WIR BASTELN UNS – EIN URTEIL
Christian Säfken berichtet von einem Gerichtstermin:
Jener Anwalt also hatte seinen Mandanten getäuscht, indem er ein Urteil desselben Richters, allerdings in einer völlig anderen Sache, kopiert und mit einem neuen Rubrum versehen hatte. Der Mandant glaubte nun, in seiner Angelegenheit sei bereits ein Urteil zu seinen Gunsten ergangen.
So mancher Beklagte würde sich doch bestimmt so ein Selbstbau-Urteil wünschen. Immer vorrausgesetzt, dass das dann auch rechtskräftig würde.
Warum würde das jemand machen? Es gibt doch quasi kein Szenario, in dem so etwas unentdeckt bleibt.
Warum geht ein Anwalt, der seinen Mandanten falsch beraten und daraufhin ein Verfahren mit hohem Streitwert verloren hat, eigenmächtig und ohne den Mandanten zu informieren in die Berufung? Auch das kommt früher oder später sicher heraus, und deshalb liegt die entsprechende Akte gerade auf meinem Schreibtisch. Ich denke, hier wird auf Zeit gespielt. Zu solchem Verhalten gehört natürlich auch eine gehörige Portion Verdrängung.
Welcher Anwalt nimmt bitte das Geld, das ihm anvertraut wurde, um die Kaution für einen Mandanten zu zahlen und verbraucht es für private Schulden? Da gibt es ein BGH-Urteil zu (in dem Fall keine Untreue, weil der Anwalt die ganze Zeit anderweitig flüssig war, wenn ich mich recht erinnere). Und sowas kommt GANZ BESTIMMT raus…
Mein erster Gedanke war: Wo gibt es so einen Bausatz zum Download? *lol* Stellt sich für mich die Frage, in wie weit der Anwalt da belangt werden kann, straf- wie auch zivilrechtlich.
Chris –> hat mit Jura nichts am Hut :-D Liest aber immer wieder gerne hier…
Und ich dacht´ immer, ich sei ganz Phantasievoll…
auf die Idee muß man erst mal kommen…