DIE DIREKTORIN SPRICHT
Focus online widmet sich dem Fall Sozialgericht Bremen ./. Björn Harste. Erstmals meldet sich auch die Direktorin des Gerichts zu Wort.
Blogoscoped bringt die Sache auf den Punkt:
Welcome to the world wide web, Sozialgericht, and welcome to Google. … So, everyone, if you want to help out the Sozialgericht Bremen, stop linking to the Shopblogger using these words.
Ich finde das Vorgehen von Frau Holst total nachvollziehbar und in Ordnung für eine Nichtjuristin.
"Darunter findet sich auch das Lawblog, das bereits mit einer juristischen Analyse der Chancen einer Klage gegen den Shopblogger aufwartet. Nach Auffassung der dort bloggenden Rechtsanwälte liegen die Erfolgsaussichten für das Bremer Sozialgericht bei Null."
Achso? Also wenn man den Beitrag "Sozialgericht Bremen" als Analyse sieht, vielleicht. Aber meines Wissens bloggt hier doch Udo allein, oder?
So ganz recherchiert haben die Herren von Focus online wohl auch nicht. Sonst wüssten sie, dass eine solche Analyse wohl nur verlinkt wurde :)
Ich hab mal irgendwo gehört oder gelesen, daß auch Arbeits- und Sozialrechtler Juristen sein sollen. Es kann aber auch nur ein Gerücht sein. ;)
Dass sie "nur" eine Sozialrechtlerin ist und ihr das Internet mehr oder minder fremd erscheint, tja, schön und gut – aber das kann nun wirklich keine Entschuldigung sein.
"Die Richterin und ihr Blogger"
Hm, irgendwie schmeckt der Titel merkwürdig pappig nach Dürrenmatt…
ich verweise einfach mal auf meinen Kommentar bei Björn zu dem Thema:
shopblogger.de/blog/archi...d-ihr-Blogger.html#c24026
@1: wieso Nichtjuristin? Sie ist doch Richterin.
Das ist m. E. ein klassischer Fall der zeigt, wie wichtig es ist, sich einen Anwalt zu suchen, der mit dem Rechtsgebiet vertraut ist…
Hier war es zwar eine Richterin, deren Kompetenz in Fragen des Sozialrechtes ich nicht in Abrede stellen möchte, aber Rechtsfragen, die mit dem Netz zusammhängen sind doch was anderes, da muß man sich mal mit befasst haben…
[if you want to help out the Sozialgericht Bremen]
Vielleicht spendiert der Senat der guen Frau ja einen Volkshochschulkurs "Einführung in das Internet für Senioren".
Das wäre auf jeden Fall billiger, als die Dame weiterhin als ahnungslosen Bürgerschreck auftreten zu lassen.
Nach dem Focusartikel habe ich allerdings den Eindruck, das sie nicht nur lern- sondern auch beratungsresistent ist.
Gruß A. John
@7: Ach was – sach bloß… :)
Am besten gefällt mir ja das:
„Ich wollte gerne diese Seite weghaben.“
Wünsche kann man ja viele haben aber diese in Form eines amtlichen Schreibens erpressen (Stichwort: "Gerichtliche Schritte einleuten" -> mögl. hohe Kosten) zu wollen ist schon starker Tobak.
@12: Den alten Spruch "Bangemachen gilt nicht" sollten sich anscheinend nicht nur "Abmahnanwälte" sondern auch manche Richter/-innen hinter die Ohren schreiben…
Das Richterwahlverfahren in Bremen wird schon seit langem kritisiert.
Öfter wird die Personalunion zwischen Bürgermeister und Justizsenator kritisiert.
DRB erwartet eigenständigen Justizsenator in Bremen!
Der Deutsche Richterbund erwartet, daß bei der Neubildung der Lan-desregierung in Bremen wieder ein alleinverantwortlicher Justizsenator für das derzeit vom Präsidenten des Senats (Bürgermeister) in Personalunion mitgeführte Justizressort eingesetzt wird.
Der Justizsenator hat die Unabhängigkeit der Gerichte und die Bindung der Staatsanwälte an den Legalitätsgrundsatz zu schützen. Dies ist bei einer in Personalunion vom Präsidenten des Senats wahrgenommenen Leitung des Justizressorts nicht verläßlich gewährleistet. Hinzu kommt, daß so dem Eindruck Vorschub geleistet wird, die Dritte Gewalt sei eine nach Maßgabe politischer Zweckmäßigkeitsüberlegungen jederzeit disponible "Verschiebemasse". Damit wird in Kauf genommen, daß das Ansehen der Dritten Gewalt in der Öffentlichkeit Schaden nimmt
Andreas, die Vorsitzende eines Gerichtes ist beileibe keine Nichtjuristin, sondern zwingend eine Richterin. Sie hat Jura studiert und zwei Staatsexamina in der Tasche.
@Rudi: 100% D'accord
Grüße
@1: lol, sehr treffend
@12: in der Tat, wenn das Zitat stimmt
und ein weiter Anlass mal wieder auf die notwendige Reihenfolge hinzuweisen: 1) Ärgern, 2) Denken, 3) Schreiben. Hätte Frau Direktorin sich mal dran gehalten.
So geht das also. Man "will was weg haben", also mißbraucht man die eigene Stellung. Da muß man froh sein, daß die Dame Juristin ist und nur Briefe schreibt.
Sollte sich noch mal jemand wundern, warum Juristen einen so schlechten Ruf haben, dann einfach auf die Dame zeigen, die sich an Bürgern vergreift.
Tatsache ist aber: das Layout vom shopblogger war daneben, weil "Sozialgericht Bremen" an dem Platz war, wo üblicherweise das Logo erscheint und so der Eindruck entstand, es handele sich um die offizielle Seite. Es würde mich auch nicht wundern, wenn die Dame in einem Rechtsstreit Recht bekäme – da entscheiden nämlich Richter, also ihre Kollegen. Für das Google-Ranking kann der Shopblogger natürlich nichts.
@18: [Sollte sich noch mal jemand wundern, warum Juristen einen so schlechten Ruf haben, dann einfach auf die Dame zeigen, die sich an Bürgern vergreift.]
Die Dame ist kein Einzelfall.
Richter, die ihre Stellung dazu missbrauchen um sich an unschuldigen Bürgern abzureagieren, gibt es auch woanders.
linkhitlist.com/cgi/comme...;LNO=36554&ENO=674667
Sie können das relativ gefahrlos, weil sie sich der Rückendeckung ihrer Kollegen sicher sein können.
Gruß A. John
@Caroline
Tatsächlich ist es ungewohnt, daß beim Shopblogger der Eintragstitel auf den Archivseiten größer ist als der Blogtitel. Viel verwirrender noch, daß man bei Klick auf diesen Link zurück zur Startseite kommt. Aber das ist doch eher eine Frage der Usability als der Namensanmaßung.
Und das ist es ja auch nicht, was die Direktorin als erstes bemerkte. Vielmehr ist sie doch schon über den Seitentitel bei Google gestolpert, in dem der Eintragstitel dem Weblognamen vorangestellt ist. Im Lawblog ist das andersrum gelöst, find ich besser – vom Großen zum Kleinen. Das ist aber eine Geschmacksfrage, bei Lumma z.B. wie auch bei einigen Nachrichtenseiten steht der Seitenname zuletzt im Titel.
Wenn nicht so Bewanderte nach Ansicht der Seite nicht verstehen, wo sie gelandet sind, sollten sie vielleicht mal an ihrer Medienkompetenz arbeiten. Ich habe schon Kommentare von jemandem erhalten, der meinte, ich sei H&M Kiel und fragte, ob es die guten Conwell-Unterhosen noch gibt, die seine Kinder ihm letztes Jahr zu Weihnachten grschenkt haben. Zu diesem Zweck hinterließ er in meinem Blog auch gleich seine komplette Anschrift. Neulich bekam ich eine Mail, die ich erst in den Spam-Ordner schob, mir aber später nochmal genauer ansah und feststellen mußte, daß die Verfasserin glaubte, bei der Bild-Zeitung gelandet zu sein und um Zusendung eines Artikels aus dem Archiv bat. Kein Witz, leider. Und das obwohl bei mir die Eintragstitel _nicht_ in der Titelleiste auftauchen.
Wenn Privatleute einfach zu blöd sind, ist das deren Problem. Ich habe längst aufgehört, da missionarisch tätig zu werden, dankt einem eh keiner. Wenn aber die Direktorin eines Gerichts oder der Vertreter eines weltweit tätigen Konzerns deswegen anderen mit juristischen Konsequenzen drohen, muß einen das leider doch kümmern.
@22 (Sannie)
> Tatsächlich ist es ungewohnt, daß beim Shopblogger der
> Eintragstitel auf den Archivseiten größer ist als der
> Blogtitel. Viel verwirrender noch, daß man bei Klick auf
> diesen Link zurück zur Startseite kommt. Aber das ist doch
> eher eine Frage der Usability als der Namensanmaßung.
Dieses Verhalten ist das Standardverhalten der Blogsoftware. Du wirst hunderte von Blogs mit diesem Verhalten finden.
cabi
@7 und 15:
War'n Scherz (und allenfalls ein ganz, ganz kleiner Seitenhieb eines Gesellschaftsrechtlers).
Ich bitte um Entschuldigung!
Schreib bitte künftig das allgemein verständliche ;-) dazu, denn dann raffen es aucch die, die grade auf der Leitung stehen (vulgo: ich :) ).
MfkG
"ich wollte gerne diese Seite weghaben.."
Ich würde gerne
diese Dame weghaben.
Als versöhnlicher Diskussionsbeitrag hier hier eine plausible Erklärung der Handlungsweise von Frau Holst, die durch Indizien erhärtet ist:
[url]http://37sechsblog.de/?p=198[/url]
(gefunden über die Chronik bei hirnrinde.de): [url=http://www.hirnrinde.de/index.php/2006/01/02/nachste_stufe_der_sylvester_rakete_n_abg]klick![/url]
Nichtsdestotrotz könnte Frau Holst ja einmal bei Björn anrufen oder locker vorbeigucken. Statt nur Interviews zu geben.
Die Frau Direktorin hat eine wunderbare Quittung bekommen :-)
Der Shopblogger hat nun [url=http://www.stephan-hertz.de/blog/archives/shopblogger-bei-google-auf-position-2.html]Platz 2[/url] bei Google zum fraglichen Keyword :-D