AUSNAHME
Bei einem Onlineshop habe ich zwei Akkus für meine Kamera bestellt. Aus der Bestellbestätigung:
Normalerweise versenden wir bei einer Erstbestellung nicht mit der Zahlart Lastschrifteinzug, da wir bereits in der Vergangenheit erhebliche Verluste durch Nichtbezahlung unserer Rechnungen hatten. In Anbetracht dass die Bestellung von einem Rechtsanwalt kommt machen wir eine Ausnahme.
Entwickeln sich die Zugangszahlen zum Anwaltsberuf in der bisherigen Art und Weise, wird es wohl künftig heißen: "… Insbesondere wegen des Umstandes Ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe sehen wir uns auch nicht der Lage, von der bisherigen Praxis abzuweichen …" Darüber hinaus wird das Bestellformular für Anwälte nur eine Zahlungsart vorsehen: Vorkasse …:-)
BTW: Was ist denn das für ein Versandhändler, der die Art der Berufsausübung seiner Kunden abfragt? Und was ist das für ein Kunde, der da noch "Anwalt" reinschreibt?
Ich sollte vor kurzem für einen Freund ein Sofa entgegennehmen. Er hatte mit dem Versandhaus Bezahlung per Rechnung vereinbart.
Davon wollte der liefernde Spediteur nichts wissen. Er bestand auf Zahlung per Nachnahme.
Sollte das Versandhaus etwa herausbekommen haben, dass mein Freund ein Bankkaufmann ist?!?
Leichtsinn …
Ich war mal im Handwerk tätig. Da galt der Spruch: Bei Lehrern, Anwälten und Ärzten, nur gegen Vorkasse.
:-)
Die wissen einfach, dass der eventuelle Rechtsstreit teurer ist und länger dauert, als es das finanzielle Risiko wert ist ;-)
Mascha, was meinst du, was Amazon macht. Seit ich im Justizviertel wohne z.B., krieg ich alles auch auf Rechnung geliefert, davor war dies nicht möglich ^^
Sobald die nur ein Datum von dir haben … Name, Adresse, … wird recherchiert wie es wahrscheinlich bei dir finanziell aussieht. Große Firmen leisten sich da nen Dienstleister der schon seine ordentliche Datensammlung hat.
Es ist doch schön, wenn manche noch an ehrwürdige Berufsstände wie die Advokaten es nun einmal sind, glauben, diese würdigen, respektieren und achten.
@8: *hüstl* :-)
so weit ich weiß, hat Quelle schon in den 60er Jahren angefangen, Statistiker zu beschäftigen, die aus Daten wie Wohnort, Familienstand etc. "Bonitätsindices" erstellt haben. Im manche Gegenden wurde dann beispielsweise kein Schmuck geliefert usw.
Inzwischen kann man auch bei der Schufa solche "Score"-Werte abfragen, übrigens auch eine Selbstabfage.
Ich habs spaßhalber mal gemacht und festgestellt, daß ich für Ratenkredite eine Superbonität, für Immo-Darlehen aber eine ehr mittlere Bonität habe. An mir kanns nicht liegen, ich hab bis jetzt noch jede Hypo-Rate brav und pünktlich bezahlt…
Ich verheimliche meinen Beruf übrigens bei Bestellungen nicht. Meine Erfahrung zeigt, daß man dann doch etwas "vorsichtiger" bis zuvorkommender behandelt wird. Insbes. bei Gewährleistungssachen stellt sich so eine überraschende Kulanz ein…
Es ist schon länger so, das Versandfirmen, die Gegenden klassifizieren, in die geliefert werden soll. Eine Bekannte von mir hat als Lehrerin einen durchaus sicheren Job, hat aber das Pech im Wedding zu wohnen. Und da muss sie bei fast allen Versandfirmen Vorkasse leisten oder auf Nachnahme bestellen. Offene Rechnung gibts da nicht.
@ Rudi
Vorsicht!
Man sollte sich immer zweimal überlegen ob man eine Selbstauskunft bei der Schufa anfordert, denn auch das verschlechtert den Scorewert.
Da sich viele Kreditinstitute auch an diesen Werten orientieren, kann es sein, dass man sich dadurch höhere Kreditzinsen einheimst.
Tsk, da (ver)traut noch jemand den Juristen…
Wie war die Verfügung von Friedrich Wilhelm I. doch gleich, die die Entstehung der juristischen Robe erklärt?
"Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advokaten wollene schwarze Mäntel, welche bis unter die Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennt."
Schon der hatte das erkannt … *grins*
@12: urbane Legende.
@ 12
Totaler Unsinn!
@12, @14, @15: In der Tat stimmt es _nicht_ _mehr_, daß eine Selbstauskunft den Score verschlechtert. Dies _war_ aber bis vor einiger Zeit tatsächlich so, ist also keine "urbane Legende" respektive "Totaler Unsinn".
gibt es nicht für Rechtsanwälte standesrechtliche Regelungen in Zusammenhang mit Schulden? Habe häufiger schon erlebt, dass Händler argumentieren, sie würden damit winken den Zahlungsverzug der zuständigen Rechtsanwaltskammer zu melden und hätten daher mit Rechtsanwaltskunden nie Probleme. Fraglich ob das in die Kieste der populären Rechtsirrtümer gehört?
@10 Ist es nicht für das Geschäftsverhältnis sowie Strafrechtlich irrelevant welchen Beruf ich angebe – ich könnte mir also durchaus einen Wettbewerbsvorteil bez. Gewährleistungsansprüchen o.ä. sichern.
zum Score
Im Buch "Das Kartell der Kassierer" wird empfohlen, falls ein Kreditwunsch besteht, sich zeitnah (also gleichzeitig) bei mehreren Geldinstituten ein Angebot zu holen.
Nun wurde aber in den Ratgeberendungen des Fernsehens schon mehrmals behauptet, eine Kreditanfrage führt zu einem ungünstigeren Score. Mit diesem Trick hat die Kreditbranche den Wettbewerb ausgehebelt.
Ich habe unter Firma natürlich die "Rechtsanwälte Vetter & Mertens" eingetragen. Damit verschließe ich mir nicht die Möglichkeit, die Kosten als Betriebsausgaben geltend zu machen.
nicht passend zum Thema, aber doch aktuell: Udo, Du wisr heute auf Seite 2 des Handelsblattes genannt. Unter Juristenblogs an 1. Stelle. Hat nur ein Manko: Du heißt dort leider nicht Udo Vetter sondern Klaus Vetter!!! Nun frage ich mich, was ist eigentlich Dein richtiger Name. In aller Regel ist dem Handelsblatt ja zu trauen,weil sauber recherchiert.:-))
@20:
aber die Verbrauchereigenschaft geht verloren …
(oder kommt es auf die tatsächliche Verwendung an?)
Ich heiße Udo Stephan Vetter.
Ist der Artikel online?
mit Passwortzugang auf jeden Fall. Ich sende ihn Dir ansonsten per mail heute abend.
@21: Ein Grund fuer eine Gegendarstellung, um dann wieder ganz oben im Handelsblatt zu stehen ;-)
hab ich gerade auf lawblog@gmx.de geschickt
Danke1
Die Bonitätsprüfung findet vor allem bei kleinen Online Shops hauptsächlich über Google statt. Einfach den Namen eingeben und mit ein bischen Glück erfährt man was über den Kunden. Manchmal sogar erschreckend viel: Beruf, Hobbys, Mitgliedschaften in Vereinen, oft sogar mit Bild. Z.b. vom Jahresausflug des Kirchenchors aus irgendeiner Lokalzeitung.
Häufig gibt auch die Email Adresse Auskunft. Steht da z.B. musterman@firma.de weis man zumindest das derjenige einen Job hat.
Ach so. Nicht zu vergessen. Seit es Google Earth gibt kann man sich zumindest in Großstädten ein Satelitenbild von der Wohngegend anschauen. Wohnt derjenige in einem Villenviertel oder einem Plattenbau? Gibt alles Anhaltspunkte über die Bonität.
Privatsphäre war früher mal.
@16: doch, genau das sind u.a. urbane Legenden. Mythen, schaurige Geschichten, die wieder und wieder wiederholt werden, einen wahren Kern haben oder hatten, aber im Heute "nicht wahr" sind.
Scorewert:
Danke für die Hinweise wg. Scorewertverschlechterung, aber – dahingestellt ob die Gerüchte stimmen oder nicht – ist mir das Wurscht. Meine Immo-Finanzierung steht und wem mein Geld nicht gut genug ist, der kann sein Zeugs behalten ;-)
Es besteht ja kein Kontrahierungszwang, und zwar auf beiden Seiten.
@18: Wenn Du Dich unkorrekterweise Rechts- oder Patentanwalt nennst, wäre zu prüfen ob die Voraussetzungen des §132a StGB gegeben sind.
NB: In Deutschland sind Titel ja nicht wichtig, im Gegensatz zu Österreich, aber wehe jemand schmückt sich falsch ;-)
Soweit ich weiß war das mit der Scorewertverschlechterung früher mal so, bis die SCHUFA gerichtlich gezwungen wurde, das aufzugeben.
@Udo Vetter: Wenn Du keine Firmenbezeichnung angibst, kannst Du es dann nicht doch noch von der Steuer absetzen. Als Rechtsanwalt ist man doch Freiberufler oder ändert sich dieser Status, wenn man mit anderen Anwälten zusammenarbeitet?
@7 hmm ko isch, ich kaufe seit ewigkeiten, naja gut 4 jahrne bei amazon.de ein und bezahle nur per bankeinzug oder afu rechnung… per nachnahme oder vorkasse steht bei mir glaub ich nicht mal in der auswahl drinne
@ Arno: Unser Steuerberater empfiehlt, auf jeden Fall den Namen der Firma, d.h. bei uns der Gesellschaft bürgerlichen Rechts, auftauchen zu lassen. Wir hatten allerdings auch schon mal eine Steuerprüfung. Bei der wurden auch Belege, die nur auf einen Inhaber laufen, nicht moniert.
Ist es einem bekannt, ob es ähnlich diesem Weblog soetwas auch bei einem Steuerberater gibt? Ich bin immer noch auf der Suche nach einem von dem ich meine, das er gut ist. Das wäre ja für eine erste Einschätzung garnicht schlecht. Oder soetwas wie die "Strafverteidiger" um Hoenig etc.
wenn es mir nicht so egal wäre, würde ich sagen: grauenhafte vorstellung. jetzt bin ich kein anwalt und darf mir keine batterien per lastschrift kaufen.
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Immobilienkredite haben eine Laufzeit von 30 Jahren. du bist zu alt !
@38: meine nicht ;-)