27.3.2008

NRW-Justiz: Bündeln und helfen

Die sozialen Dienste der Justiz sollen gebündelt und damit die Rückfallquote von rund 30 Prozent bei Bewährungsstrafen gesenkt werden. Dieses Projekt soll am 1. Juni anlaufen, sagte gestern Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU).

Bislang arbeiten die 668 Bewährungshelfer, 29 Sozialarbeiter und 42 Gerichtshelfer nebeneinander her. Mit der neuen Vernetzung soll es zur Zusammenarbeit, auch gegenseitigen Vertretungen kommen. Das soll Verstöße gegen Bewährungsauflagen mindern – zur Vermeidung von Haftantritten. Denn: Bei knapp jedem Dritten wurde die Bewährung wegen einer erneuten Straftat oder anderer Verstöße gegen die Auflagen widerrufen.

„Hier können wir noch besser werden und weitere Rückfälle und Haft vermeiden“, sagte die Ministerin. Bei knapp jedem Dritten sei die Bewährung wegen einer neuen Straftat oder anderer Verstöße gegen die Auflagen widerrufen worden.

Die Bewährungshilfe in Köln geht mit ihrem Projekt der „ambulanten intensiven Betreuung“ (AIB) für Jugendliche und Heranwachse bereits neue Wege. Wie, zeigt das Beispiel der 19-jährigen Nadja. Sie war zu einer zweijährigen Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt worden, weil sie gewerbsmäßig Ausländer eingeschleust hatte. Mit AIB bekam sie einen Platz in einer betreuten Wohneinrichtung. Und Unterstützung zum Schulabschluss. Eine psychotherapeutische Behandlung rundete die Betreuung erfolgreich ab.

Unterdessen wurde bekannt, dass Detektoren, die in den Gefängnissen Rückstände von Drogen erkennen sollten, nicht zum landesweiten Einsatz taugen. Das räumte die Ministerin gestern ein. Das Gerät schlug zwar in Tests bei Rauschgiftspuren auf der Kleidung an, nicht aber bei verdeckter Aufbewahrung – etwa bei Haschisch in den Taschen.

Im Bochumer Gefängnis suchen inzwischen Spürhunde der Polizei nach Betäubungsmitteln. Auch der Versuch, mit einem Stör-Sender Mobilfunkgespräche in Gefängnissen zu verhindern, ist bislang erfolglos. Sie werde dafür demnächst eine gesetzliche Grundlage schaffen, sagte die Ministerin. Allerdings müsse, um an geeignete Technik zu kommen, der Markt noch „sondiert“ werden. (pbd)

13 Kommentare zu “NRW-Justiz: Bündeln und helfen”

  1. haeftling meint: (27.3.2008 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    Wie soll ich denn dann noch den Blog kommentieren, wenn die Handystörsender installieren?

  2. ckd meint: (27.3.2008 um 15:09) AntwortenReply to this comment

    Haschisch in den Taschen?

  3. jonas meint: (27.3.2008 um 15:57) AntwortenReply to this comment

    Und das ist sogar "verdeckte Aufbewahrung" ! Was ist nur in den Gefängnissen da los ?

  4. Hugo vom Habicht meint: (27.3.2008 um 15:57) AntwortenReply to this comment

    hasse haschisch inne tasche hasse imma was zum nasche.

    Düftäääääääääääääääääää
    Narrhallamarsch

  5. Daniela Berger meint: (27.3.2008 um 16:08) AntwortenReply to this comment

    "… das Beispiel der 19-jährigen Nadja. Sie war zu einer zweijährigen Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt worden, weil sie gewerbsmäßig Ausländer eingeschleust hatte."

    Wow, ich bin ja'n kleveres Kerlchen, aber ich wüsste spontan nicht, wie man "gewerbsmäßig Ausländer einschleust".

    Und da sag noch einer, unsere Jugendlichen hätten keine Ideen!

    Hut ab.

  6. BOFH meint: (27.3.2008 um 17:16) AntwortenReply to this comment

    Wie werde ich eigentlich Bewährungshelfer? Cooler Job :D

  7. Jens meint: (27.3.2008 um 18:11) AntwortenReply to this comment

    Bewährungshelfer für 19jährige (blonde?) Schleuserinnen?

  8. Johannes Schneider meint: (27.3.2008 um 21:02) AntwortenReply to this comment

    Gewerbsmäßig wird das ganze wohl relativ schnell, wenn Geld als Gegenleistung fließt.

    Es könnte z.B. sein, dass das Mädel einen Wisch unterschrieben hat, in dem sie bestätigt, dass irgendein Ausländer ein Verwander von ihr sei.
    Wenn sie dafür ein paar Euro bekommen hat und der dank dieses Wisches nach Deutschland kommen konnte….

  9. 2026 meint: (27.3.2008 um 22:29) AntwortenReply to this comment

    Bin ich eigentlich der einzige, der den Namen Müller-Piepenkötter zum Schießen lustig findet?

    Oder liegt das nur daran, dass ich als zum-Glück-nicht-NRWler den Namen nicht täglich höre?

  10. @9 meint: (27.3.2008 um 23:04) AntwortenReply to this comment

    Also ich finde Pieper-Müllenkötter viel lustiger.

  11. Jo meint: (28.3.2008 um 10:35) AntwortenReply to this comment

    Psychotherapie für eine Schleuserin?! Wo genau ist denn da bitte der Zusammenhang? Soll ihr dieses pööse Verhalten wegtherapiert werden, oder was?

    "Verstecktes" Haschisch ist natürlich auch der Brüller…

  12. aw meint: (28.3.2008 um 12:43) AntwortenReply to this comment

    @11:
    Wäre denn "einfach bloss wegsperren" eine wirklich sinvolle Alternative?

    Ob sie wirklich ne Psychotherapie braucht, ist vielleicht fraglich – aber "Hilfe zum Schulabschluss", um ihr einfach neue Perspektiven zu eröffnen, ist doch prima – und wahrscheinlich noch viel billiger als die Vollpension inner JVA…

  13. BwH meint: (1.4.2008 um 19:52) AntwortenReply to this comment

    # BOFH meint: (27.3.2008 um 17:16)

    Wie werde ich eigentlich Bewährungshelfer? Cooler Job :D

    http://www.justiz.nrw.de/BS/Gerichte/Strafgericht/dienste/Bewaehrungshilfe_1/index.php

    Jo meint: (28.3.2008 um 10:35)

    Psychotherapie für eine Schleuserin?! Wo genau ist denn da bitte der Zusammenhang? Soll ihr dieses pööse Verhalten wegtherapiert werden, oder was?

    Aufgabe der Bewährungshilfe ist es, betreute Personen durch Hilfe zur Selbsthilfe vor dem kriminellen Rückfall nach Möglichkeit zu bewahren. Dazu gehört einerseits die Überwachung und gegebenenfalls die Einwirkung auf die Lebensführung, namentlich die Überwachung der gerichtlich erteilten Auflagen (etwa Ausgleich des mit der Straftat verursachten Schadens) und Weisungen (z. B. Unterhaltspflichten nachzukommen.
    Andererseits gehört dazu die Beratung und Betreuung in allen mit der Resozialisierung zusammenhängenden Fragen und Problemen. Dies geschieht nach bestimmten fachlichen Prinzipien und mit bestimmten Methoden der Sozialarbeit (Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit)…

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