10.7.2009

No-kids.org nach Kritik offline

Obwohl das Angebot der Internetseite “no-kids.org” angeblich gut durchdacht und mit Experten abgesprochen war, haben sich die Betreiber die im law blog geäußerte Kritik zu Herzen genommen – und die Seite vorerst vom Netz genommen. Dies hat die Geschäftsleitung der Werbeagentur Grabarz & Partner der FAZ bestätigt.

Ursprünglicher Plan von no-kids.org war, Internettauschbörsen mit gefälschten kinderpornografischen Dateien zu überfluten. Statt des im Namen der Datei angegebenen Kinderpornos sollten die Tauschpartner einen Warnhinweis finden und die Empfehlung, sich in Therapie zu begeben.

Technisch sollten Besucher der Seite no-kids.org ihre IP-Adresse für die “Teilnahme” an Tauschbörsen hergeben. Der jeweilige Anschlussinhaber wäre also identifizierbar gewesen. Laut FAZ will Grabarz & Partner das Konzept überarbeiten. Hierfür soll mit den Ermittlungsbehörden gesprochen werden. Oberstes Ziel sei es, dass für Teilnehmer kein Risiko besteht.

Wir werden sehen.

22 Kommentare zu “No-kids.org nach Kritik offline”

  1. Reinhard meint: (10.7.2009 um 11:32) AntwortenReply to this comment

    Ein durchsichtiger und erbärmlicher Trick sich selbst zum Zwecke der Generierung von Aufmerksamkeit in Szene zu setzen und mißbrauchte Kinder für rein geschäftliche Zwecke NOCHMALS zu mißbrauchen … ich könnte nicht so viel fressen, wie ich kotzen will!

  2. Kristine meint: (10.7.2009 um 11:39) AntwortenReply to this comment

    @1 (Reinhard): Sie haben doch große Vorbilder aus der Politik. v.d.Leyen etc. profilieren sich schließlich auch mit Hilfe mißhandelter Kinder.

    Gruß,
    Kristine

  3. Jose Gacitua meint: (10.7.2009 um 12:05) AntwortenReply to this comment

    In der tat sind es die Kinder das Ziel.80 % der WEB ist Schrott (s. Angaben der Betreiber ) .Darunter logish Kinderpornos. Sollten doch die Besitzer des Service ( Technisch durchaus machbar ) speziele Raume in der WEB fuer alle porno Verkaeufer und Kaeufer einrichten. So wie der Wirt Ihre Zulasung hat um Bier zu verkaufen und Ihre Kunden kennt und weiss welche sorte er am liebsten hat.So werden die Fahnder die moeglichkeit haben dort zu suchen wo Sie etwas finden werden .Und Politiker koennen immer noch sagen Sie haetten etwas dagegen gemacht bei den naechsten Wahlen.

  4. JLloyd meint: (10.7.2009 um 12:09) AntwortenReply to this comment

    Ist die beteiligte Werbeagentur bei einer Auftragsvergabe aus Familien- oder Wirtschaftsministerium womöglich unberücksichtigt geblieben ?

    BTW: Mir fällt bis heute kein sachlicher Grund ein warum das BMWi mit der Angelegenheit befasst ist. Erklären kann ich mir diesen Umstand nur

    durch eine Betroffenheitskumpelei zwischen des Ministers Ehegattin und Frau von der Leyen,

    Kompensation mangelnden Sachverstands im Familienministerium

    oder politisch-taktisches Herausdrängen des Innenministeriums aus der Angelegenheit.

  5. ronin meint: (10.7.2009 um 12:10) AntwortenReply to this comment

    Da sieht man mal was die Internetkontrolle ausrichten kann. Weiter so!

  6. SvenC meint: (10.7.2009 um 12:14) AntwortenReply to this comment

    Tja. Da haben die Betreiber wohl auf die Falschen gesetzt?
    Nicht Jeder ist bxxd Leser und nicht Jeder fällt auf den Quatsch einer vdL ein.
    Vielleicht sollten die Betreiber mal Kontakt mit vdL aufnehmen und es ihr klarmachen, dass man SO keine Kinder schützen! kann!

  7. spYro (Link) meint: (10.7.2009 um 12:16) AntwortenReply to this comment

    @Nummer 3:
    Das ist wiederum ein Definitionsproblem. Du willst Schrott in eine Kategorie zusammenschieben? Ich mag keine Seiten mit Ostfriesenwitzen, weil die zu lahm sind. Außedem mag ich keine Witze über Tiere. Ich mag auch keine Seiten mit rotem Hintergrund….(alles 3 nur Bepspiele, also frei erfunden).
    Unn jetzt? Etwas nach LEGAL und ILLEGAL zu sortieren ist mit den Gesetzen zum Teil noch machbar (wenn alles eindeutig wäre, bräuchte man keine Richter und Anwälte mehr), aber etwas nach "toll" und "nicht toll" einzusortieren ist UNMACHBAR, auf grund der Individuen…

    @Topic:
    Es war nur eine Frage der Tage bis die Seite dicht ist. Das Thema ist so brisant, dass man selbst dann noch Angst haben muss, wenn man zu 101% auf der sicheren Seite steht.
    Denn, wie das vorher hier in den Kommentaren schön erläutert wurde, ist eine Hausdurchsuchung wegen verbreitung von Kinderpornos u.a. peinlich für alle Mitmenschen und den Ruf wird man nicht wieder los…NIE….und außerdem aht man dann mehrere Monate oder so keinen PC und für Datenverlust oder Beschädigungen kann man dann klagen und sich seine Chancen auf einen Schadensersatz auswürfeln…

    MFG spYro

  8. Detlev T. (Link) meint: (10.7.2009 um 12:19) AntwortenReply to this comment

    @4(JLoyd):"Mir fällt bis heute kein sachlicher Grund ein warum das BMWi mit der Angelegenheit befasst ist."

    Ursprünglich sollte die Leyenmauer ja über eine Änderung des Telemediengesetzes errichtet werden, und dieses fällt in die Zuständigkeit des BMWi,

    Im Endeffekt wurde der Entwurf aber von allen Ministern einschließlich Kanzlerin und den meisten Abgeordneten beschlossen. Da sollte man die Verantwortung für diesen Mist nicht einer Person allein zuschreiben. Das sind alles volljährige und voll geschäftsfähige Personen, die für ihre Handlungen selbst gerade stehen müssen.

  9. Kristine meint: (10.7.2009 um 12:21) AntwortenReply to this comment

    @8 (Detlev): "Das sind alles volljährige und voll geschäftsfähige Personen, die für ihre Handlungen selbst gerade stehen müssen."

    Aber … aber … Fraktionszwang!!!1 Die mußten doch so abstimmen, wie sie abgestimmt haben!

    SCNR,
    Kristine

  10. Dr. Bär meint: (10.7.2009 um 12:26) AntwortenReply to this comment

    Was ich mich schon beim ersten Artikel gefragt hatte: Wenn die Fahnder angeblich nur Hashwerte vergleichen, wie soll dann "neues" Material identifiziert werden können ?

  11. Jens (Link) meint: (10.7.2009 um 12:29) AntwortenReply to this comment

    @4: "BTW: Mir fällt bis heute kein sachlicher Grund ein warum das BMWi mit der Angelegenheit befasst ist. "

    Weil auch die Bundeskompetenz für das Gesetz mit der Regelung der Wirtschaft begründet wird?

  12. Sagenumwobener Kommentar meint: (10.7.2009 um 12:38) AntwortenReply to this comment

    Die Idee dazu stammt übrigens von der FDP, namentlich Christian Unger, und der Plan dazu wurde hier im lawblog geäußert:

    lawblog.de/index.php/arch...ede-stimme-dagegen-zahlt/

  13. DeserTStorM (Link) meint: (10.7.2009 um 12:52) AntwortenReply to this comment

    Echt wegen der Kritik im Lawblog? Nicht aufgrund der vielen Kritik auf vielen Websiten? ;-)

    Naja gut durchdacht sieht anders aus, ganz anders. Mal schauen wann die nächste technisch ausgereifte Idee kommt :-D

  14. Nie gehört meint: (10.7.2009 um 12:57) AntwortenReply to this comment

    Existieren überhaupt Therapien für Kinderpornokonsumenten?!

  15. Kristine meint: (10.7.2009 um 13:03) AntwortenReply to this comment

    @14 (nie gehört): Es gibt das Projekt "Kein Täter werden":
    http://www.kein-taeter-werden.de/

    In der Richtung sollten sich v.d.Leyen und Co. engagieren. Aber vermutlich kann man sich damit nicht so gut profilieren; der Stammtisch ist schließlich der Ansicht "Schwanz ab".

    Gruß,
    Kristine

  16. dot tilde dot meint: (10.7.2009 um 15:55) AntwortenReply to this comment

    aufmerksamkeitsstarke kommunikation können sie ja. vielleicht empfiehlt man sich ja so für aufträge. fragt sich nur, für welche.

    .~.

  17. Blacky meint: (10.7.2009 um 18:03) AntwortenReply to this comment

    "Laut FAZ will Grabarz & Partner das Konzept überarbeiten. Hierfür soll mit den Ermittlungsbehörden gesprochen werden."
    Als staatlich geduldeter/unterstützter Honeypot?
    Zur Anpassung der "Realität" an Fr. von der Leyens herbeiphantasierte Zahlen?

  18. Bsinöldn meint: (11.7.2009 um 12:46) AntwortenReply to this comment

    Hmm, so retrospektiv, Vortäuschung einer Straftat?
    wär ja vielleicht lustig geworden. Wie aufm Kirmes: Jeder Schuss ein Treffer.

    Ansonsten: Wow, Nörgeln hilft. Davon sollte der Bundestag sich mal ne Scheibe abschneiden.

  19. Jens D. meint: (12.7.2009 um 04:45) AntwortenReply to this comment

    das ganze ist doch mehr als lächerlich.

    sicherlich kann man über pauschale netzsperren streiten. dennoch ist der kampf gegen die anbieter von kipo richtig und wichtig.

    was soll also jetzt dieser blödsinn, dass man weil das thema grade in aller munde ist, nun solch lächerliche aktionen startet, um damit legitime ermittlungsarbeit zu erschweren?
    was soll das, dass man vortäuscht straftaten zu begehen, nur damit die beamten mehr für den papierkorb arbeiten?

  20. Dirk (Link) meint: (12.7.2009 um 10:56) AntwortenReply to this comment

    @15 (Kristine):
    dem Projekt "Kein Täter werden" liefen bezeichnenderweise im November 2008 die Gelder des Justizministeriums und der VW-Stiftung aus -uppps, wer fing denn da noch mal zur selben Zeit an, die PR-Trommel so richtig in Schwung zu bringen:
    bmfsfj.de/bmfsfj/generato...aktuelles,did=115254.html

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