11.7.2007

Noten für Lehrer sind erlaubt

Schüler dürfen ihre Lehrer “cool” und “sexy” finden. Oder auch nicht. Das Landgericht Köln hat eine einstweilige Verfügung gegen das Bewertungsportal spickmich.de aufgehoben.

Das Gericht billigt Schülern ausdrücklich zu, Werturteile über ihre Lehrer zu veröffentlichen. Dies sei von der Meinungsfreiheit gedeckt. Die Grenze bilde, wie stets, Schmähkritik. Diese konnten die Kölner Richter aber nicht erkennen. Ebenso wenig fanden sie datenschutzrechtliche Bestimmungen, die eine öffentliche Diskussion über Lehrer verbieten.

Näheres bei Medien Internet und Recht.

32 Kommentare zu “Noten für Lehrer sind erlaubt”

  1. Ben (der Unerwünschte) meint: (11.7.2007 um 16:37) AntwortenReply to this comment

    Die Grundidee und das Urteil finde ich ja gut, wenn denn die Spickmich-Bewertungskriterien nicht so verdammt gnadenlos bescheuert wären. Man merkt, dass die Betreiber den Schülern offensichtlich wesentlich (!) weniger Hirn zutrauen, als die meisten in Wirklichkeit besitzen.

  2. Dirty Duck meint: (11.7.2007 um 17:04) AntwortenReply to this comment

    Die "Leherin aus Moers" sollte sich schämen diese Klage überhaupt angestrebt zu haben, Lehrer die gegen die freie Äusserung von Meinungen klagen, wo kommen wir denn da hin im Schulbetrieb? ;)

    Vermutlich rechtsschutzversichert die Dame (oder war das jetzt Schmähkritik?).

  3. Jens Ferner meint: (11.7.2007 um 17:15) AntwortenReply to this comment

    Zuerst einmal muss sich niemand schämen der sich in seinen Rechten verletzt sieht und dies über den ordentlichen Rechtsweg klären will. Weiterhin ist es sehr kurzsichtig, wenn manche sich bei einem Schäuble aufregen, bei privaten Auskunfteien aber höhnisch lachen, weil es ja um Lehrer geht. Auch das hier hat Gefahren und die sind alles andere als gering. Zur Einführung: http://jens.familie-ferner.de/archives/55-Kontrolle-bei-spickmich.de.html

  4. Wombel meint: (11.7.2007 um 17:32) AntwortenReply to this comment

    Interessant, als ich mein Abi machte (zwischen 2001 und 2003) hatte ich wegen etwas ähnlichem (in kleinerem ausmaß, es ging nur um eine Homepage für unsere Stufe auf der wir einen "Lehrer des Monats" wählen lassen wollten) ziemlich viel ärger bekommen. Da ich diesen damals nicht wollte mussten wir dieses Gag-Feature komplett wieder rausnehmen weil ein oder zwei lehrer wohl angst hatten sie könnten beleidigt werden.

  5. Dirty Duck meint: (11.7.2007 um 17:57) AntwortenReply to this comment

    @Wombel(5):
    "Da ich diesen damals nicht wollte mussten wir dieses Gag-Feature komplett wieder rausnehmen weil ein oder zwei lehrer wohl angst hatten sie könnten beleidigt werden."

    Sag ich ja, wie sollen solche Lehrer moderne Werte vermitteln, wenn sie meinen Schülern eine Berichterstattung über die Schule, also letztlich über sie, verbieten zu können?

    Da spielt dieses vermeintliche Recht auf informationelle Mitbestimmung hinein, da meinen jetzt viele "meine Daten gehören mir". Dazu kommt der falsch verstandene und "religionisierte" Datenschutz (viele der Kollegen sind ja noch in jungen als Vermummte bei Demos u.a. gegen die Volkszählung und AKWs aufgetreten und mussten bedarfsweise mühsam identifiziert werden, LOL).

  6. jbj meint: (11.7.2007 um 18:07) AntwortenReply to this comment

    @6
    Also, meine Daten gehören mir. Und ich mag mein Recht auf informationelle Mitbestimmung. Und Datenschutz ist heutzutage eher eine Lachnummer, wäre sie religionisiert, hätten wir alle weniger Probleme.

    Ich habe nichts dagegen, dass man im Rahmen der Rechtswege seine Rechte verteidigt. Ob man wegen alles und jedem einen Rechtsstreit lostreten muss, kann diskutiert werden, aber es gibt eben Leute, die ihre Ehre und Ansehen (was auch immer das sein mag) wichtiger nehmen als andere.Dagegen kann ich nichts einwenden.

    Warum das nicht als moderne Werte gelten soll, verstehe ich nicht. Besser so, als Kalashnikov oder über die Schulnote.

    Ach ja. Ich war nie vermummt. Darauf bestehe ich. Aber das nur am Rande.

  7. jbj meint: (11.7.2007 um 18:08) AntwortenReply to this comment

    Der Kommentar war jetzt ganz schön verwirrt, oder? Ich sollte nach Hause.

  8. Die taube Nuss meint: (11.7.2007 um 18:38) AntwortenReply to this comment

    Öffentliche Personenbewertung: Au Prima!

    Dann könnten wir ja – natürlich immer unter Berufung auf das hohe Gut Meinungsfreiheit – folgendes in die Welt setzen:

    Meinungen über Mieter:
    Zahlt er immer pünktlich?
    Mindert er womöglich bei jeder Gelegenheit die Miete?

    Meinungen über Arbeitnehmer:
    Zeugnisse sind ja nun nicht wirklich aussagekräftig.
    Und was die Kollegen von ihm hielten, wüßte man ja auch gern.

    Meinungen über Studenten (es gibt tatsächlich auch ein Leben nach der Uni):
    Die Pappnase hat 'eh nie was kapiert. Aber wir haben ja Gruppenarbeiten.

  9. Die taube Nuss meint: (11.7.2007 um 18:55) AntwortenReply to this comment

    Ach ja: und über alle vermeintlich "harten" Kerls Meinungsäußerungen aus der Damenwelt: http://www.wie-ist-er-denn-so-im-bett.de

    Immer noch haben wollen?

  10. Ben (der Unerwünschte) meint: (11.7.2007 um 18:57) AntwortenReply to this comment

    @9:

    Deine Kritik wäre gerechtfertigter, würde sie nicht zwei extrem wichtige Punkte übersehen:

    1.) Die Bewerteten Personen besitzen Machtpositionen.
    2.) Die meisten Bewerteten dürften faktisch unkündbar sein.

    Das ist der große Unterschied zu deinen Beispielen, in denen es um die öffentliche Bewertung von Menschen geht, die sich strukturell in einer deutlich unterlegenen Position befinden. Je mehr Macht jemand besitzt, desto eher muss er es akzeptieren, dass man mehr Transparenz verlangt. Das gleiche Prinzip, wie bei den Veröffentlichungspflichten von Politikern für ihre Nebeneinkünfte.

  11. SvenR meint: (11.7.2007 um 19:48) AntwortenReply to this comment

    @ Nr. 11 (Ben (der Unerwünschte)):

    Sie habe vollkommen recht. Ich weiß auch nicht, warum Restaurant-, Kino-, Konzert-, Autowerkstatt oder Hotel-Kritiken akzeptiert sind, wenn es aber um die wirklich wichtigen Dinge im Leben wie Ärzte, Krankenhäuser, Schulen und Universitäten geht, das plötzlich nicht mehr gehen soll.

    Gegen Schmähkritik reicht die Rechtslage heute.

  12. Dirty Duck meint: (11.7.2007 um 20:01) AntwortenReply to this comment

    Nach meiner Erfahrung sind Lehrer ganz generell tendentiell faul, nicht übermässig verständig, machtbewusst und nur mässig sozial kompetent. – Selbstverständlich gibt es viele positive Ausnahmen.

    Klar, dass sich Lehrer gegen das Leistungsprinzip – wie immer es auch ausgelegt ist – wehren, hübsch auch:

    http://www.focus.de/schule/schule/urteil-spickmich-de_aid_66236.html
    (letzter Absatz ;)

  13. Loco meint: (11.7.2007 um 22:41) AntwortenReply to this comment

    @Dirty Duck: Wenigstens gibst du implizit zu, daß deine Auslassungen nicht von Objektivität getrübt sind, sondern lediglich deine schlechten Erfahrungen mit Schule widerspiegeln. Ein kleiner Tip am Rande zu "generell": Verallgemeinerungen sind immer falsch. Immer.

    Entgegen der in manchen Kommentaren zu früheren Beiträgen zum Thema in diesem Blog geäußerten Meinung sind Lehrer übrigens keine Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Sie haben darum ein Recht darauf, daß ihre Privatsphäre und ihre persönliche Ehre im gleichen Maße geschützt werden wie die jedes anderen Bürgers auch. (Doch doch, Herr Schäuble…) Wer etwas an ihrer Arbeit auszusetzen hat, der wende sich an die Schulaufsicht, aber so ein Dummzeug wie Internetseiten ist untauglich. Dieses Frustabladen der Faulpelze und anderer schulisch gescheiterter Existenzen liegt ungefähr auf dem Niveau von öffentlichen Zurschaustellungen angeblicher Sexualstraftäter, das man in England mal gemacht hat – und dann hat man sich mit dem Hansi Müller vertan und dem falschen die Scheiben eingeworfen… und genau davor, das ist Charakteristikum des freiheitlichen Rechtsstaates, hat der Staat seine Bürger und ganz besonders seine Bediensteten zu schützen.

  14. Dirty Duck meint: (12.7.2007 um 00:27) AntwortenReply to this comment

    @Loco(14):
    "Sie haben darum ein Recht darauf, daß ihre Privatsphäre und ihre persönliche Ehre im gleichen Maße geschützt werden wie die jedes anderen Bürgers auch." (die Lehrer)

    Rechtlich mag das so sein, ich bin Laie bzw. Abnehmer rechtlicher leistungen, über das Urteil habe ich mich aber gefreut. Denn es ist sinnvoll.

    Gabs nicht vor einiger Zeit mal Trulala wg. im Web bewerteter Professoren? Das war auch zulässig, wenn ich mich recht erinnere. Darauf fehlt mir hier ein Verweis von Uwe Vetter, dem Blog-Master. Vermutlich passte dieser nicht ins Bild?!

    Tja, also, wir müssen langsam mal weg von diesem Irrweg, dass Daten per se geschützt werden müssen. Das Recht auf eigene Daten ist grundsätzlich ein Irrweg (damit ich hier richtig verstanden werde: _grundsätzlich_).

    Wer primär Daten schützt, schützt Informationen, schränkt die Freiheit der Meinungsäusserung ein (und ist spiessig ;).

  15. Ben (der Unerwünschte) meint: (12.7.2007 um 08:21) AntwortenReply to this comment

    Zum Geheule, da würden nur Frustrierte ihre Wut auslassen: Schwachsinn! Ich habe mir das mal für die Lehrer meiner ehemaligen Schule angesehen (zumindest für die, die da noch tätig waren). Obwohl die Bewertungskriterien zu zwei Dritteln extrem bescheuert waren, sind die faktischen Endnoten durchaus halbwegs fair gewesen. (Wenn auch mit einer leichten Tendenz zur Mitte. Die meisten Guten hätten in meinen Augen eine halbe Note besser verdient, und die meisten Schlechten wären mit einer halben Note schlechter immer noch angemessen davongekommen.)

    Man sollte nicht auf jede Zehntelnote schauen, aber generell wäre das durchaus als Orientierungshilfe zu gebrauchen. Zumindest was es meine ehemalige Schule betrifft.

    Ich finde nicht, dass hier der Datenschutz verletzt wird, und das sage ich als jemand, der selbigen für wichtig hält. Hier bewerten Schüler, wie sie eine Leistung einschätzen. Punkt. Persönliche Daten, sollten sie in den Kommentaren geäußert werden, müssen halt rigoros gelöscht werden, allerdings ist die Kommentierung eh stark eingeschränkt.

  16. Ralf G. meint: (12.7.2007 um 08:49) AntwortenReply to this comment

    @15: Ja, wir haben Dich richtig verstanden. Du hältst es _grundsätzlich_ für sinnvoll, den Datenschutz aufzugeben und jeden und alles ausspionieren zu dürfen?

    Wieso dann der Nickname?

  17. Dirty Duck meint: (12.7.2007 um 11:51) AntwortenReply to this comment

    @Ralg G.(17):
    "@15: Ja, wir haben Dich richtig verstanden. Du hältst es _grundsätzlich_ für sinnvoll, den Datenschutz aufzugeben und jeden und alles ausspionieren zu dürfen?"

    Exakt. Es ist sinnvoll dann mit Datenschutz zu kommen, wenn es einen besonderen Grund dafür gibt bestimmte Daten zu schützen.
    Nicht andersrum, also Daten per se schützen zu wollen muss falsch sein.

    "Wieso dann der Nickname?"

    Es gibt da wohl so eine anarchistische Comic-Figur, right? Nun, die habe ich erst nach Erschaffen des Handles kennengelernt. Kann gerne wieder den Handle ändern, falls gewünscht.

  18. Ingo meint: (12.7.2007 um 12:05) AntwortenReply to this comment

    Meiner Meinung nach scheitert eine "faire" und erst recht konstruktive Bewertung schon daran, dass die Bewertenden anonym bleiben. Ich kenne keine Schule (und keinen Lehrer), die konstruktive Kritik behindern, verhindern oder sonst übelnehmen. Falls ein Schüler davor Angst haben sollte, gibt es genug "klassische" Wege (Vertrauenslehrer, Elternrat, etc.) sich zu beschweren.

    Der Hauptkritikpunkt der meisten Lehrer die ich kenne (ich bin selbst keiner) richtet sich auf das extrem subjektive Bewertungsschema und die Öffentlichkeit. "Sexy" ist ein Kriterium, dass zur _Bewertung_ von Lehrern, Schülern und auch anderen Gruppen nicht geeignet ist. Das Schüler Lehrer sexy oder nicht, sympathisch oder nicht, finden, liegt in der Natur der Sache, kann aber nicht zur Beurteilung von Lehrern dienen. Jedenfalls küren Lehrer nicht das Pickelgesicht des Jahres der Jahrgänge 7-10.
    Ob ein Lehrer fair benotet, können nur Schüler beurteilen, die alle Klassenarbeiten ihrer Klasse im Detail kennen, für Zeugnisnoten greift die Arithmetik der Verwaltungsvorschriften. Falls das nicht so sein sollte, kann man Beschwerde einlegen, und in der Tat sorgen an einer Schule, die ich kenne, gerade einige Eltern dafür das Anwälte ihr Brot verdienen können. Das ist nicht nur ok, sondern soll auch so sein, und ginge auch ohne Anwalt.
    Zur Öffentlichkeit ist viel gesagt worden; keinem Lehrer würde es einfallen, Schülernoten öffentlich zu machen. Sollte er es doch tun, könnte man sehen wie "faktisch unkündbar" er wäre.

    Noch als Zusatz: 1. Lehrer haben keine Macht, die Zeiten sind LANGE vorbei. Schulen werden von den Eltern regiert.

    2. Lehrer sollten beurteilt werden, dieses Instrument gibt es bereits und ich meine nicht den Schul-Tüv (Niedersachsen). Leider passiert eine Begutachtung nur intensiv, wenn eingestellt oder befördert wird (da werden z.B. objektiv von mehreren Leuten KLassenarbeiten nach "fairer" Benotung durchforstet). Eine turnusmässige Begutachtung (Unterrichtsbesuche, Kontrolle der Klassenarbeiten, Kontrolle der Regelmässigkeit der mündl. Noten, etc.) alle paar Jahre halten auch Lehrer (fast alle die ich kenne) für sinnvoll, da könnte mann dann die Spreu vom Weizen trennen. So etwas würde allerdings Geld (Stellen) kosten und da weiß man ja wie schnell so eine Idee begraben werden würde.

  19. Christian meint: (12.7.2007 um 12:44) AntwortenReply to this comment

    Wer es zulässt, dass die eh schon untergrabene Autorität von Lehrern durch derartige Bewertungsportale weiter untergraben wird, der darf sich nicht wundern, wenn nur noch solche Menschen Lehrer werden, die sonst zu gar nichts taugen – mit den entsprechenden Folgen für die Gesellschaft.

    Es kann doch nicht sein, dass Lehrer (Respektspersonen im klassischen Wortsinn) sich subjektiven, durch keinerlei Anstand getrübten und noch dazu anonymen Verrissen von einigen Viertelstarken stellen müssen. Gerade diejenigen, die Privates andere so gerne in die Öffentlichkeit tragen, haben im wirklichen Leben weder den Mut, sich von Angesicht zu Angesicht zu äußern noch den Intellekt, einfach ohne Probleme mit Lehrern durch die Schulzeit zu spazieren.

  20. Dirty Duck meint: (12.7.2007 um 13:40) AntwortenReply to this comment

    @Christian(20):
    "Wer es zulässt, dass die eh schon untergrabene Autorität von Lehrern durch derartige Bewertungsportale weiter untergraben wird, der darf sich nicht wundern, wenn nur noch solche Menschen Lehrer werden, die sonst zu gar nichts taugen – mit den entsprechenden Folgen für die Gesellschaft."

    Das war aber früher mal anders, viele Lehrer haben sich ganz bewusst aus der Leistungsgesellschaft ausgeklinkt und sich ins Jammertal verabschiedet. Da muss man ran, gerade Bewertungen und Messungen (fast jeder Art ;) scheinen da recht zielführend.

  21. Ben (der Unerwünschte) meint: (12.7.2007 um 14:22) AntwortenReply to this comment

    Au weia, wenn es nach den letzten Postern geht, befinden wir uns im Tal der Tränen, wo die Lehrer alle eh korrekt sind, und sich den bösen, dummen, respektlosen, und komplett merkbefreiten Schülern stellen müssen, die ihnen nur Böses wollen. Schwachsinn! Es gab und gibt genügend gute Lehrer, aber auch welche, deren Verhalten und Unfairniss sämtliche Grenzen sprengt. Ich habe solche selbst erlebt, und zwar als nicht unmittelbar Betroffener (ich hatte im entsprechenden Fach gute Noten, in der Abi-Prüfung sogar eine eins plus), womit die total hirntote Aussage, solche Leute gäbe es ja gar nicht, schon mal wiederlegt wäre.

    Der einzige Kritikpunkt, den ich voll und ganz unterstütze, ist die Bemängelung der schwachsinnigen Bewertungskriterien. Dennoch benehmen sich die Schüler in ihren Bewertungen offensichtlich ziemlich klug, auch wenn ihnen dies mit den grenzdebilen Kriterien deutlich schwerer gemacht wird. Die Ergebnisse sind, soweit ich es sehen konnte, in der Reihenfolge ihrer Bewertung allesamt nicht besonders unfair, sondern kommen durchaus halbwegs hin.

    Und was es den Respekt betrifft, so bekommt den jeder Lehrer, der ihn verdient, außer vielleicht an den extremen Horrorschulen oder bei extrem gestörten Schülern. Ein wilhelminisches Verständnis von "Respekt", welches sich nur auf den Rang und nicht auf das Verhalten der Person beruft, ist überkommener Schwachsinn, der vollkommen zu Recht auf den stinkigsten Müllhaufen der Geschichte gehört.

  22. mööp meint: (12.7.2007 um 15:32) AntwortenReply to this comment

    @18 (Dirty Duck)

    Die Frage nach dem Nickname war ja wohl anders gemeint. Wenn du den Datenschutz grundsätzlich aufgeben willst, warum postest du dann hier nicht unter deinem richtigen Name unter Angabe deiner vollständigen Anschrift und Telefonnummer?

  23. Thomas meint: (12.7.2007 um 16:15) AntwortenReply to this comment

    @15:
    > Gabs nicht vor einiger Zeit mal Trulala wg. im Web bewerteter
    > Professoren? Das war auch zulässig, wenn ich mich recht
    > erinnere. Darauf fehlt mir hier ein Verweis von Uwe Vetter, dem
    > Blog-Master. Vermutlich passte dieser nicht ins Bild?!

    Das war http://www.meinprof.de/

    Udo Vetter hat darüber auch berichtet, siehe http://www.lawblog.de/index.php/archives/2007/06/04/lg-berlin-keine-globale-haftung-fur-kommentare/

  24. Dirty Duck meint: (12.7.2007 um 17:06) AntwortenReply to this comment

    @möppel(23):
    Nun, wenn man grundsätzlich gegen Datenschutz ist, dann heisst das ja wohl im Umkehrschluss nicht, dass man freiwillig Daten freigibt oder gar generiert.

    Wenn Uwe Vetter oder jemand anderes allerding die Daten hat und diese publizieren will, so ist er gerne eingeladen, "Dirty Duck" ist sowieso schon sehr präsent im Web. ;)

  25. Dirty Duck meint: (12.7.2007 um 17:07) AntwortenReply to this comment

    @Thomas(24):
    Dann nehme ich alles zurück. ;)
    Dann fehlte nur der Webverweis in _diesem_ Artikel.

  26. Ingo meint: (12.7.2007 um 17:14) AntwortenReply to this comment

    @22(Ben): Ich zumindest habe überhaupt nichts von irgendwelchen merkbefreiten Schülern behauptet, es ist jedenfalls gut, dass die Mehrzahl der Schüler heute ein gesundes Selbstbewusstsein gegenüber Lehrern haben und Kritik auch offen äußern (wenn auch mit einem starken Defizit an Manieren :-). Und natürlich gibt es gute und schlechte Lehrer.
    Der Punkt an deinem zweiten Absatz ist aber eben der, dass es nicht darum geht, ob die Schüler fair bewerten, sondern darum, dass sie nicht objektiv bewerten können (müssen sie ja auch nicht). Für die Lehrer gibt es dafür zumindest Regeln die sie einhalten müssen.
    Ein Beispiel: An einer Schule gibt es einen völlig (sowohl auf den UNterricht als auch auf Verwaltung bezogenen) inkompetenten Lehrer mit einer A15 Stelle. Dieser Lehrer hat eine Durchnittsnote von ~3 bekommen. Das ist zugegebnermassen nicht gerade gut, zeigt aber auch dass die Bewertung auf spickmich.de ins Leere führt. Dieser Lehrer gibt durchweg sehr gute bis befriedigende NOten, was dazu führt dass Schüler mit _erhbelichen_ Defiziten ins nächste Schuljahr wandern, ihn aber offensichtlich auf spickmich als einigermaßen "fair" einschätzen. Derjenige, der diese Schüler im nächsten Jahr hat, ist dann autmatisch weniger "fair".

    Wie gesagt, gerne sollen Lehrer bewertet werden, von mir aus auch mit beamtenrechtlichen Konsequenzen (falls die Eignung zu A15 nicht mehr erfüllt ist) zurückgestuft zu werden, aber eben gerade nicht von Schülern.
    Wenn meine Freunde und Bekannten auf spickmich auftauchen sollten, werd ich mich vielleicht als Schüler einloggen (übrigens kein Problem einen Account zu bekommen) und dann ggf. mal fleissig 1en verteilen. Schon alleine dass dies möglich ist führt den von den Gründern der Seite propagierten "Nutzen" oder mögliche Unterrichtsverbesserung ad absurdum.

  27. Dirty Duck meint: (12.7.2007 um 18:01) AntwortenReply to this comment

    "Wie gesagt, gerne sollen Lehrer bewertet werden, von mir aus auch mit beamtenrechtlichen Konsequenzen (falls die Eignung zu A15 nicht mehr erfüllt ist) zurückgestuft zu werden, aber eben gerade nicht von Schülern."

    Sondern von Lehrern? ;)
    Es geht hier übrigens weniger um die Objektivität der Bewertung von Lehrerleistungen, sondern um die gute alte Meinungsfreiheit.

  28. Ben (der Unerwünschte) meint: (12.7.2007 um 22:49) AntwortenReply to this comment

    @26 (Ingo):

    Ich bin erstaunt, dass wir überhaupt über solche Selbstverständlichkeiten diskutieren. Wenn Schüler gerne ihre Lehrer bewerten möchten, immerhin in einer Institution, die sie die längste Zeit besuchen MÜSSEN, dann empfinde ich das als eine absolute Selbstverständlichkeit. Diese Noten haben mal absolut keinen Einfluss auf die Besoldung oder die Karriere der Betroffenen, und für einen Schüler sind die Benotungen anderer Schüler durchaus ein nützlicher Hinweis.

    Klar wird es hier und da mal Ausreißer geben, aber dass ein wirklich guter und solider Lehrer im Schnitt eine komplett ungerechtfertigte fünf erhalten wird, das bezweifle ich mal ganz erheblich. Und wenn, dann wäre es für ihn egal, weil der Lehrer dienstlich faktisch nicht betroffen wäre, sondern nur die Schüler, die sich aufgrund der Bewertung ein falsches Urteil bilden.

    Übrigens ist es typischer unfairer Schwachsinn, die Schüler als komplett bestechlich und unobjektiv hinzustellen. Alleine schon der Glaube, sie könnten es nicht, weil sie ja nicht die übrigen Noten kennen würden, ist gelinde gesagt äußerst naiv. Faktisch bewerten Schüler deutlich ausgewogener und definitiv objektiver, als es ihnen hier unterstellt wird. Klar, es gibt die Slacker, denen bei geschenkten Noten der Rest egal ist, aber das ist eine marginale Randgruppe, die die Durchschnittsbewertungen einfach nicht genug beeinflussen kann. Wir selbst hatten an unserer Schule einen Lehrer, der zwar viel zu gute Noten vergeben hat, der aber ansonsten sowohl fachlich als auch didaktisch unmöglich war. Man hat bei ihm einfach nichts gelernt. Die spätere Abstimmung mit den Füßen war an Eindeutigkeit nicht zu überbieten. Und das, obwohl man da doch so schön Punkte hätte abgreifen können…

  29. Ingo meint: (13.7.2007 um 09:29) AntwortenReply to this comment

    Ben, mir ist schon klar dass Schüler ihre Lehrer bewerten, man muss nur mal in die aktuellen Abizeitungen schauen. Das ist anonym und relativ schulintern. Aber anonym und öffentlich im Netz? Nein. Dagegen würde sich _jeder_ wehren, wenn Kunden, Mandanten, etc. anonyme Beurteilungen nach zur Hälfte schwachsinnigen Kriterien öffentlich im Netz machen würden.

    Was ist denn ein guter und solider Lehrer? Hast du dafür ein anderes Kriterium als deine eigene persönliche Erfahrung? Macht nichts, ich auch nicht, dass ist ein teil des Problems.

    Lies mal genauer, ich meine wirklich im Detail, die Gesamtnoten können die Schüler ruhig kennen. Welche Informationen birgt der Klassenspiegel hinsichtlich einer "fairen" Benotung? Keine. Die gleichen Fehler von Klassenarbeit zu KLassenarbeit müssen gleich stark bewertet werden, möglichst auch noch innerhalb eines Jahrgangs (obwohl das meist nicht möglich ist) Und ich bin nicht naiv, wenn ich glaube das Schüler das nicht können. Bei den meisten Schülern überwiegt ein diffuses Gefühl von der Qualität (ob gut oder schlecht ist egal) der eigenen Leistung. Nur wenige sind meines erachtens dazu in der Lage, das realistisch einzuschätzen, obwohl es mit dem Alter zunimmt.
    Ich betrachte Kinder nicht als junge Erwachsene, Jugendliche auch nicht, sondern im Wortsinn als unreif. Und ich finde das auch völlig in Ordnung. Ich will deswegen auch nicht die Schüler angreifen, die die Seite nutzen, sondern stelle mich gegen die Seite selbst.

    Durchschnittsbewertungen? Bei spickmich wird nach 6 Bewertungen die Note öffentlich gemacht. Deswegen rechne ich mir relativ gute Chancen aus, wenn man versuchen würde die Noten zu drehen.

    Naja, bin gespannt wie es weiter geht mit spickmich. Ich kenne mich nicht gut aus, aber vielleicht schafft es so ein Fall ja mal bis zum OLG Hamburg. Da sieht da Urteil dann evtl anders aus als jetzt in Köln.

  30. Ben (der Unerwünschte) meint: (13.7.2007 um 11:57) AntwortenReply to this comment

    Ingo, unsere Differenzen sind offenbar unüberbrückbar. Dein Demokratieverständnis und Menschenbild unterscheidet sich ganz offensichtlich grundsätzlich von meinem.

    Das fängt damit an, dass für mich die Meinungsfreiheit hier eindeutig Vorrang hat, und zwar gerade auch im öffentlichen Raum. Diese Freiheit könnte *vielleicht* eingeschränkt werden, wenn ein stark zu schützendes Gut betroffen wäre. Genau dies ist aber bei Lehrern nicht der Fall. Deren persönliche Empfindlichkeiten haben nämlich vor der Meinungsfreiheit der Schüler (auch und gerade im Öffentlichen Raum!) und dem nicht ungerechtfertigten Interesse der Öffentlichkeit über ihre berufliche Leistung deutlich zurück zu stehen.

    Dies gilt für mich umso mehr aus zwei Gründen:

    1.)
    Es gibt eine Schulpflicht und mehrere Millionen Kinder, die ihr unterliegen. Zudem hat die Schule einen massiven Einfluss auf das Leben der ihnen anvertrauten Schüler. Allein dies reicht aus, ein öffentliches Interesse zum Beispiel der Eltern zu begründen. Die Annahme, dass das eigene Kind ebenfalls Probleme mit einem Lehrer haben wird, wenn dieser bereits eine Vielzahl von 5ern "kassiert" hat, ist nicht unrealistisch.

    2.)
    Das absolut gerechtfertigte öffentliche Interesse könnte eventuell noch durch eine besondere Schutzbedürftigkeit ausgeglichen werden, die als Konsequenz schlechter Benotungen entstehen könnte. Bei Mietern zum Beispiel wäre dies der Fall, weil hier ein einziger unobjektiver Vermieter ausreichend sein könnte, einen Menschen in die Gefahr einer existenzbedrohenden Obdachlosigkeit zu führen. Bei Lehrern hingegen sind solche Gefahren nicht einmal im Ansatz auszumachen, das öffentliche Interesse hingegen schon.

    Ebenfalls fragwürdig ist in meinen Augen dein Menschenbild. Reife ist ein kontinuierlicher Prozess, der in meinen Augen wahrscheinlich noch mit 50 Jahren nicht richtig beendet ist. Allerdings finde ich es fragwürdig, zum Beispiel jemanden, der mit 14 Religions- und Strafmündigkeit erlangt, pauschal die Reife abzusprechen, seine eigenen Lehrer zu bewerten. Gerade um diese absurde Annahme zu überprüfen, habe ich mir die Noten selbst einmal betrachtet, und bin zu dem Schluss gekommen, dass zumindest im Fall meiner Lehrer jeder insgesamt das erhalten hat, was er sich verdient hat. Übrigens ist das Reifeargument eh fragwürdig. Die Benotungen können nämlich sowieso nur ein Problem sein, wenn man den Bewertern eine gewisse Reife zuspricht. Tut man dies nicht, dann sind diese Bewertungen ein genauso harter Eingriff ins Persönlichkeitsrecht der Betroffenen, wie es von einem Affen zufällig gemachte und veröffentlichte Bewertungen wären – nämlich gar keiner.

  31. Jigg the Rapper meint: (13.7.2007 um 12:46) AntwortenReply to this comment

    Und wie reagieren die Spiesser?

    http://www.stern.de/computer-technik/internet/:Lehrerbewertung-Sch%FCler-Philologenverband-Daten-Zur%FCckhaltung/593009.html

    So natürlich!
    (BTW – kann sich noch jemand an die unglaublich links-spiessige Lehrergesellschaft GEW erinnern? (Das war die mit dem linksradikalen Chef, der 1989(! LOL) gehen musste, dessen Nachfolger aber nur graduell angenehmer sind, demokratische Kommunisten so zu sagen.))

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