Namenswechsel von oben
Da ist ein Mandant von mir zur Botschaft seines Heimatlandes gegangen, um sich einen neuen Pass ausstellen zu lassen. Zurück kam er mit einem neuen, dreiteiligen Namen. Nur der Bestandteil Mohamed ist geblieben.
Kann ja sein, dass dies Teil des Neuanfangs im Irak ist. Auf dem deutschen Ausländeramt wird es aber keine Begeisterungsstürme auslösen, wenn ein Antragsteller plötzlich ganz anders heißt.
war der vorherige pass denn echt?!
Mehrteilige ausländische Namen sind sowieso ein Problem, weil der betreffende Staat und/oder der Betroffene manchmal selbst nicht so genau erklären können, was jetzt Vorname, was Familienname und was möglicherweise weiterer Namensbestandteil ("Sohn des …") ist. Außerdem werden diese Namen dann wegen Unverständnis auf deutscher Seite noch regelmäßig umgestellt, und selbst wenn dann keine Hör- und Schreibfehler dazukommen, sind fünf oder mehr Varianten des Namens keine Seltenheit.
Der Aktenführung – und damit der Bearbeitungsgeschwindigkeit – ist das natürlich nicht dienlich. Was dann in Strafsachen ein Vorteil sein mag, sich aber in Verwaltungssachen ggf. als Nachteil erweist.
War das Teil jenes Namensänderungsbooms im Irak, sich neutrale Namen zu geben und solche abzulegen, die einen eindeutig als Shiiten oder Sunniten identifizieren, potentiell tödlich bei Strassenkontrollen?
Wer sagt denn dass die Namensänderung nicht zufälig deshalb erfolgte, weil ein paar Scheinchen im alten Paß lagen …
… vielleicht hat der "neue" Iraker ja noch was vor oder vielleicht "muss" er ja auch vor seinen Gläubigern verschwinden …
Fragen über Fragen
"Deutsche Gründlichkeit" und ausländische Namen – da kann man so oder so Katastrophen erleben.
Wir hatte mal einen Kollegen, der kam aus der Südsee, woher genau habe ich vergessen. Der hatte nur einen Namen, sogen wir mal "Palomino". Er hatte einen Pass, eine Aufenthaltserlaubnis und sogar eine Arbeitserlaubnis. Aber keine Lohnsteurkarte. Die gab's nämlich nicht ohne Nachnamen. OK, keine drei Monate später gab es dann doch eine, in der "Palomino" auch als Nachname eingetragen war. Also "Palomino Palomino". Das seine Einkommenssteuererklärung monatelang nicht bearbeitet werden konnte, weil der Name im Pass "Palomino" in der Aufenthaltserlaubis "Palomino keiner", in der Arbeitserlaubnis "(kein) Palomino" und auf der Lohnsteuerkarte "Palomino Palomino" muss ich nicht gesondert erwähnen, oder?
Oder mein Kommolitone, nennen wir ihn "Christopher Kerzenleuchter", der beinahe eine Diplomklausur nicht schreiben durfte, weil in der Prüfungsanmeldungsliste doch nur "Christoph Kerzenleu" stand aber in seinem Personalausweis "Christopher Kerzenleuchter"…
Wußten Sie eigentlich, dass wenn in Deutschland eine Behörde einen Fehler beim Ausstellen eines Ausweisdokumentes macht, der Bürger den korrigierten Ausweis nochmals bezahlen muss? Deshalb ist die Augenfarbe in meinem am gleichen Tag mit den gleichen Angaben beantragten Reisepasses anders, als im Personalausweis. Gut, bei meinen Augen kann man das sowieso nicht so genau sagen, welche Farbe jetzt vorherrscht. Trotzdem sehr ärgerlich.
Oder mein Ex-Kollege, der nach der Hochzeit den Namen seiner Frau angenommen hat, und daraufhin mit der Gemeindverwaltung Probleme bekam (sinngemäß: "Männer nehmen doch den Namen ihrer Frau nicht an, Sie sind jemand ganz anderes, wollen Sie mich verarschen?")…
Das mit dem Namen der Frau und den darauf beruhenden Problemen kenne ich… …
Noch immer werde ich, Name der Frau angenommen und eigenen Namen vorangestellt, immer wieder von Behörden als Frau Rechtsanwältin angeschrieben – komischerweise meistens von Rechtspflegern bei Familiengerichten und von der Staatsanwaltschaft …. seltsam
Aber Männer nehmen eben nicht den Namen der Frau an – und Doppelnamen sind sowieso seltsam…