Gewisse Freiräume beim mobilen Internet
Vorhin habe ich mit einem Journalisten über Telekommunikationsüberwachung gesprochen. Dabei stellte er auch die Frage, was für Daten bei Mobilfunkfirmen abgefordert werden. Normal sind:
- Sprachkommunikation.
- SMS-Nachrichten.
- Geodaten.
Bislang habe ich noch keinen Beschluss gesehen, der auch die Überwachung des mobilen Internetverkehrs anordnet. Aber das Internet für unterwegs nimmt ja gerade erst seinen großen Aufschwung. Mit etwas zeitlicher Verzögerung dürfte es auch ins Blickfeld der Ermittlungsbehörden geraten.
Schäuble wirds schon richten !
@1
Oder sein Nachfolger.
Realistische Chancen, daß der Überwachungs- und Zensurwahn aufhören wird, sehe ich nur, sofern die FDP den Innenminister stellen wird.
Die FDP hat selbst genug Überwachungsmaßnahmen mit beschlossen. Für die Macht tragen die fast alles mit.
@3:
Eben wie alle eigentlich. Bei solchen Dingen gibt es dann immer grassierende Magenprobleme in der Politik, von denen die Damen und Herren dann zu sehr geschwächt ist, um dagegen zu stimmen.
@2 Selbst dann besteht keine große Hoffnung. Dazu ist die Absicht der Politik seit etlichen Jahren viel zu klar und entschieden, und die möchte man nicht aufgeben, um keinen Preis. Es gibt ja auch so gut wie keinen Widerstand, die Leute lassen sich nahezu alles gefallen (die paar Meckerer zählen doch gar nicht!). Notfalls organisieren sich die interessierten Kreise wieder ein paar Amateur-Attentäter, um die Sache anzuheizen.
Wenn diese sauerländer Stümper nicht selbst vom BND bezahlt wurden. Alá NPD-Überwachung durch den Verfassungsschutz, oder war jetzt der Verfassungsschutz die NPD?
Aber nur vielleicht sind diese Amateure so g'scheit, alle ihre Handies und Navies auszuschalten, bei ihren amateurhaften Touren.
Und nur dann werden sie bei der *Erbsenzählerei nicht zugeordnet werden können.
*Geodaten
(Der Kommentar hat sich gerade erledigt, weil der Kommentar, auf den er sich bezog, gelöscht wurde.)
@Tuttle: Na, die Grünen haben sich in ihrer siebenjährigen Regierungszeit auch nicht mit Ruhm bekleckert. Die FDP regiert im Bund seit 1998 nicht mehr mit. Alle anderen: SPD, CDU, CSU und eben DIE GRÜNEN haben sich in den vergangenen Jahren nicht gerade als Vorreiter des Datenschutzes ausgewiesen. Als die FDP regierte, konnte von mobilem Internet etc. noch gar nicht die Rede sein. Die SPD ist jetzt seit fast 11 Jahren ununterbrochen an der Regierung und ich kann nicht sehen, wo sie sich für den Datenschutz jemals so richtig in die Bresche geworfen hat. Wenn es um Rechtsstaatlichkeit geht, sehe ich immer nur Gerhart Baum (FDP) und zugegeben Grüne vor dem Bundesverfassungsgericht, aber sobald die Grünen regieren, will man auch schon mal im Terrorverdacht Flugzeuge abschießen. Alles komisch. Aber daran ist wahrscheinlich auch noch die FDP schuld;-))
@8 AHA! Zensur! Überwachungsstaat! U. Vetter is watching you!
Drei Dinge dazu:
1
Die Datenmengen sind wesentlich geringer = die Kontrolle einfacher.
2
Um der geringeren Übertragunsgkapazität gerecht zu werden setzen Mobilfunkanbieter Proxies ein, die unter anderem Bilder herunterrchnen.
3
Und weil die Verbindung stets über den eigenen Anbieter aufgebaut wird, fließen die Daten stets "durch" den eigenen Anbieter – egal ob man im Ausland ist oder zufällig in einem frenden Netz.
(man könnte das theoretisch umgehen, praktisch bin ich mir aber nicht sicher wie die Anbieter unterscheiden ob jemand ihr Gateway benutzen darf oder nicht)
Danke fuer den Tip :)
Schäuble hat das mobile Internet vermutlich noch nicht entdeckt. Ansonsten wäre es jetzt schon vollüberwacht und mit eigenem Daten-Highway in Richtung USA versehen worden. ;-)
@ Nik – die FDP ist ganz schön flexibel im Bezug auf ihre Liberalität wenn es um ihre eigene Klientel geht. Oder opfert liberalität an einer Stelle wenn man dafür als Kompromiss z.B. eine schöne Steuersenkung präsentieren kann. Ich glaube nicht das Schwarz/Gelb 2010 irgendwas zurücknehmen wird oder neue liberalere Regelungen für z.B. das Urheberrecht zulassen wird, oder der Abmahnbranche auf die Finger klopfen wird (-> Klientel). Da wird man dann viele Freiheiten durchsetzen (oder einfach belassen), Freiheiten aber nicht für den Bürger, sondern für Rechteinhaber und Abmahner.
Das hat eigentlich gar nichts mit der FDP oder einer anderen Partei zu tun.
Die Bundesrepublik ist mittlerweile genauso verottet und abgewirtschaftet ist, wie die römische Republik zu Zeiten Sullas. Auf lange Sicht ändern da auch die Einsprüche der letzten Volkstribunen nichts mehr.
@15 Fragen Sie doch mal warum ?
Schwierigen Fragen geht man in diesem Land aus dem Weg, ganz besonders Fragen, die das GG und den Föderalismus betreffen. Nur mal so nebenbei …
Oberstes Prinzip hier ist:
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
Hm. Die Parallele zu Spätrom sehe ich auch. Shcon mal an die Piratenpartei gedacht? Die werden sogar wählbar sein, denke ich.