AUSKÜNFTE
Da ich nach meinen Ausflügen in die spannende Welt der Forensik normalerweise jeden zurückrufe, der es wünscht, habe ich dies auch bei einer Opferschutzorganisation gemacht. Die Dame erklärte mir, dass sie gestern Frau N., meine Mandantin, bei sich gehabt und mit ihr geplaudert habe.
Und dann wollte sie allerhand wissen. Zum Beispiel, was ich mit meiner Mandantin hinsichtlich der Anwaltskosten ausgemacht habe. Abgesehen davon, dass sie das auch Frau N. hätte fragen können, kam mir auch spontan das so genannte ANWALTSGEHEIMNIS in den Sinn.
Also besorge ich mir erst einmal grünes Licht von Frau N., bevor ich etwas sage. Besonders beliebt habe ich mich mit meiner Einsilbigkeit aber wohl nicht gemacht. Jedenfalls erweckte meine leicht pikierte Gesprächspartnerin den Eindruck, dass ihr Anwälte sonst alles erzählen.
naja, auch als anwalt macht man sich nur ungern strafbar ….
vielleicht sind die anderen anwälte auch die üblichen nebenklagevertreterinnen, die mit der opferbetruungsdame gut befreundet sind.
als verteidiger kann man sich ja schon mal recht allein in der gerichtskantine fühlen, wenn man nebenklage, dolmetscher, opferzeugin und opferbeistand (und im schlechtesten fall auch die sta) munter miteinander plaudern sieht. das gericht hat dann auch einen fünfertisch für sich allein und nur der anwalt sitzt ganz allein oder mit seinem referendar herum, während der mandant in der zelle auf den fortgang des verfahrens wartet ….
Lieber Herr Vetter, das Großschreiben einzelner Wörter wird im Netz oft als Schreien empfunden. Zum einen haben Sie das nicht nötig, zum anderen passt es nicht zu Ihnen. Und auch ansonsten sprechen viele Gründe gegen eine Hervorhebung durch Großschreibung, u.a. Aufdringlichkeit und schlechtere Lesbarkeit. Typographisch angemessener ist es, das Anwaltsgeheimnis kursiv zu setzen.
Wenn ich am Telefon gefragt werde, ob ich Lotto spielen möchte und dann dankend ablehne sind sie Gesprächspartner auch immer überrasscht, dass es einer schafft ihrer ungemeinen Überzeugungskraft zu wiederstehen.
@Alex: Na immerhin sind ihnen die 15 zusätzlichen groß geschriebenen Buchstaben über 5 Zeilen Text wert. Offensichtlich haben Sie selbst gerade deren Bedeutung unterstrichen.
Oder gesperrt:
A n w a l t s g e h e i m n i s
… und das nächste Mal ist die Presse an der Leitung, die "investigativ" (oder hätte ich das jetzt in großen Buchstaben schreiben sollen?) ermittelt und so versucht, sich wichtige Informationen zu beschaffen.
Falls der Einwand kommen sollte, U.V. hat ja zurückgerufenm, er wusste ja, mit wem er telefonmiert:
War zwar ein Rückruf – aber ein erwarteter Rückruf kann bei übermittelter Rufnummer vom Angerufenenen zum Anlass genommen werden, sich bei entsprechender Rufnummer mit einem bestimmten Namen zu melden…
@ Alex B.: Ich raff es nicht! Warum nehmen Sie sich nicht auch die Zeit, orthographisch unangemessene Beiträge zu korrigieren? Oder ist man "im Netz" zu feinsinnig und rücksichtsvoll?
Manchmal fühle ich mich auch gefangen zwischen Telefonauskunft und Telefonseelsorge!
@3:
das überrascht-sein ist idR teil der verkaufstaktik. man soll sich so fühlen, als wäre eine anlehnung unpassend.
@marcc: "gesperrt" hat den tödlichen nachteil, für suchmaschinen nicht mehr als wort erkannt zu werden. bitte im web nicht sperren!
@10: Man kann den Text auch mit CSS gesperrt gestalten, wie fett, kursiv etc. Da stört sich dann auch keine Suchmaschine dran.
@thfk: Herr Vetter achtet – so weit mein Eindruck – auf die Rechtschreibung. Ich wollte ihm einen typographischen Tipp geben.
@marcc: Sperren von Kleinbuchstaben ist eine typographische Todsünde.
Anwaltsgeheimnis? Das ich nicht lache. Gestern habe ich einen Anwalt für Arbeitsrecht gesucht und wie das Schicksal es so wollte, bin leider an den von meinen Chefs geraten. Natürlich dürfe er nichts sagen hat er mir versichert, aber heute sind komischerweise meine Zugänge gesperrt (habe gerade Urlaub).
Beweisen werde ich sowieso nichts können, soviel zum Anwaltsgeheimnis.
@12: Ein Tip von mir: Der Tip liest sich etwas schulmeisterhaft in meinen Augen. Da er ohnehin OT ist, wäre eine Email an Udo Vetter vielleicht angebrachter gewesen? Genau wie dieser Tip natürlich …
Es hätte ja sein können, dass es ein paar Aufträge von der Opferschutzorganisation gibt. Vielleicht wäre die Anruferin mit einem passenden Angebot voll zufrieden gewesen.