5.1.2010

Einige Dinge besprechen

Ich telefoniere gerade hinter einer Polizistin her, die sich für morgen früh bei meinem Mandanten angesagt hat. Um was es geht, wollte sie ihm am Telefon nicht sagen. Sie müsse halt einige Dinge mit ihm besprechen.

Nun ja. In der Sache liegt mittlerweile nicht nur die Anklageschrift vor. Ich bin auch seit Anfang an als Verteidiger tätig, so dass mein Name durchaus in der Ermittlungsakte auftaucht. Es hätte also nahe gelegen, nicht nur meinen Mandanten anzurufen, sondern auch mich. Auch Polizisten dürfte klar sein, dass ein Anwalt erst mal mit der roten Kelle winkt, wenn Vernehmungen an ihm vorbei organisiert werden.

Da ich die Frau nun nicht erreiche und auch nicht weiß, um was es bei dem Besuch gehen soll, kann ich dem Mandanten nur raten, erst mal nichts zu sagen, bevor er von mir grünes Licht hat.

Gut möglich, dass es eine vergebliche Dienstfahrt wird.

20 Kommentare zu “Einige Dinge besprechen”

  1. Johann meint: (5.1.2010 um 15:40) AntwortenReply to this comment

    Ich telefoniere gerade hinter einer Polizistin her “In keiner Weise sexualbezogen”.
    (scnr)

  2. Jens (Link) meint: (5.1.2010 um 15:49) AntwortenReply to this comment

    Für Polizisten gibt es keine Regelung, die dem Verbot der Umgehung des Gegenanwalts in der BRAO (?) vergleichbar ist?

  3. inge meint: (5.1.2010 um 15:54) AntwortenReply to this comment

    Entweder will die ein Date oder einen Teil der Beute.

  4. Mel (Link) meint: (5.1.2010 um 15:55) AntwortenReply to this comment

    Das Polizisten die Anwälte übergehen kommt leider häufiger vor.

  5. Kampfschmuser meint: (5.1.2010 um 16:01) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht eine vergebliche Dienstfahrt, vielleicht ist der Mandant aber auch eine unbelehrbare Plaudertasche und mag freundliche Polizistinnen.

  6. martin meint: (5.1.2010 um 16:08) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht zieht die Polizistin Ihren Dienstrock an. Reine Spekulation, ausschliesslich zum Zwecke der Unterhaltung.

  7. Tagedieb meint: (5.1.2010 um 16:23) AntwortenReply to this comment

    Wäre es in solchen Fällen nicht ratsam, dem Mandanten klar zu machen, dass er morgen den ganzen Tag "nicht zu Hause" ist?

  8. Momo meint: (5.1.2010 um 16:40) AntwortenReply to this comment

    Ganz klare Antwort: "Ja, natürlich. Wir können uns gerne treffen. In der Ermittlungsakte sehen Sie ja, wer mein Verteidiger ist. Kommen Sie doch am Besten zu ihm in die Kanzlei, ich werde auch da sein."

  9. anonym meint: (5.1.2010 um 16:50) AntwortenReply to this comment

    Fast ist man geneigt zu sagen: Dumme Bullen – versuchen es immer wieder. (Aber es gibt ja immer noch genug Unbelehrbare, die es noch nicht verinnerlicht haben, daß man mit diesen Tricksern nicht spricht.)

  10. Axel John (Link) meint: (5.1.2010 um 16:55) AntwortenReply to this comment

    @Kampfschmuser:
    Sex sells.

  11. az meint: (5.1.2010 um 17:05) AntwortenReply to this comment

    @martin:
    gibt es noch dienströcke?

  12. wolfi meint: (5.1.2010 um 17:09) AntwortenReply to this comment

    morgen vorbeikommen? gut, dass bei uns hl. 3 könige feiertag ist!

  13. www.diewaldseite.de meint: (5.1.2010 um 17:26) AntwortenReply to this comment

    @anonym: Fast ist man geneigt zu sagen, dumme Polizeifeinde, beleidigen immer gleich drauf los.

  14. Kand.in.Sky (Link) meint: (5.1.2010 um 18:25) AntwortenReply to this comment

    ich hätte ein verdammt ungutes Gefühl von Polizisten "besucht" zu werden.

    #k.

  15. anonym meint: (5.1.2010 um 19:38) AntwortenReply to this comment

    @ http://www.diewaldseite.de
    Die Büttel, die haben es nicht so mit Beleidigungen; die sind effektiver. Die warten (meistens), bis keine Zeugen da sind, dann treten sie gemeinschaftlich ihr Opfer zusammen. Oder sie lügen gezielt und abgesprochen vor Gericht. Oder lassen sie selbst belastende Beweisstücke verschwinden. Oder lassen ihre gefesselten Opfer in der Zelle verbrennen. Alles geschehen im Rechtsstaat Deutschland in den letzten Jahren.

  16. foxi meint: (5.1.2010 um 22:03) AntwortenReply to this comment

    Äußerst ungewöhnliches Verhalten. Wenn die Anklage vorliegt, gibt es durch die Polizei (eigentlich) nichts mehr zu ermitteln. Das wäre, da im Zwischenverfahren, Sache des Gerichts und auf garkeinen Fall am Verteidiger vorbei.
    Sehr verdächtig und aufklärungsbedürftig.

  17. marcus05 meint: (6.1.2010 um 14:27) AntwortenReply to this comment

    @http://www.diewaldseite.de:

    Dann erklär das Verhalten doch mal anständig und rechtsstaatleich vereinbar.

  18. alfred meint: (6.1.2010 um 19:49) AntwortenReply to this comment

    Einem Kollegen von mir wirklich gerade aktuell passiert: Post von der Polizei, gegen seinem Sohn werde wegen Raub und Sachbeschädigung ermittelt, sie mögen doch bitte nächsten Freitag zur Wache kommen… Der Mann hat drei Söhne. Welcher Sohn es denn sein darf, wollte man telefonisch anfangs ob des Datenschutzes zunächst nicht mitteilen, sah dann aber nach einem kleinen Wortwechsel von weiteren Bedenken ab. Es handelte sich um den 11jährigen, der eine Schulkameradin neulich den Turnbeutel in Straßengraben geworfen hatte, nachdem diese ihm zuvor die Jacke entriss und versuchte, damit auf dem Rad zu entkommen… Eine Kinderkabbelei also. Wie die Polizei an die Daten kam, ist noch nicht bekannt. Wahrscheinlich hat der Vater der kleinen bei der Schule vor gesprochen. Angezeigt hat möglicherweise die Schule (seit ein paaren Wochen haben die Schulleiter in Hamburg bei Vorliegen einer Straftat grundsätzlich die Polizei zu informieren, §49 HambSchG). Und nun kommt’s (es ist ja immer noch zu toppen): Die Polizei hat den Jungen am Dienstag aus dem Unterricht geholt und ihn interviewt… Dabei soll er sich, so die Schulleitung, auch noch in Widersprüche verwickelt haben… Die Eltern sind natürlich darüber nicht vorab informiert worden. Wieso also sollte im vom Udo Vetter geschilderten Fall ein RA informiert werden, der nicht einmal mit seinem Mandanten verwandt ist…

  19. zaungast meint: (6.1.2010 um 19:52) AntwortenReply to this comment

    @marcus05:

    Es geht gar nicht um den Fall: sie hat in der Ermittlungsakte das Foto des Mandanten gesehen und fand ihn sooo süüüüß, dass sie ihn nun unbedingt kennen lernen will…

  20. gb meint: (7.1.2010 um 00:28) AntwortenReply to this comment

    @martin: hoffentlich steht dem Mandanten nichts bei- aeh, steht der Mandant nicht auf Uniformen ;)

    scnr :D

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