EINE FRAGE
Vorhin bei Spar:
“Och, Sie habe ich doch in der Zeitung gesehen. Sagen Sie mal, darf ich bei dem Wetter eigentlich noch mit meinen Sommerreifen fahren? Die sind schon ein bisschen runter…”
Wirklich eine charmante Art, sich eine Kurzberatung zu erschleichen.
Würde ich nicht so negativ sehen. Nicht jeder Mensch, der Deinen Lebensunterhalt NICHT finanziert, ist automatisch böse ;-)
Ist doch ganz normal, dass man bei einem Plausch im Supermarkt auch eben auf berufsspezifische Fragen des Gegenübers eingeht.
Ich sehe es doch gar nicht negativ.
bei Björn? ;-)
Es gab da mal eine Szene in "Liebling Kreuzberg". Der Anstreicher nervte wiederholt mit "Ich hätte da mal eben eine kurze Frage …" . RA Liebling erwiderte: "Könnten Sie mal eben meine Kanzlei renovieren?"
Und, hast Du ihm die Frage beantwortet?
Wenn ja, wie sah denn die Antwort aus? ;-)
nach meinem Wissensstand darf er tatsächlich (da es noch kein Gesetz gibt daß WR vorschreibt) solange die Mindestprofiltiefe nicht unterschritten wird.
Aber als Westmünsterländer bin ich da nach dem gestrigen Tag sehr sehr skeptisch.
Das ist ein Schicksal, dass die Anwälte mit den Ärzten ("Ich hab da so ein Stechen…") teilen.
und!?
gleich besprechungstermin vereinbart und vorschuss verlangt!?
*lach*
@7: und als lebensmittelchemikerin lautet die erste frage, die die menschen stellen: was ist da drin? kann man das essen? ist das gesund? so hat halt jeder berufsstand seine problemchen….
Ich als EDVler kenn das auch: "Du ich hätt da ne Computerfrage …" *weglauf*
Wenn ich jetzt frage ob ich jetzt fragen kann ob ich jetzt was fragen kann, wird dann 'ne Gebuehr faellig?
Die Frage waere jedenfalls "wieviel kostet denn eine Sommeroderwinterreifenberatung bei dir?" Also vorausgesetzt die Reifen sind noch nich zu sehr "runter" sondern tip top.
Ich teile mein Wissen gern mit, sogar ohne Bezahlung, und habe mich bis jetzt noch nicht ausgebeutet gefühlt. Eine Ewiggestrige? :-)
Ich weiß von Ärzten, daß das sehr wohl als sehr unangenehm empfunden wird.
Der Berufsträger ist auch nach Dienstschluß ein ganz normaler Privatmensch und hat überhaupt keine Lust, sich von anderen(Patienten) anquatschen zu lassen. Der Gipfel ist dann noch, wenn der Anquatschende noch nicht einmal sein eigener Patient ist, oder der Patient über die Leiden seines Onkels oder Mutter etc. berichtet und darüber was wissen will. In einer Kleinstadt ist das richtiggehend belastend. Zum Einkauf wird dann oft kurz von 20.00 gegangen, da dann die Wagrscheinlichkeit, unbehelligt einkaufen zu können, sehr groß ist. Im übrigen leiden sogar die Familienangehörigen des Berufsträgers, da die auch, selbst wenn allein, noch auf den Partner als Berufsträger angequatscht werden. Also schön ist das nicht.
Gelegentlich werde ich von Kollegen/Kolleginnen um Hilfe (EDV-mäßig) befragt. Wenn ich 'gut drauf bin', teile ich mein Wissen – mit dem Hinweis "Dieser Tip ist kostenlos, aber einen Kaffee nehme ich gerne" (Ein Pott Kaffee kostet hier 40 Cent). Wenn ich 'nicht gut drauf bin': "Tut mir leid, null Ahnung" – den Kaffee bezahle ich lieber selbst :-)
Das betrifft doch nicht nur Ärzte und Juristen. Gerade jeder der irgendwie im Computerbereich tätig ist, wird die lästigen Nachfragen und Bitten um Hilfe kennen. Dabei wird von den Hilfesuchenden in der Regel völlig ignoriert, daß es viele verschiedene Tätigkeitsbereiche gibt, und man daher gar nicht über alles Ahnung haben kann. Aber eine Antwort wie "Ich beschäftige mich nicht mit Windows" hilft dennoch meisten.
Ich hab mir (als EDVler) auch schon den Spruch "I don't do windows" angewöhnt :-)
"RTFM" und die Übersetzung hilft oft ;-)
Für Nichtkenner: "Read The Fucking Manual" = "lese das verdammte Handbuch"
Irgendwas mache ich falsch, als Mathestudent wird man nur gefragt: "Und was macht man dann damit?" :-(
@16: jo, da darf man es ned so eng sehen sonst is ma gleich der Arsch ;)
@19
Gib Übungen/Tutorien für Erstsemester. Dann wirst du überall da, wo Studenten sind, auch angequatscht.
@ Alix (RTFM)
Aber, aber, warum denn so aggressiv? RTFM heißt "Read the fabulous manual" = "lese das fabelhafte/sagenhafte/märchenhafte Handbuch" (Und Märchen stehen da ja tatsächlich manchmal drin… ;-)
wo ist das problem? person A weiß etwas. Person B weiß etwas nicht. warum sollte person B besagte person A nicht fragen? nur weil person A das als beruf macht? muss man immer für jede hilfe die man anderen personen gibt geld verlangen? wo bleibt die ganz normale zwischenmenschliche kommunikation wo es um austausch von wissen, erfahrungen usw. geht?
natürlich hat das seine grenzen, aber das ist doch überall so. wenn mich ein freund fragt ob ich ihm beim umzug helfe werd ich nicht nein sagen. wenn er mich fragt, ob ich ihm den umzug mach, sag ich sicher nein – weils mir zu viel arbeit wäre und ich keine lust hätt. die grenzen bei solchen fragen sind da doch genauso. wenn man die frage schnell und einfach beantworten kann – warum nicht? tut das so weh, mal für ne antwort nicht gleich geld zu bekommen?
mfg, andreas
@24 Martin_mb
Das liegt an der jeweiligen seelischen Verfassung.
Ich werde demnächst freundlicher übersetzen, ok? :-)
Statt eines Rechtsrates hätte die Antwort auch in Gestalt einer "Nachbarschaftshilfe" verpackt sein können, so nach dem Motto:
Mit Reifen, die runter sind, würde ich nicht fahren, besser jetzt Winterreifen aufziehen!
Kostet keine "kostbare" Juristenzeit und ist trotzdem richtig.
Udo, daß Du mittlerweile überhaupt durch Zeitungen bekannt und erkennbar bist, ist ja wohl nicht ganz von ungefähr, sondern gewollt, also lebe auch damit. Und daß man sein Wissen, das man sich im Berufsleben aneignet, nicht bei jeder besten Gelegenheit außerhalb des Berufes verhökern muß, sollte Dir klar sein. Du bist Anwalt, wenn Du beauftragt bist; in der restlichen Zeit solltest Du einfach ein netter Mensch sein. Daß Du es eigentlich nicht so meinst, ahne ich ja nach jahrelangem Lesen Deines Blogs schon so einigermaßen, aber einen faden Beigeschmack hinterlassen solche Meldungen von Dir doch, wenn Sie über Leute, die sich etwas »erschleichen« wollen, geschrieben sind.
@18 und 24: ob ferdammt oder vabelhaft, in jdem Fall "lies" statt "lese"
natürlich in "jedem" Fall (habe zu hastig getippt);-)
@ Ahnungsloser: In dem Text steht auch das Wort charmant. Vielleicht sollte man nicht immer die bierernsteste Auslegung wählen.
Trotzdem vielen Dank für die Tipps.
Das Problem, was hier anscheinend entgegen seiner praktischen Bedeutung und Relevanz völlig übersehen wird, ist die Haftungsfrage. Der Grundsatz keine Haftung für einen Rat oder eine Auskunft ist bei Juristen durchbrochen.
Ich habe mal einen Fall miterlebt, wo ein frischgebackener Advokat dann in die Haftung genommen wurde. Seitdem vermeide ich zumindest irgendwelche Auskünfte.
@md: Da stimme ich Dir zu. Als Advokat befindet man sich auf recht duennem Eis. Dennoch sollte der ein oder andere Nebensatz zumindest ein wenig Rueckendeckung bieten.
als Mathestudent…
… wird man Programmierer und dann meint jeder, dass man sich super toll mit PC's auskennt.
Vor allem mit Hardware und Netzen,…
(Wenn's dann wenigstens Fragen zur Programmierung wären,…)
kostet eine e.mail was