Was wir vermissen werden
Die New York Times schreibt in ihrer Wahlempfehlung für Barack Obama:
Under Mr. Bush and Vice President Dick Cheney, the Constitution, the Bill of Rights, the justice system and the separation of powers have come under relentless attack. Mr. Bush chose to exploit the tragedy of Sept. 11, 2001, the moment in which he looked like the president of a unified nation, to try to place himself above the law.
Mr. Bush has arrogated the power to imprison men without charges and browbeat Congress into granting an unfettered authority to spy on Americans. He has created untold numbers of “black” programs, including secret prisons and outsourced torture. The president has issued hundreds, if not thousands, of secret orders. We fear it will take years of forensic research to discover how many basic rights have been violated.
Auch ansonsten spürt man fast körperlich den Schmerz der Redakteure über das, was aus Amerika geworden ist. Aber immerhin scheinen sie Barack Obama tatsächlich abzunehmen, dass er ernsthaft Veränderung will. Die Vision ist da. Und sie wird ernstgenommen.
Beides ist etwas, was wir im kommenden Bundestagswahlkampf mit einiger Sicherheit vermissen werden.
Und, wer sagt, dass diese "Change" (ich kann es nicht mehr hören) tatsächlich eine Besserung sein wird?
Wer garantiert das?
Meinen Sie tatsächlich, dass sich Barack Hussein Obama gegen die Interessen der unzähligen Sicherheitsbehörden durchsetzen können wird? Dass er das warrantless Wiretap-Programm der NSA beendet und riskiert beim nächsten Terrorangriff dafür die politische Verantwortung zu kassieren? Dass auf einmal alles ganz anders und viel besser wird?
Wer garantiert das?
Fairer Weise sollte man aber dazusagen, dass es in Deutschland (jedenfalls in der Bundesrepublik) noch nie so ein unfähiges Staatsoberhaupt gegeben hat wie derzeit noch in den USA…
Und wir haben doch zur Zeit einen Kandidaten mit Visionen für ebendiesen Posten. Aber da bewahrheitet sich, dass Visionen manchmal Hirngespinste sind. ;)
Wie tief die Bush-Regierung im Fundament des Rechtsstaats herumgepfuscht hat, kann man in zwei sehr hörenswerten Episoden von "This American Life" nachvollziehen:
In "Habeas Schmabeas" wird der Habeas-corpus-Grundsatz erläutert und dazu werden Menschen interviewt, die grundlos in Guantanamo inhaftiert und später entlassen wurden.
http://www.thisamericanlife.org/Radio_Episode.aspx?episode=310
Und in "The Audacity of Government" geht es um eine scheinbar bürokratische Posse um eine unwichtige Grenzkommission, die jedoch zeigt, wie die US-Regierung mit internationalen Abkommen und supernationalen Regulierungen umging, wenn US-Interessen auch nur im Mindesten betroffen sind:
http://www.thisamericanlife.org/Radio_Episode.aspx?sched=1236
@ 2: http://www.zeit.de/2002/14/200214_stimmts_luebke.xml
"Schließlich hat das Exstaatsoberhaupt gerade in Entwicklungsländern kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen, etwa als er in der madagassischen Hauptstadt Tananarive eine Rede mit den Worten "Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Tananarive!" begann und später über das Land sagte: "Die Leute müssen ja auch mal lernen, dass sie sauber werden."
Ich erinnere hiermit an den späten Präsidenten Lübke.
@ 5 (KarlAuer): Es heißt auf Deutsch "verstorbener Präsident" und nicht "später" (< engl. "late").
Ich bin wirklich gespannt, was in den nächsten Jahren in den USA alles aufgedeckt werden wird. Ich denke, dass die CDU-Spendenaffäre seinerzeit bei uns im Vergleich dazu0 nicht mal ein halber Kindergeburtstag war.
Barack Obama kann die Glaubwürdigkeit der USA nur dann wieder halbwegs herstellen, wenn er kurz nach seiner Wahl erstmal Guantanamo schließt.
Der Treppenwitz der Geschichte ist immer noch, dass Colin Powell sich für Hussein Obama ausgesprochen hat. Der Mann, welcher der UN erklärte, sie hätten eindeutige Beweise für die rollenden Massenvernichtungswaffenlabore des Iraks tritt nun als Fürsprecher für den angeblichen "Change we can believe in" auf.
Wirklich höchst amüsant.
"Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." Helmut Schmidt
Obama ist doch selber ein Terrorist, sollte doch jeder mitbekommen haben: http://www.youtube.com/watch?v=KjxzmaXAg9E
Da würde ich doch lieber den lieben alten Onkel McCain und die sexy Hockey Mom aus Alaska, die spricht mich mehr an: http://www.youtube.com/watch?v=reRTXJSyTjo
und hört auf keinen Fall auf Leute wie Matt Damon: http://www.youtube.com/watch?v=C6urw_PWHYk oder John Cleese: http://www.youtube.com/watch?v=jMyNk8J1c8g
Danke!!
Na, wenn er sich für Hussein Obama ausgesprochen hat, dann spricht das doch für sich…
@10: ich hoffe da war ne LKW-Ladung sarkasmus dabei…
ansonsten kann man da wohl nur "du glaubst auch noch an den weihnachtsmann" drauf antworten…
Straßenumfrage in den USA als beweis hernehmen wollen.. zum glück gibts bei uns Gerichte und es entscheidet nicht der Mob…
Selten sind m. E. die gezielt angerichteten Verheerungen so knapp, nüchtern und präzise beschrieben worden. Viele Leute haben es in den vergangenen Jahren vorgezogen, vor sich hin zu träumen. (Bestes Beispiel ist Neil Young, der prompt auf die primitive Regierungspropaganda hereinfiel, den erlogenen Todd Beamer besang, und erst vor ca. zwei Jahren aufwachte, um ins andere Extrem zu verfallen.) Wer Kritik an den amerikanischen Verhältnissen übte (die ja leider auch auf D und andere Länder abfärbten), konnte hierzulande leicht des Antiamerikanismus verdächtigt werden. Und wem der außerordetliche enge Zusammenhang zwischen regierungsamtlicher Repression, Kriegführung und dem 11. September quasi bereits am 12. September aufgefallen ist (das ist mir nun einmal leider passiert), der darf sich noch heute einen Verschwörungstheoretiker oder Schlimmeres nennen lassen.
Nein, ich habe gar nichts gegen die USA, auch nie gehabt, im Gegenteil. Nein, ich glaube die offizielle Version nicht. Ich hasse einfach die amerikanische Regierungspolitik und ihre Weiterungen in Europa, und dafür gibt es viele gute Gründe. Z. B. die Lügen, die uns jenseits und diesseits des Antlantiks ständig und in schneller Folge fast tagtäglich von "Sicherheitspolitikern" aufgetischt und von den Medien wiedergekäut werden. Auch deswegen war ich am 11. Oktober auf der Demonstration in Berlin.
Ob es besser wird mit Obama, kann man mit guten Gründen bezweifeln. Ein bißchen Hoffnung gibt es zumindest, ob die begründet ist, wird sich zeigen. Schlechter scheint es kaum noch werden zu können mit der US-Politik (aber auch da kann man sich irren).
@12: Upss… hatte ich die Ironie-Tags vergessen?? ;)
@zf.8:
Menschen ändern ihre Meinung und Meinung ist abhängig von Information!
Vor 8 Monaten lernte ich in NYC bei unserem Anual Meeting Colin Powell, der als Redner engagiert war, am Buffet kennen. Aus einem Smalltalk am Buffet wurde ein längeres Tischgespräch und er hat mich menschlich wie politisch begeistert. Warum? Weil ich ihm kristische Fragen stellte und weil ich sehr direkte Antworten bekam. Er sparte dabei auch nicht mit Selbstkritik.
Wenn Mr. Powell sich nun als Republikaner für den Demokraten Barak Obama ausspricht, dann setzt er ein Signal – ein Signal, welches natürlich jemand der von "Hussein" spricht, nicht verstehen kann.
Change Barak, you are welcome!
"[Ernsthafter Veränderungswille] ist etwas, was wir im kommenden Bundestagswahlkampf mit einiger Sicherheit vermissen werden."
Ob Leute, die bevorzugt große Koalition wählen, und auch an ihrer Rückstufung zum Untertan nichts auszusetzen haben (hat schließlich so was kuschelig Vertrautes), ob die wohl von ihren Politikern mit ernsthaftem Veränderungswillen erschreckt werden wollen?
Und es bleibt mir vollkommen unverständlich, warum so viel Hoffnung auf Barack Obama gesetzt wird. Speziell in Europa??
Er ist in so vielen, ganz entscheidenden Fragen völlig vage bzw. sehr "flexibel" geblieben, aber z. B. nicht bei seiner (dezidiert positiven) Haltung zur Todesstrafe. Schon klar, warum das alles genau so und nicht anders läuft, aber warum sollte es einen mit Vertrauen und Hoffnung erfüllen?
Bevor diese Hockey-Mum durch die Gegend marodiert, würde ich auch lieber Obama an der Macht sehen. Aber doch nicht deswegen "weil er Veränderung will". Was soll denn das für ein Geschwafel sein?
Wir haben doch bereits jede Menge Veränderung: Weltwirtschaftskrise lauert noch immer hinter der nächsten Ecke, Rezession hat bereits Platz genommen, Menschen- und Bürgerrechte werden gerade zuverlässig beseitigt, jetzt fehlen noch die eine oder andere zünftige Seuche und wieder mal ein großer Krieg. Geschichte verläuft eben in Zyklen, hatten wir ja alles schon öfters.
Bezüglich Obamas Herkunft ist die aktuelle WND-Poll auch interessant.
Aktuell führt mit 47% die folgende Option:
"With all the evidence available at this time, it seems Obama is not a natural-born citizen, and therefore is ineligible to be president
http://forums.wnd.com/index.php?pageId=204&pollShowResults=1
Ja, das werden wir wohl im Bundestagswahlkampf vermissen. Genauso wie Werbespots der großen Parteien auf Bild-Niveau, inhaltlose Polemiken sondersgleichen, bunte inhaltslose Veranstaltungen, und und und. Klar ist Obama eine außergewöhnliche Erscheinung und klar ist die lahme deutsche Politik kaum zu ertragen. Aber dem amerikanischen Wahlkampf und Wahlsystem ziehe ich dann doch die deutschen Gepflogenheiten vor.
und der nächste Papst wird eine Frau … WAKE UP!!!
Wovon wir sicherlich auch in unserem Wahlkampf reichlich bekommen werden, sind Kommentare wie die hier. Ist das nicht beruhigend?
This one (Volker) is voting that one (Obama08)!
Ahhh … Powell spricht sich für Obama aus. Natürlich nur weil der ja bekanntlich so toll ist und alles ändert und alles wieder gut macht! Keinerlei andere Interessen. Niemals!
Wo bekommt der Colin Powell den Grossteil seines Geldes her? -> http://www.kpcb.com/team/index.php?Colin%20Powell
Wer schmeisst unter anderem den Laden? -> http://en.wikipedia.org/wiki/John_Doerr
http://en.wikipedia.org/wiki/Al_Gore
usw.
Langsam macht mir dieses undifferenzierte "Obama-Change"-Gekreische echt Angst.
Was wir beim Wahlk(r)ampf vermissen werden, mag ich nicht sagen. Wen wir in der nächsten Regierung "vermissen" werden, hingegen schon: Beide roten. Abmarsch in die Opposition, da lang bitte. Danke.
(Und falls doch noch noch irgendwie ein Hauch von Hirn verteilt wird, dürfen die Linken nicht mal mehr in die Opposition… Aber Hirn scheint in letzter Zeit rar zu werden.)
Wow, ich hätte nicht gedacht, dass sich die albernen Verschwörungstheorien der amerikanischen Rechten schon bis nach Deutschland durchgefressen haben… Obama ist kein Terrorist und in Hawai geboren (er ist auch kein Sozialist, das muss man in Deutschland aber glücklicherweise nicht betonen) und Powell hat sehr gute Gründe für seine Entscheidung angegeben (man müsste halt Englisch können und sich das Video seines Endorsements mal live angucken). Ich frage nicht danach, ob Obama alles besser machen wird als sein Vorgänger. Vieles wird er nicht oder erst nach einiger Zeit ändern können. Aber wir Europäer können Obama und McCain vergleichen, und bei aller Freundschaft, da ist klar, wer das kleinere Übel ist. McCain hält Krieg noch immer für die Lösung von allem, und Palin – die ja gute Chancen auf die Präsidentschaft hat – ist ein Vollpfosten. Da ist mir Obama lieber, der sich eine Meinung erst bildet, wenn er sich Argumente angehört hat.
Man o man, das wird langsam echt zum riesen Wahlk(r)ampf!!
@25: Ach so, der Powell hat gute Gründe dafür angegeben warum er Obama unterstützt? Na dann ist ja gut.
Bei Politikern allgemein, und bei Colin Powell im Speziellen kann man sich ja auf das gesprochene Wort verlassen. Da Du ja scheinbar einer der wenigen Menschen bist die Englisch können, schaust Du Dir zwischendurch vllt. einfach mal wieder das Video an wo der dem Sicherheitsrat Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak präsentiert.
Das wird Dich überraschen, es gibt nicht nur zwei Kandidaten für das Amt des Präsidenten der USA, und nicht jeder nicht extatisch "Change" schreiend ein Bild von Obama durch die Strassen trägt ist ein McCain-Anhänger oder ein rechter (das kommt in Deutschland immer gut um die eigene Position zu untermauern, gell?) Verschwörungstheoretiker.
Nicht nur, dass wir hierzulande im kommenden Jahr die Mobilisierung vermissen werden, die derzeit in den USA zu beobachten ist: Man stelle sich vor, bei uns würde sich ein Kanzlerkandidat mit kenianischem oder türkischem Vater bewerben. Seine Partei würde wohl an der 5-Prozent-Hürde scheitern.
Jörg, oder eine Frau als Kanzler! Man stelle sich das mal vor! Völlig unmöglich in Deutschland. Eigentlich traurig. Dabei würde mit einer Frau sofort alles besser, denn Frauen sind bekanntlich die besseren Menschen, gleich nach Ausländern. Dass wir in Deutschland immer nur Arier wählen ist schon traurig.
Was Palin angeht. Schade, dass sie nur Vize werden kann. Inhaltlich erwarte ich von einem US-Präsidenten absolut gar nichts und für Europa geschweige denn Deutschland noch viel weniger. Da wäre es zumindest eine kleine Entschädigung regelmäßig eine knackige MILF im sexy Kostüm zu sehen zu bekommen. So kann man seinen Schäuble-induzierten Bluthochdruck wenigstens sinnvoll in entsprechende Körperregionen ableiten.