1.12.2005

SCHULKLOS KOSTENPFLICHTIG

Schüler sollen an mittelhessischen Schulen künftig 10 Cent bezahlen. Um aufs Klo zu dürfen. Angeblich soll diese “kreative Notlösung” die Einrichtungen gegen Vandalismus schützen, berichtet n-tv.

Langsam ahne ich, warum sich die Hauptschullehrerin, mit der ich vor einigen Tagen geplaudert habe, nach der Rente sehnt.

(Link gefunden bei der Jurastudentin)

38 Kommentare zu “SCHULKLOS KOSTENPFLICHTIG”

  1. Andreas meint: (1.12.2005 um 09:41) AntwortenReply to this comment

    Ich seh schon die Schulhof-Rowdies: "Los, Toilettengeld her, sonst gibt's Schläge!"
    Die Kinder von Hartz-IV-Empfängern müssen sich dann eben ein bisschen zusammenreißen, können ja zuhause auf die Toilette gehen.
    Der Betrag klingt nicht nach besonders viel, aber so geht es doch immer los.

  2. R.B. meint: (1.12.2005 um 09:43) AntwortenReply to this comment

    Da wird es an hessischen Schulen wohl demnächst eine etwas übelriechende Ecke geben …

  3. Agiro meint: (1.12.2005 um 09:48) AntwortenReply to this comment

    Und die Schulleiterin macht die Klofrau.

  4. Micha Spannaus meint: (1.12.2005 um 09:50) AntwortenReply to this comment

    Vermutlich ist es billiger, die 10-Cent-Automaten an den Toiletten gegen Vandalismus zu schützen, als die Toiletten selbst…;-)

  5. Andreas Rodler meint: (1.12.2005 um 09:59) AntwortenReply to this comment

    @4: Ich dachte eher an ne Toilettenfrau als an nen Automaten :-)

  6. Micha Spannaus meint: (1.12.2005 um 10:20) AntwortenReply to this comment

    @5: Quasi als ABM… sehr schlau!!! :-)

  7. Dirk Meister meint: (1.12.2005 um 10:27) AntwortenReply to this comment
  8. Daniel meint: (1.12.2005 um 10:28) AntwortenReply to this comment

    Frechheit …

    … mehr als dieser doch deutliche Ausdruck fällt mir nicht ein. Was kommt dann?
    - Kopiergeld
    - Heizkostenzuschuss
    - Servicepauschale für Schulhofreinigung
    - Notopfer für die Beleuchtung

  9. Martin_mb meint: (1.12.2005 um 10:39) AntwortenReply to this comment

    Da geht es doch nur um die Einführung der Überwachung durch die Hintertür. Erst wird eine Klo-Maut eingeführt mit streng zweckgebundener Erhebung der individuellen Klo-Daten (Sitzen/Stehen, Dauer der Sitzung etc.), und ein paar Monate später werden diese Daten dann zur Fahndung nach Klo-Vandalen eingesetzt. Es ist immer das gleiche…

  10. Frau K. meint: (1.12.2005 um 10:47) AntwortenReply to this comment

    @8: Kopiergeld habe ich (in Hessen) schon vor Jahren auf der Berufsschule bezahlt. Angeblich weil die Lehrer das Geld vorstrecken müssen und nicht mehr alles von der Steuer wiederbekommen…

  11. Jurastudentin meint: (1.12.2005 um 10:54) AntwortenReply to this comment

    @ Martin_mb

    LOL, man sollte darum wohl besser das Geschäft, das man verrichtet hat, sofort einpacken und mitnehmen, sonst werden auch noch DNA-Spuren daraus entnommen.

  12. malaventura meint: (1.12.2005 um 11:05) AntwortenReply to this comment

    Jesus!, muss mal'n bischen entspannen. Ich hab' mich erst verlesen: "Schul-d-los Kostenpflichtig" hatte ich im Hirn und dachte sofort: Und bis wann kann er kostenbefreiend zurücktreten?

  13. Lutz meint: (1.12.2005 um 11:13) AntwortenReply to this comment

    10 Schüler pro Stunde, dann sind die Kosten der Ein-Euro-Klofrau schon wieder raus…

  14. Mone meint: (1.12.2005 um 11:16) AntwortenReply to this comment

    @8 Ich habe zwei Kinder in der Grundschule!! Dort wird verlangt, das pro kind halbjährlich €2,50 an Kopiergeld zu entrichten sind. Auf meine Anfrage, das mir das etwas überteuert erschein, sind schließlich pro Schuljahr zehn Euro und da kann ich ja eine ganze Kiste Kopierpapier hinstellen etc., wurde mir nur gesagt, das davon auch die Kartuschen und die Unterhaltung (Wartung?) des Kopierers bezahlt wird und das das nun mal so teuer wäre…
    Tja, alleine gagen die ganze Schule kann ich mich ja nicht stellen. Viele Eltern schimpfen und zahlen dann trotzdem. Schade.

  15. Alix meint: (1.12.2005 um 11:21) AntwortenReply to this comment

    Kostenpflichtige Schul-Klos

    hat Udo Vetter aus dem WorldWideWeb gebuddelt. Womit sich Rechtsanwälte gelegentlich beschäftigen …
    Lasset uns rechnen:
    10 Cent pro Erleichterung: bei einem Preis von 2 Euro pro Kubikmeter Wasser und (im Schnitt) 8 Liter Wasser pro Spülvorgang entstehen Kosten in Höhe von 0,016 Euro – weil die letzte Ziffer eine 6 ist, wird aufgerundet auf 0,02 Euro.
    Vergessen werden darf nicht der evtl. Klopapier-Verbrauch. Rechnet mensch großzügig, ergibt sich ein Kostenfaktor von 0,025 Euro. Weil wieder eine 5 an letzter Stelle steht, wird aufgerundet auf 0.03 Euro. Dann will die Putzfrau bezahlt werden, die den Abort zu reinigen hat – und der Hausmeister, der täglich die einwandfreie Funktion der Spülanlage kontolliert.
    Irgendwie lässt sich, einwandfreies kaufmännisches Denken vorausgesetzt, ein Kostenfaktor von 0,10 Euro rechtfertigen. Bei 5-stündigem Aufenthalt in der Schule (von 8:00 – 13 :00 Uhr) ist von einem mindestens 2-maligem Bedürfnis der körperlichen Ausscheidung auszugehen. Eltern, drückt euren Kids täglich mindestens 20 Cent in die Hand, damit sie sich nicht in die Hose pinkeln bzw. scheissen!

  16. Tilman meint: (1.12.2005 um 11:28) AntwortenReply to this comment

    Im Grunde sind das alles versteckte Steuern. Es wird nur nicht so genannt.

    Gleichzeitig werden die Mittel für Bildung immer mehr gekürzt. Das Ergebnis ist dann in 15-20 Jahren zu erleben, wenn entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Dann sind aber die Politiker, die dafür verantwortlich waren, längst in Rente.

  17. Just me meint: (1.12.2005 um 11:38) AntwortenReply to this comment

    Leute, eure Rechnungen sind albern. Es geht doch nicht um die Kosten. Es soll doch nur der nicht zielgerichtete (kein Bedürfnis zu verrichten) Besuch der Toilette verhindert werden. Möglicherweise glaubt man, daß es eben bei diesen Besuchen verstärkt zu Randalierung kommt.
    Die zu diskutierende Frage ist also nicht, ob jemand überwacht werden soll oder ob etwa die Kosten für die Benutzung der Toilette gedeckt werden sollen. Vielmehr sollte hier die Frage beantwortet werden, welche besseren Lösungen sich anbieten würden.

  18. Udo Vetter meint: (1.12.2005 um 11:44) AntwortenReply to this comment

    Wenn eine Kind nur einmal pro Tag aufs Klo geht, sind das schon mehr als zwei Euro im Monat. Bei einer mir bekannten Drittklässlerin ist das ein Viertel des monatlichen Taschengeldes.

  19. Alix meint: (1.12.2005 um 11:48) AntwortenReply to this comment

    @17 Just me:
    die optimale Lösung wäre der Hausmeister, der den ganzen Tag vor einem oder mehreren Monitor/en sitzt und die Bilder, die entsprechend installierte Video-Kameras liefern, beobachtet: der Bengel, der gerade die Toilette betritt: pinkelt er, verrichtet er ein "großes Geschäft" oder onaniert er? Sollte er einen "Edding" zur Hand nehmen, wäre allerdings größter Alarm angesagt. Er will damit die Wände beschmieren …
    Übrigens: meine Rechnung ist albern, ich habe leider die ironie /ironie-tags vergessen.

  20. malaventura meint: (1.12.2005 um 12:04) AntwortenReply to this comment

    "Wenn eine Kind nur einmal pro Tag aufs Klo geht, sind das schon mehr als zwei Euro im Monat. Bei einer mir bekannten Drittklässlerin ist das ein Viertel des monatlichen Taschengeldes."

    Das gibt aber dem Erziehungsmittel Taschengeldentzug ein ganz anderes, ungewohntes Gewicht! "Noch ein Wort, und du musst wieder eine Woche in die Ecke pinkeln!"

  21. Mantla meint: (1.12.2005 um 12:38) AntwortenReply to this comment

    "Scheiss die Wand an."

  22. Andreas Rodler meint: (1.12.2005 um 13:04) AntwortenReply to this comment

    @8: In .at sind in jeder Schule ca. 10 Euro für Kopien zu zahlen.

  23. stefanolix meint: (1.12.2005 um 13:09) AntwortenReply to this comment

    Ich bin Vater eines Zehntklässlers und in zwei Jahren wird mein kleiner Sohn in die Grundschule kommen (momentan ist er in einem Kindergarten mit Material-Selbstbeteiligung). Ich weiß also ziemlich gut, was Kopiergeld bedeutet. Aber Leute: bevor ich über 2.50 Euro diskutiere, schreibe ich in dieser Zeit lieber ein paar Zeilen eines Programms oder eines Artikels, um damit Geld zu verdienen. Die Schulen und Kindergärten haben das Geld nicht, die Lehrer oder Erzieherinnen will ich damit nicht belasten. Ohne Kopien und Aufgabenhefte geht's nicht. So what?

    Das "Klogeld" wird keinen Erfolg haben. Denn dadurch werden die Schüler doch nur dazu erzogen, das WC schmutzig zu verlasssen ("Wir bezahlen doch!"). Ich finde, das geht in die falsche Richtung. WCs sollten durch Reinigungsfirmen gereinigt werden. Wenn man die Kinder zur Sauberkeit erziehen will, sollte man ihnen einen Besen in die Hand drücken und sie gegen eine kleine Bezahlung zugunsten der Klassenkasse ihre Räume selbst reinigen lassen. Da hat man Anreiz und Erziehung in einer Maßnahme kombiniert!

  24. Nik meint: (1.12.2005 um 13:15) AntwortenReply to this comment

    Pecunia non olet…

    Sic transit gloria mundi :-(

  25. Mitmensch meint: (1.12.2005 um 15:21) AntwortenReply to this comment

    Im wahrsten Sinne des Wortes ein "Scheiß-Geschäft", das man da verrichten muss… ;-)

    Abzocke, wo es nur geht. In der JVA München sollen die Häftlinge jetzt sogar anteilsmäßig an den Stromkosten beteiligt werden. Der Pleitegeier hängt über Deutschland. Umverteilungsmaßnahmen allerorten – auch wenn es "nur" Cent-Beträge sind. Grausam…

    Gruß vom
    Mitmensch
    http://www.haftzeitblog.de.vu

  26. Berni meint: (1.12.2005 um 16:02) AntwortenReply to this comment

    Und wären die Kleinen da völlig hilflos mit 'runtergelassener Hose sitzen könnte man doch direkt die Taschen durchsuchen -> http://www.lawblog.de/index.php/archives/2005/11/28/bereitwillig/

  27. Hendrik meint: (1.12.2005 um 17:01) AntwortenReply to this comment

    @12: Genau so hab ich's auch erst gelesen. Zuviel Schuldrecht auf dem Lehrplan in letzter Zeit ;-)

  28. Alix meint: (1.12.2005 um 17:42) AntwortenReply to this comment

    @24 Nik:
    verzeihe mir meine Ungebildetheit, aber wenn Du das übersetzen könntest, von mir aus in die englische Sprache, falls Dir die deutsche Übersetzung schwerfällt. Mit der englischen Übersetzung käme ich just (just = gerade noch) noch klar (klarkommen = verstehen, Verständnis aufbringen können).

  29. n.n. meint: (1.12.2005 um 18:07) AntwortenReply to this comment

    mhm, ob das klug ist, dieses thema hier zu diskutieren?! danach kommen bestimmt eine menge gerichtspräsidenten und hochschulrektoren auf dumme gedanken ….
    :-(

  30. stefanolix meint: (1.12.2005 um 18:13) AntwortenReply to this comment

    "Pecunia non olet" oder "Geld stinkt nicht" liest man in fast jedem Buch zu römischer Geschichte (und die war wirklich spannend).
    Und "Sic transit gloria mundi" meint sinngemäß: "So vergeht die Herrlichkeit der Welt" oder "So geht der Ruhm der Welt dahin".

  31. Nik meint: (1.12.2005 um 20:26) AntwortenReply to this comment

    @24 @30

    "Geld stinkt nicht" – irgendein römischer Kaiser führte eine Gebühr für die Benutzung öff. Toiletten ein. Auf die Frage, ob das nicht eine anrüchige Art der Besteuerung sei, nahm er einge Münzen, schnupperte daran und sein Ausspruch ging in die Geschichte ein.

    Wo kommen wir eigentlich hin, wenn im "Lande der Dichter und Denker" ein Schüler für die Benutzung der Schultoilette Geld bezahlen muß? So schwindet der Ruhm der Welt (und des Landes der Dichter und Denker).

  32. Agiro meint: (1.12.2005 um 22:47) AntwortenReply to this comment

    Es stellt sich auch die Frage nach der rechtlichen Zulässigkeit des Klogeldes ("Gebühr"?). Falls dieses statthaft sein sollte, dann dürfte wohl auch ein Beitrag für die Beleuchtung des Schulsaales, das Mitbringen eines Brikett für die Heizung etc. gefordert werden.

  33. student meint: (2.12.2005 um 02:55) AntwortenReply to this comment

    Die Schüler habens gut, wir Studenten müßen demnächst schon bezahlen, dass wir den Campus überhaupt betreten dürfen. Und von dem Geld wird – von der Lehre nicht mal zu sprechen – nichtmal den entwürdigenden Zuständen auf den Uniklos ein Ende gemacht, sondern (Landes-)Haushaltslöcher gestopft… Da finde ich es doch harmlos, wenn Schüler wegen ihrer menschlichen Bedürfnise geschröpft, und damit entwürdigt, werden. ;-) "Denn du bist Deutschland!"

  34. Schwarzmaler meint: (2.12.2005 um 08:30) AntwortenReply to this comment

    @23. "Die Schulen haben das Geld nicht". Interessant. Wofür zahle ich eigentlich Steuern?

  35. stefanolix meint: (2.12.2005 um 09:06) AntwortenReply to this comment

    Wenn ich heute eine Diskussion über die Steuergelder und deren Verwendung führe, hilft das aber meinen Kindern nicht. Der eine muss in den nächsten Jahren sein Abitur bauen und der andere wird in zwei Jahren gerade mit der Grundschule beginnen. Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass ich durch Diskussionen mit dem Freistaat Sachsen und den Schulbehörden der Stadt Dresden eine wesentliche Verbesserung der Situation erreichen kann :-)

    Selbst wenn ich mit den Behörden diskutieren könnte, würde ich eher für mehr Lehrerstellen eintreten oder den Lehrern wieder etwas höhere Anteile an einer "ganzen" Stelle zuweisen, denn die Lehrer sind in Sachsen nicht schlecht, wie man an den PISA-Ergebnissen sehen kann. Momentan arbeiten in Sachsen viele Lehrer in erzwungener Teilzeit.

    Und wenn ich nun die wirklich geringen Materialkosten in Relation zu den eigentlichen Problemen des Schulsystems setze, dann komme ich zu der Schlussfolgerung in #23. Ich muss doch selbst einschätzen, auf welche Weise ich meine Kinder am besten unterstützen kann.

  36. Danny Faak meint: (2.12.2005 um 18:46) AntwortenReply to this comment

    Gut das ich nicht mehr in der Schule bin. Das würde die Klassenkonferenz wegen "Übermäßigem Gebrauch von Fachausdrücken" glatt noch toppen …

  37. Babsy meint: (22.9.2006 um 12:33) AntwortenReply to this comment

    bei uns ist das auch so ne sache mit dem Kopiergeld wir sollen pro Jahr 6 € zahlen, das sind 1000 Blatt Papier, mein Kind hat im vergangenen Jahr dafür 200 kopierte Blätter erhalten, doch leider kommt man nicht allein dagegen an.
    Die Lehrer denken auch nicht an Sparen beim Kopieren, denn es wird immer nur die vordere Seite bedruckt und das auf Kosten der Eltern, ich find das unverschämt.

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