Zackig organisiert
Am 7. März 2007 – noch am Tag seiner Vorsprache auf dem Amt – schickt die ARGE Herrn S. einen Rückforderungsbescheid. Er soll Sozialhilfe erstatten. Schon am nächsten Tag (!) erhält er ein Schreiben der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion, Abteilung “Forderungseinzug” in Recklinghausen. Diese fordert ihn auf, das Geld bis spätestens 23. März 2007 zu überweisen.
Schon auffallend diese zackige Organisation, wenn es um Rückforderungen geht. Wenn man bedenkt, dass Antragsteller mitunter erst Geld bekommen, wenn das Sozialgericht eine einstweilige Verfügung erlässt.
leider völlig normal in Deutschland.
Man könnte sich Gedanken über die Überlastung der Ämter machen – und darüber ob das wohl alles so wahr ist.
Oder man kann einfach kuschen, so wie es der Rest auch macht
Alles zum Wohle des Volkes. Oder nicht?
Um eine Forderung aus willkürlich falscher Berechnung des ALG I von Anfang 2004 hat die Bundesagentur für Arbeit dafür 3 Jahre lang, bis zum Januar 2007, gekämpft. Vergeblich, die Monsterbehörde mußte zahlen! Es ging um einen Betrag von weniger als 100 EUR. So ballert man das Geld der Versicherten 'raus. Kein Wunder also, dass man beim Inkasso Druck macht.
Beim Auszahlen der Leistungen ebenso knauserig wie langsam aber beim Rückfordern fix zu sein, scheint ein typisches Merkmal der ARGEn zu sein.
Schade nur, daß solch ein Treiben den meisten Bürgern, die nicht mit rechtlichen oder sozialen Angelegenheiten zu tun haben, weitgehend verborgen bleibt.
Ich kenne da eine einfache Lösung: Den ganzen bürokratischen Unsinn abschaffen und alle Sozialleistungen durch ein liberales Bürgergeld ersetzen. Die ganzen Beamten kann man dann bis zur Pensionierung – rausschmeißen kann man sie ja nicht – sicherlich anders einsetzen. Z.B. zum Assistenten für Kriminaltechnik umbilden, die immmer weiter aufufernden DNA-Massentests müssen ja von irgendwem durchgeführt werden…
So gehts zu bei der neuen Sozialstasi und ihrem Krieg gegen die Arbeitslosen.
(Sorry für diese Polemik, ist aber hier m.E. durchaus angebracht)
Die Sacbearbeiter verhalten sich da wohl auf eine Art und Weise, die nahelegt das sie dort offensichtlich ihr eigenes Geld verwalten.
@7: Was daran liegt, dass viele Behörden als typische bürokratische Einrichtungen keinen Dienstleistungs-, sondern Bittstellercharakter haben. Die Behörde leistet keinen Dienst am Bürger, sondern gewährt ihm hochherrschaftlich hin und wieder eine kleine Gnade.
Und nein, liebe "Armes Deutschland"-Dummschwätzer, das ist nicht typisch Deutsch, sondern systemimmanent auf und in jeder Behörde weltweit festzustellen. Das ist Bürokratie. Global und international seit dem Tag, an dem ein Priester begann die Nahrungslieferungen und-spenden an den Tempel zu organisieren.
Naja den Anwälten kann es ja eigentlich recht sein wenn die Leute wg. jedem Scheiss vor Gericht müssen. Ist nur Blöd für die Betroffenen und den Steuerzahler.
@9: Nur dumm das Harttz 4 empfänger selten eine rechtsschutzversicherung haben.
Die haben in der Regel etwas viel besseres, nämlich Anspruch auf Prozesskostenhilfe. :D Quasi eine Rechtsschutzversicherung vom Staat.
Ich kann zwar nicht für alle ARGEn sprechen, aber normalerweise geht das alles nicht so schnell. Erstmal gibts ne Anhörung. Meistens bleiben die Rückforderungen eine ganze Weile liegen, weil die Mitarbeiter mit der Bearbeitung von Anträgen zur Genüge beschäftigt sind. Und mit der Vorsprache von Kunden, die gerne schon am 26. ihr Geld für den nächsten Monat hätten.
Die Erstattungen werden bearbeitet, wenn Zeit dafür ist. Durch Eingabe in das entsprechende Programm sind die Forderungen dann allerdings schnell bei der Regionaldirektion angelangt und die reagieren dann in der Tat meistens sehr schnell.
Vielleicht sollten hier einige auch bedenken, dass es sich bei diesen Forderungen in der Regel um zu Unrecht ausgezahlte Leistungen handelt. Und das sind Gelder der Steuerzahler…
@12
>Vielleicht sollten hier einige auch bedenken, dass es sich bei diesen Forderungen in der Regel um zu Unrecht ausgezahlte Leistungen handelt.
Vielleicht sollte man sich auch vergegenwärtigen, dass – nein ich such jetzt dafür keine Quelle raus, es gibt sie aber – die Sozialbehörden und Arbeitsargenturen mit Vorliebe wissentlich und vorsätzlich zum Nachteil der "Kunden" (so sagt man doch jetzt dort) falsche Bescheide erstellen.
Tut mal bitte nicht so, als tut ihr was für mich, ihr verbeamteten Steuerverschwender.
@ 6: Man kann in der Tat zu dem Eindruck gelangen, daß gegen die Arbeitslosen eine Art Krieg geführt wird. Und zu allem Überfluß scheint dies von Politik und Gesetzgeber durchaus gewollt zu sein oder zumindest toleriert zu werden. Wenn ich nur an die ganzen rigiden Sanktionsregelungen im SGB II denke – ein Sozialkahlschlag erster Güte. Die Betroffenen wissen mitunter gar nicht, warum ihnen schon wieder sämtliche Leistungen zusammengestrichen wurden. (Zu den Zeiten des Bundessozialhilfegesetzes blieb den Betroffenen ja zumindest noch das Lebensminimum erhalten, jetzt kann selbst das gestrichen werden, einschließlich der Kosten für die Unterkunft.)
Fazit: wir sollten inzwischen nicht mehr vom Sozialstaat, sondern besser vom Asozialstaat reden. ;-))
Sollte man alles nicht so hoch hängen.
Die naheliegende Erklärung ist doch, daß für Auszahlung und Rückforderung zwei verschiedene Abteilungen zuständig sind.
Und da Auszahlung deutlich häufiger vorkommt, sind Überlastung und Wartezeiten eben eher möglich als im umgekehrten Fall.
hi kriege 268,42 Euro und ein wohnheim behält mein geld ein das sind 310euro lehrgehalt und 670 euro b.a.b und jetzt ziehe ich zum ersten aus und muss 30 tage auf geld warten und zwar nur auf das lergehalt
das heist 30 tage nicht zur arbeit kommen weil mann denn bus nicht bezahlen kann und nichts zu beissen zu hause