Polizeicomputer: Bald läuft mehr als Sudoku
Solch einen finanziellen und organisatorischen Kraftakt bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen haben selbst erfahrene Beamte noch nicht erlebt. Innerhalb der nächsten Wochen werden sie 10.000 neue leistungsfähige Computer bekommen. Und dafür gerne die alten abgeben. „Damit ist keiner der insgesamt 30.000 Rechner älter als drei Jahre“, erklärte gestern Innenminister Ingo Wolf (FPD).
Die Umtauschaktion – Wolf spricht von einer Investionen in die Zukunft – kostet etwa 11,4 Millionen Euro. Vor drei Monaten hatten Beamte und Angestellte damit begonnen, ihre Daten zu sichern. „Wir hatten viel Arbeit damit“, berichtet Personalrat Harald Walter im Düsseldorfer Präsidium.
Doch das Innenministerium sorgt jetzt für Entlastung. Erstmals hat es ein Privatunternehmen mit der Vorbereitung der Computer und deren Auslieferung beauftragt. Die Geräte mit modernen Dual Core-Prozessoren und einem schnellen 2 GB-Arbeitsspeicher werden von einer Frankfurter Firma zentral nach den Bedürfnissen jeder einzelnen Polizeibehörde konfiguriert. Die Firma koordiniert dann auch die Auslieferung an 50 Behörden.
Dort wird der betriebsbereite PC direkt am Arbeitsplatz aufgestellt. “Jetzt muss nicht mehr jede Behörde selber in zeitaufwändigen Verfahren die Programme auf die Rechner spielen und dann anschließend aufstellen. Das spart Zeit und Personal, das an anderer Stelle gebraucht wird”, sagte der Innenminister. „In den eigen Reihen hätten wir das mangels Personal auch gar nicht geschafft“, kontert Herbert Uebler. Der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei, sonst eher über Kreuz mit dem Minister, lobt ihn denn auch: „Diese Aktion kann ich nur begrüßen!“. (pbd)
wieso die einzelnen Polizeistationen nicht zentral miteinander vernetzt sind, werde ich wohl nie begreifen.
Vorteile sind zentrale Softwareverwaltung, zentraler Support und vor allem schnelle Wiederherstellung jedes einzelnen PCs.
UND vor allem kann man die einzelnen Aktionen sehr viel schneller miteinander koordinieren.
Klar – man müsste ein Rechenzentrum einrichten und die Fachkräfte bezahlen
Aber wer Millionen für einen Unsinn wie biometrische Ausweise, Online-Überwachung und Vorratsdatenspeicherung ausgibt, sollte sich sowas fragen lassen.
DA wären die Steuergelder nämlich mal sinnvoll angelegt.
Wunderbar !!!
Die passende Software wird übrigens schon 2012 im Herbst nachgeliefert.
Was treiben die mit Zweikernprozessoren?
Ich dachte immer, 95% aller PC-Arbeitsplätze bei der Polizei wären für Verwaltungsarbeiten gedacht. Sowas kostet heute incl. Bildschirm und Standardsoftware nur noch knapp 500 Euro…
Die Vergabe an eine private Firma hingegen finde ich prima. Da hier ja kaum sicherheitsrelevante Bereiche betroffen sein dürften, ist die Gefahr, dass das System mit "Hintertüren" ausgestattet wird ja kaum gegeben…
Wer Ironie findet, darf sie behalten
#3: Damit das Sichten <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2007/09/15/wir-gucken-mal/" rel="nofollow">von beschlagnahmten DVD-Sammlungen</a>jetzt auch in voller Auflösung ruckelfrei von statten geht. ;)
Vielleicht gehört die Firma ja auch Schäuble… da kann er dann gleich entsprechende "Sicherheitssoftware" installieren, um einen reibungslosen Betriebsablauf sicherzustellen, für Polizei und Geheimdienste. Aber das ist ja alles Spekulation ^-^
Mich fröstelts: Daten lokal gespeichert, da "leckt" gerne mal was, absichtlich oder unabsichtlich. Und eine richtige Datensicherung scheint es auch nicht gegeben zu haben — wenn sie jetzt sicher (die Beamten selbst!). Brrr. Gibts bei Behörden den nicht so etwas wie ein "Konzept"?
Was mich viel mehr interessiert: Was passiert mit den alten Rechnern?
Noch viel spannender: Was passiert mit den Daten auf den alten Rechnern? Werden die fachmännisch "entsorgt" oder landen die alten Festplatten bei eBay?
So etwas kann sich durchaus lohnen, bei zigtausend Computern die ausgemustert werden…
Wow, DAS Geschäft hätte ich auch gerne gemacht: 11,4 Mio für 10000 Rechner macht 11400 € pro Arbeitsplatz! Da muß ne Mutti lange für stricken…
@Judas: Bevor Deine Mutter anfängt zu stricken, sollte sie dir einen Nachhilfekurs in Mathematik spendieren. 11,4 Mio EUR für 10.000 Rechner macht 1.140 EUR je PC. Der Preis ist angesichts Ausstattung und Installation wohl ok.
#8: Die "Mutti" könnte dafür wahrscheinlich besser im Kopf rechnen…
Aber auch 1.140 Euro pro Arbeitsplatz incl. Installation wäre immer noch ein gutes Geschäft…
@9, 10:
Tja, das kommt davon, wenn man vor dem ersten Kaffee rechnet und postet ohne nachzudenken ;-]
Aber zuzutrauen wär es ihnen ja.
Zur Vernichtung:
http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C422235_L20.pdf
;-)
hi hi hi; endlich kommt der von mir programierte "Bürgertrojaner" auch mal zum einsatz
Hmmmm, 10.000 Rechner mit Dual Core System und etwa 2GB RAM Speicher also. Ein Rechner dieser Groeßenordnung kostet grob gerechnet 500 €.
Mal Zehntausend sind bei mir knappe 5 Mio. €. Nur die Polizei scheint es nicht merkwuerdig zu finden, dass mehr als das doppelte fuer die Umruestungsmaßnahmen berechnet werden ….
Es ist absolut in Odrnung, wenn die Polizisten nicht mehr mit mechanischen Schreibmaschinen arbeiten müssen und gute Computer bekommen. Das ist mit Sicherheit ein größerer Beitrag zur inneren Sicherheit als die gesammelten Schäubleschen Vorschläge der letzten Zeit.
Leider werden zwei dringende Probleme der Polizei nicht angetastet – immernoch gibt es zu wenig Personal und immernoch funkt die Polizei mit einer Technik, die in den 1930er Jahren Topmodern war, seit langen jedoch überholt ist und von Jedem, der ein Radio besitzt, mitgehört werden kann. Wenn man hierfür Geld ausgäbe, anstatt für so einen Unsinn, wie z. B. die Onlineüberwachung etc., dann würde man wahrscheinlich die Sicherheit in Deutschland wirklich verbessern.
Grüße!
zzgl. Auslieferung, Aufbau, Service…
Klar, wenn man jedem Beschäftigten, die 500 Tacken bar in die Hand drückt und sagt: "Kauf mal was Hübsches!" geht's billiger – nur haben sich individuelle Komponenten nur selten bewährt.
zu (1)
Das sind sie. Vernetzt, meine ich.
Warum fragst Du nicht erst, bevor Du Unsinn schreibst? ;-)
Ein Arbeitsplatz-PC besteht aus dem Rechner, den Eingabegeräten und einem Bildausgabegerät. 700 Euro sind da marktüblich. Dazu kommt der privatwirtschaftliche Aufschlag für sichere Aufträge aus der öffentlichen Hand und die diversen Extrapauschalen für das Einrichten der Geräte. Ich nehme an, daß auch ein paar neue Drucker fällig geworden sind und Garantieerweiterungen hinzu kommen. Im großen und ganzen wohl ein akzeptabler Preis, denn das Customizing ist halt aufwendig. So doof wie in den 90ern sind die Behörden auch nicht mehr (Einzelfälle sind dem BRH bekannt:))
Zum Thema Datensicherheit: VSClean, das offizielle Tool des BSI, überschreibt, wenn ich mich recht erinnere, jeden Sektor sieben Mal hintereinander mit immer wieder invertierten Daten. Das reicht für Verschlußsachen bis "geheim".
In meiner alten Ortsdienststelle wurden alte HDDs immer vom Hausmeister mit Hilfe einer großen Axt und eines Ambosses nebst Vorschlaghammer unter meiner Aufsicht gevierteilt.
@14 + 16
Die Software sollte man auch nicht vergessen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Beamten auf einschlägigen Waren-Boards oder im Usenet bedienen. :)
@19: Nein, die Software muss hier nicht gesondert berücksichtigt werden. Die Volumenlizenzen werden in gesonderten Verträgen für eine bestimmte Anzahl an Arbeitsplätzen erworben. Das sollte also damit erledigt sein, die alten Installationen zu löschen und mit den Volumenlizenzen die Rechner neu aufzusetzen.
Abgesehen davon ~700 Euro für PCs, die nicht gerade zu den Billigsten gehöre (BIOS mit Fernwartungsoption, Netzteil, das nicht nach zwei Jahren kaputt geht) und nochmal ~200€ für den Monitor sind wohl im Rahmen. Bleiben 200€ pro Arbeitsplatz für das Rollout, IMHO eher günstig — aber wenn die Beamten Backup und Restore machen müssen, weissen wir ja, wo gespart wird. Mir wären 500€ fürs Rollout mit zentraler Datensicherung und ohne kritische Daten lokal ehrlich gesagt lieber.
Zentrale Datenspeicherung damit wie beim Bundesnachrichtendienst belastende Daten kurz vor Untersuchungsausschussanhörung (Kurazs) zuverlässig durch einen bedauerlichen Unfall gelöscht werden.
So etwas ist bei dezentraler Speicherung schwieriger.
Warum hat man denen nicht nur ein Single-Core und 1GB gegeben. Das hätte für Word und Co auch gereicht.
Von dem übrigen Geld hätte man den Streifenbeamten lieber mal neue Schutzwesten kaufen sollen. Das ist bestimmt wichtiger…
@22: Über die Ausstattung zu mäkeln ist müßig. Die müssen mit den Rechnern jetzt Minimum 10 Jahre hinkommen, da ist es gut, am oberen Ende anzusetzen mit der Ausstattung und nicht am unteren Ende.
Dazu kommt, dass die PCs ja auch installiert wurden. Wobei es mich da in der Tat gruselt:
Da scheint nirgendwo in den 50 Behörden sowas wie ein internes Netzwerk mit zentraler Datensicherung zu existieren.
Mann, das wär ne Aufgabe für jemanden. Und vor allem wäre das eine Aufgabe, die unendlich viel mehr für die innere Sicherheit bringen würde als alle Attacken aufs Grundgesetz von Schäuble und co. zusammengenommen.
Vernünftige Personalausstattung noch dazu.
Aber das ist das Kreuz: Polizei ist Ländersache, und die Länder statten ihre Polizei halt unterschiedlich aus. Das was wir täglich auf der Straße sehen, sind Vertreter der jeweiligen Landespolizeibehörde, und damit im Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Landesinnenministers. Schäuble hat da nix zu melden.
BKA ist Bundespolizei. Und damit im Zuständigkeitsbereich des Bundesinnenministers. Das BKA soll (wenn ich das richtig verstanden habe) grundsätzlich länderübergreifende Fahndungen koordinieren, Aufklärung betreiben und Informationen beschaffen. Weiter nix. Ermittelt/verhaftet wird auf Länderebene. Und da holt man sich die Lorbeeren, wenn jemand eingeknastet wird.
Kein Blumentopf zu holen für Schäuble in Bezug auf innere Sicherheit. Seine Innere Sicherheit beschränkt sich ausschließlich auf die Schaffung von Rahmenbedingungen für die Polizeibehörden. Und mehr nicht.
Tja, und da schießt Monsieur leider gerade gewaltig übers Ziel hinaus, der will konkrete Ermittlungserfolge, die er sich ans Fähnchen heften kann ("ICH hab dafür gesorgt, dasss…").
Blöderweise gibts die aber in der Konstellation nicht. Entweder die Länder machens oder aber der Generalbundesanwalt. Er selbst leider nix.
Kann den nicht mal jemand wegrollen?
Naja, so wie WibaS jetzt die SPD z.B. bei der Online-Durchsuchung unter Druck setzt – mit gezielter Panikmache -, so könnte er doch auch seine Länderkollegen unter Druck setzen, mal Personal anzuschaffen. Zumindest die SPDler, seine Unionskollegen wird er doch wohl auch so vom neuen Profil der Union im Bereich innere Sicherheit überzeugen können.
Wenn sein Thema die innere Sicherheit ist und er sonst vor verfassungsmäßigen Grenzen keinen Halt macht, wieso sollte es ihn dann kümmern, dass er für die Landespolizeien eigentlich nicht zuständig ist?
Zusatz zu #24: Dann muss man eben die Verfassung ändern und die Polizei allein zur Bundessache erklären.
Wen's interessiert:
http://www.dataport.de/dataport/leistungen/anwendungsverfahren/a-z/artus/start.html
Das es aber keine einheitliche Staatspolizei gibt lässt sich u.a. historisch erklären, ich verkneif mir hier mal weitere Hinweise.
Hier wird auch nur des Meckern wegen gemeckert. Da geschieht mal was positives und sofort rechnen sich irgendwelche Rechenkünstler aus dass das ja alles viel günstiger wäre, weils bei Aldi doch letztens nen günstigeren Rechner gab und zuhause bau ich mir den ja auch selber auf…
Kann mir eigentlich jemand erklären warum Office-PCs Dualcores und 2 GB RAM brauchen?
Was haben die damit vor? Filmnachbearbeitung? 3D-Renderings?
Ach stimmt ja, ist Mode dass neue Betriebssysteme neueste Hardware brauchen um überhaupt zu laufen… dann doch lieber "Bremssystem".
Es stimmt irgendwo, dass man bei so langfristigen Investitionen eher oben ansetzen sollte als unten, was die Ausstattung angeht. Allerdings frage ich mich wirklich, inwieweit das bei diesen PCs wirklich passt.
Für Office reicht locker 1GHz und meinetwegen 1 GB RAM. Alles andere ist einfach zuviel. Und ich wüsste echt nicht, was für CPU-lastige Programme da beim Durchschnittsbeamten dazukommen sollen. Wir reden hier immerhin von PCs, die teilweise Schreibmaschinen ersetzen.
Ich brauche bei meinem PC die CPU-Leistung eigentlich nur fürs Spielen. Und ich habe mir nur 1 GB RAM geholt.
Okay… wenn sie natürlich Windows Vista einsetzen, brauchen sie die Hardware fürs Betriebssystem -.- Aber es würde für den öffentlichen Dienst ja sowieso wirklich mal Sinn machen auf OpenSource umzusteigen, um Kosten einzusparen.
Ich denke, das Geld sollte lieber in mehr Beamte auf der Straße oder akzeptable Funktechnik gesteckt werden statt in Schreibtischporsche.
Die Investition in Dual-Core und 2GB RAM ist keine Verschwendung. Klar, momentan sind die Dinger deutlich überdimensioniert. Aber: Warum sollte man jetzt weniger als 100 Euro an Hardware sparen und dafür dann zwei/drei Jahre früher wieder umrüsten müssen?
Besonders, wenn man bedenkt, dass das Teure an der Umstellung nicht die Hardware sondern die Datenmigration und vorallem das "Neuanlernen" vieler Beamte sein dürfte.
Die wirkliche Verschwendung erkennt man an der stolzen Aussage des Innenministers "kein PC älter als 3 Jahre". Da wurde offensichtlich blind alles ausgetauscht. Und das, obwohl 3/4 der PCs als Schreibmaschine im Zwei-Finger-Suchsystem betrieben werden. Und dafür reicht ein zehn Jahre alter PC allemal.
(Ich selbst nutze für Internet und Büroanwendungen noch meinen K6-III mit 400MHz. Der läuft blitzschnell, moderne Rechner mit aktuellerer Büro-Software sind allenfalls unmerklich schneller.)
Jedes private Unternehmen mit einer solchen Verwaltungsstruktur würde höchstwahrscheinlich sowieso Terminalsysteme bzw. mindestens jedoch zwei oder gar drei verschiedene Leistungsklassen von PCs einsetzen.
Diese natürlich bis auf die letzte Niete möglichst gleich, damit ein Austausch vor Ort auf die minimal nötige Zeit reduziert werden kann. Den Rest macht die Zentral-EDV.
Und ja: Bei 10.000 angeschafften PC ist es ein Faktor, ob diese mal eben 100 Euro mehr kosten, ohne dass damit ein Zusatznutzen verbunden ist. Wer das nicht glaubt, darf mir (über Herrn Vetter, dessen Honorar ich dann gerne zahle) die Differenz gerne überweisen.
Auch wenn die Computerklitsche an der Ecke und das innovative Systemhaus gern was anderes erzählen: Brauchbare Ersatzteile für Standard-PC gibt es auch nach drei Jahre noch, man muss sie nur bestellen bzw. notfalls bei ebay besorgen.
Bei 10.000 verwalteten PCs (in der Gesamtzahl deutlich mehr) dürften sich da einige Arbeitsplätze über die Ersparnis selbst tragen…
Das eigentliche Problem ist das oben schon angesprochene Gießkannenprinzip, mit dem die öffentliche Hand Mittel verteilt.
Erstaunlich eigentlich nur, daß das dort neu ist. Hierzulande ist der Austausch der Arbeitsplatzrechner alle 3-4 Jahre Vertragsbestandteil mit dem Outsoucing-Dienstleister, der – natürlich – die Rechner fertig konfiguriert anliefert, aufbaut und anschließt.
Das ganze finanzieren wir wieder mal mit höheren Verwarnungs- und Bußgeldern?
@33
Na dann benimm dich anständig und du brauchst die neuen Computer nicht finanzieren
*kopfschüttel*
Bitte nicht vergessen, dass die Entscheider häufig genug keine Ahnung von dem haben, was sie tun.
Eine zentrale EDV gibt es nicht, die Beschaffungsstelle des Landes dürfte das zentral angeschafft haben.
Und wenn ich von Otto Normalbeamten ausgehe, haben die sich vorher umfangreich beraten lassen und dann das Angebot zusammengeschraubt.
Keine Korruption – sondern einfach das plausibelste genommen ohne nachzudenken.
Wichtig bei der Geschichte ist wirklich, dass auch der Roll-Out von der Firma übernommen wurde.
@31: Terminalserver sind keine so lustige Lösung. Man spart sich dabei zwar das x-malige Aufspielen des Betriebssystemes, weil man alles auf dem Zentralserver installiert hat, aber: Stimmt die Bandbreite im Intranet nicht, geht ein Server in die Knie oder ist _irgendwas_ im Netz defekt, funktioniert nichts mehr – keine Anmeldung nix.
Ich persönlich sehe Terminalserverlösungen skeptisch. Sie haben ihre Vorteile, vor allem in der administrierbarkeit, aber sie haben auch massive Nachteile.
Und was die Ersatzteile angeht: Das isses doch nicht alleine. Wenns um solche Dimensionen geht, ist ebay ganz sicher nicht der Händler meiner Wahl wo ich ERsatzteile kaufen will. Und vor allem will ich mir bei geschätzten 20 – 30.000 PCs nicht die Ersatzbeschaffung über diese Klimmzüge ans Bein binden.
Ich setze derzeit Markengeräte eines Herstellers ein. Hersteller im Sinne der entsprechenden Verordnung, nicht die Selbstbau-PCs, wo in einer Charge 3 verschiedene Mainboards verbaut werden, weil er die grad günstig besorgen konnte.
Die sind in der Anschaffung in der Tat teurer. Dafür kann ich aber zuverlässig Images fahren, die auch ohne Klimmzüge funktionieren, ich kann auch nach 3 Jahren noch problemlos Ersatzteile bekommen, ich geb dafür nur die Seriennummer an und ich hab über die Vor-Ort-Garantie jemanden, dem ich sagen kann: "Putt, heile machen" und danach funktioniert wieder alles.
Dafür 100 Euro mehr in der Anschaffung sind mehr wie gerechtfertigt.
Übrigens auch ein Aspekt, der hier beim Beschaffungsbashing nicht berücksichtigt wurde:
Kein Gerät älter als 3 Jahre = alle Geräte in der Garantieleistung, wenn die Beschaffer auf Zack waren.
Ne, sorry, eine Verschwendung kann ich hier echt nicht erkennen. Und an alle, die meinen, dass es reicht, auch alte 300 MHZ-Kisten zu warten:
Tuts nicht. Der Wartungsaufwand ist immens. Die Kisten haben immer mal wieder was, was kaputt ist. Dazu kommt noch, dass ein Imaging der Festplatte mit der entsprechend schnellen Wiederherstellung nicht möglich ist.
Und – und das ist auch noch zu beachten: Die Altkisten sind häufig ziemlich laut, die Lüfter dafür werden nicht leiser, wenn sie länger mit Staub in Berührung kommen.
Und rechnet man mal die Arbeitszeit gegen, die die arme Sau kostet, die die Mistkisten warten muß und dafür sorgen muß, dass die Einsatzbereit bleiben. Nö – Preis/Leistung stimmt da nicht mal annähernd.
Zu Open-Source:
ich überlege gerade selbst, ob ich auf OpenOffice umstelle. Eine Schule testet das gerade, wenn die das gut finden und damit klarkommen, wird das auf alle PCs aufgespielt. Die Office-Lizenzen kosten eine Mörderkohle, die anderweitig gut angelegt ist.
Aber ich kann jeden verstehen, der sagt "machen wir nicht" – weils eben zu teuer ist?
Wie kann OpenSource zu teuer sein?
Nun, die Leute müssen geschult werden, es kommt zu Produktivitätsabfällen, weil die Leute sich umgewöhnen müssen und die Sachen nicht gleich finden. Dazu kommt ein stark erhöhter Supportaufwand, weil die User betüttelt werden müssen: Die KÖNNEN ALLE KEIN LINUX. Und die können auch nicht Open Office.
Häufig genug merken sich die meisten nur die Klickwege "Ich muß da und da und da klicken, dann geht das" – und ist der Weg verbaut, weil anderes Programm, sind die Leute völlig hilflos und blockieren völligst. Warum, sollen bitte Psychologen untersuchen. Ich muß aber mit den Konsequenzen leben.
Und das macht OpenSource nicht billiger, im Gegenteil. Das macht OpenSource teuer. Leider, denn ich persönlich finde meine Linux-Kiste mit OpenOffice, Firefox und Thunderbird richtig gut.
Aber hier muß ich mit Mickersoft und Office leben. Gefällt mir nicht, ich kann aber die Gründe verstehen, die dagegen sprechen.
Und wer das nicht glaubt – warum hört man so wenig über das Münchner Linuxprojekt? Ist das eigentlich schon abgeschlossen? wo bleiben die erfahrungsberichte? *g*
aua…sorry, so lang sollte das nicht werden *g*
@ kerstin
was moderne einheitliche hardware vom markenhersteller angeht, da gebe ich dir gerne recht. auch wenn es um das betriebssystem geht. aber bevor man die leute eines tages einheitlich auf vista umstellt, kann man auch eine bedienerfreundliche linux-variante aufziehen. umgewöhnen müssen sie sich eh.
und was open office angeht, das ist zumindest im bereich textverarbeitung wirklich genauso idiotensicher wie ms-word. und für firefox und mozilla oder seamonkey gilt das gleiche: es ist kein stück schwieriger als die schöne bunte ms-welt …
@37: Genau das wird der Zeitpunkt sein, wo ich von Windows *schwupps* auf Linux umstelle.
Ich hab meine Testschulen da schon im Auge, mit denen ich das auch machen kann ;)
Das schöne an MS ist halt, dass man das ganze per Gruppenrichtlinien einrichten kann. D.h. die Verbindungseinstellungen im Browser, die Rechte der User: Gruppenrichtlinien im Interface aufmachen und dann mal alle Rechte setzen.
Mir schwant irgendwie dass das unter Linux-Servern, äh, nicht GANZ so einfach wird. *g*
Von daher werde ich auch weiterhin schön unter Windows bleiben, bis ich unter Linux genau weiß was ich mache. Und dann erst wird umgestellt. Aber wenn die Frage Vista oder Linux lautet, lautet die Antwort ebenso klar: Linux. Nur die Frage: Welche Distribution ;-)
Und was die schöne bunte MS-Welt angeht: die KENNT man. OpenOffice nicht.
Dazu kommt, dass Otto-Normal-Userli halt auch nicht nachdenken möchte, sondern einfach machen.
OK, beim Auto geht das auch nicht, aber es ist einfacher, den Leuten begreiflich zu machen, dass man eher fahren lernen muß als mit dem Computer umgehen zu können. Wenn ich ein Auto nicht fahren kann, können Menschen sterben. Wenn ich mit dem Computer nicht umgehen kann, stirbt höchstens die CPU *g*
Ich kapier sowieso nicht, wieso man in Sachen Computer so schwankt zwischen grandiosem Wissen und Interessiertheit und abgrundtiefer Ignoranz.
Wie wärs mal mitm Mittelweg: Ist ein Arbeitsmittel. That's all. Und als solcher zu nutzen.
Solange hier niemand auch nur ein kleines Indiz für Fehler bei der Ausschreibung an der Hand hat – Si tacuisses…
Das Hardware-Upgrade war/ist mehr als überfällig.
@Kerstin
-OpenOffice sofort
-Linux erst wenn die Nervereien bei den Installationen Schnee von gestern sind
@38 Wenns das Problem nur die Office-Anwendungen sind, wuerde ich die Umstellung zu OpenOffice anstatt der Aufruestung auf Office 2007 empfehlen. Da ist das "ich-kenn-mich-ja-aus"-Gefuehl bei den meisten Anwendungen auch dahin. Somit kein Unterschied mehr…
Ob diese neuartigen Rundfunkgeräte auch alle angemeldet werden?
Also die Rechner stellen kein Problem dar (CPU und Speicher sind Normalausstattung). Ich denke da eher an die Polizisten die erst mit der Materie PC vertraut gemacht werden müssen. :D
Und ich frage mich eher, ob man z.B. gleich die ganzen sensiblen Daten aufgespielt hat? Einfach mal das Rundum-Sorglospaket bei FSC abgegeben hat?
Und was macht man, wenn einer das Ding "verbiegt"? Ansich müsste da ne Softwareverteilung her und und und…. Das wird noch lustig und vor allem richtig teuer werden für den Steuerzahler, denn die Anschaffungskosten werden nicht das Einzige sein, was die da abgekaspert haben.
"Wieso muessen die unbedingt Dualcore-Rechner bekommen?"… da spricht bei einigen wohl der blanke Neid.
Ist nur leider so, dass von Intel und Co. schon seit nem Jahr quasi keine Singlecore-CPUs mehr hergestellt werden. (Will jemand raten, wieso der Core2Duo, der inzwischen Standard sogar in billigsten Buero-PCs ist, so heisst wie er heisst?)
da spricht bei einigen wohl der blanke Neid.
Oder reiner Sachverstand… Auch wenn ich Verständnis für Kollegen habe, die bei Aufträgen der öffentlichen Hand eine plausible Sicherheit von 100% einrechnen, um am Ende nicht draufzuzahlen, finde ich, wird hier einfach der falsche Weg eingeschlagen.
Outsourcing ist ja gut und schön, aber manche Dinge sollte man einfach selbst machen, bzw. von einer eigenen Abteilung machen lassen…
Ich hab' mich früher auch an solchen Ausschreibungen beteiligt, lasse es heute aber sein, weil dabei selten etwas herauskommt, was Kunde und Dienstleister wirklich zufrieden stellt.
Ausschreibungen im IT-Bereich werden seltenst nach einer wirklich brauchbarenen Bedarfserhebung veröffentlicht, sondern meist am grünen Tisch mit lustigen Zahlen gestaltet und wer beim "Blind-Pfeile-Werfen" am nächsten an die (nicht veröffentlichten) Erwartungswerte herankommt, kriegt den Auftrag.
Beratung und Alternativvorschläge werden meist eher als lästig empfunden und führen nur in einer handvoll Fälle dann zu einer neuen Ausschreibung mit geänderten Eckdaten, die dann natürlich wieder ein anderer "gewinnt".
Das System taugt einfach nicht dazu, am Ende ein bedarfsgerechtes, kostengünstiges und dennoch stabiles Ergebnis zu erzielen…
@44: Kann man auch kürzer haben: WECH mit der VoL – die braucht keine Sau. Und ist nur ein extremes Beschaffungshindernis.
:-)
@44 Viel erzählt und doch nur "Bla bla" rausgekommen. ;)
Nun erzähle mir mal, WAS an den Kisten so "unnormales" dran ist?
Die 2 GB Speicher? Standard. Die Dual Core Prozis? Standard.
Finde Dich damit ab, dass die Geräte zu 99,99% eine ganz normale Ausstattung haben.
Viel interessanter ist das Drum Herum. Die Datenpflege, Daten-Backup, Programm-updates und -wiederherstellung des OS bzw. der einzelnen Programme. DAS machen wie wahren Kosten aus, nicht ob die Kiste 2 GB oder 3 GB Speicher hat.
Und das würde mich tatsächlich interessieren, was da FSC für einen Deal gemacht hat.
Ich setze selbst FSC ein. Wenn ich das richtig sehe, haben die keine eigenen Techniker, sowas macht ein Systemhaus, dass als Partner von FSC zertifiziert ist.
Das hat dann alles gemanagt: Vom Rolloutplan bis hin zum direkten Aufstellen und der Ersteinrichtung. FSC hat nur die Kisten geliefert.
Und ja, das sind komplette Standardkisten, imagingfähig und vor allem: Wartungsfreundlich. Die Dinger sind durchdacht aufgebaut haben exakt EINE Schraube, alles andere wird eingeschoben und ist verschachtelt. Darum mag ich die so :)
Genug Werbung. Aber ich kann immer noch keine Geldverschwendung erkennen. Mit einem Rollout in den Dimensionen wäre jede Behörde im Eigenbau völlig überfordert gewesen. Und so hat man ein Systemhaus, dass man dann entsprechend einnorden kann, wenn was nicht funzt ;-)
Von den Garantieleistungen mal abgesehen.