Einige Dinge besprechen
Ich telefoniere gerade hinter einer Polizistin her, die sich für morgen früh bei meinem Mandanten angesagt hat. Um was es geht, wollte sie ihm am Telefon nicht sagen. Sie müsse halt einige Dinge mit ihm besprechen.
Nun ja. In der Sache liegt mittlerweile nicht nur die Anklageschrift vor. Ich bin auch seit Anfang an als Verteidiger tätig, so dass mein Name durchaus in der Ermittlungsakte auftaucht. Es hätte also nahe gelegen, nicht nur meinen Mandanten anzurufen, sondern auch mich. Auch Polizisten dürfte klar sein, dass ein Anwalt erst mal mit der roten Kelle winkt, wenn Vernehmungen an ihm vorbei organisiert werden.
Da ich die Frau nun nicht erreiche und auch nicht weiß, um was es bei dem Besuch gehen soll, kann ich dem Mandanten nur raten, erst mal nichts zu sagen, bevor er von mir grünes Licht hat.
Gut möglich, dass es eine vergebliche Dienstfahrt wird.
Ich telefoniere gerade hinter einer Polizistin her “In keiner Weise sexualbezogen”.
(scnr)
Für Polizisten gibt es keine Regelung, die dem Verbot der Umgehung des Gegenanwalts in der BRAO (?) vergleichbar ist?
Entweder will die ein Date oder einen Teil der Beute.
Das Polizisten die Anwälte übergehen kommt leider häufiger vor.
Vielleicht eine vergebliche Dienstfahrt, vielleicht ist der Mandant aber auch eine unbelehrbare Plaudertasche und mag freundliche Polizistinnen.
Vielleicht zieht die Polizistin Ihren Dienstrock an. Reine Spekulation, ausschliesslich zum Zwecke der Unterhaltung.
Wäre es in solchen Fällen nicht ratsam, dem Mandanten klar zu machen, dass er morgen den ganzen Tag "nicht zu Hause" ist?
Ganz klare Antwort: "Ja, natürlich. Wir können uns gerne treffen. In der Ermittlungsakte sehen Sie ja, wer mein Verteidiger ist. Kommen Sie doch am Besten zu ihm in die Kanzlei, ich werde auch da sein."
Fast ist man geneigt zu sagen: Dumme Bullen – versuchen es immer wieder. (Aber es gibt ja immer noch genug Unbelehrbare, die es noch nicht verinnerlicht haben, daß man mit diesen Tricksern nicht spricht.)
@Kampfschmuser:
Sex sells.
@martin:
gibt es noch dienströcke?
morgen vorbeikommen? gut, dass bei uns hl. 3 könige feiertag ist!
@anonym: Fast ist man geneigt zu sagen, dumme Polizeifeinde, beleidigen immer gleich drauf los.
ich hätte ein verdammt ungutes Gefühl von Polizisten "besucht" zu werden.
#k.
@ http://www.diewaldseite.de
Die Büttel, die haben es nicht so mit Beleidigungen; die sind effektiver. Die warten (meistens), bis keine Zeugen da sind, dann treten sie gemeinschaftlich ihr Opfer zusammen. Oder sie lügen gezielt und abgesprochen vor Gericht. Oder lassen sie selbst belastende Beweisstücke verschwinden. Oder lassen ihre gefesselten Opfer in der Zelle verbrennen. Alles geschehen im Rechtsstaat Deutschland in den letzten Jahren.
Äußerst ungewöhnliches Verhalten. Wenn die Anklage vorliegt, gibt es durch die Polizei (eigentlich) nichts mehr zu ermitteln. Das wäre, da im Zwischenverfahren, Sache des Gerichts und auf garkeinen Fall am Verteidiger vorbei.
Sehr verdächtig und aufklärungsbedürftig.
@http://www.diewaldseite.de:
Dann erklär das Verhalten doch mal anständig und rechtsstaatleich vereinbar.
Einem Kollegen von mir wirklich gerade aktuell passiert: Post von der Polizei, gegen seinem Sohn werde wegen Raub und Sachbeschädigung ermittelt, sie mögen doch bitte nächsten Freitag zur Wache kommen… Der Mann hat drei Söhne. Welcher Sohn es denn sein darf, wollte man telefonisch anfangs ob des Datenschutzes zunächst nicht mitteilen, sah dann aber nach einem kleinen Wortwechsel von weiteren Bedenken ab. Es handelte sich um den 11jährigen, der eine Schulkameradin neulich den Turnbeutel in Straßengraben geworfen hatte, nachdem diese ihm zuvor die Jacke entriss und versuchte, damit auf dem Rad zu entkommen… Eine Kinderkabbelei also. Wie die Polizei an die Daten kam, ist noch nicht bekannt. Wahrscheinlich hat der Vater der kleinen bei der Schule vor gesprochen. Angezeigt hat möglicherweise die Schule (seit ein paaren Wochen haben die Schulleiter in Hamburg bei Vorliegen einer Straftat grundsätzlich die Polizei zu informieren, §49 HambSchG). Und nun kommt’s (es ist ja immer noch zu toppen): Die Polizei hat den Jungen am Dienstag aus dem Unterricht geholt und ihn interviewt… Dabei soll er sich, so die Schulleitung, auch noch in Widersprüche verwickelt haben… Die Eltern sind natürlich darüber nicht vorab informiert worden. Wieso also sollte im vom Udo Vetter geschilderten Fall ein RA informiert werden, der nicht einmal mit seinem Mandanten verwandt ist…
@marcus05:
Es geht gar nicht um den Fall: sie hat in der Ermittlungsakte das Foto des Mandanten gesehen und fand ihn sooo süüüüß, dass sie ihn nun unbedingt kennen lernen will…
@martin: hoffentlich steht dem Mandanten nichts bei- aeh, steht der Mandant nicht auf Uniformen ;)
scnr :D