PLATZ DA
Bei Tempo 200 soll ein Motorradfahrer versucht haben, einen Polizei-BMW von der Überholspur zu verscheuchen. Es handelte sich um einen offiziellen Streifenwagen, der mit Blaulicht fuhr.
Die Frankfurter Rundschau schildert einige bizarre Details.
(Danke an Ralph für den Link)
Bizarr ist noch gar kein Ausdruck:
Der Motorradfahrer hat die Kollegen mit der grünen Rundumbeleuchtung also nicht überholt – so lese ich das jedenfalls. Und dann fuhr er ab. Zuvor hatten die Kollegen schon mal das Nummernschild abgeschrieben: Wo hängt das gleich nochmal beim Motorrad?
Grundsätzlich:
Drängler auf der Autobahn sind eine Plage.
Allerdings frage ich mich hier auch,
a) warum die Polizei nicht einfach – wie jeder andere auch – die linke Spur freigegeben hat. Wenn das Motorrad schneller war und die rechte Spur frei war (was allerdings nicht belegt ist), dann gibt es auch für die Polizei keinen Grund, links zu bleiben
b) ob man bei einem Motorradfahrer gegenüber einem Auto tatsächlich von einer Nötigung ausgehen kann. Wie soll das "empfindliche Übel" denn aussehen? "Ich ramme dich und schieße mich dabei von der Autobahn" ist wohl kaum ein empfindliches Übel für das Auto – zumal nicht unbedingt davon auszugehen ist, daß der Motorradfahrer suizidal veranlagt ist.
@2
zu a) Die Polizisten hätten auch zu einer Gefahrenstelle unterwegs sein können. Schonmal mit 200 mit einem Motorrad auf LKW-Reifen-Reste aufgefahren? Deshalb schön hinten dran bleiben.
zu b) Es wurde auch schon Radfahrern vorgeworfen, sie hätten einen Gelenkbus abdrängen wollen. In Deutschland findet man bestimmt einen Richter, dem diese Argumenation logisch erscheint… ;)
@1
Ich weiß es, ich weiß es… darf ich sagen?
HINTEN!!
Deswegen haben die Beamten ja auch die Fahrt verlangsamt, als der Motorradfahrer an einer Ausfahrt abgefahren ist. Weil die sind ja ganz links und da ist selten eine Ausfahrt, ausser man durchbricht die Leitplanke und fähr im Gegenverkehr. Davon stand aber gar nichts im Artikel.
Also musste der Motorradfahrer ja rechts runter, da kann man dann auch von links nach rechts, als Polizist und das Nummernschild notieren, welches sich dann ja quasi schräg rechts vorne befindet. Weil es bei einem Motorrad ja HINTEN ist.
Gilt nicht in Deutschland Rechtsfahrgebot? Ich glaube nicht, dass der Mopedfahrer "gedrängelt" hätte, wenn nicht die mgl. bestanden hätte platz zu machen!! Oder gilt das Rechtsfahrgebot für Beamte (im Einsatz oder nicht) nicht? Oder darf man Bullizisten im Einsatz nicht überholen? Haben die dann "Narrenfreiheit" und jeder sollte besser stehenbleiben/abhauen?
Greez
von einem Moped"heizer"
Ich habe aus dem Artikel NICHT rausgelesen, ob die Grünen Blaulicht anhatten.
Auf alle Fälle erscheint es mir ratsam bei Tempo ~200, auf der linken Spur zu bleiben, erst recht, wenn man es als Polizist im Einsatz eilig hat. Ich kennen den Streckenabschnitt nicht, aber mit ~200 Sachen auf der mittleren Spur ist man wohl eine Gefahr für die Schnarcher auf der rechten Spur, die ohne zu blinken und nachzusehen auf die mittlere Spur ziehen.
Sollte sie Autobahn nur zweispurig gewesen sein, dann hat man mit dem Tempo eh nichts auf der rechten Spur verloren.
@6:
Die Autobahn am beschriebenen Streckenabschnitt ist 4-spurig und am Ende vor der Ausfahrt kommt nen runden Kilometer noch ne Spur dazu zum Abfahren. Also nix 3 sondern 4/5.
@6:
Also mit Blaulicht… ;-)
Der Aussage nach hat der Beamte den Moppedfahrer erst gesehen, als er schon fast an der Stoßstange klebte. Der Sachverhalt gibt nichts zur Verkehrssituation her, also gehen wir in dubio mal davon aus, dass die anderen Spuren nicht frei genug für einen Wechsel waren. Zumal der Moppedfahrer, wenn er schon so bekloppt ist, Cops zu nötigen, sicherlich rechts überholt hätte, wenn denn da frei gewesen wäre.
Insofern frag ich mich auch, von welchem Baum der Typ geraucht hat ;-)
Also zum einen frage ich mich mal, wie man auf dem Bock bei 180-200 Sachen mal lässig winken kann ala "Schaff mal Deine Schüssel aus dem Weg!". Ich werde schon ab 140 verdammt durchgeschüttelt und brauche beide Hände. Mit rechts zu winken geht schonmal gar nicht, es sei denn, der Kollege hätte ein ernstes Problem mit seinem Gaszug, das er schnellstens beheben sollte.
Ich bestreite nicht, dass es richtige Armleuchter gibt, die auf dem Mopped dicht an Autos auffahren. Aber die tragen meistens Shorts, Tanktops und Badelatschen und sind nur um die 160 Klamotten schnell (hatte ich auch schon des öfteren *arghs*).
In obiger Sache zu urteilen halte ich für zwiespältig, wenn ich ehrlich bin. Die einzige Erklärung wäre wirklich, dass er was geraucht hat, aber dann wäre er langsamer gewesen.. *grins*
Also auf dem besagten abschnitt kann man am besten ganz rechts 250 fahren, weil sich alle auf der 3 / 4 Spur drängen.
Is aber nicht erlaubt.
@2.b
Für einen sozialdenkenden Menschen ist das eine Nötigung. Denn selbst wenn ich mir sage, außer einer Beule hinten kann der mir nichts, so sollte ich mir dennoch gedanken machen, was mit dem nachfolgenden Verkehr passiert, wenn da plötzlich ein Motorad und ein Motoradfahrer über die Bahn fliegt.
Lustig find ich jedoch die Kollegen, die sich bei 250 in den Windschatten hängen. Sich darüber freuen, daß sie so schnell sind, und in dem moment, wo man Platz macht, zurückfallen, weil der Windschatten fehlt.
@3.b
man ließt leider sehr häufig von Radfahrern, die vor einen Linienbus gefahren sind, diesen zu einer Notbremsung gezwungen haben (welcher Busfahrer will schon gerne einen Radler plätten) und dann einige Insassen schwer verletzt werden.
Liegt leider in der Natur des Menschen (hier des Busfahrers) bei einem Hindernis zu Bremsen. Obwohl ich es hier gerechtfertigt finde, den Radler zu plätten, um nicht die Insassen des Busses zu gefährden. Den wo sonst, außer in einem Linienbus oder Tram darf dermaßen ungesichert transportiert werden?
"so dicht aufgefahen, dass der Scheinwerfer des Mpoeds nicht mehr zu sehen war" ?????. War der 5er BMW höhergelegt?
Im wesentlichen zeigt die Angelegenheit, dass man bei der Polizei vor allem eines tun sollte: Schweigen ! Haette der Motorradfahrer bereits bei der Polizei geschwiegen waeren die Id'probleme gewiss gravierender gewesen.
Wenn ich ein Einsatzfahrzeug mit Wegerecht sehe, überhole ich es nicht. Punkt. Da gibt es nix dran zu rütteln, so dringend kann es nicht sein das man sich und vor allem andere solch einer Gefahr aussetzen müsste. Ich halte das sogar für pure Dummheit und ein großes Risiko für den Straßenverkehr.
Warum gibt es in Deutschland denn so viele Staus und zähfließende Autokolonnen…? Weil jeder glaubt er wäre schneller wenn er 10 Meter anstelle von 40 Meter Abstand hält.
Wenn die Polizisten noch Zeit hatten ihre Fahrt zu verlangsamen um das Nummernschild zu notieren kann es mit dem Einsatz, der es nötig machte auf der linken Spur zu kleben, ja nicht sooo dringend gewesen sein…
Haupt-Unfallursachen in Deutschland sind (neben Vorfahrt missachten) überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand. Ich persönlich finde ein 200 kmh schnelles Motarrad ein höchst latentes Unfallrisiko. Und dann noch einen Streifenwagen mit Blaulicht zu bedrängen ist schlicht und ergreifend völlig hirnlos.
Wahrscheinlich hat der Angeklagte geschwiegen, weil er nicht erklären KONNTE, warum er sowas getan hat.
Anfangs habe ich mich zuweilen über Tempo 120 auf Schweizer Autobahnen (ich lebe dort) manchmal geärgert. Inzwischen finde ich das ungemein entspannend.
Krass finde ich, wieviele Leute den Motorradfahrer hier verteidigen und die Polizisten als "komisch" hinstellen.
@ Taluno
Ironie-Mode: ON
In Deutschland steht "Autobahn" im Synonymwörterbuch unter "K" wie "Krieg". Das ist gesellschaftlicher Konsens hier. Das das bei den Schoki-Rührern, wo es Zeit und Muße braucht, anders gesehen wird, nun ja. Aber immerhin lebt von den deutschen Autobahnen eine ganze Herrschar von Leuten: Polizisten, Sanitäter, Ärzte, Rechtsanwälte, Totengräber etc. etc.
Fazit: Rasen für die Wirtschaft.
Ironie-Mode: OFF
Also: technisch ist es (bei entsprechender Maschine) überhaupt kein Problem bei 200 km/h mit der linken Hand zu winken. Aber das dermaßen dichte Auffahren an sich und noch ausgerechnet auf ein Polizeiauto deutet doch darauf hin, dass der Moto-Fahrer leichte Probleme mit der Situationseinschätzung hatte.
Dichtes Auffahren kann mal ok sein, wenn man weiß, dass der Vorausfahrende gleich (aus freien Stücken) Platz machen wird, so dass man schnell vorbeikommt. Aber a) nicht, wenn man ihn nicht einschätzen kann (niemand kann wissen, was Polizei mit Blaulicht als nächstes tut) und b) niemals so dicht, dass man schon draufhängt, wenn der Vorausfahrende nur vom Gas geht.
Wenn der tasächlich bei 200 Sachen noch winken konnte, dann sollte man sich ernsthaft fragen, welche Drogen der genommen hat. Und die dann an alle Autofahrer verteilen.
Dann auch die Frage: von dieser wandelnden Verkehrsgefährdung auf zwei Rädern kann noch das Kennzeichen abgelesen werden, aber um den Jungen zu stellen und sofort aus dem Verkehr zu ziehen, reicht es nicht?
Sorry, Leute, da sind einfach zu viele Ungereimtheiten in der Aussage der Polizisten. Aber bekanntermaßen kann man gegen die Aussage eines Polizisten kaum etwas machen. Gegen die Aussage von zwei Polizisten schon gar nicht.
Und für den Fahrer (den ich nicht in Schutz nehmen will) gilt: si tacuisses
@22 Wenn der Polizeiwagen mit Sonderrechten gefahren ist, dann hat der bestimmt keine Zeit sich eine Verfolgungsjagt mit einem Motorad zu leisten
Ganz klarer Verstoß der Jungs in Grün gegen das Rechtsfahrgebot! Spass beiseite, der Fall ist ein Lehrstück dafür, dass das Sprichwort "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" stimmt. Eine Fahreridentifizierung wäre nicht möglich gewesen, es wurde lediglich ein Kennzeichen abgelesen. Der Schluss Halter = Fahrer ist unzulässig. Hätte der Beschuldigte den Termiun zur polizeilichen Vernehmung nicht wahrgenommen oder wenigstens die Klappe gehalten…
@14: BMW X5 ;-)
Erster Gedanke:
Ist nicht der Kollege Hoenig aus Berlin passionierter Motorradfahrer? ;-)
Und noch ein Gedanke:
Kann nicht links immer nur dann einer drängeln, wenn vor ihm einer fährt, der langsamer ist?
(Ja, ich weiß, es gibt auch Idioten, die mit der Lichthupe kommen, während sich der Polo gerade neben dem LKW befindet. In der Regel handelt es sich jedoch um PS-stärkere Autofahrer, die auf angemessen freier Bahn nicht abschätzen können oder wollen, ob der Platz rechts noch reicht, um den Hintermann vorbeizulassen. Außerdem … ooops, das gerät gerade etwas off-topic, sorry)
Also die Aussagen der Polizeibeamten möchte ich doch stark bezweifeln. Ich bin selbst Motorradfahrer, daher kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man bei 200km/h (auch im Windschatten) mit der Hand winken kann.
Auch die Aussage, daß der Scheinwerfer nicht mehr zu sehen gewesen sei, ist meiner Ansicht nach zweifelhaft.
Hier hat eine Richterin mal wieder nach Vermutungen entschieden.
@ 27
Ich bin auch Motorradfahrer und weiß daher, daß man bei 200 winken kann.
Außerdem, wäre die Polizei schneller gefahren, wäre das nicht passiert. Wenn man die linke Spur im Schneckentempo blockiert, braucht man sich nicht zu wundern!
@28:
:-))
und viele Grüße mit einem kurzen Wink von einer ZXR!
Wenn das Fahrzeug mit Blaulicht unterwegs war, ist es völlig legitim das sie sich auf der linken Spur befanden. Warum sollte ein Fahrzeug im Noteinsatz für jemanden Platz machen? Damit das Fahrzeug 800 Meter weiter wegen einem LKW abbremsen muss? Sebastian, Kerls ihr habt eine Einstellung pah!
Si tacuisses, philosophus mansisses.
Ne lustige Geschichte, aber ich kenn das Problem hab ich mittlerweile schon zwei mal gehabt, aber mit dem Auto.
Aber mit Motorradfahren hab ich wenig Mitleid.
Wer mal einen verückten Motorradfahre sehen will, sollte mal nach dem "Ghost Rider" googeln. Da is das Problem ähnlich gelagert nur das er gar kein Nummernschild hinten dran hat.
Oder hier ein Link:
http://www.streetracersonline.com/videos/ghostrider/
Nachtrag:
Wenn ihr dem Link oben folgt, was sich lohnt, sollte ihr euch Episode 3 "Stockholm Run" ansehen !!!
Ja,
es ist möglich auch bei 200 Km/h zu winken.
Besser aber nur in dem Bereich, der mich vor direktem
Fahrtwind schützt. Und das scheint ja der Fall gewesen
zu sein.
( 2 – 5 Meter hinter einem voraus fahrenden PKW
bei gleicher Geschwindigkeit. Je nach Bauart des PKW)
Denn da herrscht, egal bei welcher gemeinsamen hohen
Geschwindigkeit, Windstille bis Rücken- / Oberwind.
Toller Korpus? Muskulatur? Fitness? auch möglich außerhalb
dieser Zone.
Es ist natürlich Blöd-/Wahn-/Irrsinn das Geschilderte.
Schon 1999 die V-max durch meine WildStar ersetzt weil diese
meinem Alter mehr entsprechend / zuträglich ist.
Echte!! Biker könnten es bestätigen.
Echte Biker?
2 bis 5 m hiter einem PKW gibt es keinen wesentlichen Windschatten! Das liegt einerseits daran, daß die Sitzposition auf einam Motorrad höher ist als die Gesamthöhe eines PKW, andererseits liegt es an den Verwürbelungen, die ein PKW in etwa dieser Entfernung produziert.
Echten Windschatten gibt es nur hinter LKW.
Das kannst du als Chopper-Fredi natürlich nicht wissen! :-)
Bei dem offiziellen Streifenwagen handelte es sich zwar um einen BMW, aber um ein zivilen Einsatzfahrzeug in schwarz mit einem Magnetblaulicht.