Spermüll, voll vernetzt
In Düsseldorfs nördlichen Stadtteil Wittlaer lebt ein Herr namens, sagen wir: Meyer. In einem 2-Familien-Haus an der Stadtgrenze. Dort ist er seit 15 Jahren amtlich gemeldet. Und doch gibt es ihn da nicht.
Das erfuhr neulich Herr Meyer über sich, als er ein kaputtes Fernsehgerät für den Sperrmüll anmelden wollte. Die Dame am Telefon der AWISTA, der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, berief sich auf ihre Datenbank. Kein Meyer darin, keine Sperrmüllabfuhr für ihn.
Herr Meyer nannte spontan die Namen der Damen und des Herrn, die auch im Hause leben. Es half nichts. Kein Meyer, keine Sperrmüllanmeldung. Oder doch noch…? „Sagen Sie mir mal Ihre Zählernummer“, wurde er gefragt.
Ein wundersamer Zusammenhang kam zutage: Die Stadtwerke, also die Stromversorger für das Haus, hängen mit der AWISTA zusammen. So aufgeklärt, konnte Herr Meyer begreiflich machen, dass er mit Frau Müller verheiratet ist. Einer der beiden Damen im Haus. Die auch Kundin der Stadtwerke ist.
Das begriff denn auch schließlich die Dame der AWISTA. Und ließ Gnade vor Recht ergehen. Sie hätte ja auch die Heiratsurkunde verlangen können. Oder eine notariell beglaubigte Kopie davon. Oder eine Eidesstattliche Erklärung. Und den Stadtwerke-Vertrag der Ehefrau noch dazu.
Die AWISTA mit ihrer dubiosen Datenbank ist auf dem Weg zur orwellschen Überwachung. Selbst für, wie gesagt, einen kaputten Fernseher. (pbd)
tja wenn schon ein Falschparker die Innere Sicherheit gefährdet, wie ist es dann erst mit der Terrorgefahr eines Fernsehers bestellt. Sei froh das Herr Meier inzwischen nicht schon von WibaS verhört wurde, kann ja nicht angehen…DA MUSS MAN NICHT LANGE DISKUTIEREN SONDERN HANDELN!!!
(Wer Ironie findet darf sie behalten!)
"Notruf der Feuerwehr, guten Abend".
-"Müller, hier, kommen Sie schnell in die ABC Straße, meine Kinder sind im Feuer eingeschlossen!"
-"Hm… in der ABC Straße gibt's keinen Müller".
"Nun kommen Sie doch, meine Kinder verbrennen!"
-"Nennen Sie mir doch mal Ihre GEZ Kundennummer".
"Wie? Woher soll ich die wissen?".
-"Gucken Sie doch nach".
"Mein Arbeitszimmer steht lichterloh in Flammen!"
-"Tja, Pech". *klack*
Apropos orwellscher Überwachungsstaat. Heute kommt auf Arte um 20.40 Uhr ein Film über den deutschen Überwachungsstaat.
Weitere Informationen: http://www.tvspielfilm.de/programm/tagesprogramm?sendungs_id=10925746
Und danach noch kommt auf dem ZDF um 22:15 "Neues aus der Anstalt". Wird bestimmt einige Verisse über den G8-Gipfel und den Überwachungsstaat geben. :o)
Leider wissen nur 8% der Deutschen was "Arte" ist und von denen wissen 7,8% vermutlich eh schon genau was abgeht. Der Mainstream hat ja nix zu verbergen….
Der Herr Meyer soll man hoffen, dass nicht noch die GEZ von dem kaputten Fernseher Wind bekommt! Womöglich durch Fa. AWISTA bzw. die Stadtwerke. In einem solchen Fall kommt sicher eine Nachzahlung auf ihn zu :-)
Übrigens, kein Scherz: die GEZ "wildert" auch auf Schrottplätzen. Womöglich hat das eine oder andere Schrottfahrzeug noch ein Radio eingebaut. Wer dann dafür zahlen soll, könnt ihr euch sicher selbst ausmalen…
Na, bei uns (Rhein-Main-Gebiet) kann man noch seinen Elektroschrott einfach so abgeben. Zum Schluss wird man nur gefragt, wo man wohne, und der Ort wird handschriftlich im Wareneingangsbuch vermerkt.
Mein Gott! Wo lebe ich? In einem weißen Fleck der Schäubleüberwachung! Was sicherlich die terroristische Aktivitätenentfaltung (TAE) hier *absolut* wahrscheinlich macht.
Gleich morgen früh rede ich mit dem Ordnungsamt. SO GEHT DAS LATÜRNICH NICHT.
Quelle der "8%"? (unpolemisch, es interessiert mich)
@7: War mehr methaporisches Gebrabbel von mir. Kurz: willkürlich aus den Fingern gezogen.
Bei aller oft berechtigter Entrüstung: Dass Versorgungsunternehmen eine Datenbank mit Kundendaten haben, ist selbstverständlich. Dass die oft mit den Entsorgungsunternehmen zusammenhängenden Entsorgungsunternehmen diese Datenbank mit nutzen, ist doch wohl einfach nur sinnvoll.
Es wäre schön, wenn der Betreiber dieses eigentlich lesenswerten Blogs etwas mehr kühles Nachdenken und etwas weniger heiße Hetze auf der Tagesordnung hätte. Dann kämen die wichtigen und richtigen Bedenken auch besser an, anstatt unter einem Sperrmüllberg aus Verfolgungswahn und Überreaktionen begraben zu werden.
Wer die wirklich relevanten Punkte anspricht, der wird vielleicht nicht gehört. Wer sich aber bei jedem noch so nebensächlichen "Vorfall" in Rage schreibt, der wird, selbst wenn gehört, nicht ernst genommen.
Bei mir (auch Rhein-Main-Gebiet) ist das noch einfacher: Einfach auf den Bauhof fahren, Elektroschrott in haushaltsüblichen Mengen in den dafür vorgesehenen Container stapeln, wegfahren. Das geht sogar, wenn mann, wie ich aufgrund eines Dienstwagens, in "unpassendes" Kennzeichen hat. Auch gern jede Woche. Aber jedes mal nur in haushaltsüblichen Mengen ;-)
Was hat Strom mit Sperrmüll zu tun?!
@9
Und warum wundert sich der Herr Meyer dann darüber, dass man mit seiner Stromzähler-Nummer etwas anfangen kann, mit den Namen der Mitbewohner jedoch nicht? Vermutlich liegt es nicht daran, dass man Herrn Meyer über die genaue Nutzung seiner personenbezogenen Daten informiert hat.
Gut, dass die "Ich-hab-ja-nix-zu-verbergen-da-ich-anständig-bin"-Argumentation hier nicht greift, sonst würdest du die auch noch vorbringen.
Glaubst du ernsthaft, dass eine solche Mehrfachnutzung deiner personenbezogenen Daten nicht weiter schlimm ist? Mein Beileid!
Vorallem ist das ganze sowieso ein Witz, nehmen wir doch mal an wir hätten hier tatsächlich jemanden erwischt der nicht in dieser Stadt wohnt (uhhhh…) was wird der wohl jetzt machen. Das Ding im Wald vergraben ist das eher im Sinne der AWISTA?
Bye the way: Müssen nicht die Hersteller den Schrott seit Inkrafttreten der Altgeräteverordnung ohnehin kostenlos zurücknehmen? Das betrifft doch Gesamtdeutschland, oder? Also ab zu Mediamarkt-Saturn oder MediMax…
Der Beitrag ist nicht von mir.
Ob ich oder andere Autoren sich hier in "Rage" schreiben, entscheiden wir auch künftig ganz allein. Es bringt also wenig, uns gebetsmühlenartig zur Ordnung zu rufen.
Den Beitrag zu löschen, wäre in meinen Augen keine Zensur…
Obgleich ich Herrn Vetters Ansichten in aller, aller Regel teile, gehe ich hier mit Christian (Nr.9) konform: Eine unnötige Überreaktion des Autors, der aber ja offensichtlich nicht Herr Vetter ist, was man im Übrigen meines Erachtens kenntlich machen sollte.
Zu 9 u.a.
Klar nutzen Firmen Datenbanken. Und selbstverständlich vernetzen sie diese, wenn es (mehr) Gewinn bringt.
Nur, wenn das so unkritisch wäre, bräuchten wir keinen Datenschutz.
Und ganz klar, wir brauchen ihn, heute mehr als früher.
Und insofern muss ich klar sagen:
Diese Geschichte ist ein guter und schöner Hinweis, wo Menschen durch Vernetzung von Datenbanken Nachteile erleiden.
Denn ganz ehrlich, warum muss er erstmal beweisen, das er dort wohnt?
Und warum muss er sich (unter der Annahme, das die Geschichte so stimmt) durchsetzen?
Sprich, warum muss er sein Recht einfordern und nachhaken, bis er es bekommt?
So klein können die Nachteile anfangen. Da muss nicht immer eine Stasi (1.0 oder 2.0 ist egal) zum Drohpotential herangenommen werden.
Und insofern freue ich mich über diese Geschichte, da sie die Menschen sensibilisiert.
In Deutschland hat halt schon immer alles seine bürokratische Ordnung gehabt, auch wenn es noch so unsinnig erschienen ist oder in den Untergang geführt hat.
Deutschland, wie wir es zur Genüge kennen und verachten.
@9: dass das unternehmen eine datenbank hat ist ja völlig in ordnung. stellt sich nur die frage ob es in ordnung ist dass sie eine FREMDE datenbank nutzen, der daten bei der müllabfuhr nun wirklich niemand etwas angehen. ich unterstelle mal dass in düsseldorf auch eine jährliche müllgebühr erhoben wird von der die stadt dann die entsorgungsunternehmen bezahlt, und wenn das so ist dann kann einzig diese zweckbezogene datenbank der gebührnezahler die arbeitsgrundlage sein – das wäre korrekt und vor allem am sinnvollsten für alle beteiligten. ales andere ist unsinnige datenschnüffelei über die man sich zu recht empören darf (und sollte! wehret den anfängen…)
Ist denn die AWISTA ein eigenständiges Unternehmen? Auf ihrer Homepage steht "Unternehmensgruppe Stadtwerke Düsseldorf AG". Ich muss zugeben, dass ich da nicht wirklich durchblicke. Darf ein Unternehmen einer Unternehmensgruppe die Daten eines anderen Unternehmens der selben Unternehmensgruppe einsehen? Keine Ahnung.
Trotzdem muss ich den Kopf schütteln, wenn ich so etwas wie "Ich hab' Sie nicht im System – es gibt Sie nicht." lese.
Grüße!
@17: Wenn das auf 16 bezogen war, stimme ich vollkommen zu. Allein der erste Satz zieht die Diskussion nur unnötig von der Sacheben weg und senkt das Niveau.
@18: Das ist kenntlich gemacht, und zwar durch das (pbd) hinter dem letzten Satz (soweit ich weiß, steht das Kürzel für Pressebüro Düsseldorf, auf jeden Fall kommt es hier öfter vor)
@ 9: Es gibt da etwas, das nennt sich Salami-Taktik, die Idee dahinter ist, etwas, das Leute nicht wollen, in so kleinen Scheibchen einzuführen, dass niemand sich groß Gedanken darüber macht, und wenn es doch jemand tut, dann sollte es so klein sein, dass niemand etwas darüber sagt. Und für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass auch noch jemand was dazu/darüber sagt, sollten 99% sich wundern, wie dieser jemand sich über so eine Lapalie aufregt.
Soweit ich es beobachten kann, funktioniert es im allgemeinen sehr gut.
@18: Überreaktion des Autors? Der gebührenfinanzierte Amtsschimmel wiehert wegen eines alten Fernsehers, der kostenlos entsorgt werden darf.
Ich kenne es eigentlich von größeren Unternehmensgruppen, daß man in bei Vertragsabschluß darauf hingewiesen wird, daß Daten innerhalb der Unternehmensgruppe genutzt werden. Wenn man dies nicht möchte, kann man dem widersprechen. Da aber sowohl Kunden beim Zusammenhalten ihrer Daten als auch Unternehmen Fehler bei der Verarbeitung Fehler machen, wird meist der wirkliche Fehler nicht aufgedeckt.
Eine konkrete Anfrage über das gegebene Einverständis (bzw. fehlende Widerspruch) würde wohl mehr Licht ins Dunkle bringen. Das ist ein ganz normales Informationsrecht, dem meinen Erfahrungen nach die meisten Firmen auch nachkommen.
Abgesehen davon wurde gar nicht aufgeklärt, wieso Herr "Müller" nicht bei der AWK als Kunde geführt wurde. Wäre für mich, wenn alles bisher normal gelaufen wäre, ein größerer Grund sich aufzuregen.
@25, Jochen:
Danke für die Erklärung.
Zu Deinem letzten Absatz könnte man anführen, dass Herr Müller (ich glaube, Du meinst Herrn Meyer, den Ehemann von Frau Müller) einfach nicht Kunde der Stadtwerke ist. Sie hat die Wohnung gemietet / ihr gehört das Haus / die Doppelhaushälfte, ergo zahlt sie auch den Strom. Auch wäre möglich, dass er die Miete zahlt etc., und sie dafür Strom und Gas. Bei diesen Möglichkeiten würde ein Herr Meyer nicht in den Datensätzen der Stadtwerke / AWISTA auftauchen.
Grüße!
Aber auch eine Frau Meyer tauchte ja laut Bericht nicht auf.
Da fällt mir grad auch ein, daß es ja auch desöfteren üblich ist, daß man gar nicht erstmal direkt Kunde eines Abfallentsorgers ist, da der nur im Auftrag der Stadt fährt. Ich habe bisher nämlich immer nur an die Stadt gezahlt bzw. einen Gebührenbescheid bekommen.
Man wird erst Kunde, wenn man dann mal Sperrmüll bestellt und seine Daten angibt. Wenn Müller aber noch nie unter AWISTA-Regie sowas gemacht hat, taucht er und wohl auch seine Frau vielleicht nicht in der Datenbank auf. Dann hat vielleicht die Mitarbeiterin da nicht überlegt und aufgrund des fehlenden Eintrages gedacht… Alles nur Spekulation, die nur durch einen genaueren Bericht aufgeklärt wird, jedoch nicht durch einseitige Vermutungen in Richtung orwellsche Überwachung.
@26, Jochen:
Herr Meyer kann sehrwohl mit Frau Müller verheiratet sein. Siehe http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1355.html
Grüße!
Nun, zunächst ist es egal was wie wo wegkommt. Wenn es nicht dokumentiert werden kann, kann man niemanden rausschicken. Ist halt so. Da kriegt man mit der EDV keinen Auftrag auf, und ich sitze nicht mal in einer Verwaltung um sowas zu wissen.
Eigentlich fehlt mir dabei aber die Pointé. So etwas von wegen Nachzahlung weil er nie gemeldet war oder so. Und das die Stadtversorger gemeinsame Datenbanken haben ist ja jetzt auch nicht so neu. Eher ein Sturm im Wasserglas. Dabei kann ich einen Überwachungsstaat nicht rauslesen. Ungewöhnlich ist aber das Vorgehen bzgl. der Lebensgefährtin. Wenigstens war das nicht notiert.
@9:was mich an der ganzen sache auf dne erstne blick anko… ist nicht die sache das die beiden unternehmen alles in eine einzige datenbank eintragen sondern viel mehr , die uneingeschränkte hörigkeit der datenbank gegenüber….das was sie sagen stimmt nicht mit der datenbank überein ?! sie MÜSSEN lügen ! weil wenns nicht so wär würds in unserer datenbank stehn….
…bis ich mir dann mal ein paar gedanken gemacht hab….
ich finds interessant das sich hier jeder über das zusammenlegen der datenbanken aufregt aber keiner was über die auswirkungen schreibt(nachdenkt?) .
so ein energieversorger ist sehr wohl daran interessiert was sein kunde wegwirft…
stellen wir uns mal vor der stromverbrauch von kunde x geht ganz plötzlich extrem nach unten….er hat keinen alten kühlschrank oder fernseher entsorgt , da drängt sihc dohc die frage auf , klaut der etwa unseren strom ? oder hat der dsa zeugs in den wald gekarrt ? der sache sollte man nachgehn , zumindest dann wenn das schonmal passiert is…
vielleicht sollt das nächste mal wenn der zähler abgelesen wird alles kontrolliert werden ? oder gleich mal eine begründng verlangt werden….wenn er keinen strom klaut hatter ja nix zu verbergen…
@30 An den Haaren herbeigezogen. Stromversorger können sehr wohl auch ohne die Überwachung der Entsorgungsmenge bzw.-gegenstände feststellen, ob Strom gestohlen wird oder sonstwie verloren geht. Es gibt genügend Überwachungsschnittstellen im Netz, die Hinweise geben, wo die gelieferte Menge Strom nicht der abgerechneten Menge übereinstimmt. So was gibt es auch im Gasnetz und im Wassernetz. Das ist billiger und effizienter als sowas mit Generalverdacht nachzugehen.
Aufgrund der Vielzahl der Entsorgungsmöglichkeiten von Elektrogeräten, wäre es gar nicht möglich den genauen Weg der Entsorgung zu kontrollieren. So wäre bei Nichtentsorgung beim "normalen" Müllentsorger des Versorgungsunternehmen nicht davon ausgehbar, daß der Strom gestohlen wird. Das würde vielleicht in einem Staat gehen, in dem alle erforderlichen Betriebe in Staatshand wären und die Entsorgung einzig nur bei einem Entsorger möglich ist.
Man kann auch wirklich jeden ach so kleinen Vorgang, der eventuell auch nur auf einem Mißverständnis basiert, in eine Verschwörungstheorie packen. Vielleicht ist das auch nur ein Fehler in der Matrix…
@30(…): Meines Erachtens geben Sie hier einen wichtigen Grund dafür, dass man NICHT will, dass die Datenbanken zusammengeführt werden!
Wenn Herr Meyer das Gerät entsorgen lassen will, anstatt es selbst kostenlos zu tun, muss er es bei einem Betrieb der Stadtwerke tun. Und dass diese sich rückversichern wollen, ob dieser Herr überhaupt existiert ist doch nachvollziehbar. Ein Pizzabote will schließlich auch nicht umsonst irgendwohin fahren.
Ohne diese Rückversicherung könnte ich ja massenweise Sperrmüll auf fremde Namen entsorgen lassen.
@31:es sind sicher NICHT genug überwachungspunkte um auf einzige häuser zu filtern , in ländlichen gegenden könnte man es vielleicht auf ein DORF eingrenzen , in städten weiß ich es nicht , aber ich gehe von einigen straßen aus…
wobei wir schon beim generalverdacht sind , wohne ich in straße x bin ich verdächtig , sagt die datenbank jetzt auch noch das von mir geschilderte aus ist es höchste zeit bei mir vorbeizuschaun…
nochmal @31:
außerdem wehre ich mich gegen den begriff verschwörungstheorie , ich gehe nicht davon aus das die datenbanken aus (nur) diesem grund zusammengelegt wurden , allerdings liegt es nahe das man sie dafür benutzen kann , und dafür bräuchte man keine verschwörung sondern nur eine einzelne person die zugriff auf die datenbank hat und damit beschäftigt ist festzustellen wer der "stromdieb" ist…
@33:mein pizzabote verlangt von mir nicht das ich meine identität beweise , aber im grunde ist der einwand berechtigt , das stimmt schon , doch was hindert mich daran wenn ich wirklich einen scherzanruf mache einen echten namen anzugeben ? egal ob pizzamann oder entsorger ? alles wichtige steht in einer öffentlich einsehbaren und für jeden einfach zu bedienenden datenbank…dem telefonbuch…
Ich halte es für eine Verschwörungstheorie, wenn man Informationen so zusammen zimmert, daß sie einmal immer in das eigene Weltbild passen und es überall einen Zusammenhang gibt.
Ich sehe einen großen Unterschied, zwischen z.B. Gesetzesvorhaben von Schäuble und solche Geschichtchen. Die Vorhaben von Schäuble sind bekannt, da Gesetzesvorhaben ja nicht im Geheimen stattfinden, sondern auch irgendwann als Gesetze veröffentlicht werden. Bei dem vorliegenden Fall fehlen aber so viele Informationen, daß man schon derart konstruierte Fälle (wie Aufdeckung von Stromdiebstahl durch Müllentsorgung) braucht, um Gefahren für das Grundgesetz zu finden. Hauptmotiv eines solchen Artikels ist wohl der Ärger über die Probleme, daß Herr Meyer nicht in der Datenbank war und nicht, daß die Stadtwerke Düsseldorf mittlerweile alle Kunden überwachen.
Das gebrachte Beispiel ist einfach unsinnig. Ich hab schon oft genug im TV Reportagen über Aufdeckung von Stromdiebstahl gesehen. Es können sogar einzelne Wohneinheiten ermittelt werden, die Strom stehlen. Die Ermittlung erfolgt nicht auf Knopfdruck, sondern es wird Stück für Stück ermittelt. Man kann ja dann an jedem Verteilerpunkt auch manuell messen, wieviel Strom fliesst. Der Gedanke, man würde direkt einen Stromdiebstahl erwägen, weil das Gerät nicht entsorgt wurde, ist hirnrissig. Selbst Schäuble würde nicht solche Scheuklappen aufhaben, um daraus einen Stromdiebstahl zu konstruieren. Denn das würde ja noch in viel mehr Freiheiten eingreifen als die geplanten "Antiterror"-Maßnahmen. Woher soll AWISTA überhaupt wissen was ich für einen Kühlschrank habe? Gibt es dann eine zentrale Stelle, in der durchschnittliche Verbrauchswert eines Elektrogerätes ermittelt wird und zentral gespeichert wird? Muß ich in Zukunft alle Elektrogeräte beim Versorger anmelden? Wird dann automatisch abgeglichen wieivel Strom ich verbrauchen sollte und wieviel verbraucht wurde? Sind für die Stadtwerke nur konstante oder steigende Verbrauchswerte denkbar? Was passiert, wenn der Zähler zwar bei den Stadtwerken registriert ist (da örtlicher Versorger), der Strom aber vor Ort von einem Konkurrenten abgerechnet wird? Ich könnte noch tausende Fragen stellen, die in Deiner Theorie aber wahrscheinlich auch alle gut begründbar sind.
ich habe darin weder eine gefahr für das grundgesetz gesehen , noch habe ich behauptet das genau das in düsseldorf passiert , ich rede davon das es möglich wäre das sowas passiert…nicht mehr , nicht weniger…
ich habe schon ganz andere sachen in tv-reportagen gesehn , vor allem im computerbereich ist es sehr intressant was für hirnrissige geschichten fern von jeder realität dort auftauchen…
klar man kann vor ort an jeder abzweigung(die meistens im haus oder auf dem dach liegt) messen wieviel strom die leut die hintendran am kabel hängen so ziehen…das bringt einem aber keineswegs einen aufschluß dadrüber wie schnell sich der stromzähler der leute gerade im moment des messens dreht…
Daß so eine Möglichkeit eine Wahrscheinlichkeit im Millionstel- oder sogar Milliardstelbereich (und das dann nur auf einen Versorger beschränkt) hat, hast Du aber auch nicht geschrieben.
Dann erklär mir mal wie das ablaufen soll? Woher soll ein Versorger wissen, was man für Elektrogeräte in der Wohnung stehen hat? Denn bei dem Beispiel mit dem Kühlschrank, müsste ja ein Versorger ganz genau wissen, welche Elektrogeräte an einer Verbrauchsstelle hängen. Sonst könnte er ja nicht wissen, welcher Stromverbrauch normal ist um Soll- und Istzählerstand zu unterscheiden.
Allein schon diese Frage lässt die Wahrscheinlichkeit einer solchen Überwachung sowas gegen 0 laufen. Und genau das sind für mich Anzeichen einer Verschwörungstheorie. Auf eine Mißbrauchsmöglichkeit hinweisen, die total unwahrscheinlich und teilweise auch sinnlos ist. Ob diese Möglichkeit zufällig oder absichtlich geschaffen wurde, spielt da keine Rolle.
ich gehe da auch nicht von einer so geringen warscheinlichkeit aus…
ich rede hier nicht vom vergleich soll/ist , sondern vom vergleich dieses jahr/letztes jahr…wenn der verbrauch sich rapide verringert muß es dafür einen grund geben , klar es kann viele gründe geben , beispiel wär der auszug eines familienmitglieds…oder aber das ausmustern einer alten gefriertruhe…ist jetzt bekannt das in dieser straße ein starker "verlust" an strom herrscht…am besten noch im passendne zeitraum liegt ein verdacht nahe…steht in der datenbank nichts von entsorgten geräten ist schonmal diese möglichkeit ausgeschlossen(selbst wenn es wirklich eine alte kühltruhe war die verschenkt wurde)…
und nun erklär du mir mal wie man soetwas mit vorortmessungen unauffällig herausfindet , sollte ja in den tv-reportagen ersichtlich geworden sein…
Wieso soll das unauffällig geschehen? Ich kann da keinen Grund erkennen, da ja die meisten Leute sich gar nicht bewußt sind, daß sie verdächtigt werden. Also würde so etwas in diesem konstruierten Beispiel auch gar nicht auffallen.
Und was soll der Vergleich Vorjahr/aktuelles Jahr bringen. Wenn z.B. die Stromheizung (was ja dann auch wieder zu erheben wäre, wer eine solche hat) im Vorjahreswinter mehr zu tun hattte, kommt wohl auch der noch so kleinkariereste Kontrolleur nicht auf die Idee, daß da jemand ein Elektrogerät eventuell illegal entsorgt hat.
najaa , weil das finden des hauses doch eine weile dauern würde…
aber okay , von mir aus auch auffällig , wie stellst du dir den vorgang des auffindens des entsprechenden hauses vor ?
in den allermeisten fällen läuft die stromheizung über nachtstrom , also rein logisch gesehen auf einem eigenen zähler auf(auch wenn beide zähler im selben gehäuse stecken), somit wär dieses problem wohl meistens gelöst…
außerdem ist durch die vielen weiteren haushalte in der nachbarschaft mit etwas statistik schön auszurechnen ob der wert in der richtigen standardabweichung liegt oder nicht…
Ich verstehe nicht, worauf Du hinaus willst? Heutzutage ist es möglich Stromdiebe zu finden. Ob dies auffällig ist oder unauffälig ist völlig egal. Es werden Meßpunkte verglichen, ob der abgerechnete Strom dem verbrauchten entspricht. Also bricht man so lange runter, bis man eventuell bei mehreren Personen ermitteln muß. Meist gibt es auch externe Hausanschlüsse, so daß man gar nicht unbedingt in das Haus gehen muß um den Stromkasten zu überprüen. Auf dem Land, dürfte das ebenfalls möglich sein. Bei größeren Gruppen wird dann halt mal bei jedem der Stromanschluß überprüft, fertig. Das ganze Datenbanken vergleichen entfällt, da es viel zu aufwendig wäre.
Ok, dann noch einen Schritt zurück: Wenn Du das Beispiel mal statistisch betrachten würdest, dann wäre schnell klar, daß damit überhaupt nichts auszusagen ist, da nämlich die Variable Stromverbrauch von so vielen Faktoren abhängt, daß es nicht möglich ist, aus dem niedrigeren Verbrauch Schlüsse zu ziehen. Was soll die Standardabweichung bringen? Erklären tut die gar nichts, ausser wie groß die Abweichung des konkreten Wertes vom Mittelwert ist. Wieso die Abweichung so ist, bleibt offen.
Selbst in einem Überwachungsstaat wären solche Abweichungen, die ja beim Stromverbrauch auch ganz natürlich sind, kein Grund Verdachtsmomente zu schüren. Das wäre erstens einfach zu irrelevant um nicht konformes Verhalten zu ermitteln und zweitens könnte sich das der Überwachungsstaat gar nicht leisten jeder dieser irrelevanten Abweichungen nachzugehen.
Sehr geehrte Damen und Herren
diesem Forum, verehrte (Mit-)SchreiberInnen,
ich bin schon erstaunt darüber, dass bislang niemand zu dem Artikel oben über die Verhältnismäßigkeit der Mittel diskutiert hat, die nämlich von der AWISTA offenbar mit Füßen getreten wurde.
Ich kenne diese Telefonate zur Sperrmüllanmeldung. Meistens melden sich die BürgerInnen mit den Worten, sie hätten das und das anzumelden.
Spätestens bei solchen Kleinigkeiten wie einem Fernseher erübrigt sich die AWISTA-Frage nach dem Namen.
Eine solche Frage halte ich nur und höchstens für zulässig, wenn – wie in der Strafprozessordnung – ein Anfangsverdacht des Missbrauchs (für Sperrmüllanmeldungen) gegeben ist.
Etwa eine Wiederholungsgefahr durch Leute, die sich nicht an die Regeln der Abfuhr halten.
In diesem Fall ist die Frage nach dem Namen und der Abgleich der Daten schlicht verwerflich.
Ein klarer Fall für die Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.
okay , also in mehreren straßen oder einem ganzen dorf die hausinstallation von jedem haushalt zu prüfen wäre nicht so aufwendig wie das vergleichen von datenbanken….zumindest habe ich das deinem letzten post so entnommen…
meines erachtens nach ist es im moment sehr schwierig jemanden zu ermitteln der einen raum seines hauses am zähler vorbei versorgt und den rest vollkommen legal….mir fallen nur 2 möglichkeiten ein ,
1. auf siegelbruch prüfen , was aber keine sicherheit bringt
2. nutzerprofil prüfen , was auch keine sicherheit bietet
da würde ich sagen bietet es sich für einen versorger an diese beiden möglichkeiten so gut auszubauen wie es nur geht…
also ich wette wenn ein haushalt plötzlich nur noch die hälfte an stromverbrauch hat wie das jahr zuvor das kurz nach ablesen des zählers der energieversorger sich melden wird…
aber zurück zu dne meßpunkten , diese meßpunkte sind dünn gesäht , ich gehe davon aus das in jeder umspannstation ein solcher meßpunkt liegt…will man jetzt also einen stromdieb an dieser station ermitteln muß man neue meßpunkte installieren die für den zeitraum zwischen einer ablesung !(bei uns 1 jahr) in betrieb sind….deshalb rede ich von unauffällig…diese meßpunkte kann man heimlich in die leitung zwischenschalten , die aber meist im boden oder im haus liegt , also auch etwas auffällig wär…
Ich bitte um bald möglichen Termin zur Sperrmüllabholung.
Erbitte schriftliche Benachrichtigung.