HOLT MAL EINER DEN ARZT
Gerhard Schröder zu BamS: „Wir haben mit den Reformen der Agenda 2010 einen Rahmen geschaffen, der für die Unternehmen in Deutschland allerbeste Voraussetzungen bietet. Wir haben die Steuern für Bürger und Unternehmen gesenkt. Wir haben die Lohnzusatzkosten verringert. Wir haben Einstellungshemmnisse beseitigt. Im Ergebnis sind die deutschen Unternehmen konkurrenzfähiger als jemals zuvor.“
FAS: Der Fall des Hauses Fischer (via Handakte WebLAWg)
Zusammen mit der merk-würdigen Antwort von Frau Künast auf die ´Vorfahrt für Arbeit´-Rede von Bundespräsident Horst Köhler zeigen Schröders neue Ergüsse tatsächlich ein erschreckendes Bild von der krummen Gedankenwelt unserer regierenden Kaste. Traurig, traurig.
Was Herr Schröder bei klarem Blick auf die Realität gesagt hätte, klingt so:
"Wir haben die Einkommenssteuer für Bürger und Unternehmer ein klein wenig gesenkt. Wir haben die Bürger und Unternehmen durch indirekte Steuern und Abgaben aber um so mehr belastet. Wir haben die Lohnnebenkosten dadurch geringfügig gesenkt, dass wir sie stärker auf die Arbeitnehmer umgelegt haben. Wir arbeiten daran, dass Unternehmen nur noch in begründeten Ausnahmefällen reguläre Arbeitsplätze schaffen werden. Im Ergebnis unserer Bemühungen sind sowohl die deutschen Unternehmen als auch die deutschen Arbeitnehmer geschwächt worden. Weiter so!"
Die Rede des Bundespräsidenten war wirklich wesentlich besser als alle Äußerungen Gerhard Schröders (mindestens) seit der "Agenda"-Regierungserklärung. Leider wird sie sehr wenig ändern. Aber wir haben wenigstens einen Bundespräsidenten, der die Zusammenhänge richtig sieht und gut erläutern kann. Könnte man eventuell einen Tausch Merkel-Köhler in die Wege leiten?
dafür ;)
Leider warten wir schon etwas länger auf eine reale Einschätzung der Lage durch unsere Bundesregierung. Man muß sich fragen: Wissen die Herren es wirklich nicht besser, oder behaupten sie solchen Unsinn wider besseren Wissens.
Waldorf (www.statler-and-waldorf.de)
Einweisen und für regierungsunfähig erklären lassen. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Wo lebt der eigentlich?!
Bodenhaftung verloren, Zeitung nicht gelesen, Jobziel nicht erfüllt. Kündigen.
Frohe Ostern meine Herren,
ich wäre die letzte, die sich schützend vor die Hartz-Aktionen unseres Kanzlers stellt und diesen und seine Kommentare verteidigt – zumal ich nie auf die Idee kommen würde so etwas wie BamS zu lesen.
Aber ich wüsste nicht, wieso die Reden von Köhler einen höheren Wert haben sollten als die von Schröder. Als "normalsterblicher" Bürger fragt man sich schon, warum der Kündigungsschutz noch weiter gelockert werden soll und was 1-€-Jobs für Arbeitsplätze schafft, wenn andererseits die Unternehmen Gewinne in Milliardenhöhe verzeichnen. Weitere Steuererleichtungen und Subventionen für die armen Manager, damit diese sich wieder ihre eigenen Gehälter erhöhen können?
Ich bin sicher, dass viele Politiker die Bodenhaftung verloren haben, genauso wie die meisten Unternehmer. Aber man sollte vorher Bodenhaftung definieren, bevor man sagt, dass Herr Köhler mit beiden Beinen näher am Boden ist als Herr Schröder. Er ist sicherlich auf der unsozialeren und unternehmensfördernderen Seite, also die Seite, die seit Jahren Jobs "freisetzen" und ins Ausland transferieren. Deswegen ist mit der Vorfahrtsregel für Arbeit auch wieder nur eine nette Phrase.
Ich hätte aber nix gegen einen Tausch von Frau Merkel gegen Herrn Köhler – dann hätten wird endlich mal eine Frau als Ministerpräsidentin und außerdem könnte dann Herr Köhler wieder ungehört in der Versenkung verschwinden, wo er hingehört.
Niemand versucht, eine Brücke zu bauen, ohne Ahnung von Statik zu haben.
Niemand versucht, eine Organtransplantation durchzuführen, ohne jahrelang Medizin studiert zu haben.
Niemand versucht, eine Bombe zu entschärfen, ohne darin intensivst ausgebildet worden zu sein.
Aber wieso muß jeder, der nicht mal einen Ministerpräsidenten von einem Bundespräsidenten unterscheiden kann, seine Meinung zu Wirtschaft und Politik mit einer Bestimmtheit vertreten, als wäre man selbst im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit?
hm…im usenet hätte dich jetzt der *plonk* erwischt, Johannes. ich sehe weder eine besondere "bestimmtheit", geschweige denn einen "wahrheitsanspruch" in sissis meinung. nur ein tippfehler ist drin, auf dem rumzureiten sich natürlich sofort der erstbeste klugscheißer befähigt fühlen muss.
Im Usenet hat auch seit Menschen Gedenken noch niemand seine Meinung geändert, nur weil sie grob falsch ist.
Wenn ich ein Klugscheißer wäre, würde ich Dich jetzt über den Unterschied zwischen Tippfehlern, Druckfehlern und inhaltlichen Fehlern aufklären.
Ich finde nicht, dass Johannes der *plonk* treffen sollte. Er weist in seiner Antwort auf ein polemisches Posting etwas pointiert auf einen sachlichen Fehler hin.
Noch mal langsam und ganz sachlich: Bundeskanzler Schröders Äußerungen kann man so nicht stehen lassen. Die Belastung durch Steuern und Abgaben ist in Wahrheit gestiegen. Es wird gerade für kleine und mittelständische Firmen immer schwerer, Arbeitsplätze zu schaffen. Sowohl die Wirtschaft als auch die Arbeitnehmer wurden in den letzten Jahren geschwächt.
ja ja, schon. aber ich sehe nicht, wo sissi etwas anderes behauptet. sie sagt m.e. lediglich, daß die gegenüberstellung mit hottes rede ihrer meinung nach keinen sieger in sachen bodenhaftung ergibt.
und die bezeichnung "tippfehler" war absicht. ich denke schon, daß sie weiß, daß er bundespräsident ist.
und wer mich als nächstes drauf aufmerksam macht, daß meine shift-taste kaputt ist, kriegt den goldenen bartkamm.
Reden kann man unter anderem nach ihrer Struktur, Klarheit und Verständlichkeit einschätzen. Die Rede des Bundespräsidenten war meiner Meinung nach gut strukturiert, klar und verständlich.
Was mich an Sissis Beitrag stört: Sie achtet kaum auf Zusammenhänge und geht nicht konkret auf das Redezitat des Bundeskanzlers ein. Es ist eine sehr pauschale Aussage, dass "die Firmen Milliardengewinne machen". Die meisten Firmen sind froh, wenn sie knapp über eine schwarze Null kommen. Die Arbeitsbedingungen für die meisten Firmen verschlechtern sich vor allem durch überbordende Bürokratie. Es ist doch bezeichnend, dass wir das ineffizienteste Steuersystem von über hundert untersuchten Staaten haben. Was dort allein für Kräfte gebunden werden!
YMMV.
PS: Deine Shift-Taste funktioniert wunderbar. Es muss an Deinen Fingern liegen :-)
Hallo nochmals,
ich bitte vielmals um Entschuldigung wegen des "Tippfehlers". Und es war leider wirklich einer der mir unterlaufen ist, weil ich a) ziemlich emotional bin und b) die geäußerten Ansichten sehr aufgeregt haben. Ich bin mir im klaren, was der Bundespräsident ist und was Ministerpräsidenten sind. Wer mir etwas anderes unterstellt, sollte sich fragen wieso ich ernsthaft von Ministerpräsidenten reden wöllten, wenn es schon im ersten Kommentar um "Bundespräsident Horst Köhler" geht. Und außerdem weiß ich, wie man Korinthenkacker schreibt. ;)
Ich wüsste aber nicht, wo ich einen Anspruch auf die absolute Wahrheit geäußert haben sollte, jedoch ich versichere hiermit, es handelt sich hier nur um meine bescheidene Meinung. Ich hoffe, dafür muss man nicht erst Jura oder BWL studiert haben, um sich hier äußern zu dürfen. Falls dies der Fall sein sollte, verlasse ich natürlich diesen elitären Kreis.
Nun zum eigentlichen Thema: Ich habe Köhlers Rede nicht auf ihre Struktur analysiert, sondern nur einfach gelesen und die Reaktionen darauf gehört. Natürlich fand die "Wirtschaftsfuzzis" die Rede 1 a und die Gewerkschaften/Linken meldeten arge Bedenken an.
Ich lese nicht jeden Tag Financial Times, doch bekomme ich trotzdem mit, dass es der Wirtschaft allgemein nicht so schlecht geht, wie sie selbst immer behauptet. Das trifft sicher nicht auf den Einzelhandel zu, denn der Arbeitnehmer hat in letzter Zeit mit enormen Mehrbelastungen zu kämpfen (Praxisgebühr, höhere Strom- und Nahrungsmittelkosten) und kein Geld mehr für Luxusgüter – falls er überhaupt einen Job hat.
Auch die 1-€-Jobs nehmen den Kleinunternehmern die Aufträge ab und somit die Existenzgrundlage.
Auf der anderen Seite geht es den Großkonzernen zum Beispiel der Pharmaindustrie und den Stromunternehmen doch nicht schlecht. Ich finde schon, dass Schröder eine Menge dazu beigetragen hat, dass sich die Wirtschaft sich in Deutschland erholen kann. Man sollte aber vielleicht auch daran denken den Konsumenten, sprich Arbeitnehmer, zu entlasten, damit die Binnenwirtschaft angekurbelt werden und somit auch Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Mich bei der Rede von Köhler so aufgeregt, dass er so fadenscheinig von einer Vorfahrtsregel für Arbeit ausgeht und damit eigentlich noch mehr Erleichterungen für die Arbeitgeber. Beim Kleinunternehmer, der keine Aufträge mehr kriegt, weil seine Kundschaft kein Geld mehr hat, hilft es dann auch nicht, wenn er auf die nicht vorhandenen Gewinne Steuererleichterungen kriegt. Daher fand ich die Aussage Schröders in der BamS mal ausnahmsweise richtig. Ich hoffe diesmal wurde ich besser verstanden. Gute Nacht!
Sissi
–
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten. Ist grad 0:52 Uhr. ;)
Bei dem Thema Wirtschaft hat niemand Ahnung.
Warum ist die Allianz denn genau im Jahre 2000 in die börse eingestiegen und hat maassenweise Aktien gekauft ?
Genau auf dem Höhepunkt des "Neuen Markt" Wahnsinns ?
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