HÄ ?
Entlassungsproduktivität.
Ich habe das Unwort des Jahres 2005 noch nie in meinem Leben gehört. Oder gelesen.
Aber hier im Büro geht es allen so.
Entlassungsproduktivität.
Ich habe das Unwort des Jahres 2005 noch nie in meinem Leben gehört. Oder gelesen.
Aber hier im Büro geht es allen so.
Ich hab das Wort auch noch nicht gehört. Aber es hört sich irgendwie ziemlich menschenverachtend an, was ja Hintergrund der Unworte sein soll.
Schaust Du z.B. hier (Google hilt). Scheint von Herrn Sinn zu kommen und ist daher sinnlos.
http://www.hamburger-illustrierte.de/content/htm/tic/2003/12/23/dgb231203.pdf
immerhin, 338 Links in Google!
"Entlassungsproduktivität", aha. Das ist albern – man hätte mit "Heuschrecken" ein Parade-Unwort gehabt, das sämtliche Kriterien der Jury glänzend erfüllt hätte. Aber dazu hätte die Unwort-Jury ihren wirtschaftsfeindlichen Kurs aufgeben müssen. So beweglich war man dann doch nicht.
Hier im Büro kannte es auch niemand. Normalerweise hat man doch die Unwörter schon tausend Mal gehört.
nun, irgendwie haben die wortschützer ihre ader für das wirtschaftliche entdeckt. auch im letzten jahr war mit "humankapital" ja ein eher schnöder terminus technicus aus der ökonomie vorn an. die entlassungsproduktivität ist ein wenig un"wortiger" als das humankapital, dafür aber entsprechend selten in der öffentlichkeit zu hören. angesichts von mehr als 5mio arbeitlosen, würde ja auch h.o. henkel bei christiansen nicht von der produktivität der entlassungen reden.
Das Unwort des Jahres hat kaum jemand hören können, weil es von den Managern nur hinter der vorgehaltenen Hand geflüstert wird:
"Wie steht es um deine Entlassungsproduktivität?"
"Bestens, und bei dir?"
"Naja, ich habe etwas Ärger mit den Gewerkschaften, aber das Problemchen bekomme ich auch noch in den Griff."
"Schau dir den Zetsche von Mercedes an, der will 6000 Leutchen aus der Verwaltung rausschmeißen. Machs einfach genau so."
"Ach, du meinst den Wasserkopf?"
"Genau den, der kostet nur und bringt nichts. Setze deine nicht unbedingt nötigen Leute frei, die verbleibenden müssen eben mal richtig ranklotzen und was tun für ihr Geld. Ein paar Überstunden pro Woche bringt die auch nicht um."
"Ja, hätte ich längst machen müssen, dann sind die Aktionäre auch zufriedener. Aber die blöde Gewerkschaft …"
usw ….
Es heißt wahrscheinlich "Unwort", weil es keiner kennt.
Ich habe es auch noch nicht gehört, finde es aber trotzdem gut, dass DIESES Wort ausgewählt wurde:
http://home.arcor.de/psychoanalyst/200601.htm#24_116
Mir ist dies Wort auch völlig fremd. :-|
mfg ß
Lieber Gesetzesblocker,
Sie nehmen mir das [Un-]Wort aus dem Munde. Diese Unjury verzapft Unsinn. Ein unbekanntes Wort zum Wort oder Unwort des Jahres zu ernennen, ist uncool, unmöglich un[d] unverständlich.
Ich habe in die Diskussion von http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Entlassungsproduktivität
Angeblich ist das ein wirtschaftswissenschaftlicher Terminus.
Ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert (und zwar an einer sehr "neoliberalen" Uni), aber diesen Begriff kannte ich bis heute auch nicht.
Bei Google hat der Begriff lächerliche 337 Hits.
Zum Vergleich: Das letztjährige "Unwort" "Humankapital" hat 661.000 Hits.
Falls sich noch jemand an das "Unwort" 2004 erinnert ("Humankapital"): http://www.econ.euv-frankfurt-o.de/unwort.pdf
"Entlassungsproduktivität" war mir auch neu. Da die Jury einen erkennbaren Hang zeigt, Begriffe aus dem wirtschaft(-swissenschaft)lichen Bereich vorzuziehen, hätte ich ihr "Neoliberalismus" empfohlen. Dieser nichtssagende Begriff hat es immerhin geschafft, das Freiheitliche per se unter Verdacht zu stellen, die Freiheit verkommt damit zum Schimpfwort. Eigentlich nicht verwunderlich in einem Land, das sich seiner "sozialen Gerechtigkeit", also kollektivistischer Zwangssysteme in Verbindung mit einem paternalistischen Beamtentum, rühmt. Das wäre doch auch mal eine gute Wahl.
Oder doch wenigstens der "Ehrenmord", der es immerhin auf Platz 2 brachte.
@tano:
das wort neoliberalismus wird dauerhaft falsch verwendet (Lafo sei dank); neoliberalismus bezeichnete das konzept der freiburger schule, das nach dem 2. weltkrieg, in deutschland angewendet wurde; der neoliberalismus wird heute als ordoliberalismus bezeichnet und der "laissez-faire"-liberalismus übernahm die bezeichnung neoliberalismus, da die freiburger schule sich leider ausser stande war, markenschutz für die wortmarke "neoliberalismus" zu beantragen
Ein s weniger und ein t an dessen Stelle hätte das Wort des Jahres sein können.
"Aufgaben-" Ballast von den Schultern nehmen.
Diese Entlastungsproduktivität wäre in allen Bereichen
sofort meßbar.
Das ist ein "Unwort" – ganz egal, wie bekannt es ist, aber nicht wegen dessen, was es wohl ausdrücken soll, sondern weil es schlicht scheußlich ist. Ein typischer Nominalterminus, wie er dem Deutschen nicht wesensfremd ist. Gerade die Jurisprudenz kennt dies zur Genüge, wobei hier mehr Stilblüten blühen, z.B. Kranschwenk- oder Hammerschlagsrecht. Lustig!
Der Begriff lässt sich völlig emotionslos mit "Leistungsverdichtung" als Folge von Rationalisierung und Abschmelzen von Kernbelegschaften übersetzen. Was mich an dem "Unwort 2005" vorrangig stört ist das hier: http://37sechsblog.de/?p=286
@19 Andreass Skowronek:
Ich kann bei jedem Begriff emotionslos bleiben. Auch den von Dir umgemünzte Begriff "Entlassungsproduktivität" zu"Leistungsverdichtung" könnte ich emotionslos wegstecken. Aber ich will das nicht. Es geht um Menschen. Sind nur die Lebewesen "Menschen", die in Aktien investiert haben und auf eine möglichst hohe Rendite ihres investierten Kapitals spekulieren Menschen, und die, die deren Kapital durch Arbeit vermehren, nur Idioten? Der Arbeitsmarkt, der sich langsam, aber sicher entwickelt, ähnelt dem, der zu den Zeiten von Sklavenarbeit herrschte. Das war also keine schlechte Zeit? Diesbezüglich habe ich erhebliche Bedenken.
Übrigens funktioniert eine Diskussion sehr schlecht ohne Emotionen (emotionsfrei). Wenn die Diskussionspartner emotionsfrei sind, verläuft selbige im 'Sande'. Man 'tauscht sich aus' und fertig ist die Angelegenheit. Von Diskussion kann da keine Rede mehr sein. Du sagst deine Meinung, ich stecke sie so weg, wie du die meinige, die ich dir sage. Das wäre es dann gewesen. Und viel zu einfach. Merke: Diskussion bedeutet _nicht_ Streit, sondern zuhören und über die Möglichkeit zu verfügen, auf Gegenargumente einzugehen, bis hin zu derem Akzeptanz.
Ein Unwort muss nicht unbedingt in der allgemeinen Sprache gang und gäbe sein. Ich finde das Wort gut gewählt. Es bringt das auf den Punkt, was in der heutigen Zeit falsch läuft.
Sorry, mein Link war falsch.
"Der Arbeitsmarkt, der sich langsam, aber sicher entwickelt, ähnelt dem, der zu den Zeiten von Sklavenarbeit herrschte. "
*Kopfschüttel*
Skaverei ist das Gegenteil von Freiheit. Die Freiheit, Arbeitsverträge zu schließen ist in Deutschland in der Tat rechtlich stark eingeschränkt. Die einschränkenden Ketten werden dabei aber praktisch ausschlißelich den Arbeitgebern angelegt.
Es gibt wohl kaum ein Land auf der Welt, in dem die Arbeitnehmerrechte so ausgeprägt sind wie in Deutschland.
Ob das dem Arbeitsmarkt und der Gesellschaft gut getan hat, mag jeder für sich entscheiden.
Übrigens habe ich mir mittlerweile die Hintergründe zum Begriff "Entlassungsproduktivität" angeschaut. Und bin zum Ergebnis gekommen, dass die Preis-Jury die Gedankenwelt hinter dem Begriff einfach nicht kapiert hat.
Wie übrigens auch schon im letzten Jahr: "Humankapital" ist eben gerade keine Herabwürdigung des Menschen zu einer reinen Maschine die funktionieren soll, sondern das Konzept erhebt ganz im Gegenteil den Anspruch, dass die Menschen in einem Betrieb das wesentliche sind und nicht die Maschinen, die Hierarchie oder die Prozesse.
Entlassungsproduktivität (Definition?!)
Human Capital
Human Factors
Human Resources
McKinsey
DaimlerChrysler
Deutsche Bank
EADS
IG Farben
Krauss Maffay Wegmann
Landminen
Wo ist da der Unterschied?
@20 (Alix)
Du hast eine seltsame Auffassung von Diskussionen. Meine Erfahrung mit Diskussionen sind da fast völlig gegensätzlich: Wann immer emotional "diskutiert" wird, verläuft die Sache im Sande. Ein unaufgeregtes Austauschen von Argumenten und Gegenargumenten dagegen hat mich im schlimmsten Falle unberührt gelassen, im besten Falle dagegen gedanklich weitergebracht. Wann immer ich meine Meinung durch eine Diskussion überdacht und geändert habe, war dies der Überlegenheit der rein sachlichen Argumente meines Diskussionspartners geschuldet.
Und was Du in Deinem letzten Satz beschreibst, kommt dem sehr nahe. Nur: Wo sind da bei Dir im letzten Satz Emotionen?
@23 Florian:
"… Übrigens habe ich mir mittlerweile die Hintergründe zum Begriff “Entlassungsproduktivität” angeschaut. Und bin zum Ergebnis gekommen, dass die Preis-Jury die Gedankenwelt hinter dem Begriff einfach nicht kapiert hat.
Wie übrigens auch schon im letzten Jahr: “Humankapital” ist eben gerade keine Herabwürdigung des Menschen zu einer reinen Maschine die funktionieren soll, sondern das Konzept erhebt ganz im Gegenteil den Anspruch, dass die Menschen in einem Betrieb das wesentliche sind und nicht die Maschinen, die Hierarchie oder die Prozesse."
Aber hallo,
"Humankapital" wird aus 'betriebswirtschaftlichen Gründen' 'weggeschmissen', sprich entlassen – eine in der Anschaffung 'kostspielige' Maschine wird nicht mal eben der Entsorgung zugeführt, die hat solange zu werkeln, bis sie buchungstechnisch abschreibungswürdig ist.
Zur 'Entlassungsproduktivität', ich möchte mich nicht wiederholen, siehe meine Ansicht dazu unter http://myblog.de/alix/art/2754468
Und lies das bitte GENAU :-)
Oder um das noch mal zu verdeutlichen: was wollen eigentlich Firmen in Deutschland an die Frau/den Mann bringen, wenn die keine Einkünfte aus Arbeit erwirtschaften können? Nix, wenn kein Geld vorhanden ist, wird nichts gekauft – kein Haus, kein Auto, keine Waschmaschine, kein Kühlschrank, keine Einbauküche – einfach nichts. AEG (als Weißgerätehersteller) lässt jetzt schon grüßen. Die nächste Firma, hinsichtlich der Weißgeräte wird, nach meiner Einschätzung, die in Bielefeld ansässige Fa. Miele sein, die sich von Mitarbeitern trennen wird, d.h. Mitarbeiter frei stellt. Schau Dir die Autohersteller an: da wird mit Gewerkschaften und Betriebsräten gekungelt bis zum Gehtnichtmehr – und Arbeitnehmer werden doch entlassen, obwohl sie sich bereit erklärt haben, für gleiches Geld länger zu arbeiten. Meinst Du etwa, ein Mensch, der seinen Job verloren hat, kauft ein Auto? Wenn er eins braucht, weil seine Rostlaube nicht die kritischen Blicke eines TÜV-Mitarbeiters übersteht, kauft sich ein fabrikneuen fahrbaren Untersatz und entlastet damit eine Halde der Fahrzeughersteller? Nein, die im wahrsten Sinn des Wortes 'arme Sau'hat dafür kein Geld mehr.
Durch die extreme Rationalisierung (Personalfreisetzng) drehen die Manager der Firmen, die meinen, sich der vermeintlichen Marktwirtschaft bzw. Globalisierung anpassen zu müssen, selber einen Strick und werden 'ihre' Firmen daran aufhängen (müssen).
@25 Jan:
"…Merke: Diskussion bedeutet _nicht_ Streit, sondern zuhören und über die Möglichkeit zu verfügen, auf Gegenargumente einzugehen, bis hin zu derem Akzeptanz."
Wo siehst Du da einen Widerspruch? Emotionen bedeuten doch nicht unbedingt Streit, sondern eine gewisse 'Leidenschaft' für die eigenen Standpunkte, die man vertritt. Aber man soll eben auch zuhören können, was der 'Kontrahent' an Gegenargumenten bringt. Und die eventuelle Bereitschaft zu deren Akzeptanz, wenn sie mir denn überzeugender erscheinen als die meinige Einstellungen zum Thema. Das wird, glaube ich, auch als Lernfähigkeit bezeichnet ;-)
So – jetzt radle ich zur Heimat.
Guts Nächtle, hoppela, der Blick zur Uhr gebietet "Guten Morgen!"
@23: Nee, das ist ein unzutreffendes Geruecht, dass es in D in irgendeiner Weise fuer die Arbeitgeber schwierig waere, Menschen einzustellen, oder auch wieder zu entlassen. In der Praxis ist D hier viel naeher an kalifornischen Zustaenden, als an Frankreich.
Beispiel gesetzliche Rentenversicherung: in den USA zahlen die Arbeitgeber 75% Prozent der Beitraege.
Beispiel gesetzliche Arbeitslosenversicherung: die gibts in den USA auch, und in den meisten Bundesstaaten zahlen die Arbeitgeber 100% der Beitraege.
Thomas
Aber eine neutrale Fachsprache ist doch notwendig, um über Sachverhalte überhaupt diskutieren zu können! Erst wenn der Fachbegriff existiert, können sich Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politiker eine Meinung dazu bilden und diese Meinung offen kommunizieren.
In den medizinischen Berufen und Pflegeberufen gibt es doch auch eine Menge Begriffe, die in der 'normalen' deutschen Sprache anders — und sicher auch klarer — ausgedrückt werden. Und von der juristischen Fachsprache oder von der Sprache der Bürokratie will ich nicht erst reden … Niemand käme aber auf die Idee, diese Fachsprache deshalb zu kritisieren und Unworte darin zu suchen.
Und was die Verwaltung beim Daimler oder in anderen großen Konzernen betrifft: Jeder hier kennt Dilbert und jeder kennt Dilberts Chef (der von Anfang an im Comic eine wichtige Rolle spielt). Mal ehrlich: würde sich bei einer Entlassung dieses Typen die Produktivität in Dilberts Firma nicht erhöhen? Und kennt Ihr wirklich keine solchen Typen aus dem realen Leben?
Mal zu dem Begriff "emotionslos" – Ich denke, Emotionen darf jeder haben und sie dürfen auch in einer Diskussion zum tragen kommen. Es stellt sich immer die Frage, in welcher Form das geschieht. Drücke ich einfach meine Gefühle aus, die ich mit einer Sache verbinde (das ist m.E. voll in Ordnung) oder werde ich ausfallend und greife jemanden persönlich an (das ist natürlich nicht i.O. – ich kann allerdings bei den obigen Kommentaren keinen ausfallenden Beitrag entdecken).
Emotionen dürfen/sollten auch für einen Wissenschaftler eine Rolle spielen.
Hier geht es m.E. aber noch um einen anderen Begriff, der leicht mit dem Begriff "emotionslos" verwechselt werden kann – nämlich "wertfrei". ICH bin der Meinung, dass eine Wissenschaft niemals wertfrei sein darf! D.h. ein Wissenschaftler – ob nun BWLer oder Psychologe wie ich – muss sich immer der Konsequenzen seines Verhaltens bewusst sein. Inwieweit können seine Forschungsergebnisse im Sinne der Menschheit, ökologischer Erfordernisse usw. verwendet werden oder eben missbraucht werden. So gesehen finde ich die Verwendung von Begriffen (auch durch Wissenschaftler), die in euphemistischer Weise menschenunwürdige Praktiken beschreiben als nicht i.O.
@stefanolix:
>Mal ehrlich: würde sich bei einer Entlassung dieses Typen die
>Produktivität in Dilberts Firma nicht erhöhen? Und kennt Ihr
>wirklich keine solchen Typen aus dem realen Leben?
Das ist nicht realistisch. Die Adam-Opel-AG aht früher Autos hergestellt. Waren die Autos gut machte sie Gewinn und die Aktien gingen nach oben. Der Vorstand hat immer versucht, gute Qualität zu günstigen Preisen herzustellen.
Heute ist einzig der Shareholder Value maßgeblich. Wenn die Aktionkurse steigen kregt der Vorstand von den Aktionären seine Entlastung, wenn sie fallen eben nicht. Es kommt nicht mehr darauf an, ob die Autos gut sind. Es kommt darauf an, dass an der Börse viele Menschen die Aktie kaufen und sie zum raren Gut machen, das teuer gehandelt wird. Da Entlassungen die Produktivität steigern (weil weniger Menschen für weniger Lohnkosten die Bänder die gleiche Zeit am Laufen halten) versprechen sie höhere Aktienkurse. Also kaufen mehr Menschen die Aktion, wodurch die Aktie zum raren Gut wird und damit teurer gehandelt werden kann. Die Aktionäre haben mehr Spielgeld in ihren Depots und entlasten den Vorstand. Der geht dann irgendwann (weil er so fleissig war und nun die Aktionäre einer anderen Firma glücklich machen darf) – und plötzlich stellt man fest, dass die entlassenen Leute im Kundendienst oder gar der Entwicklungsabteilung saßen und die Firma nun einen Reklamationsstau mit bösen, bösen Presseartikeln am Hals hat oder seit zwei Jahren nichts Neues mehr entwickelt hat und auf der Automesse ziemlich dumm aus der Wäsche guckt.
Die Aktionäre, die bis dahin noch nicht verkauft haben, sind Opfer ihrer eigenen Heuschreckenmentalität geworden. Das könnte mich fast freuen, wenn nicht mit ihnen die Arbeiter auf der Strecke geblieben wären, die das Fundament für den Gewinn gebaut haben.
@Volker: Bist Du nun aber für oder gegen das (Un)Wort? :-)
Es ist mir klar, dass im Dilbert-Universum wie auch in den Autokonzernen oftmals die falschen Personalentscheidungen getroffen werden. Es ging mir aber um ein Beispiel, das zeigen sollte, dass in vielen Betrieben durchaus noch Reserven bestehen. Denn diese unausstehlichen Vertreter mittlerer Führungsebenen /gibt/ es ja (egal wie man sie nun konkret nennt) und sie arbeiten nicht in allen Fällen zum Segen ihrer Mitarbeiter und ihrer Firma. Um das mal sehr diplomatisch zu verpacken :-)
Mit dem, was Du über die Autokonzerne, ihre Vorstände und ihre Aktionäre skizziert hast, triffst Du ins Schwarze. Aber was Du nicht explizit schreibst: Es gibt viele Aktionäre, die in zwei Rollen stecken. Im Konzern D sind (oder waren) sie Mitarbeiter und im Konzern S sind sie Kleinaktionäre …
Ist die Tatsache, daß das neue Unwort so vielen unbekannt ist positiv zu bewerten?
Denn scheinbar gibt es kein geeignetes Wort im gängigen Sprachschatz der Deutschen. Also ist unsere alltägliche Sprache wohl frei von unschönen Worten.
Ergänzung: Jedenfalls von originellen unschönen Worten.
Ich bin gestern schon von Falks Seite auf diesen Blog gestoßen, weil er in seiner Linkleiste war. Und finde diese Diskussion ziemlich interessant. Ich denke, dass eben dieser Begriff starke Emotionen auslöst. Das zeigt ja gerade die rege Diskussion.
Es ist eben zuerst einmal so, dass die Entlassungen oft auf Menschen verachtende Weise geschehen. Oft passiert das noch über Bossing und Mobbing (ein Thema, das gerade bei mir zu Diskussionen führt). Aber auch wenn das Personal über einen Sozialplan abgebaut wird, ist die zusätzliche Arbeitsbelastung für die restlichen Mitarbeiter oft an der allerobersten Grenze. Wenn dann Mitarbeiter wegen Krankheit ausfallen, ist die Personaldecke bereits so dünn, dass es zu ernstlichen Schwierigkeiten kommt. Ich frage mich manchmal, ob den Vorständen überhaupt bewusst ist, welche Milchmädchenrechnungen sie da aufstellen und auf welcher tickenden Zeitbombe sie da sitzen!?
Wenn ich noch einmal das Wort menschenverachtend lese, werde ich auf der Stelle zum Misanthropen :-)
http://stefanolix.blogg.de/eintrag.php?id=52
Ich konnte es mir nicht verkneifen, noch einen Beitrag zur Heuschrecken-Problematik zu schreiben:
http://home.arcor.de/psychoanalyst/200601.htm#27_118
Ich hoffe, das fällt jetzt nicht unter Spam ;-)