WENDTS WELT
Die Rheinische Post berichtet heute über Pläne, Sperrbezirke für Bettler einzurichten:
Ginge es nach Rainer Wendt, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, würde Hans bald nicht mehr mit seinem Becher auf der Kö sitzen. “Bettler haben in unseren Fußgängerzonen nichts verloren. Die sind schließlich von Steuerzahlern für Steuerzahler finanziert worden.”
Wie schön wäre es in unseren Städten ohne Arbeitslose, alleinerziehende Mütter, die Alg II erhalten, ohne Schüler, Studenten, einkommensschwache Renter, Hausfrauen und Millionäre mit Schifffahrtsfonds. Auch auf den Autobahnen käme man endlich wieder voran.
Von einer Welt ohne Wendts zu träumen, wäre allerdings eine echte Alternative.
Das zeigt mal wieder, dass unser Rechtsstaat ständig der Gefahr der Erosion ausgesetzt ist.
Mit den vermeintlich Schwächsten fängt es an und schwups hat man eine komplett regulierte und überwachte Gesellschaft.
Vielleicht sollte man steuergelderfinanzierte Gehälter mit dem IQ koppeln. Effekt wäre eine effizientere Arbeit gewisser Kreise und enorme Ersparnisse für den Steuersäckel.
Aua.
Das hatten wir doch schon mal in unserem Lande und bestimmt auch auf der Kö. Damals mussten da so gewisse Menschen zunächst eine auf der Kleidung aufgenähte Markierung tragen, aber es wurden immer weniger von ihnen gesehen (nicht zuletzt mit Hilfe der Polizei), bis dann die übrig gebliebenen Menschen in der Stadt sagten "Diese Stadt ist judenfrei" und die Stadt einen Preis bekam oder zumindest wohlwollende Erwähnung in der Wochenschau.
Eine Welt ohne Not, Utopie.
zu #3
(Text editiert. U.V.)
Denn wie sonst ist nun zu erklären, daß es in einem Mittelmeerland Menschen zweiter klasse gibt, die nur in Ghettos wohnen dürfen?
Die Begründung des Herrn Wendt teile ich nicht, sein Petitum schon: aggressives, betrügerisches oder organisiertes Betteln – und in Deutschland, wo jeder Recht auf Sozialhilfe hat, ist Betteln eigentlich, weil nicht vorhandene Not vortäuschend, immer betrügerisch – finde ich nicht akzteptabel. Jede Sondernutzung öffentlicher Straßen und Plätze ist geregelt, da sehe ich nicht ein, dass Leute, die ihren Schnaps, ihre Zigaretten und ihre Hunde von anderen Leuten finanzieren lassen wollen, sich dort hemmungslos breitmachen dürfen.
@3: (Text editiert, da der Satz auch weiter oben gelöscht wurde. U.V.)?? So eine Aussage läßt sich weder mit Ironie doch mit Dummheit entschuldigen.
@5 meine ich natürlich
Die Welt des Herrn Wendt kenne ich nicht.
Allerdings ist die Welt des Herrn Wendt sicher nicht die Welt
der Bürger einer Stadt und nicht die Welt der Polizeibeamten,
die (auch) im Auftrag der " Polizeibehörden" (nicht zu verwechseln mit
d. Executive "Polizei") tätig werden um die städtischen Verordnungen
durchzusetzen.
Sehr schön/schlecht , daß sich viele Kommunen eigene sogen. "Gemeindliche
Vollzugsdienste" leisten. Und diese sind zuständig für die oft unmenschlichen
entwürdigenden Vorgehensweisen gegen die "unteren sozialen Schichten".
Das wiederum ist deren Auftrag, der aus dem Begehren der Geschäftsleute
auf Eurer KÖ über die gewählte Burgervertretung resultiert.
Die DPolG zähle ich zu den Schleimspur – Verusachern auf den Fluren
sämtlicher politischen Entscheidungsträger die ich kennen lernen durfte.
Der Polizeibeamte neigt eher dazu, sich eines Unterpreviligierten anzunehmen. Das hat er vermittelt bekommen,
wenn er die Polizeiausbildung absolviert hat.
Sorry , ich muß Mißverständliches korrigieren.
Natürlich sind die Genannten nicht Zuständig für
"entwürdigend und unmenschlich" sondern für
die Durchsetzung schlechthin.
@6 Was soll denn das für eine Begründung sein?
Der erste Teil des Arguments lässt sich leicht umdrehen: Da die Existenz von Sozialhilfe und anderen Sozialleistungen allgemein bekannt ist, weiß jeder, dass ein Bettler wohl nicht bettelt, weil er anderenfalls verhungern müsste. Es wird also niemand getäuscht.
Zum zweiten Teil: Das "hemmungslose Breitmachen" wie Du es nennst ist in aller Regel keine Sondernutzung sondern gerade in verkehrsberuhigten Bereichen ein Musterbeispiel von Gemeingebrauch. Sondernutzung wird das erst, wenn jemand anfängt, Möbelstücke aufzustellen oder ähnliches. Oder sich auf die Autobahn setzt.
vielleicht sollte dem herrn wendt mal jemand erklären, das auch die mehrwertsteuer eine steuer ist, die in die großen topf hingeht aus dem z.b. fussgängerzonen finanziert werden. und zur mehrwertsteuer wird der bettler seinen teil beitragen, der spart sein geld ja nicht.
Interessante These von Herrn Wendt. Mit wachem Blick verfolgt müsste die Ansage dazu führen, dass neben den Bettlern auch Kindern ohne eigenes steuerpflichtiges Einkommen letztlich abgeschoben werden oder auf einem Stück Land in Privathand verharren müssten.
Gehört das bisherige bischen Staatsrecht bei Polizisten nicht mehr zur Ausbildung? Schade.
@13 ich verweise auf (9) betr. d. Begriffes Polizei.
Aber:
Dazu fand ich in meinem Fundus noch <a href="http://www.oldblog.de/bilder/bettler.jpg" rel="nofollow">meine Nachtgedanken </a>
Der gleiche Anlass auf der Stuttgarter Kö (-nigstraße).
Um den Bettlern die Möglichkeit zu nehmen sich
in der Winterkälte nieder zu lassen wollte der hiesige
Gemeinderat alle Bänke und Stühle der " Stadtmöblierung"
abbauen lassen.
Diese in einem Nachtdienst vor über 20 Jahren verfassten und in
den STN und STZ veröffentlichten Zeilen und vor allem der
Entrüstungs – Hauch Vieler führten dazu, daß alles unverändert blieb.
@12
Natürlich muss man dir nicht erklären, dass Bettler im Allgemeinen Sozialhilfeempfänger sind, ihr Mehrwertsteueraufkommen also vernachlässigbar ist und nichts daran ändert, dass sie Nettoempfänger auch deines Steuaufkommens sind.
schade, daß so (Text editiert, U.V.) wie der herr wendt in diesem land für solche sogenannten "ausrutscher" nicht direkt aus dem staatsdienst entlassen werden.
was die polizei aber mal dringend unterbinden sollte ist das organisierte betteln unter verwendung von kindern, die zum mitleiderzeugen missbraucht werden. das würde unseren fußgängerzonen (und kindern) sicherlich deutlich besser tun als das aufstellen dümmlicher forderungen durch herrn wendt …
@CountZero,
na,na. Das Zitat: (Text editiert, U.V.) wie der herr wendt in diesem land ………
geht eindeutig zu weit!
Ich teile die allgemeine Aufregung in diesem Thread nicht.
Die normale Nutzung einer Fußgängerzone ist, dort entlang zu gehen oder zu stehen.
Wenn man in einer Fußgängerzone Platz für sich beansprucht, um dort Umsatz zu erzielen, dann ist das für mich durchaus eine Sondernutzung.
Das gilt für den Markstand-Betreiber genauso wie für ein Café, das dort Tische aufstellt. Und eben auch für den Bettler.
Ein Bettel-Verbot ist daher m.E. durchaus legitim, zumal hier durchaus eine Güterabwägung vorgenommen werden muss:
Dem Interesse des Bettlers können gegenläufige Interesse anderer Nutzer des öffentlichen Raums entgegen stehen, z.B. des besagten Café-Betreibers, für den es geschäftsschädigend ist, wenn sein Gäste aggressiv angebettelt werden.
Wenn eine Stadt einerseits vom Café-Betreiber eine Gebühr verlangt, wenn dieser in der Fußgängerzone Tische aufstellt (und teilweise sogar eine "Markisen-Gebühr" von Händlern, die überhaupt keine weitere Möblierung in der Fußgängerzone haben), dann sehe ich nicht ein, warum das Betteln nicht reguliert werden darf.
Nota bene:
Es geht mir hier nicht um ein Aufenthaltsverbot für den Bettler als Person. Aber es geht mir darum, dass man die Handlung des Bettelns verbieten können muss.
Sehen Sie bitte
<a> hier.</a>
@17
da geb ich dir recht. Wenn am selben Tag an allen Ecken der Stadt Menschen mit den gleichen Bechern zum Betteln stehen, habe ich auch das Gefühl dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Und hier habe ich auch das Gefühl, dass ich getäuscht werden soll, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen, die da vor mir knieen (!) das Geld wirklich behalten dürfen.
Anderseits: Kein Mensch setzt sich freiwillig bei der Kälte in die Stadt. Die Leute leiden Not, sonst würden sie's nicht tun.
Gegen aggressives Betteln (ansprechen) bin ich auch. Aber wenn man einfach alle Armen aus der Stadt weist, hat das schon was von "wir wollen das Elend nicht sehen, dann können wir es besser vergessen / ignorieren" Könnte ja sein, wenn die Bürger das Elend sehen, dass sie fordern, dass Geld für diese armen Teufel ausgegeben wird. Welcher Frefel
Beim Thema organisiertes Betteln mit Kindern oder Behinderten geht es doch um etwas ganz anderes. Dort würde man zum Schutz der Kinder oder der Behinderten eingreifen, um zu verhindern, dass diese ausgenutzt werden. Und es geht nicht um das ästhetische Empfinden einiger Steuerzahler.
Aber das "Problem" hat sich in Kürze wahrscheinlich sowieso erledigt. In dem Tempo, wie die Shoppingmalls aus dem Boden sprießen, wird es demnächst nicht mehr um Sondernutzung oder Widmungszweck gehen, sondern um Hausrecht, Hausverbot und Hausfriedensbruch – mit sicher ganz anderen Maßstäben.
@20 (myself)
Übertragungsfehler weil Link- Fehler?
Hier : "http://www.ratgeberrecht.de/urteile/leitsatz/rl00839.html
Lediglich das aggressive Betteln ist untersagt. Und das wäre
dann die erwähnte Sondernutzung.
Heute Nachmittag hielt neben mir ein Jaguar, der Fahrer fragte nach dem Weg zum Schloß Lerbach, er brauchte nur noch 500 m der Straße zu folgen, als ich hinter ihm herschaute sah ich einen Aufkleber: Eure Armut kotzt mich an.
Es war sicher nicht Herr Wendt.
Aber auch ein Armer, Geld für einen Aufkleber, aber nicht genug für ein GPS.
@ 21
es war nur als randnotiz gedacht, weil dies die form des bettelns ist, die mich wirklich abstößt. ansonsten darf mich meinetwegen jeder fragen, ob ich ihm geld schenke. ich muss ja nichts geben, wenn ich nicht will.
und bzgl. der shoppingmalls könnte ich entgegnen, dass die privatisierung des öffentlichen raums nun wirklich ein anderes thema ist, das aber übrigens auch in innenstädten anzutreffen ist.
@ 23
selig sind die geistig armen, gönn ihm doch sein bescheidenes glück!
;-)
@25 wem ?
@22
Ok ok, Asche über mein Haupt
Bettler ist nicht Bettler. Einige sind wahre Originale, die zur Stadt gehören wie Kö und Schlossturm. Da gibt es den, der sich nach dem Betteln in eine Ecke verkrümelt, um ein Buch zu lesen, oder den, der eine Parkbank besetzt, Papier und Stift aus seinem Gepäck holt und ganz bei sich Stunden lang schreibt und die humorigen Typen mit spitzem Witz. Und noch viel mehr. Für den Spießbürger sehen sie alle gleich und zwar verwerflich aus.
Sicher, da hat sich eine ganz eigene Welt der 'Berber' gebildet. Das aber gehört zur Stadt, wie die affektierte Dame, die ihre 6 Rassehunde ausführt. Nur Dörfer bekommen Schönheitspreise auf Grund ihrer klinischen Gepflegtheit bis in die letzte ameisenfreie Trottoireritze.
@n.n.
es tut mir leid entgegen meiner Gewohnheit nicht
sofort erkannt zu haben wen Du meinst.
Ich habe einen Synaxfehler
produziert ! Dieser kann natürlich nicht freigeschaltet
werden. Usw.usw.
Wenn Du UV meinst ist es einfach nur unüberlegt.
Wenn ich Dich kennen würde, würde ich Dir gerne
bei Deinen ungelösten Problemen weiter helfen.
Aber ´: is ja nich. "n.n." ?
@praktiker, 29, 26, 25
tschuldige, tippfehler bei mir, du warst gar nicht gemeint, ich wollte eigentlich "@24" schreiben und bezog mich auf den mann mit dem "eure armut kotzt mich an" aufkleber auf dem auto. mein fehler, die zahlentasten auf dem rechner sind auch recht nah beieinander ….
mein fehler, tut mir leid!
Ist das in Karlsruhe auf dem Europaplatz nicht schon Realität?
Ist schon ein 2-schneidiges Schwert. Wer setzt die Grenzen, wer wann, wo, was darf? Heute heisst es Bettler raus, morgen Ausländer, übermorgen…
Leider ist es auch eine Tatsache, das es heutzutage immer mehr "kommerzielles Betteln" (der 3ér steht 2 Querstrassen weiter) gibt. Die moderne Ich-AG? ;-)
Da lobe ich mir die Zeit der 60´+70´er: Zwar Bettelnde aber immer höfliche, stadtbekannte Unikate ("haste ma ´ne Mark für mich.."), Strassenmaler, Musiker prägten die Fussgängerzonen in unaufdringlicher Atmosphäre, Magneten für die Touristik….
@15: steuerzahler ist steuerzahler. ebenso wie auch von einem nettoempfänger das geld wieder zurück in den wirtschaftskreislauf geführt wird. prinzipiell ist der bettler sogar der bessere steuerzahler, weil er sein geld in die geschäfte vor ort bringt statt ins ausland oder auf die bank.
Dieser Traum von der "sauberen" Innenstadt wird auch hier oben in HH immer wieder gerne geträumt, wen das nicht an @3 erinnert – naja, der hat aus der Geschichte dieses Landes anscheinend nichts gelernt.
Allerdings verwundert es mich etwas, dass es immer noch Leute gibt, die denken, der "Sozialstaat" würde die Leute tragen – ein Kollege berichtete mir aus seiner Zeit, er in der er schon an der Schwelle von Hartz IV stand vom Gespräch mit seiner Sachbearbeiterin, die ihn freundlich erzählte, dass es ihm noch gut ginge im Gegensatz zu den Leidensgenossen, denen gerade der Strom geklemmt wird, weil die Kohle nicht reicht….
Gerade in diesen Zeiten sollten wir etwas offener gegenüber den Leuten sein, denen es nicht so gut geht, wie uns – morgen können wir an deren Stelle stehen …
Neben den Leuten, die betteln um sich ihr Hartz IV oder was auch immer aufzubessern gibt es auch die Leute, die evtl. Anspruch auf Hartz IV/Sozi haben, sich aber nicht melden können/wollen, weil melden gesiebte Luft (wg. "Bagatellen") oder 'nen Flieger in's "Heimatland" (Abschiebung) bedeutet …
Brave new world …
Wenn man das Elend nicht mehr sehen kann, dann muss man das Elend eben verbieten.
Wen's stört soll halt nichts geben. Wenn das genug leute so machen, lohnt es sich irgendwann nicht mehr und die Bettler gehen woanders hin. Aber wer glaubt, dieses "Problem" mti Staatsgewalt lösen zu können müsste wirklich mal ein bischen Geschichte nachlesen.
Persönlich sehe ich da schon Probleme. Mich stört es auch wenn ich auf dem 3 minuten-Weg von der S- zur Strassenbahn dreimal um Geld gebeten werde. Und inzwoschen wird nicht mehr nach "Groschen" oder "Kleingeld" gefragt sondern durchaus auch mal nach "ein paar Euro". Natuerlich gibt es dann noch die schwarzen Schafe die das als Zusatzeinkunft machen und keine wahre Not leiden.
Aber Pauschal und dann am besten gleich mit dem Gummiknüppel? Nein, sorry, das ist einfach albern und kaum einer Diskussion wert. Und Herr Wendt möge seine Sozialkompetenz ausbauen.
@33 Naja, da der Bettler jedoch mit versteuertem Einkommen gefüttert wird, und doch meist von Leuten, welche auch nicht auf die Idee kommen, ihr Geld ins Ausland zu schaffen, sehe ich keinen Unterschied, ob jetzt der Betrogene (Betteln ist Betrug #6) oder ob der Bettler das Geld in die Geschäfte bringt. Jedoch ist der Bettler nicht Produktiv und erhöht auch nicht die Wohlfahrt.
Letzten endes wäre es doch schön, wenn man die alle zu allgemeinnützigen Arbeiten herranziehen kann.
Mein Model wäre es, die Kinder von sozial schwachen bekommen 3 Mahlzeiten im Kindergarten / Schule. (So ist sichergestellt, daß die was zu essen bekommen, und nicht wie in Deutschland ab und an geschieht, auch noch das Kindergeld versoffen wird)
Die Erwachsenen dürfen jeden Morgen bei einem Amt antreten, und bekommen eine Aufgabe zugewiesen. Und bekommen hierrüber einen Zettel, wo genau drauf steht, was zu tun ist. Und unten zwei Kästchen, Aufgabe erfüllt, und Aufgabe sehr gut erfüllt.
Ist die Aufgabe erfüllt, gibt es Essensmarken, und das Essen für den Tag ist gesichert. Ist die Aufgabe sehr gut erfüllt, gibt es auch noch Euros.
Wird die Aufgabe nicht erfüllt gibt es nix. Wenn derjenige dann hungernd zu bett geht, wird er sich überlegen, ob er sich am nächsten Tag nicht doch sein Essen verdienen will.
Den alten Trick anwenden: ein Handtuch über den Kopf legen, dann sieht er die Probleme nicht mehr und die Probleme nicht mehr ihn.
Wenn er das Handtuch groß genug wählt, sehen auch wir ihn nicht mehr. Insoweit wird es dann zum echten bidirektionalen Schutz.
…und alle Aidskranken auf die Insel… absurd.
@ 37 a propos der Bettler sei nicht produktiv. Er beschäftigt einen Mann von der Polizeigewerkschaft, einen Blogger und bisher 39 Kommentatoren. Das ist doch fast schon kreativ… und das auf hohem Niveau. Immerhin haben die meisten der von ihm 'Beschäftigten' zumindest Abitur.
Florian, vielleicht haben Sie ja nur die Ironie-Tags vergessen. Wenn nicht, dann wünsche ich Ihnen ein bißchen Pech im Leben. Von da an dauert es dann höchstens 12 Monate bis sie meinen Müll aufheben und dafür auch noch dankbar sein dürfen.
(Schlagen Sie nochmal nach unter "Würde des Menschen".)
@22: ist für sichtbar "Behinderte" tatsächlich jetzt schon ein Problem bzgl. privatisierter (öffentlicher) Räume vorhanden: nicht ganz selten werden sie der Lokalität verwiesen, aus Gründen der "Geschäftshygiene" (Zitat!) bzw. der "Schalterhygiene" (auch Zitat).
Ich kann ja dann zusammen mit den Bettlern ins Ghetto – sind ja schließlich auch "Behindis" darunter …..
@37: Ihre Gedanken sind faschistoid. Schämen Sie sich!
In meiner Heimatstadt fiel eine Bettelorganisation aus der Slowakei ein, die mit mehreren Bettlern, kniend und mit Jammerblick, nicht ihren eigenen, sondern offenbar den Lebensunterhalt von anderen Personen erbettelten.
Platzverweise der Polizei nutzten nichts, da zu viele Personen: Einer verwiesen – ein anderer hat sich auf die Decke des ersten gekniet.
Geschäftsleute hatten dann die Idee, viele viele Kleinmünzen aus der Slowakei zu besorgen und diese ihren Kunden "für die Bettler" mitzugeben. Innerhalb von 3 Tagen war der Spuk vorbei – genauer: weitergezogen wegen Wegfall der Geschäftsgrundlage.
Diese Bettler sind sicherlich nicht der beschriebene Hans, der wohl nur den Unterhalt für sich und ggf. seinen Hund durch Bettelei bestreitet. Gegen den "Hans" habe ich nichts, er zeigt die Schattenseiten des Wohlstandes, die man sich durchaus auch einmal ansehen sollte! Die slowakischen Banden bereiten mir allerdings Übelkeit, da hier Menschen benutzt werden!
Wenn man mal etwas Zeit hat und einen "Hans" zu einem Kaffee und ein Teilchen im Stehkaffee einlädt (was einem durchaus zu seinen 15 Minuten Berühmtheit im Städtle verhelfen kann ;-) ), hat man evtl. sogar noch ein sehr interessantes und nachdenkenswertes Gespräch erlebt.
@ florian
merkwürdig, dass sich soziologen die mühe machen, armut zu definieren, wenn es doch so einfach ist: ein satter mensch ist nicht arm, drogenproblematik und alkoholismus existieren nicht oder sind selbstverschuldet, also mal ein wenig zusammenreißen, dann wird das schon
@Udo: wohl ein schwerer Tag für dich heute. Aber schön das ein Anwalt so denken und öffentlich argumentieren kann. Wenns bei mir mal brennt muss ich mich dann wohl bei Ihnen melden Herr Vetter.
Ne gute Arbeit als Inhaltsanbieter im Netz und ne Gesune EInstellung kann man Ihnen bescheinigen.
gez.
Ein Fan
@ 46 So einfach ist das? Da kann einem noch das Hühnerbein aus dem Schlaraffenland der Satten aus dem Mund ragen und doch bettelt dieser Mensch, weil er endlich mal wieder im einigermaßen Warmen hausen und schlafen will, was nicht ist, weil er weder Strom- noch Gasrechung bezahlen kann. Und dass weil ihm jegliche Unterstützung versagt wurde. Ein Jahr vorher hatte er noch einen guten, seiner Qualifikation entsprechenden Job. Vielleicht will er sich auch ein Blog leisten, um sich äußern zu können und nicht nur auf den täglichen Worttrott seiner Kumpanen angewiesen zu sein. Luxus?
Gibt's nicht? Gibt es häufiger, als man ahnt.
@ richie
muss ich hinter meinen post ernsthaft ein zwinkerzwinker-icon setzen?
Herr Müller-Güldemeister, das Bundessozialhilfegesetz (BSHG) wurde qua 01.01.2005 aufgehoben. Das sollte Ihnen als Rechtsanwalt eigentlich bekannt sein. Aber es kann ja nicht sein, was nicht sein darf.
Gut, wenn man sich so Ihre Tätigkeitsschwerpunkte
- Gesellschaftsrecht der Personengesellschaft, der GmbH und Aktiengesellschaft
- Bilanz- und Steuerrecht
- Bank- und Leasingrecht
- Kapitalanlagerecht
- Anwalts-, Notar- und Steuerberaterhaftung
- Zivilprozess, Zwangsvollstreckung und Ermittlung wirtschaftlich relevanter Sachverhalte
anschaut, dann erfüllen Sie das Klischee eigentlich perfekt.
Ich nehme an, aus denselben realitätsfernen Kreisen stammt die Theorie von der "Lebensschuld". Das heißt, wenn sich Not zumindest nicht mehr wegreden läßt, dann sei der Notleidende in jedem Falle erst einmal selbst schuld.
@50:
Ich weiß nicht, welches Klischee Sie meinen. Das des realitätsfernen Anwalts? Glaube ich nicht. Ich kenne genügend Leute, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen und Bettelei in unserer Gesellschaft dennoch aus vielen Gründen abstoßend finden.
Vom BSHG habe nicht ich geredet, sondern Sie. Dass Hilfe zum Lebensunterhalt inzwischen im SGB geregelt ist, ändert wohl nichts daran, dass jeder Bedürftige Anspruch auf Sozialhilfe hat und niemand betteln muss.
@51
dann frag ich mich aber wirklich warum die Leute betteln?
Spaß macht es bestimmt nicht.
Vielleicht haben sie sich einfach in unserem Behördendschungel verlaufen? Sprich, das eine Amt ist nicht zuständig, das zweite auch nicht, das dritte braucht die Bescheinigung A, die es nur gegen Vorlage von Dokument B gibt, das der Kerl aber irgenwann weggeworfen hat?
Es gibt Menschen, die Probleme haben, ihre Unterlagen zusammenzuhalten, die richtige Behörde zu finden und Anträge auszufüllen. Das kann doch kein Grund sein, die Leute verhungen zu lassen?
@ malte welding Ich wollt es noch hinschreiben: "…wenn ich hier nicht einem Scherz aufsitze." Jetzt bin ich der Dumme. Sei's drum.
@ 52: Die Gleichung Hunger = Betteln ist sehr simpel gestrickt. Das sieht man schon daran, dass kaum ein Bettler Interesse an einer Sachspende in Form eines Sandwiches oder einer Tasse Kaffee hat, viele dagegen geradezu professionelle Geschäftsabläufe etabliert, Lügengebäude errichtet, Claims abgesteckt haben. Richtig ist sicher, dass Arbeitslosigkeit und Elend Bettelei und Kriminalität fördern, aber ebenso sicher ist es, dass sie sie nicht in jedem Einzelfall auch zwingend verursachen. Vielmehr muss in beiden Fällen bei dem jeweiligen Individuum der Entschluss hinzukommen, das Manko zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf Kosten anderer zu schließen. Diesen Entschluss fassen aber gerade nicht die Bedürftigsten, sondern diejenigen, die am wenigsten Hemmungen haben, sich anderen gegen deren Willen aufzudrängen oder sich etwas zu nehmen, was ihnen nicht zusteht. Die Opfer solcher Leute sind dann meist nicht die, die am ehesten etwas entbehren können, sondern andere Bedürftige, die – körperlich oder seelisch – nicht in der Lage sind, sich gegen solche Zumutungen zu wehren. Dass Leute, die Betteln, oft Hilfe brauchen, mag sein. Hilfe in Form von Zigaretten oder Schnaps, den sie von dem erbettelten Geld kaufen, brauchen sie nicht. Und auch nicht in Form von unreflektiertem Mitleid.
dem letzten Beitrag kann ich nur zustimmen! Zumal heute wirklich niemand mehr aus dem Hunger heraus betteln muss. Es gibt in fast jeder Stadt die Tafeln oder andere soziale Einrichtungen, in der Bedürftige mit Kind und Kegel eine warme Mahlzeit bekommen. Das gleiche gilt auch für das sog. "Dach über dem Kopf". Für "ehrliches", Betteln, aus der Not heraus, fehlt heutzutage einfach die Grundlage.
@55:
Glücklicherweise ist es jedem selbst überlassen, was er mit seinem Leben macht und wie er es finanziert.
Das gilt übrigens auch für die Sozialhilfe – wer sie nicht will und lieber bettelt, der soll das tun. Und wer aus anderen Gründen – etwa weil ihm die Sozialhilfe nicht reicht, er bei seiner Großkanzlei nicht genug verdient oder es ihm Spaß macht – betteln will, soll das ebenfalls tun – ich würde mit ihm den (kalten, nassen) Platz nicht tauschen wollen.
@ 55 "das Manko zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf Kosten anderer zu schließen." Da sehe ich ganz andere Gruppierungen, solche für die es überlegenswert sein könnte, Sperrbezirke einzurichten. Um solche, die Sperrbezirke, geht es hier doch? Da kann sicher so mancher Strafverteidiger ein Lied von singen, nehme ich mal an.
Die Tafeln werden aus Spenden finanziert. Und die Tatsache, dass sie in vielen Städten existieren, sagt ja eigentlich schon aus, dass viele Menschen, trotz Sozialhilfe, Probleme damit haben, satt zu werden. Wenn ein Manko zwischen Anspruch und Wirklichkeit existiert, so muss die Ursache nicht immer darin zu suchen sein, dass der Anspruch zu hoch ist.
Man sieht den Leuten doch an, dass es ihnen nicht gut geht. Ich habe nicht das Vertrauen in den Sozialstaat, dass hier wirklich jeder aufgefangen wird. Mal abgesehen davon: Würde wirklich allen Bedürftigen dabei geholfen, dass sie alle Sozialleistungen bekommen, die ihnen zustehen, so würde das für mich (als Steuerzahler) wohl deutlich teuerer als die 3 Euro, die ich pro Woche den Bettlern gebe.
Und wenn ich wirklich mal jemanden für eine gut ausgedachte Geschichte einen Euro gebe, sei's drum. Für Zeitungen und Bücher geb ich auch Geld aus. Selbst wenn er sich eine Flasche Schnaps zusammenspart. Viel Freude hat er wohl nicht im Leben, es sei ihm gegönnt.
@ 6 RA Müller-Güldemeister
Diese Begründung setzt dem Herrn Wendt ja noch die Krone auf! Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt/jemals aggressives,betrügerisches oder organisiertes Betteln auf der Strasse beobachten konnte.
@ 55 RA Müller-Güldemeister
"… Geschäftsabläufe etabliert, Lügengebäude errichtet, Claims abgesteckt….."
Wo haben Sie denn das beobachtet? Ihre Glaubwürdigkeit können Sie aber dadurch wieder herstellen, dass Sie kommende Woche mit Thermoskanne und reichlich Sandwiches beladen die Probe aufs Exempel machen und über die Erfolglosigkeit Ihrer Bemühungen berichten.
@ 56 WolliW
"Es gibt in fast jeder Stadt die Tafeln oder andere soziale Einrichtungen, in der Bedürftige mit Kind und Kegel eine warme Mahlzeit bekommen."
In Großstädten ja; in dieser Verallgemeinerung ist die o.a. Behauptung unzutreffend.
Volle Zustimmung zu 55)
Ich hatte mal eine Freundin, die in diesem Bereich arbeitete. Was sie berichtete, das war echt Krieg unter den Bettlern.
Jeder Sozialarbeiter macht irgendwann die Erfahrung, dass diese Leute mit ihren Fähigkeiten professionelle Geschäftsabläufe zu etablieren Lügengebäude zu errichten und Claims abzustecken geradezu spitzenklasse sind. Dagegen hat so ein sozialdemokratisches Sozialpädagöglein keine Chance und wendet sich nur noch frustriert seinem burnout zu.
@ 65 md
Einer angeblichen Bettler-Mafia mit "professionellen Geschäftsabläufen" (italienisch, russisch oder albanisch?) ist ein "sozialdemokratisches Sozialpädagöglein" nun wirklich nicht gewachsen! Es mag allerdings sein, dass manche Bettler auch ihren Existenzkampf um die besten Plätze führen müssen, wie die Huren auch; das sind dann wohl die claims, von denen ihr sprecht. Bei claims assoziiere ich allerdings eher Goldgruben.
Ich höre da doch nicht etwa Sozialneid auf die Bettler-claims heraus? Fehlt nur noch so etwas wie ein Judenstern, damit man die vorgeblichen Sozialschamotzer besser erkennt,zu erwerben vorschlagsweise für 50 % der Einnahmen als Gebühr einer Sondernutzung des Strassenraumes.
Einige Beiträge hier verlassen wirklich den Rahmen einer sachlichen Diskussion. Wer etwas gegen Bettelei hat, wird in die Nähe der Nazis gerückt. Wer zu solchen persönlichen Verdächtigungen oder Geschmacklosigkeiten greifen muss, dem fehlen anscheinend die Argumente.
@ 67
Mehr fällt Ihnen dazu nicht ein?
Mir fällt ziemlich viel ein, aber ich werde mich an dieser Diskussion nicht weiter beteiligen. Danke.
Abgesehen davon das ich Grundsätzlich Herrn Wendet Widerspreche.
Denn auf der einen Seite ist die Sozialhilfe ein Recht und keine Pflicht, es sollte den Menschen überlassen sein von wem er Hilfe Empfängt. Des weiteren, wenn es zu Verweigerung von Zahlung von Sozialhilfe kommt, bzw. dieser Mensch sich nicht in der Lage fühlt Hilfe von einen Amt anzunehmen, darf dies nicht Verboten werden wenn er diesen auf anderen Wege nachkommt.
UND gegen die Pauschalisierung das Bettler kein Anrecht auf die Nutzung der Öffentlichkeit haben, weil sie anscheind keine Steuern dafür bezahlt hat, kann ich nur anführen das:
Es sich Wunderbar eine weitere Behörde eigenen würde, die eine Statistische Erfassung darüber führt ob nicht ein Gewisser Bettler nicht früher einmal Unternehmer war, damit viel Steuer bezahlt hat, und später durch einen Schicksalsschlag verarmt ist.
mfg ß
@69
> Mir fällt ziemlich viel ein, aber
> ich werde mich an dieser Diskussion
> nicht weiter beteiligen. Danke.
Der Klassiker. Sämtliche geforderten Belege für die Behauptungen fehlen natürlich, der Boden wird zu heiß, also schnell ein Rückzug unter Hinweis darauf, dass *die* Diskussionspartner ja so böse und unsachlich seien. (Na gut, eigentlich nur ein paar, aber darum geht es ja auch gar nicht…)
@64: ich muss sagen selbst bei uns im Norden (MV) gibt es sowas wie die Tafel (Stralsund, Greifswald, auch in Torgelow ca. 12.000 EW); außerdem muss ich sagen, habe ich bei mir im Dorf (500EW auf ca. 6Km Dorfstraße) noch nie einen Bettler gesehen. Warum wohl? (Bestimmt nicht weil es keine Armut gibt (~24% Arbeitslosenquote im Kreis UER).)
Und doch verhungert keiner der Leute auf der Straße.
Das soll jetzt nich heißen das es hier absolut keine Bettler gibt.
Ein/e Familienangerhörige/er ist Lehrerin an einer Förderschule für individuelle Lebensbewältigung(Lese- und Rechtschreibschwächen sind da noch die kleineren Probleme). Und man lernt Menschen/Familien kennen, die einfach in die Armut "gefallen" sind jeden Cent zweimal umdrehen und es alleine nicht schaffen und andererseits die "Kloppies vom Dorf"(auch aus meinem wie ich mit bedauern feststellen muss) die sich trotz HartzIV die neuesten Handys kaufen können und Fahrräder fahren von denen ich als Normalo(auch so n komischer Gesellschaftsbegriff) träume. Und das ganz ohne betteln?…
Ich will das auch nich verallgemeinern und auf den Rest der Republik übertragen, wollte nur mal ne Anregung der Diskussion sein.
Im GG steht etwas wie "Eigentum verpflichtet". Dass das kaum gelebt wird, geschenkt. Wo aber steht, dass Bedürftige sich unauffällig zu verpissen haben oder dass ein Geschäftsmann die Strasse als sein Eigentum betrachten darf?
es ist schlicht und ergreifend eine frechheit, diese aussage,…
und zudem noch ein wieder-mal versuch der "wir deutschen sind kein volk"- krankmache,….
es hat sich ein bischen was geändert in den letzten monaten, und ich (wir) hoffe (n), dass es spuren hinterlässt… langfristig.
und was die alleinerziehenden alg.2 erhaltenden betrifft, :
merke: unsere kinder sind die zukunft unseres landes
Bin vom Polizeischüler zum Studenten mutiert. Jadie Polizeiausbildung ist ein harter Brocken. Wurde ziemlich gemobbt , doch dat Studium ist auch net leicht. Doch wie sagte mein Physiklehrer immer: "Schwer ist es nur, wenn man es nicht kann". *Grins" . Übrigens wurde mir der Begriff "Mobb" zum Verhängnis während der Ausbildung.
Gruß
M.Hamann
(Landespolizeischule-der Enthüllungsbericht)