29.9.2005

ABSCHRECKUNG

Ich frage mich, was in größeren Anwaltskanzleien los ist.

Die schicken ein harmloses Anwaltsschreiben natürlich nicht nur vorab per Fax. Nein, dem Postexemplar ist auch noch ein Empfangsbekenntnis beigefügt (selbstverständlich unfrankiert) mit der Aufforderung, dieses Empfangsbekenntnis unverzüglich zurückzusenden. Klar, dass auf dem Schreiben in großen Lettern “Zustellung von Anwalt zu Anwalt” prangt.

Aber wozu? Das Schreiben enthält keine Kündigungen oder sonstigen wichtigen Erklärungen. Sondern nur ein paar Ausführungen zu einem Sachverhalt. Ich hätte also gar nichts davon, wenn ich behauptete, den Brief nicht erhalten zu haben.

Womöglich handelt es sich um eine Art Abschreckungsstrategie: Wer sich mit uns anlegt, wird totbürokratisiert. Ich überlege als Gegenmittel, ob ich meine Antwort persönlich abgebe. Selbstverständlich werde ich nur gehen, wenn ich an Ort und Stelle ein Empfangsbekenntnis erhalte, das ein Anwalt nach Vorlage seines Anwaltsausweises unter meinen Augen ausfüllt, weil ich ja nur dann sicher sein kann, dass die Unterschrift echt ist.

Wäre einen Versuch wert. Es sind nur 100 Meter.

21 Kommentare zu “ABSCHRECKUNG”

  1. Philipp meint: (29.9.2005 um 15:43) AntwortenReply to this comment

    Bitte davon weiter berichten ;-)

  2. Peter Fisch meint: (29.9.2005 um 15:49) AntwortenReply to this comment

    Hey, Großkanzleien sind ISO9000 etc. zertifiziert.

  3. pikapika meint: (29.9.2005 um 16:01) AntwortenReply to this comment

    YO! das wär mal was…

    dat pika²

  4. TF meint: (29.9.2005 um 16:14) AntwortenReply to this comment

    Au ja :-)
    Tun,tun,tun… die Welt ist noch nicht sinnlos genug.
    Bin gespannt.

  5. Chief meint: (29.9.2005 um 16:26) AntwortenReply to this comment

    Bitte mit Live-Videostream, das möchte ich sehen…

  6. jörg meint: (29.9.2005 um 16:27) AntwortenReply to this comment

    Bitte ankreuzen, wer's ist:
    a CMS
    b Lovells
    c jemand anderes

  7. Ilu meint: (29.9.2005 um 16:34) AntwortenReply to this comment

    Oh ja bitte und die Reaktion detailiert beschreiben :-)

  8. Mathias meint: (29.9.2005 um 16:34) AntwortenReply to this comment

    Taylor Wessing bestimmt. Oder Procter&Gamble, oder Unilever oder Fairy Ultra.

  9. ix meint: (29.9.2005 um 17:18) AntwortenReply to this comment

    bitte geh hin.
    dort ein bisschen rumzuflickern wäre auch supa.

  10. MD meint: (29.9.2005 um 17:19) AntwortenReply to this comment

    Schick einen Refendar. Wenn Sie sich weigern, ein Empfangsbekenntnisabzugeben drohe Ihnen mit der Kammer.

  11. Chip meint: (29.9.2005 um 17:37) AntwortenReply to this comment

    Ohje, die Bürokratie… Das schlimme ist, dass es nicht nur in dieser Sache so ist…
    Seine Reaktion würde ich trotzdem gerne sehen ;)

  12. frage zur sache meint: (29.9.2005 um 18:28) AntwortenReply to this comment

    muss ich wenn ich gegen den beschluss eines olg einspruch (oder wie das heisst) einlege das auch per post machen oder reicht ein fax?!

  13. Ben meint: (29.9.2005 um 18:36) AntwortenReply to this comment

    Es gibt diese "Porto zahlt Quelle für Sie"-Umschläge, da kann man die Marke ausschneiden und aufkleben – wollte schon immer ausprobieren, ob das klappt. ;-)

  14. Anonymous meint: (29.9.2005 um 19:03) AntwortenReply to this comment

    Bestätige den Eingang des Schreibens doch einfach per E-Mail. :-)

  15. jay meint: (29.9.2005 um 19:16) AntwortenReply to this comment

    Oder – noch viel einfacher – diesen wichtigtuerischen Dünnsinn schlichtweg ignorieren und das EB nicht zurückschicken, ist auch nicht standeswidrig.

  16. Philipp meint: (29.9.2005 um 19:19) AntwortenReply to this comment

    @Ben: Dann wäre das 1 – milliardste Poststück also eine falsch frankierte Postkarte und beim Gewinnspiel hätten alle verloren ;-)

  17. Arno meint: (29.9.2005 um 21:07) AntwortenReply to this comment

    Schreib ihnen doch einfach, dass Du aus grundsätzlichen Erwägungen den Eingang des Schreibens nicht bestätigen kannst. ;-)

  18. Referendar meint: (29.9.2005 um 22:06) AntwortenReply to this comment

    Natürlich nur gegen unfrankfiertes Empfangsbekenntnis :-)

  19. Observer meint: (30.9.2005 um 06:54) AntwortenReply to this comment

    Mit einer der besten Beiträge hier im Lawblog, Herr Vetter. :-)

  20. paulo meint: (30.9.2005 um 08:22) AntwortenReply to this comment

    Wahrscheinlich verlassen deshalb auch viele gute Anwälte die Großen. Im Handelsblatt steht fast jeden Tag, das wieder irgendein RA, manchmal sogar ganze Abteilungen, das Unternehmen,z.B. Lovells verlassen.

  21. Mathias meint: (30.9.2005 um 08:34) AntwortenReply to this comment

    @paolo: das ist ja kein wunder – da mus man von morgens 8 uhr bis abends 21 uhr arbeiten, nachts – wegen der zeitverschiebung – rufen dann im idealfall noch irgendwelche amis an, man soll private zeit, so man die denn überhaupt hat, noch in irgendwelche firmenevents investieren — das da der mensch, der ja auch nur leben will zu kurz kommt dürfte klar sein, die eigene freundin geht und ersatz dafür rückt bei dem arbeitsbedarf in weite ferne;
    das geld ist es echt nicht wert, dass man in diesen jungen jahren familienpläne oder eigene wünsche derartig wegdrücken muss
    kein noch so freundlicher kollege oder freundliche kollegin kann das fehlende private wett machen
    niemals großkanzlei – das sind die ärmsten würstchen die da hinter dem geld hinterherrennen.

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