4.8.2008

Fein ausgedrückt

Der Gegner schuldet seit über drei Jahren einen Darlehensbetrag über 20.000 EUR, zu dessen Zahlung er wohl nicht mehr in der Lage sein wird. Das Schreiben, mit welchem er seine finanzielle Situation in den drastischsten Farben schildert (Privatinsolvenz) endet mit der Formulierung:

Aus meiner sozialethischen Kompetenz resultierend bedaure ich sehr, dass dieser Iststand Realität ist.

Gastbeitrag von RA Thomas Hellhake, München

15 Kommentare zu “Fein ausgedrückt”

  1. Jens meint: (4.8.2008 um 10:39) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht kann ihn der Gläubiger ja noch als Schwätzer an ein paar Sommer- oder Betriebsfeste "vermieten"? Ich meine, irgendeinen Mehrwert muss doch auch so ein redseliger Insolventer haben.

  2. 321 meint: (4.8.2008 um 10:42) AntwortenReply to this comment

    Sinnloser Schwall – in der Kürze liegt die Würze!

    Tut mir leid. Hab es nicht geschafft. Das sind die Zahlen.

    Damit erspart man den Gläubigern wenigstens sich über solches Geschwafel aufzuregen.

  3. Lutz meint: (4.8.2008 um 10:59) AntwortenReply to this comment

    Iststände entsprechen recht häufig der Realität, würd' ich mal meinen wollen.

  4. keiner meint: (4.8.2008 um 11:08) AntwortenReply to this comment

    Sprachlich eine Katastrophe und inhaltlich nicht ernst zu nehmen, solches Gestammel aus der Phrasendreschmaschine…

  5. PeterPetersen meint: (4.8.2008 um 11:11) AntwortenReply to this comment

    Bei Urhebern solcher Schriften darf man getrost eine erheblich verminderte sozialethische Kompetenz unterstellen. Und Moral und Realität sind ohnehin zwei verschiedene Sportarten.

  6. Maschmi_mb meint: (4.8.2008 um 11:51) AntwortenReply to this comment

    Was antwortet man auf sowas? Vielleicht könnte ein "Gib Kohle, Schuldensau!" ihn aufrütteln?

  7. D. meint: (4.8.2008 um 11:55) AntwortenReply to this comment

    Ein Dr. div. h.c.?

  8. stefan meint: (4.8.2008 um 12:15) AntwortenReply to this comment

    @#7: ich würde eher auf einen ehemaligen Sozialpädagogikstudenten ohne Hochschulabschluss tippen.
    @#1: Man könnte ihn auch in Kommunikationskursen als schlechtes Beispiel vorführen ;-)

  9. stefan meint: (4.8.2008 um 12:43) AntwortenReply to this comment

    Trotzdem finde ich es besser, jemand bedauert die situation als dass sie kaltschnäuzig hingenommen wird. sprachliches konstrukt hin oder her.

    geld is eh weg..

  10. Franktireur meint: (4.8.2008 um 13:10) AntwortenReply to this comment

    Nach der Form der Aussage könnte der Mann entweder Politiker oder INSM-Wirtschaftsfuzzi sein – vom Inhalt der Aussage her natürlich nicht, denn schließlich bedauert er es, daß es so ist, wie es ist, ohne seinen Eigenschuldanteil zu bestreiten.

  11. Olray meint: (4.8.2008 um 13:54) AntwortenReply to this comment

    Eine Art verbaler Zergling-rush

  12. Wolfgang Pries meint: (4.8.2008 um 14:25) AntwortenReply to this comment

    Für mich liest sich das eher wie "So das wars. Und jetzt können Sie mich am Ar*** lecken"

  13. Double-T meint: (4.8.2008 um 14:36) AntwortenReply to this comment

    Da hat sich aber wer Mühe gegeben bei der Formulierung bloss davon kann sich der Geschädigte auch nix mehr kaufen =/

  14. Dennis meint: (4.8.2008 um 15:39) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht sollte die sozialethische Kompetenz des Schuldners ihm mal sagen, dass der Iststand für gewöhnlich auch Realität heißt.
    Schwache Phrase, zusammengesetzt aus zusammengesuchten Worten.

  15. dot tilde dot meint: (4.8.2008 um 17:35) AntwortenReply to this comment

    früher sprach man von einem schlechten gewissen.

    .~.

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