10.8.2005

NOCH SEX TAGE

Wir schalten um in die Wirtschaftsredaktion:

Dem Weltjugendtag (“We have come to worship him”) wird in Köln und Düsseldorf mit freudiger Erwartung entgegen gesehen.

Eine Mandantin, die als Prostituierte arbeitet, berichtete diesem Blog exklusiv von den Auswirkungen auf ihr Gewerbe.

Die Zimmer in den Etablissements sollen hoffnungslos überbucht sein; es gibt seit langem mal wieder Wartelisten für spät entschlossene Freiberuflerinnen. Fachkräfte werden bundesweit zusammengetrommelt. Die Privatwohnungs-und Clubszene verstärkt ebenfalls die Belegschaft mit Kolleginnen aus ganz Deutschland und Benelux. Man richtet sich auf verschärften Schichtdienst ein.

Es sollen auch einige Sambatruppen aus Rio angereist sein. Obwohl wegen der Ferienzeit doch eigentlich ziemlich wenige Galaabende und Mottopartys stattfinden. Insgesamt, so verlautet aus der als verlässlich eingeschätzten Quelle, herrscht in der Branche eine Stimmung “wie bei den Taxifahrern am Tag vor Silvester”.

Faktor X ist allerdings die Sorge, dass es bei großen Teilen Weltjugend nicht sonderlich gut um die Kaufkraft bestellt sein könnte. Mit einer Erhöhung des derzeit niedrigen Vergütungsniveaus für einzelne Dienstleistungen wird – auch wegen der enormen Steigerung auf der Angebotsseite – derzeit eher nicht gerechnet.

Wir geben zurück in die langweilige Welt des Rechts.

16 Kommentare zu “NOCH SEX TAGE”

  1. Alix meint: (10.8.2005 um 12:20) AntwortenReply to this comment

    "Dem Weltjugendtag (”We have come to worship him”) wird in Köln und Düsseldorf mit freudiger Erwartung entgegen gesehen."
    Das passt nicht in mein Weltbild. Köln und Düsseldorf teilen sich freudige Erwartung? Da muss etwas oberfaul sein. Die Kölner haben ihren alten Dom und die Düsseldorfer ihr leckeres neues Alt – ich denke da z.B. an den 'Uerigen'. Gibts in D'dorf eigentlich noch den 'Wilddieb' mit dem Slogan 'Ein Tritt frei'? Erinnerungen an meine Studentenzeit …

  2. Mainbube meint: (10.8.2005 um 12:23) AntwortenReply to this comment

    Wie vor der Buchmesse in Frankfurt, da hat das Gewerbe auch immer guten Zulauf, weil Literaten wohl gerne…. und ein Schluck Sekt trinken!

  3. h meint: (10.8.2005 um 12:26) AntwortenReply to this comment

    Nur zur Terminplanung der Mandantin: Der Papst plant einen Sünden-Ablass für Köln-Pilger. Sie sollte sich in der Stoßzeit davor also auf heftigen Verkehr einstellen.

    Nach dem Ablass dürfte sich das Geschäft verflachen.

    http://www.koeln.de/cms/artikel.php/1/23980/artikel.html

    http://news.google.de/news?hl=de&ned=de&ie=UTF-8&q=s%C3%BCnden+ablass

  4. stefanolix meint: (10.8.2005 um 12:46) AntwortenReply to this comment

    Das wäre doch mal eine Geschäftsidee: Wie im Artikel vermutet wird, könnte es zu zahlreichen "Sündenfällen" in den Rotlichtbezirken kommen. Also ist der Verkauf von Ablassbriefen doch fast wie eine Lizenz zum Gelddrucken :-)

  5. Alix meint: (10.8.2005 um 13:08) AntwortenReply to this comment

    @4: Vielleicht taucht dann plötzlich ein zweiter Martin Luther auf und nagelt seine These gegen den Ablass an eine Tür des Kölner Doms. Dann ist nichts mehr mit "Die Münze im Kasten klingt, die Nutte aus dem Bette Seele aus der Hölle springt" :-)

  6. stefanolix meint: (10.8.2005 um 13:46) AntwortenReply to this comment

    Wo findest Du heute einen zweiten Martin Luther?

    (und ja, ich kenne auch die Seiten, die kritisch zu sehen sind). Aber jemand, der die Leute und die Verhältnisse mal so richtig wortmächtig zusammenstaucht und vor allem damit auch etwas bewegt, wäre doch mal nicht schlecht :-)

  7. Peter meint: (10.8.2005 um 14:51) AntwortenReply to this comment

    Neue Martin Luthers sind unter anderem hier zu finden:

    http://www.religionsfreie-zone.de/

  8. stefanolix meint: (10.8.2005 um 16:13) AntwortenReply to this comment

    Dazu sei allerdings angemerkt, dass Martin Luther nun nicht gerade für eine religionsfreie Zone stand und mit den meisten der Initiatoren sicher so seine Probleme gehabt hätte :-)

  9. Michael meint: (11.8.2005 um 11:59) AntwortenReply to this comment

    Deswegen hütet euch vor Protestantinnen.

    Die Katholen leben Sex intensiv aus, genießen ihn und gehen beichten. Sie wissen, dass Sex zwar Spaß macht auch wenn man ihn nicht gelernt hat. Aber sie wissen auch, dass durch Übung eine Steigerung möglich ist. Sie wissen, dass Sex, wenn er richtig gemacht wird, auch mal schmutzig ist. Sie haben damit auch kein Problem, denn sie haben die Beichte.

    Den evangelischen Mädchen bleibt der Gang zum Therapeuten, gegebenenfalls der Sturz in den calvinistischen Arbeitseinsatz mit der Hoffnung auf ferne Absolution oder letztendlich der Suizid. Schon Max Weber hatte eine höhere Suizidrate der Protestanten empirisch festgestellt. Das bekommt jeder Soziologiestudent im ersten Semester zu hören.

  10. Axel meint: (11.8.2005 um 12:36) AntwortenReply to this comment

    @4: eBay?

  11. Marcel Widmer meint: (13.8.2005 um 23:59) AntwortenReply to this comment

    Alix meint:

    Vielleicht taucht dann plötzlich ein zweiter Martin Luther auf und nagelt seine These gegen den Ablass an eine Tür des Kölner Doms.

    An die Tür nageln wird er hoffentlich nicht mehr. Zeitgemäss wär's, dass er ein neues Blog startet: http://www.ablassblogger.de :-)

  12. Silvia meint: (18.8.2005 um 12:01) AntwortenReply to this comment

    Stimmt – die Zeiten des Tür nagelns sind ja vorbei, da ist es sinnvoller zu bloggen ;)

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