13.2.2008

Verschlusssache Durchwahl

Bei der Staatsanwaltschaft Augsburg ist es den Mitarbeitern der Telefonzentrale nach eigenen Angaben verboten, die Durchwahl von Staatsanwälten rauszugeben. Auch dann, wenn der Anrufer schon etliche Male versucht hat, einen Kontakt über die Geschäftsstelle herzustellen. Die Geschäftsstelle, die ich sprechen müsste, scheint chronisch unterbesetzt. Es geht trotz beharrlicher Versuche niemand ans Telefon.

Die Geheimniskrämerei mit den Durchwahlen hat mich so verblüfft, dass ich einen zweiten Anlauf brauchte, um zu fragen, ob man mich wenigstens mit dem Staatsanwalt verbindet. Das war möglich, aber auch nicht erfolgreich. Er ist nicht da.

Gut möglich, dass ich dem Herrn in der Zentrale jetzt mehrmals täglich mit der Bitte auf die Nerven gehe, mich doch mit dem betreffenden Staatsanwalt zu verbinden. Wenn es denn mal klappt, bin ich gespannt, ob mir der Staatsanwalt mit permanent abwesendem Personal seine Durchwahl sagen will. Oder darf.

24 Kommentare zu “Verschlusssache Durchwahl”

  1. AS meint: (13.2.2008 um 14:51) AntwortenReply to this comment
  2. Markus meint: (13.2.2008 um 15:13) AntwortenReply to this comment

    Wir in Auxburg sind halt etwas eigen, egal um was es geht. Das sieht man ja auch schon an unserem eigenen Feiertag.

  3. Klaus meint: (13.2.2008 um 15:14) AntwortenReply to this comment

    Das ist die Vorstufe zum Call-Center mit Sitz in Rumänien!
    Nicht zu vergessen, dass das Callcenter per Standleitung auf alle relevanten Daten der Amtsgerichte zurückgreifen kann.

    Ach so, es wird natürlich das Ticketsystem eingeführt! Ohne Ticket kein Gesprächstermin in 5 Tagen! – grinsen -

  4. Ralph meint: (13.2.2008 um 15:18) AntwortenReply to this comment

    Einfach irgendeine Durchwahl wählen und schauen wer rangeht, möglicherweise bekommt man dann eine Durchwahl.

  5. 321 meint: (13.2.2008 um 15:32) AntwortenReply to this comment

    Da wähle ich auch immer irgendeine Durchwahl, lass mich verbinden oder mir die Nummer geben – klappt zu 90%.

    Aber die gleiche Auskunft habe ich auch schon mehrmals bekommen – unter anderem bei der StA Rostock.

    Letztlich gibt´s sowas entweder, wenn der betreffende in keinem Fall erreicht werden will, – oder weil mal wieder "Datenschutz" vollkommen falsch verstanden wurde. Kommt aber bei Pförtnern und Telefonisten – gibts wohl auch nur noch im öffentlichen Dienst – durchaus mal vor.

  6. ich meint: (13.2.2008 um 16:01) AntwortenReply to this comment

    vieleicht möchte der staatsanwalt aber einfach auch in ruhe arbeiten und hat daher einfach keine lust sein durchwahl öffentlich zu machen

  7. -thh meint: (13.2.2008 um 16:03) AntwortenReply to this comment

    In der Regel ist der Hintergrund einer solchen Anweisung der nachvollziehbare Unwille der Dezernenten, mit jedem – oft eher verqueren – Anliegen direkt selbst konfrontiert zu werden. Durchwahlen erhält entweder niemand oder (meistens) nur Polizeidienststellen, Behörden und Anwälte.

    Allerdings kenne ich auch keinen Anwalt, der für Mandanten oder andere Anrufer direkt – ohne Sekretariat – erreichbar ist (es sei denn spätabends, wenn er da noch ans Telefon geht). Die Gründe sind auch dort nachvollziehbar und dieselben.

    -thh

  8. Andre meint: (13.2.2008 um 16:27) AntwortenReply to this comment

    Das erinnert mich an unseren aller Lieblingsstrafrichter am AG Neuss. Da bekommt der Anrufer auf der Geschäftsstelle zu hören, dass Herr C. grundsätzlich nicht mit Anwälten telefoniert. Privat ist er jedoch hingegen erreichbar. Nur privat will ich mit dem nichts zu tun haben.

  9. joe meint: (13.2.2008 um 16:53) AntwortenReply to this comment

    Das ist bei uns zum Glück anders. Hier ruft auch schon mal der LG-Präsident an, um einen Fall zu besprechen oder einen Gerichtstermin abzustimmen.

  10. Deutschland meint: (13.2.2008 um 16:56) AntwortenReply to this comment

    Warum nicht einfach nach dem Prinzip Zufall paar Durchwahlen probieren?

  11. Frank K. meint: (13.2.2008 um 17:12) AntwortenReply to this comment

    Vieleicht sollte die Verwaltung eine 0900èr Nummer schalten,
    dann wird sich aus den Anrufen ergeben, ob es wirklich wichtig ist.
    "Möchtest Du mit deinen dich betreuenden
    Staatsanwalt sprechen?
    Willst Du den Staatsanwalt Deines Vertrauen
    anrufen?
    Wähle 0900 666 666 …."

  12. desp meint: (13.2.2008 um 17:17) AntwortenReply to this comment

    "guten tag, schäuble hier…"
    "einen moment bitte, ich stelle durch."
    "danke."

  13. Sven meint: (13.2.2008 um 18:18) AntwortenReply to this comment

    @12:
    Wohl eher:

    "Guten Tag, Schäuble hier."
    "Wissen wir doch, Herr Schäuble."

  14. angelus.merker meint: (13.2.2008 um 19:58) AntwortenReply to this comment

    Geschätzter Udo Vetter,

    dieses Problem kenne ich auch.

    Zwar nicht von der StA, damit habe, ich als Zivilist, Gott sei Dank nichts zu tun.

    Aber ich kann Ihnen berichten, dass z.B. Internetprovider und Telefongesellschaften ähnlich verfahren. :-)

  15. Lautsprecher meint: (13.2.2008 um 20:15) AntwortenReply to this comment

    na, die nehmen es halt ernst mit dem Schutz der Privatsphäre. Mensch, hamse doch mal Verständnis ;)

  16. Mike meint: (13.2.2008 um 21:09) AntwortenReply to this comment

    Habe gerade ein Impressum entdeckt

    "So erreichen Sie mich:

    fon 0211 49146-0
    fax 0211 49146-20"

    Fehlt da nicht Ihre direkte Durchwahl, Herr Vetter? Wollte gerne mal mit Ihnen sprechen. Einfach so.

  17. joe meint: (13.2.2008 um 21:39) AntwortenReply to this comment

    @16
    Wenn du auf der richtigen Seite schaust findest du sogar eine Handynummer…

  18. der echte n.n. meint: (13.2.2008 um 21:45) AntwortenReply to this comment

    dann lässt man das sekretariat halt im 10-minuten-takt die geschäftsstelle bombardieren.
    und wenn das nix hilft, dann gibts halt ein fax nebst aktenvorlage für den sta.

  19. MaxR meint: (14.2.2008 um 09:14) AntwortenReply to this comment

    @4&@5: Und dann dem "versehentlich" Angerufenen auch noch erklären, daß man von der Zentrale diese Durchwahl bekommen hätte, oder?

  20. BV meint: (14.2.2008 um 12:45) AntwortenReply to this comment

    @ 7: In Deutschland gibt es das zugegebenermaßen sehr selten. Mir sind aber einige ausländische Kanzleien bekannt, bei denen man Durchwahl und Handynummer sogar auf der Homepage findet. Auf E-Mails von den Anwälten stehen sie ohnehin drauf.

  21. skugga meint: (14.2.2008 um 16:19) AntwortenReply to this comment

    @18: Scherzkeks. Erstens geht meistens nicht mal die Gst. dran, zweitens hat "das Sekretariat" auch noch was besseres zu tun, also sinnlos einem Freizeichen zuzuhören. Ich weiß, wovon ich rede.

    Übrigens gibts die gleiche Unsitte auch bei den gesamten Justizbehörden in Offenbach. Da rückt auch nur der jeweilige Sachbearbeiter seine eigene Durchwahl raus. Warum die in Ffm. da keinerlei Berührungsängste haben und die in OF so tun, als seien die Nummern Staatsgeheimnisse, erschließt sich mir nicht.

  22. Thorsten meint: (15.2.2008 um 15:36) AntwortenReply to this comment

    Das erinnert mich an meine Ausbildung, als sich meine Staatsanwältin keine fünf Minuten am Stück mal richtig konzentrieren konnte, da permanent das Telefon klingelte und sie teilweise skurrile Anfragen bekam.

    Zum Beispiel wollte einmal eine Studentin von ihr bei einer Hausarbeit geholfen bekommen. Irgendeine ehemalige Referendarin meiner Staatsanwältin hatte diese an die Studentin weiterempfohlen.

  23. weltkind meint: (4.3.2008 um 17:37) AntwortenReply to this comment

    @3: leider ist es schon soweit, nicht nur bei gericht. beispiel: familienkasse bei der agentur fuer arbeit (was die dort zu suchen hat, bleibt eh ein raetsel). um z.b. telefonisch ein auszahlungsproblem mit der fuer gelsenkirchen zustaendigen stelle in bochum klaeren zu koennen, muss eine teure service-nr. angerufen werden. den sachbearbeiter in bochum erreicht man telefonisch direkt nicht.

    im callcenter – das selbstverstaendlich zugriff auf saemtliche personen- und fallbezogene daten hat – erwischt man natuerlich jedes mal einen anderen mitarbeiter. mal einen dummen, mal einen intelligenten, mal einen "serviceorientierten", mal einen frechen – gluecksache.

    als ich einmal wegen der offenkundigen inkompetenz der call center mitarbeiterin in sachen kindergeld ungehalten wurde, kam die antwort: "was wissen wir hier in neubrandenburg, was in bochum los ist." in einem solchem fall hilft nur eines: auflegen und hoffen, dass bei der erneuten einwahl ein anderer platz erwischt wird.

    diesmal hatte ich glueck und geriet an eine sehr nette dame in bayern (ja, die bayern, die haben noch verantwortungsbewusstsein), die mir sehr freundlich und bemueht weiter half. den namen des sachbearbeiters in bochum und dessen durchwahl wollte sie mir allerdings auch nicht nennen. kommentar der dame: "hier geht alles drunter und drueber – wer weiss, ob bochum morgen ueberhaupt noch fuer Sie zustanedig ist….." was tun gegen die callcenterisierung unserer gesellschaft? und wie steht´s da eigentlich mit dem datenschutz – und jetzt bin ich ziemlich weit weg von dem tehma hier :-).

  24. Jens meint: (5.3.2008 um 00:49) AntwortenReply to this comment

    "familienkasse bei der agentur fuer arbeit (was die dort zu suchen hat, bleibt eh ein raetsel)."

    Die hatte früher mal unterbeschäftigte Beamte?

    Ist wie mit der Minijob-Zentrale.

    Viel schlimmer ist die Pflicht zur Doppelermittlung steuerlicher Sachverhalte.

    Und die Aufsicht über die Kindergeldstellen bei den ör Arbeitgebern wurde ja afaik verschärft, zum Glück.

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