17.12.2004

GEFÄLLIG

Ich zitiere zur gefälligen Kenntnisnahme aus dem Schreiben eines Kollegen:

“… in vorbezeichneter Angelegenheit vernehmen wir mit Bedauern, dass unser Anschreiben vom 2.12.2004 zum heutigen Zeitpunkt keine Beantwortung erfahren hat. … Wir möchten allerdings deutlich zum Ausdruck bringen, dass ungeachtet der Tatsache, dass wir bereits Bedenken hinsichtlich des tatsächlichen Ausspruchs der Kündigung hegen, wir unserer Mandantschaft anempfehlen werden, uns unmittelbar mit einem Klageauftrag zu versehen..”

Komisch, dabei ist er im persönlichen Umgang sehr nett und direkt.

6 Kommentare zu “GEFÄLLIG”

  1. bull meint: (17.12.2004 um 10:19) AntwortenReply to this comment

    Steht da wirklich "vorbeizeichneter" – oder ""vorbezeichneter", was wohl richtig wäre.

  2. Udo Vetter (Link) meint: (17.12.2004 um 11:15) AntwortenReply to this comment

    Die Legasthenie geht auf mein Konto.

  3. helge (Link) meint: (17.12.2004 um 13:03) AntwortenReply to this comment

    der geneigte leser könnte den eindruck gewinnen, bei der verfassung jouristischer texte sei es von erhöhter wichtigkeit, gegenständliche sachverhalte einer gesteigerten substantivierung zuzuführen.

    (=es scheint, als wäre es bei rechtlichen texten wichtig, besonders viele hauptwörter zu verwenden.)

  4. helge (Link) meint: (17.12.2004 um 13:04) AntwortenReply to this comment

    legasthenie auch bei mir: juristisch.

  5. VolkerK (Link) meint: (17.12.2004 um 14:01) AntwortenReply to this comment

    Hihi, dabei hat selbst die für Nominalstil bekannte Verwaltung inzwischen umgedacht. Die Stadt Soest schneidet den Zopf des Bürokratendeutschs ab und fordert:

    - Einfache Saetze konstruieren
    - Umgangssprache nutzen
    - Aktiv und lebendig formulieren
    - Gleichberechtigung
    - Adressatenorientierung
    - Uebersichtlichkeit bewahren

    Wenn das Ordnungsamt einer Ruhestoerung durch groehlende Kneipenbesucher Abhilfe schafft heisst es offensichtlich in Zukunft

    MAUL – SONST BEULE!

  6. paulo meint: (18.12.2004 um 19:24) AntwortenReply to this comment

    wahrscheinlich kümmert er sich garnicht mehr selbst um solchen Kleinkram und hat sein Sekretariat zur kompletten Erledigung der Sache gebeten. Die finden möglicherweise diese Ausdrucksweise besonders gelungen :-)

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