermieter für eine Baustelle auf dem Nachbargrundstück verantwortlich bist?

Da hast du die Rechnung ohne die deutschen Gerichte gemacht. Die weitaus meisten sind nämlich der Meinung, dass Mieter durchaus die Miete um 10 bis 25 Prozent mindern können – bloss weil nebenan für einen überschaubaren Zeitraum gebaut wird.

Jetzt bist du froh, dass du kein Anwalt bist und einen Mandanten anrufen musst, um ihm genau das zu erklären. Du hast Mitleid mit mir, weil es ja so sicher ist wie das Amen in der kürzlich noch existenten Kirche, dass gleich jemand durch die Leitung gekrochen kommt.

VIERMAL

In der Pressevorschau des Amtsgerichts Düsseldorf steht ein interessanter Termin:

6. Januar 2005
gegen 13.00 Uhr
Arno B. aus Düsseldorf,
(36 Jahre),
deutscher Staatsangeh. StrafRi

142 Cs 70 Js 2828/04 Raum A 153

wegen
Strafvereitelung

Am 12.06.2002 bat der Angeklagte in seiner Funktion als Verteidiger in einem Strafverfahren mit einem Schreiben an das Polizeipräsidium Düsseldorf zum Zwecke der Einsichtnahme um Übersendung der Ermittlungsakte. Die Akte wurde dem Angeklagten am 17.10.2002 übersandt. Obwohl der Angeklagte in der Folgezeit viermal, zuletzt am 02.01.2003, um Rücksendung der Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gebeten wurde, kam er dieser Aufforderung nicht nach. Er hielt die Akte zurück, um zu erreichen, daß eine eventuell drohende Bestrafung seines Mandanten nicht nur unerheblich verzögert wird. Erst infolge einer Durchsuchung der Kanzleiräume des Angeklagten und der Beschlagnahme der gesuchten Akte am 10.05.2004 gelangte diese in den Gewahrsam der Staatsanwaltschaft Düsseldorf zurück.

Für mich klingt das mehr nach Schlamperei. Denn wieso bewahrt er die Originalakte weiter in seinem Büro auf und behauptet nicht einfach, sie zurückgeschickt zu haben? Das wäre doch der praktikablere Weg – wenn man so was schon mit seiner Berufsauffassung vereinbaren kann.

RATEN

Aus dem Schreiben an einen Gerichtsvollzieher:

Da die Schuldnerin Ratenzahlungszusagen mehrfach nicht eingehalten hat, sind wir mit weiteren Teilzahlungen nicht einverstanden. Wir bitten darum, der Schuldnerin ggf. die eidesstattliche Versicherung abzunehmen.

Tja, irgendwann hat jede Nachsicht ein Ende.

NICHTS VORZUWERFEN

Sehr geehrter Herr Kollege,

in o.g. Angelegenheit vertreten wir Herrn D.

Unser Mandant fährt schon seit langer Zeit, etwa fünf Jahre, häufiger die Strecke Düsseldorf-Köln. Ihm ist bekannt, dass er ab Langenfeld ein weiteres Ticket benötigt. Unser Mandant hat sich in der Anfangszeit viele Male an den Schaffner gewandt, um nachzulösen. Jedes Mal erhielt er die Auskunft, er solle sich doch bitte setzen, der Schaffner komme sowieso durch den Zug und werde das Ticket ausstellen. Er könne im Zug warten, bis der Schaffner durchkomme.

Daran hat sich mein Mandant dann auch gehalten und nachgelöst, wenn der Schaffner durch den Waggon ging. Wenn die Deutsche Regionalbahn Rheinland GmbH über ihre Mitarbeiter solche Erklärungen abgibt, muss sie sich auch daran festhalten lassen. Herrn D. ist demnach nichts vorzuwerfen.

Ein erhöhtes Beförderungsentgelt wird mein Mandant deshalb nicht zahlen.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Rechtsanwalt

MONOPOL

Das Briefmonopol der Post soll ab 2008 endgültig fallen, berichtet Focus online.

Das wäre fast eine gute Nachricht. Wenn man davon ausgehen dürfte, dass die privaten Dienste nicht nur billiger arbeiten, sondern Briefe auch a) tatsächlich und b) einigermaßen pünktlich zustellen. Bei den regionalen Anbietern herrschen da bislang eher italienische Maßstäbe, zumindest im Düsseldorfer Raum.

23 SMS

Nachdem mich die 23. SMS mit konfektionierten Weihnachtswünschen geweckt hat, knipse ich jetzt mein Handy aus. Kann man nicht generell zwischen dem 22. Dezember und 2. Januar auf den Empfang verzichten – und der Provider spendet die Gebühren für einen guten Zweck?

Nachtrag: Danke auch an alle Leser, die mir erst auf Grund dieses Beitrags einen Weihnachtsgruß simsen.

GOTT = EIN NERD

Seit langem mal wieder einen Gottesdienst besucht. Weil Sophie im Bambini-Chor singt. Ein Satz, den die resolute Pastorin aus der Bibel vorlas, hallte in meinem Hinterkopf. Daran konnte selbst eine Edelstahlmikrowelle mit Heißluft und Grill, die ich zu meiner völligen Überraschung wenig später unterm Weihnachtsbaum vorfand, nichts ändern:

„Gott schuf Himmel und Erde.“

Schon seltsam, wie diese Aussage mit neueren Ansichten (lesen! wozu ist Weihnachten da?) über die Entstehung der Welt und des Universums korreliert. Nur den Rauschebart muss man sich bei Herrn Gott vielleicht wegdenken. Aber den trägt ja jetzt ohnehin Harald Schmidt.