Am Limit
“Geht’s nicht?” fragt der Mann hinter mir fürsorglich. “Nein”, sage ich und nehme schon die zweite Karte aus dem Geldautomaten. “Verfügungsrahmen ausgeschöpft”, lese ich ihm vor. Er rückt unangenehm näher. Motto: Komm, Burschi, mach’ jemandem Platz, der sein Konto nicht heillos überzogen hat.
“Moment”, bitte ich. “Ich probiere noch ein paar weitere Karten.” Er schaut mir interessiert und ein wenig fassungslos zu, wie ich mit einer Visa- und einer Mastercard den Maximalbetrag abhebe. Und auch mit der eigentlich schon arg strapazierten Karte von der Postbank habe ich Glück.
Der andere Kunde flüchtet sich in Humor. “Wohl größere Anschaffungen geplant?”
“Ja, klar”, lache ich. “Außerdem mache ich jetzt Party, bis das Licht ausgeht.”
Er wünscht mir ein schönes und vor allem ereignisreiches Wochenende. Logisch, es gibt ja auch nichts, was einem das verderben könnte.
Leasingsonderzahlung in bar also…
Plünderst Du jetzt Deine Konten, um ins Edelmetall zu flüchten?
größere menge bargeld?
mit großer wahrscheinlichkeit suchtmittelgeschäfte! ;)
Nicht schon wieder der nervige Bank-Run-Sermon …
Gold Bullion Securities Limited
Das gesamte gesicherte Gold wird vom Verwahrer in seinen Tresorräumen in London, in den Tresorräumen einer vom Verwahrer beauftragten Unterverwahrer oder von einem vom Unterverwahrer beauftragten Dritten verwahrt. Der Zugang zu diesem Gold kann aufgrund von Naturereignissen, wie beispielsweise einem Erdbe-ben, oder aufgrund von menschlichen Handlungen, wie beispielsweise einem terroristischen Angriff, einge-schränkt sein. Der Verwahrer ist nicht verpflichtet, dieses Gold gegen Verlust, Diebstahl oder Beschädigung zu versichern; genauso wenig beabsichtigt die Gesellschaft, eine Versicherung gegen diese Risiken abzuschließen. Dementsprechend besteht ein Risiko, dass das gesicherte Gold gestohlen oder beschädigt wird oder aber verlo-ren geht und dass dann die Gesellschaft nicht imstande wäre, ihre Verpflichtungen hinsichtlich der Lyxor Gold Bullion Securities zu erfüllen
macht euch mal nicht in die hose. Euer Geld ist auf einem normalen Konto sicherer als zuhause!
LYXOR GOLD BULLION SECS LTD. (A0LP78)
http://derivate.finanztreff.de/derivate_einzelkurs_uebersicht,i,2011408.html
Vorsicht: Wer an Geldautomaten Beträge im Wert des Maximalbetrages bezieht, handelt gemäss schweizerischen Gerichten in "typisch betrügerischer Manier".
@6: Ich weiß, Frau Merkel hat uns ja versprochen, dass unser Geld sicher ist. Seitdem geht es mir wieder besser, denn wenn Frau Merkel oder ein anderer Politiker sagt, dass er für mein Geld haftet, dann ist das ja zweifellos auch so!
Mein Tipp – ich habe schon vor Jahren mit meiner Lebensgeschäftsparnerin in KINDER investiert. Abgesichert haben wir diese Investition u.a. mit einem großen Obst- und Gemüsegarten. Mit der Entwicklung aller Komponenten sind wir bis heute sehr zufrieden. Auch die jährliche Dividende fällt über Erwarten positiv aus. In allen Fällen haben wir uns für das Finanzmodell des unveräußerlichen Familienbesitzes entschlossen. Da Eigentum aber verpflichtet, und wir diese Verpflichtung ernst nehmen, werden wir ab etwa 2020 die sich bis dahin entwickelten Kapazitäten schrittweise der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.
@9: Nun, dann ist es in der Tat so (normalerweise gehört hinter eine solche Aussage ein Gesetz, aber jetzt wollen wir mal nicht kleinlich sein). Ich glaube Fr. Merkel sofort, dass mein Geld sicher ist. Die Frage die sich hier stellt ist: was ist mein Geld dann noch wert? Bekomme ich demnächst für 50 EUR nur noch ein Brötchen statt der halben Bäckerei-Auslage?
Über einen Werterhalt hat Fr. Merkel leider keine Garantie abgegeben. Und einen Präzedenzfall für einen staatl. garantierten Wertverlust haben wir schon: "die Rente ist sicher".
@2 bitte hört auf zu diesem zeitpunkt über edelmetalle zu sprechen… der einkauf ist lukrativ VOR der krise, nicht während einer…
@10: in Entwicklungsländern wird auch gerne in KINDER investiert, funktioniert dort aber nicht so gut. Dennoch wünsche ich Ihnen bei Ihrem Geschäftsmodell viel Glück und alles Gute.
@9:
"Die Renten sind sicher!"
Wäre ist nicht sinnvoll, jetzt hohe Steuervorauszahlungen an das Finanzamt zu tätigen. Dann haben die das problem mit den sicheren Banken und warte gelassen auf meine Rückerstattung?
@12: wenn es um Rendite geht, stimme ich zu. Wenn es um Sicherheit geht, kommt es drauf an.
Ich kann den Sinn des Beitrages nicht erkennen – verpasse ich irgendeinen Insiderwitz? Wenn Udo Beträge über seinen Kartenrahmen abheben will kann er doch einfach an den Schalter gehen.
Vom Sinn und Unsinn größerer Bargeldmengen garnicht erst zu sprechen (hätte ich Vetter jedenfalls anders eingeschätzt).
@17: verstehe die Hysterie im Hause Vetter auch nicht – ganz rational erscheint mir das nicht gerade?
@17
Ich bin also nicht der einzige, dem es gegenwärtig an Informationen mangelt, um die Pointe zu erkennen. Gut. Dachte schon, das läge an mir…
Aber vielleicht hat uns Udo ja einen geschickten "Cliff-Hanger" eingebaut, um uns neugierig zu machen?
Macht mal, ich finde das gut. Raus aus Aktien, rein ins Gold. Vielleicht noch ein bissl Bankenrun, um für kursdrückende Unruhe zu sorgen. Ich plane den Aktiengroßeinkauf Mitte/Ende 2009 (bei ~ DAX 3000), Bankenwerte mit eurer unruhestiftenden Hilfe schon Ende diesen Jahres, und lasse mich dann bei dem nächsten 7500er Stand (Ende 2011) gerne als faschistoiden neoliberalen Kapitalisten beschimpfen. Den Artikel hier speichere ich aber ab, und werde ihn dann mal vorlegen :-)
Hat der Automat denn das Geld zumindest in szenetypischer Stueckelung ausgegeben?
Den DAX 3.000 sehen wir viiiiiiiel früher. Ob das dann schon Kaufkurse sind, scheint mir fraglich. Aber ansonsten scheint mir das Konzept Blauer Engel sympathisch.
Mr. Dax zum Thema:
http://ca.youtube.com/watch?v=yvVW95Bsne0
@20: Die Abgeltungsteuer nicht vergessen…
In der letzten Weltwirtschaftskrise waren die fein raus, die auf Pump Immobilien gekauft hatten. Diese behielten in der Krise ihren Wert, während die Kreditrückzahlung nach der Krise nur noch Peanuts waren.
Genau, unser Geld ist sicher. Schliesslich garantieren wir uns selber die Sicherheit unserer Anlagen. Und man sagt doch, dass man sich nicht auf andere verlassen soll.
Selbst die Financial Times Deutschland gibt zu, dass die Einlagenabsicherung nur eine Beruhigungspille ist:
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Das-Kapital-Wenn-jeder-f%FCr-jeden-garantiert/424575.html
Nun, ich gehöre nicht zu denjenigen, die momentan an den Börsen Gewinne einstreichen; 'Bankkrise' hin oder her. Warum nicht einfach mal das Gute im Schlamassel sehen und jemanden helfen!
Island ist ein schönes Land und immer eine Reise wert. Die Isländische Krone verliert deutlich gegenüber dem Euro und das ist für uns doch erfreulich! Also, dunkle Gedanken in Island vergessen und lassen, einem Land mit echter Bankkrise.
Ich denke ja nur, ein paar Euro in bar dürften nicht schaden. Wenn die Banken kein Geld mehr rausrücken (können), wird man mit der Maestrokarte im Supermarkt oder an der Tankstelle nicht weit kommen.
Wenn's erst soweit ist, das ein paar Millionen Otto-Normal-Verbraucher ihren Wocheneinkauf nicht mehr bezahlen können, haben wir ganz andere Probleme.
Und derjenige, der dann schonmal vorher herausposaunt hat, das er daheim noch Bargeld hortet, möchte ich nicht sein. So stabil ist meine Wohnungstür dann auch nicht.
Ich muss das Geld nicht zu Hause horten. Unser Anwaltsbüro hat ein Bankschließfach.
@Chaos
…drum lobe wer ein Jäger is, mit Flint und Hund hinaus ins Tahl, den Bock erlegt und Heim gebracht, naehrt er Frau und Kind. Kommt doch einmal jemand daher und droht mit Ungemach, dann wirds auch er erfahren, kein Gold kein Geld im Strumpf, doch die Flint die is geladen…
@28
so schauts aus. vorallem: was bringt einem die kohle, wenn der wütenden mob die supermärkte stürmt und plündert…
aber ich bin eher nicht der meinung, dass es soweit kommen wird. und wenn: dann geh ich aufn acker der familie und pflanz kartoffeln.
Ohne Kommentar: http://www.radio-utopie.de/2008/10/10/weltwirtschaftskrise-die-party-ist-vorbei/
> Ich denke ja nur, ein paar Euro in bar dürften nicht
> schaden. Wenn die Banken kein Geld mehr rausrücken
> (können), wird man mit der Maestrokarte im Supermarkt
> oder an der Tankstelle nicht weit kommen.
Wäre ich ein Tankwart und würde das Finanzsystem soweit kollabieren dass keiner mehr Bargeld abheben kann und alle elektronischen Zahlungsmöglichkeiten auch schon ausgefallen sind, dann würde ich mein wertvolles Benzin sicher nicht gegen Papier herausgeben, denn Sprit wird dann in Zukunft eine der wichtigeren Währungen sein – der Brennwert liegt nämlich ein vielfaches über dem eines 100€-Scheiens.
Äh Herr Vetter, sie halten ein Schließfach bei einer BANK für sicherer als ein Konto bei ebendieser?
Wenn die Banken kein Geld mehr rausgeben dürfen, dürften die wenigstens Banken noch öffnen, oder welcher Banker riskiert von einem Mob der panische Angst hat um sein Geld gelyncht zu werden. Damit dürfte ihr Geld zwar IM Schließfach sicher sein, verfügbar dürfte es dort zu diesem Zeitpunkt nicht werden Oo
DAS nennt man "Run on the bank" und ist in diesen Zeiten von Milton Friedman persönlich verboten! ;-)
@29:
und wenn das schöne Bargeld dann im Schliessfach bei der wg. welcher Schieflage auch immer geschlossenen Bank liegt:
rechtlich ist das dann ein aussonderungsanspruch gegen den insolvenzverwalter….
das klingt aber auch nicht so sehr nach sichergestellter zahlungsfähigkeit….
@U.V.
Soso, ein Bankschließfach also. Bei Ihrer üblichen Klientel dürfte das eher eine sportliche Herausforderung denn ein Hindernis sein.
War nur ein Scherz und keine Aufforderung zur Anwaltsgebührenrückholung.
@32 Schöner Artikel. Hoffen wir mal das beste…
Mal so ein ganz abwegiger Gedanke: würde so eine Krise nicht zu einer Deflation führen? Wenn keiner mehr an sein Geld kommt, also rein praktisch keiner mehr welches zur Verfügung hat, ist das restliche Geld im Umlauf dann nicht plötzlich viel mehr wert?
Was ist dann stärker: Wertsteigerung durch Verknappung, oder Wertverlust durch Misstrauen?
@38: wenn niemand an sein Geld kommt, werden auch sehr bald keine Waren mehr hergestellt und angeboten (wie soll man schliesslich Waren transportieren, wenn man kein Benzin bezahlen kann?). Und zu diesem Zeitpunkt kann man mit noch vorhandenem Geld auch fast nichts Lebenswichtiges mehr kaufen – und das führt sehr schnell zur Hyperinflation.
gibt es Barzahlungsrabatt.
Leute, Leute, Herr Vetter bewahrt natürlich das Geld zu Hause auf, er hat hier nur eine falsche Fährte gelegt, damit keiner beim ihm vor der Haustür auftaucht und das Bargeld fordert :)
@23: ok, jetzt habe ich auch Angst. Hmm, Edelmetalle gibts nicht mehr, muss zu Plan B greifen.
Ich habe heute ca 80% meines Geldes vom Tagesgeldkonto geholt.
Und direkt ans Finanzamt überwiesen. Dort ist das Geld dann sicher…
Udo Vetter scheint mir ein Defätist zu sein!
Rein aus misanthrophistischer Neigung würde ich doch gerne mal ausprobieren was passiert, wenn man mit ein paar Freunden eine Schlange auf der Straße vor dem Eingang zur Bank des Vertrauens bildet (ggf. zur Mittagszeit)…
Herr Vetter hat Angst? Wie niedlich…
Nur was hat er bei einer Inflation vom Bargeld? Sie sollten das Geld vielleicht doch lieber in Metalle Investieren, da haben Sie dann wenigstens was in der Hand für.
Oder vielleicht in Schweine….
Vermutlich ist hier der wahre Grund beschrieben warum Lybien gerade ein paar Milliarden Dollar aus der Schweiz abgezogen und bei "anderen europäischen Banken" deponiert hat?
Oder handelt es sich einfach um eine kurzfristige Spekulation? Bis zum Anschlag überziehen, Gold kaufen, auf rasche Inflation hoffen, Gold wieder verkaufen, Überziehung tilgen und Kasse machen?
Ich vermute vielmehr, Udo hat sich mal dazu hinreißen lassen, eine Wette abzuschließen, wer denn zum Jahresende die meisten Kommentare hat.
Der maue Content der Urlaubsvetretung hat dann so dermaßen die Quote verhauen, daß jetzt halt ein paar saukontroverse Wochenendthemen herhalten müssen.
Ach, die Popkornpreise sollen derzeit steigen, evtl mal da investieren ;-)
wenn sich Rechtsanwälte Gedanken ums Thema Geld machen…
Was verdammt nochmal soll der Blödsinn?!?! Dax-Stand 2001: 2500Punkte.. Dax-Stand heute: 4400Punkte… Und Herr Vetter: Haben Sie damals auch alles Geld von der Bank geholt??!
Dieses irrationalie Überreagieren ist echt lächerlich. Wenn jemand aus Aktien o.ä. rausgeht ist das ja noch verständlich.. das sind spekulative.. risikobehaftete Wertpapiere.. aber Girokonten!?!? Hallo! Bitte erst denken, dann handeln.
kleine Korrektur.. 2001 => 2003 (Tiefsstand 2202)
Das irrwitzige ist ja, wenn die Banken kein Geld mehr haben, dann wird es ohnehin schnell nichts mehr wert sein. Also kann Udo dann mit den Scheinen seine Kanzlei tapezieren, mehr aber auch nicht.
Btw: Udo fördert mit seinem Verhalten die Gefahr, dass Banken nicht mehr zahlen können ;)
der udo möchte einfach ne grosse menge bargeld in einer 'dealertypischen stückelung' dabei haben. ( vgl.: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/10/07/bargeld-ist-gefahrlich/ ) dann kann er sich im finanzkrisen-notfall einfach stellen und hat freie kost und logie. ist doch klar. :)
Partymachen, bis das Licht ausgeht, kann so verkehrt nicht sein. Aber dabei an die eigene Erkenntnis denken: "Bargeld ist gefährlich!" Also möglichst nur in Maßen…
Im Ernst und sachlich:
http://www.diw.de/deutsch/diw_konjunkturbarometer/29806.html
"Die Realwirtschaft zeigt sich damit insgesamt recht robust gegenüber der derzeitigen Krise im Finanzsektor“, so DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths. Gleichwohl gehen von den andauernden Turbulenzen auf den Finanzmärkten erhebliche RISIKEN für den weiteren konjunkturellen Verlauf aus. Diese LIEGEN FÜR DEUTSCHLAND indes weniger in einer Kreditverknappung für den Nichtbankensektor als vielmehr IN DER VERUNSICHERUNG DER KONSUMENTEN UND INVESTOREN über die weitere Entwicklung hierzulande und in wichtigen Partnerländern.
Bislang haben die komfortablen Auftragspolster und die durch die günstige Gewinnentwicklung der letzten Jahre verbesserte Kapitalbasis der Unternehmen deren Widerstandsfähigkeit gekräftigt. „Deutschland ist aber keine „Teflon-Ökonomie“, sondern wie jede moderne Volkswirtschaft auf funktionsfähige Finanzmärkte angewiesen. Die Bereinigung der Vertrauenskrise und die Rückkehr zur Normalität sind daher dringend geboten, um Schaden von der Realwirtschaft abzuwenden“, so Kooths."
So.
Und jetzt let's party down the house all week-end long.
@ Thomas: 45
Gnihihihi! Ich bin dabei, wann soll es losgehen?
@23: Die Abgeltungsteuer nicht vergessen…
Darum wärs mir lieb, wenn der "Tiefststand" (wie auch immer der aussehen mag) schon Ende Dezember diesen Jahres erreicht wird. Danach kanns dann gerne wieder nach Ablauf von 12 Monaten den Stand 2001 geben :)
Mein Banker sagte mir bei meinem ersten Aktienkauf "Bei Null ist Schluss". Wo er Recht hat, hat er Recht (es sei denn, ich kauf was, wo ich auch noch bei Minuswerten drauflegen muss :)
@57: Sollte natürlich "Stand Ende erstes Quartal 2000" heißen, nicht 2001.
ich wusste doch, dass ich von dieser jetzt erstmal geschlossenen bank schonmal hier gelesen hatte: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/05/28/links-zwei-funf-eins/
wüsste mal gern, wie es den kommentatoren dort (5 u.6) inzwischen ergangen ist.
Flashmob: Geld abheben am Geldautomaten einer Großbank?
Wenn die Probleme erstmal so ernsthaft bei den Bürgern selbst ankommen und es kein Geld mehr gibt, dann hilft gebunkertes Bargeld sowieso nicht mehr weiter. Dann steht das System vor dem Kollaps und mit dem gehorteten Geld lässt sich nur noch der Hintern abwischen.
Im Gegenteil, die "Angst vor der Angst" wie der Spiegel so schön titelte führt erst zur Panik, dann zum Kollaps. Hebt schön weiter euer Bargeld ab und bunkert es, ihr schaufelt unser aller Grab. (Dass Bargeld nicht in der Menge materiell existiert, wie es elektronisch hin und her geschoben wird, braucht man ja in Zeiten vom Einzug der ec-Karten-Zahlung, Kreditkarten etc. niemandem mehr zu erzählen.)
Es ist ja so entspannend, arm zu sein und den Reichen dabei zuzusehen, wie sie hektisch werden.
Naja, die wirklich reichen werden sich das entspannt anschauen. Die horten ihre wesentlichen Werte weder bar, noch auf der Bank.
@ 27 (U.V.)
" … Ich denke ja nur, ein paar Euro in bar dürften nicht schaden…"
Richtig! Die mehr als 30.000 deutschen(Privat)-Kunden, welche z.B. bei deutschen Filialen isländischer Banken ihre Festgelder zinsgünstig bzw. gierig oder aber vertrauensvoll angelegt hatten, würden im Nachhinein sicher auch lieber Bares besitzen, als mit ihrem Festgeld "festzusitzen" und auf Zahlungen des jeweiligen Sicherungsfonds warten zu müssen.
Sollte die BaFin es für notwendig erachten, die Assets einer deutschen Großbank durch ein sofortiges Zahlungs- und Veräußerungsverbot für eine (ungewisse) Dauer (bis zu) 6 Wochen zusammenzuhalten, werden sich Millionen Kunden aber umschauen, wie weit es mit der sog. Merkel-Garantie wirklich her ist. Gleiches gilt bei einer etwaigen/angedachten Beteiligung des deutschen Staates bei deutschen Privat- bzw. Geschäftsbanken.
Ich gebe allerdings zu, Frau Merkel und die "Stones" werden vor bzw. im Wahljahr alles daran setzen, ihr mündliches Versprechen notfalls einzulösen, damit Lafontaine und andere Oppositionelle sie nicht abkanzeln, aber das kann in der Umsetzung etwas dauern.
Seit einigen Tagen kann man übrigens feststellen, dass die Leute ihre Bankverbindungen diversifizieren bzw. privat Cash-Management betreiben oder zu Sparkassen und Volksbanken wechseln; darunter nicht wenige Börsenmakler, die dort mit 500.000 Euro-Paketen ihren Einstand feiern. Der Run z.B. auf die Sparkasse Düsseldorf soll gewaltig sein.
@ Nachtrag zu @ 65
Hatte vergessen folgenden Link einzufügen:
http://www.abendblatt.de/daten/2008/10/11/951060.html
Ach, eines bleibt immerhin für alle Zeiten sicher: Das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft hört gerade bei bekennenden Sozis immer vor dem eigenen Geldbeutel auf. Wer sind denn die Leute, die jetzt zehn- oder zwanzigtausend Euro zuhause bunkern? Logischerweise ausschließlich die, die diesen Betrag entbehren können und nicht die, die mit einem Familieneinkommen von 2.500 Euro an jedem Monatsende ohnehin wieder auf "Null" sind. Aber diese dummen Lohnsteuerzahler können dann ja ruhig über die Klinge springen, wenn wir wegen derjenigen, die jetzt nicht bereit sind, einmal – für sie ohnehin entbehrliche – zehntausend Euro für unsere Gemeinschaft auch nur zu riskieren (von abgeben ist ja gar keine Rede), tatsächlich einen Bankencrash bekommen. Aber so ist er nun einmal, der deutsche Durchschnittssozi: wer mehr hat als ich, soll denen, die weniger haben als ich, etwas abgeben, nur von mir darf man bitte keine Risikobereitschaft, geschweige denn ein kleines Opfer erwarten. Das können dann die bringen, die ich sonst immer so lauthals bemitleide.
Klar, das mit dem kategorischen Imperativ funktioniert im täglichen Leben nicht so gut – aber ein gelegentlicher Abgleich der ethisch-moralischen Ansprüche an sich selbst mit denen, die man an Ackermann und Konsorten stellt, könnte manchem nicht schaden.
So und jetzt wieder Gardinen zuziehen und mit laufendem Speichel die grünen, gelben und rosa Scheinchen schrappen.
Hört sich vielleicht seltsam an aber eigentlich das sinnvollste um den Banken zu helfen wäre jetzt sämtliches Erspartes nehmen und zur Bank bringen.
Dann haben wir auch wieder Chancen aus dieser Krise zu kommen.
*Vorsicht diese Beitrag kann Ironie enthalten*
Herr Vetter, wenn es so weit ist, dass die Banken kein Geld mehr rausgeben, dann galoppiert die Inflation schon so stark, dass ihr ach so tolles Bargeld auch nix mehr wert ist.
Das schlimme an diesen Beiträgen ist meiner Meinung nach, dass ich ob dieser offensichtlich total *zensiert*en Einschätzung der Wirtschaftslage und derer möglichen Folgen so langsam an ihren anwaltlichen Fähigkeiten mit gezweifelt werden muss – bzw. der Einschätzung des deutschen Rechts.
Ich könnte es noch verstehen, wenn Sie bei irgendeiner Privatbank ihr Geld gelagert hätten, und könnte eine Umbuchung auf ein Sparkassenkonto, Postbank oder Deutsche Bank-Konto verstehen.
Aber diese Panikmache bezüglich nicht mehr ausgezahltem Bargeld ist sowas von nachgerade hirnlos.
Meine Güte. Wirklich.
In Wikipedia "Goldstandard" steht, Ausgabe von Papiergeld ist nur bei Goldstandard ein Problem. Ansonsten kann die Zentralbank beliebig viel Geld drucken. "…mit einer „klassischen Deflation“, die auf Bargeldmangel beruht, nicht mehr zu rechnen…"
Ein "klassischer Run" kann jetzt nicht entstehen.
Im Wikiartikel "bank run" steht, bei Abheben des Geldes müssten die Banken Werte verkaufen (Aktien.. ),(Sie können eben weniger Zinsen kassieren) und es würde zu einer Deflation, Depression und später zu Massenentlassungen kommen.
Massenentlassungen wegen Lawblog. Aber wenn es wirlich einen Bankrun gibt dann wird die Zentralbank sicher zinslos inzwischen wertlose Werte der Banken zu überhöhten Kursen in Zahlung nehmen und ihnen Kredit geben. Also massenweise Bargeld und infolgedessen zusätzlich massenweise Buchgeld. Also Inflation nur wegen Vetter.
@ 67 (Karma)
Betr.: Dein Ironiebeitrag zur Subventionierung der Banken:
" … Dann haben wir auch wieder Chancen aus dieser Krise zu kommen… "
Meine Meinung dazu:
Wir kommen erst dann aus der Krise, wenn der Staat, besser noch die Staatengemeinschaft der G8 u.a., konkret und schnell – gleichwohl durch ein Gesetz bzw. durch internationale Abkommen gestützt – die Voraussetzungen dafür schafft, dass er sich an den Banken ganz oder teilweise durch Kauf neu ausgegebener Aktien (sog. stimmrechtslose Aktien) beteiligt und durch gesonderte Auflagen Kontrolle ausüben kann.
Die Schweden haben das bereits in der Vergangenheit erfolgreich vorgemacht, und das von der Bundesregierung bis heute nacht angeblich fieberhaft vorbereitete Eilgesetz, das kommende Woche umgesetzt und durch die Gremien ( BT bis BP ) gepeitscht werden soll, wird (hoffentlich) diese Möglichkeit ebenfalls vorsehen. Der Staat kann neues Vertrauen nur durch ein Gesetz wiederherstellen und nicht durch solche unverbindlichen Erklärungen/Allgemeinplätze der Kanzlerin und ihres Finanzministers wie vom letzten Wochenende, indem der Staat die Voraussetzungen dafür schafft, von Fall zu Fall wichtige Banken tatsächlich teilzuverstaatlichen.
Ich wüßte sonst auch nicht, wie z.B. die Deutsche Bank, die derzeit dringend frisches Geld benötigt, um den Postbankerwerb zu finanzieren ihre geplante Kapitalerhöhung auf dem Parkett plazieren könnte; wer sollte oder würde wohl – außer dem Staat – jetzt um Umfang vieler Milliarden Aktien der Deutsche Bank kaufen? Gleiches gilt für die Commerzbank und ihren teuren Erwerb der Dresdner! Beides aber wichtige Transaktionen.
@ 68 (Sebastian)
" … Ich könnte es noch verstehen, wenn Sie bei irgendeiner Privatbank ihr Geld gelagert hätten, und könnte eine Umbuchung auf ein Sparkassenkonto, Postbank oder Deutsche Bank-Konto verstehen…"
Postbank und Deutsche Bank sind ebenfalls Privatbanken!!!
Ein richtiger Ansatz wäre aber z.B., Bankverbindungen ohne große Kosten dadurch zu diversifizieren, dass man die Einnahmeseite von der Ausgabenseite trennt, indem man seine Einnahmen auf ein öffentlich-rechtliches Institut wie eine Sparkasse oder Volksbank mit unbegrenzter Haftung zieht und die Ausgaben (insbesondere beleglose Abbuchungen wie Lastschriften und Daueraufträge für Fixkosten) von seinem bisherigem (privaten) Bankinstitut weiter erledigen läßt; die Summe der monatlichen Fixkosten überweist man dann monatlich (per Dauerauftrag) in einer Summe von Sparkasse bzw. Volksbank an seine bisherige Bank.
Dadurch behält man seinen Kreditrahmen und kann flexibel reagieren, z.B. indem man seine Miete oder andere wichtige Lastschriften von einem anderen sichereren Konto gesondert überweisen kann, falls doch einmal eine Lastschrift durch Zahlungsstockung der bisherigen Privatbank aufgrund eines Moratoriums der BaFin platzt! Selbst wenn sehr viele Bundesbürger oder massenhaft so vorgehen würden, würde das Bankensystem durch solche Kontendiversifizierungen nicht gefährdet. Ich habe das längst gemacht.
Und wer es sich leisten kann, wird auch einen begrenzten Barbetrag zur Verfügung halten.
Liquidität geht vor Rentabilität.
Wie schaut es eigentlich mit der Deutschen Kreditbank aus… bei der Lagert man sein Geld ja nicht auf einem Tagesgeldkonto, sondern auf der Kreditkarte (VISA). Ist das auch ein Spiel mit dem Feuer, oder kann man davon ausgehen, dass die Kohle da sicher ist?
@ 70: Vielen Dank für Ihre tipp-topp-Diversifizierungs-Tipps. Wären echt Gold wert, wenn es stimmen würde, dass für die Spasskassen eine gesonderte Staatsgarantie gilt, die nicht ab 2005 abgeschafft wurde. Woher träumen Sie, dass eine solche Garantie für Volksbanken je gegolten hat? Das sind Genossenschaften.
@ 72 (Nils)
Bei Sparkassen sowie Volks&Raiffeisenbanken gibt es – auch ohne die "süße mündliche Beruhigungspille" der Kanzlerin für private Spareinlagen – bereits jeweils ein unbegrenztes Sicherungssystem über 20.000,00 EUR hinaus, für das die Verbandsmitglieder des jeweiligen Sicherungssystem wechselseitig und bundesweit mithaften. Deren Haftungssysteme gehen rechtlich und faktisch über dasjenige der Privatbanken weit hinaus. Bei Sparkassen sowie Volks&Raiffeisenbanken sind z.Z. bereits mehr als 50% aller deutschen Sparer und Girokontenbesitzer Kunden,insgesamt mit mehreren Billionen EUR. Bei Volks&Raiffeisenbanken, die – als öffentlichrechtliche Körperschaften strukturiert – in der Rechtsform von Genossenschaften geführt werden, besteht zudem eine umfangreiche Nachschußpflicht für alle Genossen (nicht für die Kunden) gemäß Genossenschaftsgesetz. Demgegenüber besteht nach Satzungsrecht für den Einlagensicherungsfonds der Privatbanken !!!keine!!! Verpflichtung der Privatbanken, ihren begrenzten Sicherungsfonds wiederaufzufüllen, falls er durch die Zahlungsunfähigkeit einer Privatbank erschöpft wäre (es gibt nur eine sog. Kann-Bestimmung). Daher die politische Merkel&Steinbrück-Einstandserklärung vor einer Woche.
@ ad 73 – Korrektur
Es muß in Satz 4 richtigerweise heißen:
" … Während Sparkassen als öffentlich-rechtliche Körperschaften strukturiert sind und Volks&Raiffeisenbanken in der Rechtsform von Genossenschaften geführt werden, besteht bei beiden …"