GLATTEIS
Der Gesetzgeber in Aktion:
Wer ab dem Jahreswechsel mit Sommerreifen fährt und deswegen auf winterlichen Straßen liegen bleibt und den Verkehr behindert, soll 40 Euro Bußgeld zahlen. Und einen Punkt in Flensburg kassieren. 20 Euro soll es kosten, wenn man auf rutschiger Straße durch unsichere Fahrweise auffällt, die auf Sommerreifen beruht.
Winterreifen werden aber keine Pflicht.
Ah, das gibt schöne Gerichtsverhandlungen. Polizeibeamte werden blumig schildern, wie doll das Heck des vor ihnen fahrenden Pkws gewackelt hat. Sachverständige werden überprüfen, ob in der Situation selbst Winterreifen nicht geholfen hätten. Oder ob der Ganzjahresreifen vielleicht gar kein Sommerreifen ist. Sondern (auch) ein Winterreifen. Interessant ist natürlich auch, was ein Autofahrer mit Sommerreifen machen soll, der unterwegs von Schnee und Glatteis überrascht wird.
Verkehrsrechtsschutz. Nie war er so wertvoll wie heute.
Bei Glatteis nützen auch Winterreifen nichts, die taugen nur was, wenn Schnee oder eine festgefahrene Scheedecke den Asphalt bedecken. Bei Vereisung waren Spikes-Reifen erste Wahl, nur hat der Gesetzgeber die leider verboten (Straßenschäden durch Nageln der extrem harten Stahlspitzen auf den Asphalt bzw. Beton). Ich bin allerdings auch schon mit Normalreifen mit gutem Profil im Winter über die verschneiten Staßen im Süden Deutschlands nicht ins Rutschen gekommen. Leider gibt es die Reifen des Herstellers nicht mehr: "Michelin X".
Die Reifenindustrie scheint eine Lobby gefunden zu haben.
Offensichtlich ein Gesetzentwurf von der "Qualität", die wir in den letzten Jahren des öfteren erleben durften. Ob deshalb davon in den offizielllen Pressemitteilungen des BMV auch nichts zu finden ist ?
Die VoPo läßt grüßen.
Es soll aber auch eine Übergangsfrist geben, von Januar bis Mai.
http://www.br-online.de/bayern3/ratgeber/auto-verkehr/artikel/0511-reifenbussgeld/index.xml
In der Übergangsfrist gibts Verwarnungen, danach gilts. Also ab Mai, wenn man dann rumschlingert…
Also diesen Winter noch keine Winterreifen!
zeit für eine staatsschutzversicherung
Sehe ich da leuchtende Euro-Zeichen in den Augen der Anwälte? :-)
Ich finde es traurig dass es dafuer ein Gesetz braucht. Scheinbar fehlt es einem betraechtlichen Teil der Autofahrer hier soweit an gesundem Menschenverstand dass sie es nicht fuer notwendig halten, vorm ersten Schnee (Wie? Winter? schon wieder? den hatten wir doch erst letztes Jahr) Winterreifen aufziehen lassen bzw. das Auto dann bei Schnee stehen zu lassen.
Das größte Problem dürfte tatsächlich sein, zu beurteilen, wann Winterreifen denn nun angebracht sind und wann nicht. Da ist der Streit tatsächlich vorprogrammiert. Das erinnert ein wenig an Österreich, wo die Polizei nach Augenmaß Geschwindigkeitsüberschreitungen feststellen darf…
Stimme Michael zu. Das eigene Leben sollte es wert sein.
Dass selbst Winterreifen bei Glatteis nichts nützen halte ich hingegen für ein etwas verzweifeltes Argument.
naja, 40€ und ein punkt ist nicht wirklich teuer, wenn jemand aufgrund seiner blödheit den verkehr blockiert. und 20€ für jemanden der aufgrund dieser blödheit unsicherheiten im straßenverkehr zeigt (und andere verkehrsteilnehmer zumindest abstrakt gefährdet) geht auch völlig in ordnung.
und wenn man sich dagegen die sanktionen für unsicherheiten aufgrund alkohols im straßenverkehr anschaut, ist es wirklich preiswert …
als anwalt hat man allerdings grund zur freude!
:-)
@11: zum Zwiebelfisch
Winterreifen sind alle Reifen auf denen M+S steht. In Oesterreich ist die Mindestprofiltiefe 4mm, darunter zaehlen diese nicht mehr als Winterreifen.
Die 7 Grad Regel ist ein Hoax der Werbeindustrie. Sommerreifen haben auf nassen und trockenen Strassen auch bei Kaelte erheblich bessere Bremswerte. Der Vorteil ergibt sich erst bei Schnee.
Ich fahre im Winter mit Winterreifen!
@7. Nicht überall ist WInter mit wochenlangem Eis und Schnee verbunden. Hier in Mainz rentieren sich Winterreifen nicht, auch nicht, wenn ich dreimal im Jahr bei Nieselregen von der Polizei rausgewunken würde.
Das war lustig in New Hampshire, dem einzigen (?) Staat in den USA, der keine allgemeine Anschnallpflicht hat: "Minors under 18, buckle up. All others use common sense." Haha.
@12: So wie ich das heute morgen in der Zeitung gelesen hab gibt es auch keine Verpflichtung im Winter mit Winterreifen zu fahren, sondern es muss das Auto den Witterungsverhaeltnissen entsprechend ausgeruestet sein. Als Beispiele waren genannt Winterreifen bei Schnee und funktionierender Scheibenwischer bei Regen.
Ich wuerd auch sagen, den Zwang zu Wintereifen brauchts in vielen Gegenden nicht. Aber dann sollten die Autofahrer aber auch mitdenken. Auto stehen lassen, wenns geschneit hat bzw. nicht in Gegenden fahren in denen Schnee liegt.
@cks:
"live free or die"
so stehts doch auf den Kennzeichen
hat schon mal jemand bei google FAILURE eingegeben und auf gut Glück gesucht?
Ok, aber was tun mit einem Fahrzeug, für das es keine Winterreifen gibt (Seitenwagenmotorrad)? Profil einschnitzen? Die Welt besteht nicht nur aus PKW.
->Mopedfahrer
Mach's wie ich: leichte Enduroreifen. Falls Du Probleme mit der Geschwindigkeitszulassung hast: Bei den Herstellern hat sich inzwischen rumgesprochen, dass man auch auf Motorradreifen M+S vulkanisieren kann. Und schon hast Du Winterreifen.
SebAn
@9: Es ist tatächlich so, dass Winterreifen auf glattem Eis wirklich keinen Unterschied machen, da rutscht alles. Auf rauhem Eis ist der Unterschied sehr wohl bemerkbar.
Es handelt sich hier wieder um ein typisches Gesetz, bei dem man vor leider Eifer und Geldgier den eigentlichen Sinn aus den Augen verliert. Ein erfahrener Fahrer mit Sommerreifen ist in allen Fällen weniger gefährlich als ein unerfahrerener, ängstlicher Fahrer, der schon gar nicht weiss, wo die Grenzen der Reifenhaftung anfangen. Aber wie hoch soll man das Bussgeld für Unerfahrenheit und mangelndes Fahrkönnen ansetzen? Wer ist schon in der Fahrschule und bei der Prüfung auf Schnee und Eis (oder auf einer speziell präparierten Schleuderstrecke) gefahren? Hauptsache, es sind Winterreifen drauf!
@17: Ich habe 125×15", Entengröße, da gibts nicht mehr allzuviel Reifen für. Hast du evtl. eine Quelle / einen Reifenschuster? Gruß an den winterharten SebAn.
@ 15
Danke für den Tipp :-O
ich musste damals meine fuehrerscheinpruefung bei schnee und eis machen. das ende der geschichte spar ich mir aber. kurz gesagt: meine naechste hab ich im mai gemacht.
ich wohne momentan in traunstein. hier liegt im winter schon mindestns n guter meter schnee. uns selbst hier gibt es menschen die meinen (ich wette, im endeffekt ist es bei allen nur faulheit), sie braeuchten keine winterreifen. solange man aus dem fenster schaut ist es auch recht lustig anzusehen, wie die einheimeischen wiedermal von wchnee" ueberrascht" durch die strassen schlingern, aktiv im verkehr teilnehmen moechte ich aber nicht wirklich.
Ich kann mich dunkel an eine Eifelnacht im Winter 1987 erinnern, wo ich mit meinem Peugeot 205 (mit Winterreifen und Ketten) einen dicken 7-er BMW abgeschleppt hab. Der Wagen hatte Winterreifen. Am Steuer saß allerdings ein Bübchen von 19, das von Pappi das sichere, große Auto für den Ausflug bekommen hat.
Ein Fahranfänger, sechs Zylinder und die Automatik waren die Kausalkette für sein Auf-der-Stelle-Wedeln, als er am Hang die Schneedecke bis zur Eisschicht abgetragen hatte. Einmal zu viel Gas geben und nichts ging mehr.
Ich hab ihn dann den Hang hoch durch den Zug des Abschleppseils so weit stabilisiert, dass er vom Fleck gekommen ist. Dann, an der nächsten Kreuzung, trennten sich unsere Wege. Ich wüsste inzwischen gerne, ob und wie er nach Hause gekommen ist ;-)
Müssten solche Fahrer nicht auch nach dem "gesunden Menschenverstand" einen Punkt bekommen? Und Pappi gleich dazu, weil er nicht in der Lage war, seinen Filius einzuschätzen?
->Mopedfahrer
Tut mir leid, keine Ahnung wo man die Größe herbekommt. Wenn es Dich tröstet: Ich habe auch immer Schwierigkeiten mit meinen 3.25 S19.
SebAn
In unserer Gegend gibt es Schnee für ca. 10 Tage im Jahr.
Viele Leute meinen daher, sie könnten auf Winterreifen verzichten.
Genau meine Meinung – wenn sie bei entsprechender Witterung auch auf ihr Auto verzichten!
Da ich aber darauf angewiesen bind as Auto im Zweifelsfall sofort benutzen zu müssen, hat es selbstverständlich Winterreifen.
(Zumal Winterreifen auch nicht soo teuer sind, schließlich haben ja in der kalten Zeit die Sommerreifen keinen Verschleiß.)
Wieder einmal: "Eine pfiffige Idee".
Der ADAC prüft und vergleicht Winterreifen außer bei Schnee auch auf Eis. Die unterschiedliche Haftfähigkeit hängt bei Eis weniger von Art und Umfang des Profils, als von der Zusammensetzung des Laufgummis ab. Im übrigen gibt es selten spiegelglattes Eis, das einen dann meist sogar hindern würde, überhaupt loszufahren, wenn man von Blitzeis unterwegs mal absieht. (Besonders) gute Winterreifen sind lt. ADAC (besonders) empfehlenswert. Bin gespannt, wie sich die Versicherungen verhalten werden, wenn man im kommenden Winter trotz Übergangsfrist mit Sommerreifen in einen Umfall verwickelt wird, grobe Fahrlässigkeit?
Spricht was dagegen das ganze Jahr mit Winterreifen zu fahren?
@ 28
grobes Profil=weniger Fläche=längerer Bremsweg
dazu schlechtere Haftung bei Regen, weicheres Gummi=höherer Verschleiss. sonst keinGrund. Ganzjahresreifen haben übrigens M+S Aufdruck, sind also Winterreifen
@ 28:
Höherer Rollwiderstand der Winterreifen durch gröberes Profil = höherer Spritverbrauch. Außerdem schlechtere Bodenhaftung auf trockener (und auch nasser) Piste, damit auch längerer Bremsweg. Macht also keinen Sinn.
Ich hatte mal einen Unfall mit Winterreifen an einem plötzlich sehr frühlingshaften (ca. 25 Grad) Tag, der mit Sommerreifen so nicht passiert wäre:
Mit einem Golf2 in einer Kurve ist mir das Heck ausgebrochen, was bei dem üblichen Fahrverhalten dieses Fahrzeugtyps komplett unnormal ist. Des Rätsels Lösung war: Durch das noch starke Profil an der Hinterachse verbunden mit der sehr weichen Gummimischung sind die Reifen einfach "abgeschmiert" = weggerutscht.
Wird es in solch einem Fall auch Punkte geben?
Ich vermisse wieder einmal die Konsequenz bei der Gesetzgebung. Naja, nachher kommt das Gesetz als ganzes Buch heraus, das hat dann auch was.
Wär doch schön, wenn sich der Gesetzgeber wegen des längeren Bremsweges der Winterreifen dazu genötigt sehen würde, auch noch Sommerreifenpflicht für den Sommer vorzuschreiben. Damit hätten wir in diesem Land einen neuen Gipfel der Beknacktheit erklommen. Ich bin ausgesprochener Weigfahrer und für die zwei bis drei Mal die hier in Hamburg pro Jahr Schnee liegt lohnt sich ein halbjährlicher Reifenwechsel nicht. Dann lieber Bahn fahren oder 20 € zahlen.
Ich habe spasseshalber an zwei Tagen mal meine Reifentemperatur gemessen. Resultat nach ca. 5 km im Stadtverkehr bei 2 Grad Celsius Aussentemperatur und trockener Straße: Die Laufflächentemperatur der Vorderräder war 20 Grad, hinten 18 Grad.
Ich fahre seit 30 Jahren nur Sommerreifen (meistens Michelin mit Profilen, die einem Winterreifen ähnlich sind) und bin mit meinen frontgetriebenen Fahrzeugen immer noch besser über verschneite Hügel gekommen als Fahrzeug mit Heckantrieb und Winterreifen.
Übrigens – ABS verlängert auf Glatteis und festgefahrenen Schneedecken meistens den Bremsweg erheblich.
hm. sogar der ADAC sagt, nur bei Schnee und Eis sind Winterreifen besser…. (http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&id=2605884).
So, jetzt gucke ich mal, wieviele Tage in Köln Schnee oder Eis AUF DER FAHRBAHN ist. Dann weiss ich, dass jedes Bußgeld diejenigen bestrafen würde, die mit Sommerreifen im Winter die bessere Alternative wählen! Ich kann nicht wirklich glauben, dass die Regelung vor Gericht Bestand hat….
Das ist zu viel text. Man könnte einige Bilder mit Reinbringen.
zu viel text find ich musst ein paar bilder rein bringen
Sehr viel Text aber nicht sehr viele Bilder Müsstest vieleich noch ein paar bilder rein stecken und das alles erklären leben nähmlich nicht vielel schlaue auf der Erde und manche sind Ganz dumm oder behindert. Schreib mir doch mal eine E-Mail Adresse ist semaus1212@Yahoo.de