Dunkeldeutschland
In Meerbusch wird in einigen Ortsteilen ab 1.30 Uhr die Straßenbeleuchtung abgeschaltet. Die Stadt spart damit Stromkosten. “Die Kriminalität ist bisher nicht merklich gestiegen”, jubelt die zuständige Beamtin in der Rheinischen Post (Printausgabe vom 16. Oktober).
Wenn das Schule macht, unterscheidet sich Deutschland nachts bald nicht mehr von Indien. Von oben gesehen.
ganz tolles konzept. niemand traut sich mehr durch die straßen zu laufen und man kann jubeln, dass die kriminalität nicht gestiegen ist.
Hmm… Indien bei Nacht ist nicht so wirklich dunkel: http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/image/0011/earthlights_dmsp_big.jpg
Und in Indien würde ich – im Gegensatz zu vielen Gegenden hier – bei Dunkelheit nicht mehr auf die Strasse gehen. Ich habe mich vor ein paar Jahren schon bei den nächtlichen Ausflügen im vergleichweise ruhigen Kathmandu nicht so 100% wohl gefühlt…
@ Udo Vetter: Nordkorea, nicht Indien ;-))
(Hobby)-Astronomen wären ja schon glücklich wenn ausschließlich die gelben Natriumdampflampen zum Einsatz kämen, und so auch in der Nähe von Siedlungen wieder Himmelsbeobachtung möglich wäre.
Deutschland unterscheidet sich von einer Bananenrepublik nur dadurch, dass hier keine Bananen wachsen.
Wo haben die Belgier bloß das ganze Geld für ihre Weihnachtsbeleuchtung her?
"Die Kriminalität ist bisher nicht merklich gestiegen"
Ob es Einflüße von Straßenbeleuchtung auf die Kriminalität ab 1.30 h überhaupt gibt? Ich möchte dies zumindest bezweifeln.
Hmm: http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/image/0011/earthlights_dmsp_big.jpg Indien ist nicht so wirklich dunkel in der Nacht…
Nepal wäre da schon passender (aber nicht gegen Nepal, ein wunderschönes Land!)
Ich will dann aber nachts innerorts Fernlicht benutzen dürfen. Was da manchmal nach Hause torkelt….
Das ist hier im Harz in vielen Orten schon immer so!
Hm, das ist doch eigentlich keine Neuerung. Ich kenne Orte in Bayern, Niedersachsen und NRW in denen das seit ewigen Zeiten so gehandhabt wird.
Nichts gegen Indien. Abern wenn man in klarer Nacht drüber fliegt (und Indien dauert), ist es schon unglaublich, wie weit die Lichtpunkte auseinander sind. Na ja, und Indien wird ja im Zweifel heller.
Das ist in den Orten, die ich in Ostsachsen kenne, seit mehreren Jahren üblich.
@8: Darfst Du auch jetzt schon, es sei denn, die Straße ist durchgehend und ausreichend beleuchtet.
Wo liegt das Problem? Hast Du Angst im Dunkeln?
@13: Auch innerorts?
Das ist jetzt irgendwie keine Neuerung – zumindest teilweise Abschaltungen sind ja sogar vorgesehen vom Gesetzgeber, schließlich gibt es sogar ein Verkehrszeichen (Nr. 394) für Laternen, die nicht die ganze Nacht brennen.
"Sublimes Parkverbot" ;-)
also hier in dd wird schon seit jahren abends um 11 jede zweite lampe ausgeknipst (und im winter um 10). wenn man aufmerksam schaut, sieht man auch eine entsprechende markierung an jeder zweiten laterne. es gibt wohl auch eine untersuchung die zeigt, dass es in DD zu DDR zeiten nachts, zumindest im zentrum, heller war (fand ich recht erstaunlich)…
So hat das im Osten auch angefangen.
oha. Deutschland geht unter, wenn kein Licht brennt. Ich hab keine Ahnung, wie wir bisher überleben konnten, aber in unserer kleinen Straße gab es noch nie Beleuchtung. Einbrüche bisher: Null.
Zugegeben, es liegt etwas abseits, aber auch in anderen Ortsteilen ist nachts die Beleuchtung aus und die Stadt spart Geld. Wie die Menschen dort bloß leben können, tztztz, in so einer Bananenrepublik.
*kopfschüttel*
Um 1:30 erst ? Im Dorf von meiner Freundin gehn um 22:30 die Lichter aus :D
Partielle Dorffinsternis !
http://gutenberg.spiegel.de/schopead/hauswald/feld.htm
Heute abend war es zu einer förmlichen Prügelei gekommen, und eben sollten nachträglich einigen Professoren und Schenkwirten, vorzüglich aber den verräterischen Pedellen, die Fenster eingeworfen werden, weshalb der Sicherheit willen »Lichter weg!« geschrien wurde.
»Lichter weg!« hatten die Burschen geschrien, und schon war es stockfinster in der kleinen Stadt. Die Professoren waren alle in ihre Hinterstuben gegangen, die Pedelle liefen wie geblendete Luchse umher und suchten vergeblich zu erkennen, wer ihnen die Fenster einwarf; da konnte der Accessist es nicht länger aushalten: gerade vor der Türe des Magnificus leuchtete er lachend hell auf und zeigte die Rädelsführer im vollen Lichte, von denen der eine eben dem Nachbar des Rektors die Fenster einwarf, während der andere des Pedellen schöne Frau küßte.
Ich finde das gut, wenn auf so einfache Methode das Geld der Steuerzahler gespart wird.
Das war hier in Mittelhessen bis vor ungefähr fünfzehn Jahren genauso, dass die Straßenlampen abgeschaltet wurden. Die Lichtverschmutzung ist nachts wirklich grausam; selbst auf dem platten Land kann man nicht mehr ordentlich Sterne gucken. Wenn ich mal nachts von Heidelberg nach Hause fahre, dann kann ich schon ab Darmstadt sehen, wie das Rhein-Main-Gebiet den Himmel erleuchtet.
Andererseits ist die Gegend um Mannheim/Ludwigshafen bei Nacht mehr als nur ein Bild wert mit ihren Chemiefabriken – und es gibt da auch eine sehr hübsche Bilderserie über asiatische Metropolen bei Nacht:
http://www.lagalerie.de/bialobrzeski3.html
Ich kenne das aus einer ländlichen Region in Sachsen kommend auch nicht anders. Und ob ich um die Zeit noch rausgehe (was ich schon biorhythmisch bedingt eh nicht tun würde), hängt weniger von der Straßenbeleuchtung ab als vielmehr vom sozialen Umfeld. Ich denke jedenfalls nicht, dass es die Straßenbeleuchtung zwischen 1 und 5 Uhr ist, die sich signifikant auf die Kriminalität auswirkt ;-)
Und was die Hobbyastronomie anbelangt, wäre ich auch dafür, das für ne gewisse Zeit das Licht abgeschaltet wird.
In einem Örtchen im Eichsfeld wurde auf die Art und Weise soviel an Kosten eingespart, dass bei der Stadt daraufhin eine neue Halbtagsstelle besetzt werden konnte. Die Kriminalität ist dadurch nicht gestiegen… also durch die Dunkelheit ;-))
@10
Aber NICHT bei uns im "Westharz"! :-)
> dass bei der Stadt daraufhin eine neue
> Halbtagsstelle besetzt werden konnte.
Ist doch faszinierend: Sobald irgendwo eine Einsparung gelingt, muß das Geld panikartig sofort anderswo ausgegeben werden.
Ich möchte darauf wetten, daß auch in diesem Ort jährlich neue Schulden gemacht werden.
…und was ist mit der Dunkelziffer?
Also ich kenne das auch aus einem Ort in Nordthüringen. Wann die Lichter ausgehen weiß ich nicht genau, aber als ich so gegen 23 Uhr aus einer Kneipe rauskam sah man nicht mal die Hand vor Augen. Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, wenn ich bei absoluter Finsternis (nüchtern) über eine Bordsteinkante stolpere oder gegen einen unbeleuchteten Lichtmast renne? Da muss sich doch wer verklagen lassen.
Könnte man nicht wenigstens Warnschilder aufstellen, mit dem Hinweis das ich mir eine Taschenlampe einstecken muss wenn ich mein Hotel wiederfinden will?