12.9.2005

KLARER SIEGER

Ich habe nur zugehört, nicht geguckt. Aber akustisch war Westerwelle klarer Sieger. Trotz des Satzes: “Wichtig ist, dass die Wirtschaft steht.”

Übrigens: Die ARD möchte die nächste Elefantenrunde vielleicht doch von schlagfertigen Journalisten moderieren lassen. Wenn allerdings nicht rechtzeitig die Gebühren erhöht werden, wird der Job wieder unter den Funkhauspförtnern ausgelost.

22 Kommentare zu “KLARER SIEGER”

  1. Matthias meint: (12.9.2005 um 23:17) AntwortenReply to this comment

    Ganz grandios auch der Kommentar von Matthias Matussek bei SPON. Kostproben:

    [21.56] Natürlich geht einem Gysis gefakter Berliner Proletenslang unglaublich auf die Nerven, er versimpelt alles auf den Sound von "Wir-hier-unten-ihr-da-oben", aber offenbar gibt es Abnehmer dafür. Nur wer? Der Typ kann doch im Ruhrgebiet nicht ankommen. Bleiben die Frustrierten im Osten. Aber man muss schon sehr frustriert sein…Ungeschickt argumentiert er sicher nicht.

    Und auch er erklärt Westerwelle zum Sieger, trotz:

    [21.21] Die erwiesene Ekelbacke Westerwelle ist der einzige in der Runde, der bisher Biss zeigt. Wie schade, dass man immer den falschen Leuten applaudieren muss.

    Nett auch der Schlusssatz:

    Nun haben die Meinungsforscher das Wort und damit das Volk – und das ist immer anderer Meinung als ich. Das ist das bittere Los eines Genies.

  2. Matthias meint: (12.9.2005 um 23:18) AntwortenReply to this comment
  3. Sascha meint: (12.9.2005 um 23:22) AntwortenReply to this comment

    Dem kann ich uneingeschränkt beipflichten. Auch mir sind die Moderatoren sehr negativ aufgefallen – der eine sah auch wirklich sehr nach Pförtner aus. Ein Frank Plasberg wäre wohl eher angebracht gewesen. Mein Favorit ist auch die FDP. Was auch immer die anderen Parteien tun wollen, die FDP hat immer den Grundsatz: weniger Regulierung, weniger Behörde, mehr Freiheit und wirtschaftliche Liberalisierung. Momentan würde das das Land am ehesten voranbringen…

  4. Alexander Hartmann meint: (12.9.2005 um 23:38) AntwortenReply to this comment

    Komischerweise wurde der Gerd-Show-Ablieferer größtenteils schon wieder zum "Sieger" erklärt, gerade WW soll schlecht gewesen sein. Kann ich auch nicht verstehen …

  5. Tommy meint: (12.9.2005 um 23:54) AntwortenReply to this comment

    Der Gerd konnte immer nur blöd/hämisch grinsen. Ich fand seine Vorstellung richtig schwach. Herr Westerwelle war gut, er hat den richtigen, agressiven Ton getroffen.

  6. Schwarzmaler meint: (13.9.2005 um 00:19) AntwortenReply to this comment

    Wenn man den Westerwelle nicht sehen muesste. Dieses verschämte Lächeln des ehrgeizigen Lehrerlieblings, wenn er glaubt, etwas Richtiges gesagt zu haben. Wieder ein Jahr, in dem ich die FDP wegen ihres Programms und trotz ihrer Spitzenkandidaten wählen werde. Warum können nicht mal Leute wie Schröder oder Gysi liberal sein? Abgesehen davon – hätte nicht mal einer der Moderatoren diesen Grünen – Fischer? – in die Schranken weisen können? Die ständigen Zwischenrufe waren nur noch unverschämt.

  7. Tommy meint: (13.9.2005 um 00:23) AntwortenReply to this comment

    er kokketiert halt noch ab und zu mit seinem "bad boy" image.
    ist eigentlich lachhaft, er kann sich einfach nicht benehmen.

  8. Felix meint: (13.9.2005 um 00:48) AntwortenReply to this comment

    Problem bei Westerwelle ist nur: Der kann gar nicht anders, der kann nur so. Er macht sicher einen guten Eindruck, wenn die Umgebungsvariable dann mal genau zu seiner Art passt.

  9. Jan meint: (13.9.2005 um 01:18) AntwortenReply to this comment

    @Sascha: Die FDP hat leider gar keinen Grundsatz. Und wenn es mit ihr Deregulierung geben sollte, dann allerhöchstens da wo es den Partikularinteressen der eigenen Klientel dient.

  10. Lurker meint: (13.9.2005 um 01:21) AntwortenReply to this comment

    Interessant.

    Ich fand Westerwelle überraschend und bedauerlicherweise sehr schwach – allerdings habe ich auch den Anfang verpasst. Schröder und v.a. Fischer waren sehr stark, Merkel überraschend gut, aber erneut ohne wirkliche Schlagkraft (gut gehalten, aber insgesamt doch recht deutlich verloren). Stoiber ist untergegangen… und Gysi wurde von der Moderation unnötig "kleingehalten". Es wäre doch schön, wenn es auch die ARD es sich einmal leisten könnte, nicht auf die Linkspartei einzuhacken… jedenfalls nicht unfair und klar parteiisch. Plasberg ist übrigens gerade dafür auch ein Kandidat – insofern kann ich nicht behaupten, ihn lieber gesehen zu haben.

    Bleibt die Frage: Was passiert, wenn beide die absolute Mehrheit verpassen? Nachdem die Ampel sinnlos totgeredet wurde, bleibt eigentlich keine Option mehr – mit den Linkspartei-Schmuddelnkindern will ja anscheinend keiner spielen (peinliche Vorstellung, liebe Politiker).

  11. n.n. meint: (13.9.2005 um 01:24) AntwortenReply to this comment

    wo wir bei spon und matussek sind:

    "Guido Westerwelle sollte nicht lachen. Er sieht dann immer aus wie ein Eintänzer im Café Keese."

    und büchner bei spon:

    "Als Fischer dem FDP-Chef ins Wort fällt, rüffelt Westerwelle den Außenminister. Gerade habe der Kanzler doch erklärt, dass es sich nicht gehöre sich gegenseitig zu unterbrechen. "Kann ja sein, dass das, was sich gehört, bei mir etwas unterentwickelt ist" gibt Fischer schnoddrig zurück. Hätte Westerwelle diese Antwort im Raum stehen lassen, wäre der Punkt an ihn gegangen. Doch der FDP-Mann lässt sich provozieren und wirkt am Ende zeternd."
    :-)

    meine stimme wird er nicht bekommen, und sein stets tranig wirkender kollege gerhard ebenfalls nicht!
    :-)

  12. n.n. meint: (13.9.2005 um 01:26) AntwortenReply to this comment

    @ sascha:

    kennen wir uns!?
    sollte ich es etwa mit dem berühmten strafverteidiger aus dem hohen norden zu tun haben!?
    ;-)

  13. ixy meint: (13.9.2005 um 08:12) AntwortenReply to this comment

    Das Westerwelle so toll war, kann ich nicht sagen. Aber jeder hat ja so seinen Liebling, der vorab schon Pluspunkte hat.
    Und zu den anderen habe ich gestern noch was in mein Blog geschrieben.
    Die Sendung war aber insgesamt kurzweilig und nicht so sehr verkrampft. Ich hab jedenfalls nicht weggezappt. Und das will schon was heißen.

  14. ‘nother lurker meint: (13.9.2005 um 08:41) AntwortenReply to this comment

    Was Westerwelle so von sich gab, war ja gar nicht ohne. Aber seine Gestik wirkte wie ein Abziehbildchen aus dem Rhetorikkurs: er machte keinen Fehler, wirkte aber überhaupt nicht lebendig. Da ist mir Merkel irgendwie sympathischer, gerade weil ihre Rhetorik nicht überragend ist.

    Eines hat die Sendung klar gemacht: die Linke hat die rhetorisch definitiv bessere Mannschaft gestellt. Gysi inklusive.

  15. Ulrike meint: (13.9.2005 um 08:54) AntwortenReply to this comment

    … auch optisch hat der Westerwelle Siegerqualitäten … oder etwa nicht?? ;)

  16. Martin W. Hiegl meint: (13.9.2005 um 09:14) AntwortenReply to this comment

    Gysi war, wenn er mal reden durfte, ziemlich gut, auch wenn der Inhalt etwas unsinnig war. Fischer war mit Verlaub ein Arschloch. So kann man sich nicht benehmen, erst recht nicht als Minister. Schröder war schwach. Im direkten Streitgespräch mit Merkel war er irgendwie schlapp und ohne Biss, ist wohl bisschen geschafft, der Opi. Merkel war stärker als letzte Woche, wäre aber ohne Unterstützung von Stoiber doch der Sache nicht gewachsen gewesen.
    Westerwelle war auch für mich überraschenderweise der Sieger. Ich hab irgendwie das Gefühl er hat noch ordentlich Privatschulungen seit letztem Jahr bekommen, auch schon bei der kleinen Runde war er so überraschend gut.

  17. marcc meint: (13.9.2005 um 10:46) AntwortenReply to this comment

    Westerwelle, aber auch Schröder haben mir zuviel gegrinst.

    Aber vergleichen mit dem Parteivorsitzenden/Kanzler-Schlagabtausch 1980 war das ja richtig lebendig. Damals saßen die Teilnehmer ja noch mit Akten am Tisch und durften spicken.

  18. Thorsten meint: (13.9.2005 um 14:14) AntwortenReply to this comment

    Irgendwie fand ich gestern alle Anwesenden ziemlich unterirdisch. Nicht nur am Inhalt der Aussagen, sondern auch rein subjektiv, an ihrem Auftreten beim gestrigen Gespräch gemessen.

    Gysi war wie immer der rhetorisch begabte aber viel zu durchschaubare Demagoge, Fischer schien garkeinen Bock auf eine Diskussion unter Erwachsenen zu haben, Schröder und Merkel haben sich gegenseitig der Lügnerei bezichtigt, Stoiber hat sich durch seine Redezeit gestottert.

    Aber Westerwelle soll gewonnen haben? Ich weiss ja nicht… Was die FDP sagt klingt gut, zugegeben, aber den Kernbereich ihres Wahlprogramms vertreten sie schon seit Jahrzehnten, und jedesmal wenn sie die Regierungsverantwortung trugen wurde eine regelrechte Klüngelpolitik verfolgt, die nur den Interessen weniger gerecht wurde. Da die FDP als kleine Partei auf die Gelder und Mitarbeit dieser wenigen essentiell angewiesen ist, ist das auch nicht verwunderlich, aber wie soll das Deutschland voranbringen?

    Das wäre meine inhaltliche Kritik an den "Gelben". Hinzu kommt eine unglaubliche Antipathie gegen Westerwelle. Der Mann kommt irgendwie dermassen unsympathisch rüber, dass sich mir jedesmal die Zehnnägel hochrollen wenn ich ihn reden höre. Wie er mit seinem selbstgefälligen Strebergrinsen da sitzt und bei Fragen der Moderatoren den Kopf auf die Seite legt wie ein Dackel… Nein, danke!

    Die Sendung gestern hatte meiner Meinung nach überhaupt keinen Gewinner, aber Westerwelle war es mit Sicherheit nicht!

  19. stefanolix meint: (13.9.2005 um 14:38) AntwortenReply to this comment

    Diese Sendung bringt uns alle nach vorn. Sie wird ganz sicher die Konjunktur anfachen: Maskenbildnerinnen, Kameraleute und Beleuchter, Kosmetikerinnen und Friseure, Rhetoriktrainerinnen und Fernsehberater werden darum wetteifern, dass Euch die Kandidaten das nächste Mal mit einem perfekten Lächeln, falten- und narbenfrei, schlagfertig und herzenswarm präsentiert werden.

    Nach den Fernsehduellen in vier Jahren wird niemand mehr über Inhalte reden … wohin driftet dieses Land? Ihr findet auf der Straße keinen perfekten Menschen: der eine hat zu wenig, die andere hat zuviel Haare; manche sind zu dick und andere sind zu dünn; manche geben sich arrogant und manche sind schüchtern. Warum wollen alle die perfekt gestylten Spitzenpolitiker sehen, aber kaum jemand hinterfragt noch die Inhalte, die sie von sich geben?

    Warum schaffen es Schröder & Fischer, mit ihrem Theaterspiel von der miesen Performance ihrer gemeinsamen sieben Jahre abzulenken? Weil alle nur noch in den Fernseher glotzen und sich ihre Wahrheiten von dort holen … wie staatsmännisch die beiden gescheiterten Spitzenkräfte der aktuellen Koalition aussehen, ist mir völlig egal. Sie sollten endlich abtreten und schöne Bilder von sich malen lassen.

  20. bluehilltec meint: (13.9.2005 um 16:37) AntwortenReply to this comment

    @sascha: Der Favorit ist die FTP?
    Für was bitte schön? Dafür das wenn es für die CDU/CSU reicht, sie die kleine gelbe FTP mit in die Regierung nimmt.

    Der Lehrerliebling wirkt so unecht, so unreal. Gerade wenn es mal nicht so gut geht, brauch man auch mal jemanden der Stimmung macht und Leute begeistern und Ihnen Mut zusprechen kann.

    Dafür reicht der Retorikkurs von Herrn Westerwelle einfach nicht aus. Von einem Staatsmann ist der so weit entfernt wie ich von einem 100.000 Euro Jahresgehalt.
    Und eigentlich währe das ja erst die Gehaltsstufe ab der man FTP wählt ;-)

    Die FTP ist zu weit weg vom Volke, was Arbeitslos, mehrere Kinder hat und wohlmöglich noch im Osten lebt.

  21. Jings meint: (13.9.2005 um 18:43) AntwortenReply to this comment

    @20 Also wenn man schon FTP wählt……..

  22. Justus meint: (15.9.2005 um 19:57) AntwortenReply to this comment

    @ Lurker

    " … Bleibt die Frage: Was passiert, wenn beide die absolute Mehrheit verpassen? Nachdem die Ampel sinnlos totgeredet wurde, bleibt eigentlich keine Option mehr – …"

    Doch, es bleiben Frau Merkel drei Wahlgänge und der Versuch, die relative Mehrheit zu erlangen, um dann "ihrem" Bundespräsidenten vorzuschlagen, sie gleichwohl zur Kanzlerin zu ernennen oder den BT erneut aufzulösen (Art 63 Abs. IV Satz 3 GG); bin gespannt, wie der BP dann reagiert, er muß dann das Eine oder Andere entscheiden.

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