10.11.2008

Links zwei – neun – neun

Amtsgericht verwechselt Headset mit Handy

Busfahrerin lässt Fahrgäste nicht aussteigen

Banken müssen auch vor eigenen Produkten warnen

Zumwinkel: Poker um Bewährungsstrafe

Vodafone soll in Irland Kunden total überwachen

Direkt-Marketing vor dem Aus?

Kongo: Interview mit einem Schlächter

Tolle Tage am Tiber

44 Kommentare zu “Links zwei – neun – neun”

  1. dot tilde dot meint: (10.11.2008 um 18:18) AntwortenReply to this comment

    zum ausdruck "menschenmörder":

    <a href="http://bundesrecht.juris.de/stgb/__211.html&quot; rel="nofollow">wen</a> denn sonst!

    .~.

  2. nils meint: (10.11.2008 um 18:21) AntwortenReply to this comment

    Ja, klar. Zumwinkel bescheisst den Staat um Millionen und die Gerichte freuen sich, dass sie ihm mit einem Trick eine milde Strafe verpassen können. Steuerhinterziehung ist Kavaliersdelikt, ich bin dafür, dass wir Filesharer auch so behandeln, wenns doch Gesellschaftlich akzeptiert ist und alle "ihr Gesicht wahren" können, warum nicht?

    Leider nein, die kleinen Tauschbörsen-Kriminellen werden verfolgt, die großen dürfen ihr Gesicht wahren und so weitermachen wie bisher.

    nils

  3. mark meint: (10.11.2008 um 18:46) AntwortenReply to this comment

    Das mit dem Zumwinkel wäre echt ne Sauerei! Hoffe das kommt so nicht durch. Aber in NRW ist der Klüngel halt das mass aller dinge.

  4. K.S. meint: (10.11.2008 um 19:31) AntwortenReply to this comment

    Ich frage mich halt wie "groß" diese Geldstrafe dann ausfällt. Ich meine damit sich das lohnt sollte es doch schon mindestens das 3 – 6 Fache des "hinterzogenen" Betrags sein.

  5. Axel John meint: (10.11.2008 um 19:32) AntwortenReply to this comment

    @ 2: Steuerhinterziehung ist Kavaliersdelikt
    Nicht unbedingt. Eine Friseuse zB, die am Wochenende die Locken ihrer Nachbarinnen aufdreht, dürfte es voll erwischen.
    Deren Handycap ist allerdings, dass sie sich kein Team von 700 EUR/Std. Anwälten leisten kann, welches die StA vor die Wahl stellt, entweder einen akzeptablen Deal einzugehen, oder einen ca. 12 Jahre dauernden Mammurprozess durch alle Instanzen durchzustehen.

    Zu: Busfahrerin lässt Fahrgäste nicht aussteigen
    Jede Bustür hat eine Notentriegelung, welche die Druckluftsperre aufhebt.

  6. eman meint: (10.11.2008 um 19:35) AntwortenReply to this comment

    ..und was kommt als nächstes? "Links CCC" ?

    ich bin gespannt ;-)

  7. sophiste meint: (10.11.2008 um 19:47) AntwortenReply to this comment

    Weil Zumwinkel, der als Leistungsträger viel verdient hat, also auch möglicherweise entsprechend viel Steuern hinterzogen hat, soll er härter bestraft werden als andere?
    Darüberhinaus kann man es einem Spitzenverdiener kaum verdenken, dass er bei den extrem hohen Steuern, die er in Deutschland zu zahlen hat nach Wegen sucht, die Steuerlast zu senken. Die Politik sollte sich besser mal ausrechnen, wieviele Bürger mehr Steuern zahlen müssen um alleine einen Michael Schumacher, der nicht mehr in Dtl. wohnt zu kompensieren. Dieser ist beileibe nicht der einzige, der es vorzieht woanders fairer behandelt zu werden und nicht für Leistung bestraft zu werden. Man muss sich mit der Realität befassen, statt Steuern erheben zu wollen, deren Einnahmen man für wünschenswert hält.

  8. Avantgarde meint: (10.11.2008 um 19:58) AntwortenReply to this comment

    "Darüberhinaus kann man es einem Spitzenverdiener kaum verdenken, dass er bei den extrem hohen Steuern, die er in Deutschland zu zahlen hat nach Wegen sucht, die Steuerlast zu senken."

    Aber eben keine illegalen Wege. Muss man das wirklich betonen?

  9. gerhardq meint: (10.11.2008 um 20:04) AntwortenReply to this comment

    Zu Zumwinkel:
    Wenn ich die Angelegenheit richtig verstehe, hat Herr Zumwinkel das Geld seiner Erbschaft an eine Lichtensteiner Stiftung übertragen. Diese Erbschaft war legal versteuert. Die Lichtensteiner Stiftung ist eine juristisch selbständige Person. Wenn diese juristische liechtensteiner Person mit dem angelegten Geld Gewinne erwirtschaftet, so ist das Sache der Lichtensteiner Steuergesetzgebung. Erst wenn das Geld an Herrn Zumwinckel in Deutschland ausgeschüttet wird, entsteht eine Steuerschuld des Herrn Zumwinckel.
    Sollte er also Geld aus Lichtenstein erhalten haben, was er nicht versteuert, so ist das selbstverständlich Steuerhinterziehung, Ist nicht zu beweisen, daß er Geld erhalten hat, so ist er eben freizusprechen.
    Mir ist schon klar, daß unser Fiskalritter mit geifernden Lefzen an den Lichtensteiner Gittern rütteln. Und natürlich werden abenteuerliche steuerliche Kunstgriffe gefunden, um den o.g. einfachen Sachverhalt umzukehren. Und, sollte das nicht gelingen, wird Herr Zumwinckel auf allen Fälle in endlos lange Gerichtsverfahren verwickelt, so daß nachher die Gerichts- und Anwaltskosten höher als die angeblich geforderte Steuernachzahlung sind.

    Ich finde in diesem Zusammenhang interessant, daß die Schweizer zwischen Steuerhinterziehung als Ordnungswidrigkeit und Steuerbetrug unterscheiden. Wer Steuern hinterzieht, möchte nur etwas noch seinem verdienten Geld behalten. Außerdem hat man als Finanzbehörde Respekt vor den Menschen, die das Gemeinwesen finanzieren – man betrachtet sie nicht von vornherein als Verbrecher.

  10. sophiste meint: (10.11.2008 um 20:13) AntwortenReply to this comment

    "Aber eben keine illegalen Wege. Muss man das wirklich betonen?"
    Ob es illegal war, ist ja eben gerade noch nicht geklärt. Ferner stellt sich die Frage ob ihm die vermeintliche Illegalität seines Handelns bewusst war oder er schlecht beraten wurde.

  11. 4thmarch meint: (10.11.2008 um 21:41) AntwortenReply to this comment

    Zum Winkel: Nachdem alle abenteuerlich steuerlichen Kunstgriffe vorgeführt wurden, endet das Verfahren mit Anwendung des § 153a.

    Den Preis bestimmt die künstlerische Höhe.

  12. umverteiler meint: (10.11.2008 um 22:20) AntwortenReply to this comment

    Warum muß die Staatsanwaltschaft mit Deals lavieren, und niemand geht in den Bau ? Ganz einfach – die Beweismittel wurden illegal erlangt. Ob sie gerichtsverwertbar sind, weiß im Zweifel nur das Bundesverfassungsgericht, das in zig Jahren nach diversen Revisionen über die Gerichtsverwertbarkeit der sogenannten Beweise entscheiden muß.

    Warum die "Geldsäcke" alle mit relativ kleinen Geldstrafen davonommen, weil der Steuerstaat fiktive Steueransprüche stellt, die jeder Grundlage entbehren, weil Geldentwertung versteuert wird.

  13. Christoph meint: (10.11.2008 um 22:38) AntwortenReply to this comment

    @Busfahrerin

    Tja, dich hätt ich auch angezeigt! Soweit kommt das noch, daß ich zu spät komme nur weil ein Blag keinen Fahrschein hat…

  14. Jens meint: (10.11.2008 um 22:41) AntwortenReply to this comment

    @ "Banken müssen auch vor eigenen Produkten warnen":

    Das schwächt die Rechte von Kursmanipulierern!

  15. fernetpunker meint: (10.11.2008 um 23:05) AntwortenReply to this comment

    Wer von euch hat denn bitte ernsthaft gedacht, dass eine Lichtgestalt wie Zumwinkel ins Kittchen käme? Bei Wasser und Brot? Ich bitte euch!

  16. Striedel meint: (10.11.2008 um 23:21) AntwortenReply to this comment

    @7: Und wenn ich jetzt kein "Leistungstäger" bin und trotzdem keinen Bock habe, Steuern zu zahlen? Und wie niedrig glauben Sie müssten denn die Steuern für Herrn Schumacher sein, damit er bereit wäre, sie in Deutschland zu zahlen?
    Klar, Steuergerechtigkeit muss sein, ohne Frage. Ich sehe da in Deutschland aber auch kein Problem.

  17. theblackflash meint: (10.11.2008 um 23:26) AntwortenReply to this comment

    @ Busfahrerin

    Ich wünschte mir würde soetwas mal passieren. DAS wäre ein Spaß ;) (für mich)
    Denn wenn die Türen zu sind, kann man im NOTfall ja auch mal einen NOThammer benutzen.

  18. Alex meint: (11.11.2008 um 00:21) AntwortenReply to this comment

    @Busfahrerin

    Solches Verhalten ist in den Nachtbussen des HVV durchaus üblich. Nur geht es dann nicht um Schwarzfahren sondern um Menschen, die Prügeleien provozieren wollen. Da gab es durchaus auch schon Applaus, weil der Busfahrer jenen Randalierer eben erst gehen ließ als die Polizei da war.
    @17: Das würde wohl kaum als Notfall gewertet werden und könnte einige Kosten nach sich ziehen.

  19. Putze meint: (11.11.2008 um 00:22) AntwortenReply to this comment

    @17 (theblackflash): Je nachdem, ob man für sowas Geld ausgeben will. (Für die Scheibe, meine ich.)

  20. AlterEgo meint: (11.11.2008 um 03:24) AntwortenReply to this comment

    Das Problem mit Zumwinkel ist nunmal, dass es hier um ein Steuerdelikt geht. Bei Steuern ist der Staat nicht so nachtragend, wenn er die ausstehenden Steuern bekommt und dann noch einen kleinen Bonus.

    Dass Zumwinkel das problemlos zahlen wird, steht wohl außer Frage.

    Würde der Staat hier wirklich auf stur schalten, hätte er nichts gewonnen. Im Gegenteil. Die Strafzahlung wäre am Ende nicht mehr so hoch und vor allem Zumwinkel könnte nicht währenddessen noch mehr Geld verdienen (=weitere Steuereinnahmen für den Staat). Es ist ja klar, der Staat will ja hier keine Fleißigen bestrafen.

    Zudem ist ja auch Haft teuer für den Staat. Zwar wäre es wohl lehrreich für den Steuersünder, wenn er wenigstens einige Monate in Haft verbrächte. Aber für solche Fälle nutzt man dann ja auch die U-Haft, die härteste Zeit hinter Gittern.

  21. Hobbyjurist meint: (11.11.2008 um 03:31) AntwortenReply to this comment

    Was für ein Blödsinn, die Busfahrerin wegen ein paar Minuten Wartezeit gleich anzuzeigen. Da stehen Anlaß (paar Minuten warten) und Reaktion (Strafanzeige) in keinem Verhältnis zueinander – auch dann, wenn das Handeln der Busfahrerin formaljuristisch vielleicht schon eine Freiheitsberaubung darstellt.

  22. Hobbyjurist meint: (11.11.2008 um 03:48) AntwortenReply to this comment

    Ob das Verfahren gegen Zumwinkel nun gegen eine Geldauflage eingestellt wird oder nicht – mir persönlich ist das relativ egal. Den Deal im Strafverfahren gab es auch schon vor der Aufdeckung der Steuersünder.
    Die größere Schweinerei und der eigentliche Skandal bleibt für mich immer noch das Paktieren der Behörden mit Erpressern. Was ist das für ein Rechtsstaat, in dem Daten, die auf reichlich windige Art und Weise beschafft worden sind, später für die Einleitung diverser Strafverfahren verwertet werden dürfen? Für mich ein höchst fragwürdiges, um nicht zu sagen moralisch-ethisch verwerfliches Vorgehen, das eines Rechtsstaates unwürdig ist.

  23. horstilein meint: (11.11.2008 um 05:28) AntwortenReply to this comment

    @7 sophiste
    In meinen Augen bist Du ein (Text editiert. U.V.)! Aber im Gegensatz zu Schumacher arbeitet Zumwinkel in Deutschland. In dieser schönen Bananenrepublik konnte sich dieser Schmarotzer doch sowieso schon immer seine Steuern "schön rechnen". Kein Vergleich zur arbeitenden Bevölkerung, die schon Probleme hat, Heilmittel von der Steuer abzusetzen.

  24. horstilein meint: (11.11.2008 um 05:41) AntwortenReply to this comment

    Ein aktueller Fall aus meiner Tätigkeit: Ein Früh-Rentner, 58 Jahre, geht bei Rot über die Strasse. Das Ordnungsamt greift den Mann und schreibt eine OWi über 5,00€.
    Der Mann ist Kleinrentner, hat 581,00€ Rente (Brutto), zahlt 271€ Miete, zahlt 90€ Nebenkosten/Heizung, zahlt 45€ Strom, zahlt GEZ, KK u.s.w. Rechnet euch aus, was dem Mann zum Leben bleibt.
    Der Mann konnte die 5,00€ nicht aufbringen und geht jetzt dafür einen Tag ins Gefängnis .. und da macht sich so ein sophist Gedanken um eine faire Behandlung von "Leistungsträgern"

  25. 321 meint: (11.11.2008 um 07:55) AntwortenReply to this comment

    @horstilein – und warum beantragt der dann keine Grundsicherung?
    Für sowas hab ich kein Verständnis – erstmal muß niemand nur von solch einer Rente leben, da es ja nun einmal Grundsicherung gibt.

    Zum zweiten ist´s nun mal ne Ordnungswidrigkeit – da braucht man sich in der Sache auch nicht aufregen
    und zum Dritten – das jemand 5 € nicht aufbringt innerhalb mehrerer Wochen – halte ich einfach für Bockigkeit.
    Da braucht nur in eine normalen Fußgängerzone seine Mütze eine Stunde verkehrt rum auf die Straße legen.

    Dieser angebliche Fall ist – naja …. wohl nicht glaubwürdig.

  26. Forex Chica meint: (11.11.2008 um 08:58) AntwortenReply to this comment

    man man man
    @321 das ist ja wohl der Oberknüller. 5 € sind echt nicht die Welt und man sollte sich ja wohl im klaren darüber sein, dass rote Ampel Geld kosten. Wenn man sich das nicht leisten kann oder will, sollte man auf Grün warten…

  27. Putze meint: (11.11.2008 um 10:04) AntwortenReply to this comment

    "man sollte sich ja wohl im klaren darüber sein, dass rote Ampel Geld kosten."

    Also in Berlin nicht. (Was für ein Spießertum – Fußgängern nachstellen, die über die Straße gehen … Echt mal!)

  28. campino meint: (11.11.2008 um 10:26) AntwortenReply to this comment

    @21:
    Aber mehrerer Fahrgäste mit gültigen Tickets wegen *einem* schwarzfahrenden Rotzlöffel am aussteigen zu hindern ist verhältnismäßig?

  29. anonym meint: (11.11.2008 um 11:13) AntwortenReply to this comment

    Es ist doch ziemlich unverschämt, daß die deutsche Regierung Nachbarstaaten (wie die Schweiz) öffentlich beschimpft, nur weil diese eine andere Steuergesetzgebung haben als Deutschland. D würde es doch auch strikt ablehnen, wenn ein anderer Staat (nehmen wir nur als Beispiel Andorra) von ihm verlangen würde, seine Steuergesetzgebung hierzulande zu exekutieren. Krankhafte Geldgier und Angst davor, daß viele Bürger sich, aus guten Gründen oft, der Steuerzahlung verweigern, sind eigentlich die einzigen Motive, die diesen Staat in der Sache motivieren.

  30. gerhardq meint: (11.11.2008 um 11:24) AntwortenReply to this comment

    @24,25: Aus Kostensicht ist das sehr kurzsichtig von unseren Behörden. Die Kosten für einen Tag Unterbringung in einem Heim mit vergitterten Fenstern dürften ein Vielfaches dessen betragen, was der Mann schuldet.
    Was viele "jungen" Menschen nicht verstehen, ist das Verhalten von vielen Rentnern, die staatliche Ansprüche haben, diese aber nicht realisieren. Allein die Demütigungen, denen man sich dann aussetzen muß, verhindern, daß sich alte Menschen in Not an Behörden wenden.
    Ich hatte vor Jahren (in den Achtzigern) einmal das Vergnügen, Sozialhilfe (so hieß das damals) für 6 Monate zu erhalten. Allein die Demütigungen und Auflagen war damals schon so, daß ich mir geschworen habe, mich niemals wieder freiwillig unter staatliche Bevormundung zu begeben. In den Behörden wird Kleingeistern Macht verliehen, die diese nicht immer zum Wohle der Betroffenen einsetzen.

  31. Volkswirt meint: (11.11.2008 um 11:55) AntwortenReply to this comment

    OT:
    Mieter sitzen wegen Fassadenwerbung zwei Monate im Dunkeln:

    http://www.spiegel.de/video/video-40020.html

    Kann man denn da rechtlich überhaupt nicht gegen vorgehen?

  32. Ethelbert meint: (11.11.2008 um 14:24) AntwortenReply to this comment

    Miete zu 100% kürzen und weitere Aufwendungen als Schadenersatz geltend machen. Danach rechnet sich das nicht mehr.

  33. sophiste meint: (11.11.2008 um 15:07) AntwortenReply to this comment

    Amüsant, wie leicht man mit dem Begriff Leistungsträger manche Mitbürger aus der Reserve locken kann. Dennoch halte ich ihn auch ersthaft nicht für verkehrt, zumal damit nicht gemeint ist, dass andere nichts leisten.
    @23: Mich würde schon interessieren was ich nun bin, dass man das nicht ausdrücken kann, ohne ein gewisses Niveau zu unterschreiten . Vielleicht gelingt ihnen ja eine Umschreibung, die man in einem Blog mit einem gewissen Anspruch auch stehen lassen kann?

  34. Pinguin meint: (11.11.2008 um 15:52) AntwortenReply to this comment

    Hobbyjurist: Mal abgesehen davon, dass die Busfahrerin gegen Menschenrechte verstoßen hat, kann einer Person durch ein paar Minuten ungeplanten Wartens schon mal leicht ein 2-3 stelliger Schaden entstehen, wenn man Flugzeug oder Zug verpasst bzw. beim Bewerbungsgespräch verspätet auftaucht.

  35. Hobbyjurist meint: (11.11.2008 um 16:16) AntwortenReply to this comment

    @ Pinguin:
    Das ist dann ein Planungsfehler. Kurze Verspätungen kann es immer mal geben – schon allein verkehrsbedingt.

  36. horstilein meint: (11.11.2008 um 16:17) AntwortenReply to this comment

    Leistungsträger sind Leute, die von der Arbeitskraft anderer Menschen profitieren. Von Menschen, die den Rücken krumm machen müssen, damit es den Leistungsträgern gut geht. Und die, die den Rücken krumm machen müssen, können sich ihre Steuern nicht von Steuerberatern "schön rechnen lassen". Die verdienen auch nicht so viel, das sie ihre Geld nach Liechtenstein bringen können. Also sollen diese "Leistungsträger" ihr in Deutschland verdientes Geld auch in Deutschland ordentlich versteuern!
    Solchen "Leistungsträgern" wie Franz Beckenbauer oder Michel Schumacher würde ich die Deutsche Staatsbürgerschaft aberkennen.

    @33 es war die Beschreibung eines Borstenvieh mit wenig ausgeprägter Intelligenz.

  37. Pinguin meint: (11.11.2008 um 16:42) AntwortenReply to this comment

    Hobbyjurist: Das ist ja nun wirklich die dümmste Ausrede überhaupt. Da kann ich auch behaupten, auf der Autobahn wird schon mal gestorben, nachdem ich den Motorradfahrer in die Leitplanke gedrückt habe, oder es wird schon mal gestohlen, nachdem ich im Supermarkt ein paar Flaschen eingesteckt habe. Hier lässt sich ganz eindeutig ein Schuldiger identifizieren und nicht etwa die allgemeine Verkehrssituation die Ursache. Im Übrigen stand da nirgends, wie lange die Leute festgehalten wurden. Länger als maximal 5 Minuten würde ich mir das nicht bieten lassen und ab 15 Minuten wird die Verspätung langsam signifikant. Aber gut, Freiheit ist in Deutschland eh nichts mehr Wert und die ÖPNV sowieso unbenutzbar, da langsamer, teuerer und inflexibler als ein Fahrrad. Von daher soll es mir egal sein.

  38. casparhauser meint: (11.11.2008 um 16:44) AntwortenReply to this comment

    @34

    Ein "2-3 stelliger Schaden"? Bei einem verpassten Zug/Flug oder einem vergeigten Bewerbungsgespräch sind es leicht mal ein 3-4 stelliger Schaden.

    Unabhängig davon: wenn 10 Leute aussteigen wollten, sind das auch bei "fünf Minuten" 50 Minuten volkswirtschaftlicher Schaden. Allein bei meinem Stundensatz sind das ca. 250 EUR. Steht nicht im Verhältnis zu einem Fahrschein im Wert von 2-3 EUR.

    Ich hätte der Busfahrerin was erzählt (und wäre mit sicherheit rausgekommen).

    @ 33 et.al. (die "die Steuern sind in Deutschland zu hoch"-Fraktion)

    Als US-Staatsbürger muss man überall auf der Welt Steuern an den amerikanischen Fiskus abführen – egal, wo man seinen Wohnsitz hat oder sein Geld verdient (es gibt Freibeträge – als ich das Verfahren mal für meine Ex-Frau mitgemacht habe lag dieser, glaube ich, bei 80 tsd. USD). Versucht man, dies zu umgehen, muss man nach einer Rückkehr in die USA mit einem Audit von der Steuerbehörde rechnen, was teuer (und auch eng) werden kann.

    Ich würde mir das auch für Deutschland (oder die EU) wünschen – dann sollen die "Leistungsträger" meinetwegen abhauen und nicht mehr wiederkommen.

    Ich zahle auch viel Steuern und sehe auch die Notwendigkeit – die Straßen, Schulen, Universitäten, usw. finanzieren sich schließlich nicht von allein. Dass mit Steuergeldern dann und wann auch mal unachtsam umgegangen wird, steht auf einem anderen Blatt Papier und wird dann ja auch zurecht kritisiert.

    Ich kann es nur nicht mehr hören, dass hohe Steuersätze "Leistungsträger" vergraulen – man kann mit den Caymans, mit Luxemburg, Monaco, Lichtenstein und Co. keinen Steuerwettbewerb führen – unmöglich! Für mich sind Leute, die über 283 Vehikel und Wohnsitzverlagerung Steuererhebungen umgehen keine "Leistungsträger" sondern Schmarotzer.

    @30

    Wenn Strafgesetzgebung auf Grundlage von Kosteneffizienz durchgeführt werden soll, würde man Straftäter am besten sofort erschießen. Seit wann sind Kosten bei Straftaten ein gängiges Kriterium?

    @20

    Herr Zumwinkel wird den Rest seines Lebens vorwiegend Geld aus Kapitalerträgen "verdienen" (ob Knast oder nicht) – seine Karriere als Spitzenmanager ist vorbei; nicht so sehr wegen der Steuergeschichte, aber vor allem weil sein Lebenswerk Deutsche Post gerade lichterloh brennt. Er hat einen Scherbenhaufen hinterlassen und sich an verschiedenen Stellen signifikant verschätzt. Selbst ohne die Steuergeschichte würde er wohl spätestens jetzt seinen Hut nehmen.

    Auf freiem Fuß würde er höchstens noch ein paar Vorträge abhalten oder sich als Honorarprofessor verdienen.

  39. Putze meint: (11.11.2008 um 18:15) AntwortenReply to this comment

    @38 (casparh.): Abgesehen davon, dass Einsperren im Bus wirklich etwas grenzwertig ist …

    "wenn 10 Leute aussteigen wollten, sind das auch bei “fünf Minuten” 50 Minuten volkswirtschaftlicher Schaden."

    Da kommen einem ja die Tränen. (Vor Lachen.) Welcher Schaden ist da wohl am WE entstanden: Hatten die weniger Zeit zum Shoppen, waren sie unpünktlich beim Sonntagsausflug oder haben sie gar den Spielfilm in der Glotze verpasst? Nein, nein, mit Sicherheit hatten die alle wichtige Termine. Wahrscheinlich waren es die vielzitierten Leistungsträger, die fahren ja typischerweise Bus. Kein Wunder, wenn hier alles den Bach 'runtergeht.

  40. sophiste meint: (11.11.2008 um 21:23) AntwortenReply to this comment

    In den meisten Berufen wird heute viel Wert auf Ergonomie gelegt. Sich "den Rücken [für die da oben] krumm machen" zu müssen ist schon von daher ein eher polemisches Argument. Viele arbeiten auch freiwillig körperlich, weil es ihnen liegt. Nicht jeder hat außerdem das Talent für komplexe geistige Arbeit. Anderen mag nur eine entsprechende Ausbildung fehlen, was auch am Bildungssystem oder an unzureichenden Sprachkenntnissen als Folge fehlender Integration liegen kann. Spitzengehälter werden auch nicht ausschließlich durch die erbrachte Leistung gerechtfertigt, sondern sind Ausdruck einer Knappheit(die bei Arbeitern für "einfache" Tätigkeiten nicht gegeben ist) an mit den für die Führung eines Groß-Unternehmens erforderlichen Kompetenzen befähigten Personen. Will heißen: Die Eigentümer fahren besser damit einem Vorstand extrem viel zu bezahlen und damit einen der Besten auf einem entsprechenden Gebiet zu erhalten als einen zu engagieren der etwas schlechter ist. Dieser Unterschied bringt für ein Unternehmen ein Vielfaches an zusätzlichen Erträgen, als sie ihm mehr an Gehalt bezahlen müssen. Über den ideellen Wert der Arbeit muss das selbstverständlich nicht viel aussagen. Oder frei nach Lessing: Nicht nur das Ergebnis einer Anstrengung ist entscheidend, sondern die "aufrichtige Mühe", die man aufwenden musste zählt. Dennoch ist eine Arbeit auch nach ihrem Ergebnis zu bewerten, sonst müsste der alte Sisyphus ja Vorbild aller nach Sinn strebender sein. Um es vorweg zu nehmen Zumwinkel ist in seiner Funktion als Postchef und guter Unternehmer selbstverständlich Risiken eingegangen, da er aber nicht in die Zukunft schauen kann, bestand von Anfang an auch die Möglichkeit des Scheiterns, was einige sicherlich schon damals "gewusst" haben (wollen). Ferner sind die Steuern nicht nur in einer handvoll Oasen niedriger als in Dtl. Und endlich würden Steuersenkungen langfristig zu Steuermehreinnahmen führen(weniger Steuerflucht, zusätzliches Wirtschaftswachstum).

  41. Christoph meint: (11.11.2008 um 22:26) AntwortenReply to this comment

    @39

    Also mir sind auch (gerade) am Wochenende meine fünf Minuten kostbar. Und wenn die Plantsche mich nicht rauslassen will, nur weil ein Gör keinen Fahrschein hat (wie ist ihr das überhaupt aufgefallen? Kontrolliert Sie selbst?!), dann werde ich eben ungehalten und lasse das dann auch gerne an ihr aus.

  42. horstilein meint: (11.11.2008 um 22:58) AntwortenReply to this comment

    Legen wir eine Polemik drauf: Besser als die (Text editiert. U.V.) von sophiste kann es nur noch die Mutter der FDP.

    Steuern senken für Leistungsträger? Und wer soll dann die Steuern zahlen für die Schulen, Universitäten, Strassen, Infrastruktur, Kultur u.s.w? Die, die sich ergonomisch den Arsch aufreißen müssen, damit es einigen Leistungsträgern besonders gut geht?
    Über die Qualität unserer "Leistungsträger", zum Beispiel Schremp, Esser, Zumwinkel oder die Bänker diverser Kreditinstitute, brauchen wir doch nicht zu diskutieren? Oder? Ist es eine Leistung, wenn Milliarden in den Sand gesetzt und tausende Arbeitnehmer dem "Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt werden? Also, was macht den Manager Zumwinkel denn so Einzigartig, so wichtig? Die Geldgeilheit! Nicht mehr und nicht weniger.
    Ah ja, Zumwinkel hat sich also "aufrichtige Mühe" gegeben. Das möchte ich auch in meinem Arbeitszeugnis lesen,wenn ich bei einem hohen Gehalt endlich meine Firma ruiniert habe.
    Zumwinkel ist nicht angeklagt worden, weil er ein Unternehmen groß gemacht hat, sondern weil angeblich Steuern hinterzogen wurden. Das Gericht wird es beurteilen.
    Die Aufzählung der diversen Steueroasen ist doch Mummpitz. Zumwinkel hat sein Geld in Deutschland verdient und soll das auch in Deutschland ordentlich versteuern!

    (Text editiert. Bitte gehen Sie sparsamer mit Kraftausdrücken um. Dies war das letzte Edit. U.V.)

  43. Benson meint: (11.11.2008 um 23:30) AntwortenReply to this comment

    Herr Zumwinkel mag ja aus einem persönlichem Befinden meinen, die Steuern seien ihm gegenüber ungerecht. Das ist aber allein sein Problem. Wenn ich finde, daß mich mein Chef ungerecht entlohnt, klau ich auch keine goldenen Löffel. Auch wenn er mich tatsächlich benachteiligt.

    Interessant ist eher, daß er es ja gar nicht nötig hatte, das Geld zu hinterziehen. Er hätte wahrscheinlich keinen einzigen Abstrich bei seiner Lebensqualität machen müssen. Er hatte ausgesorgt. Also warum??

    Steuern sind nötig und müssen bezahlt werden. Wer daran etwas ändern will kann ja wählen gehen.

  44. Putze meint: (13.11.2008 um 13:16) AntwortenReply to this comment

    Wahrscheinlich liest das hier niemand mehr, aber dennoch: "[...] daß er es ja gar nicht nötig hatte, das Geld zu hinterziehen" ist sehr unsinnig. Was bedeutet denn "nötig": Das System basiert darauf, dass jeder soviel zusammenrafft, wie er irgend kriegen kann. Ob er es braucht, oder nicht. Wenn es um "nötig" ginge, bräuchten die oberen Zehntausend überhaupt nicht mehr zu arbeiten, und Steuern hinterziehen müsste niemand, auch kein Arbeiter.

    "Steuern sind nötig und müssen bezahlt werden." Das ist leider so, deshalb wird heimlicher Selbstbehalt auch sanktioniert (oder sollte es zumindest werden).

    "Wer daran etwas ändern will kann ja wählen gehen." Das ist Zynismus pur.

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