FALSCHE DNA-SPUR
Die Berliner Zeitung berichtet:
Sie gilt als unschlagbares Beweismittel: Kaum jemand zweifelt die Aussagekraft einer DNA-Spur an, hat sie doch gerade bei Sexual- und Tötungsdelikten zur Klärung von unzähligen Fällen beigetragen. Doch so eine DNA-Spur kann auch trügerisch sein. Ein aktueller Fall zeigt, wie leicht ein Bürger kurzerhand hochverdächtig werden kann: Die Berliner Polizei selbst räumte jetzt eine schwere Panne bei einer Spurensicherung ein. Die Folge: Die Beweiskraft einer DNA-Spur könnte in so manchem Prozess infrage gestellt werden.
Die Zeitung kommentiert auch den denkwürdigen Fall.
Das ist nicht neu; zumindest die hiesige Polizeibehörde setzt für Tatorte, Geschädigte und Beschuldigte sowie deren Wohnungen jeweils unterschiedliche Spurensicherungsteams ein. Wer am Tatort war, darf die Wohnungen von Geschädigten oder Beschuldigten nicht mehr betreten, und umgekehrt. Auf diese Weise soll eine Spurenverschleppung weiter minimiert werden.
Ganz ausschließen wird sich das allerdings vermutlich nicht lassen – wie jede andere Form von Ermittlungspannen.
Soweit ich mich erinnern kann (habe dafür leider keine Quellenangabe mehr), gab es vor ein paar Jahren in den VSA den Fall, dass ein Angestellter des eines Genlabors alle Proben als übereinstimmend analysiert hat. Wie sich später herausstellte, wr seine Ansicht ungefähr "wer damit was zu tun hat,hat auch Dreck am Stecken". Er hat einfach die Ergebnisse gefälscht. Einige Menschen wurden anhand dieses "Beweises" verurteilt, glücklicherweise keiner zum Tode.
Was lernen wir daraus? Es ist gut, dass in D ein DNA-Test nur als Indiz und nicht als Beweis gilt. Außerdem ist bei Wahrscheinlichkeiten von 1:10.000 (wie sie teilweise bei Abstammungsgutachten vorliegen) die Möglichkeit eines Irrtums auch noch groß genug. Die wissenschaftlichen Methoden werden nur allzugerne leider als Wunderwaffe angesehen.
diese rein logischen begrenzungen der genanalyse sind doch altbekannt. eine positiver gentest beweist doch lediglich – wenn man eine korrekte laborarbeit unterstellt – dass das genmaterial einer bestimmten person an einem bestimmten ort gefunden wurde. wie es dort hinkam ist schon die nächste frage. und wenn das gericht zu der auffassung kommt, dass der verdächtige die spur dort selbst hinterlassen hat, so stellt sich immer noch die frage, was er dort gemacht hat …
aber nichtsdestotrotz ist die genanalyse immer noch deutlich zuverlässiger als irgendwelche zeugen, die felsenfest davon überzeugt sind, den verdächtigen am tatort gesehen zu haben und die für das gericht per sé glaubwürdiger sind, als die zeugen, die den verdächtigen zur gleichen zeit andernorts gesehen haben ….
Mit dem Aufbau der DNA-Datenbanken relativieren sich die Wahrscheinlichkeiten deutlich:
Wenn ich einen (aus anderen Gründen) Verdächtigen habe und dann passt auch noch die DNA-Spur: Na dann hab ich mit recht großer Wahrscheinlichkeit meinen Täter.
Dies entspricht der Frage: Mit welcher Wahrscheinlichkeit gewinne _ich_ nächste Woche im Lotto.
Anderseits: Wenn mir die DNA-Datenbank einen Täter zu einer DNA-Spur liefert, habe ich mit weit geringerer Wahrscheinlichkeit den richtigen.
Die Frage, ob ich irgend jemanden mit passender DNA in der Datenbank finde, entspricht nämlich eher der Wahrscheinlichkeit, dass _irgend_jemand_ nächste Woche im Lotto gewinnt. Und diese ist unglich höher.
Natürlich sollte man sich den "Treffer" ansehen. Aber wenn man die DNA-Analyse verwendet hat um einen Täter aus der Datenbank zu finden, muß der Schuldbeweis auch ohne DNA schlüssig sein.
Bei dem Thema stelle ich mir eher die Frage, wie oft werden eigentlich absichtlich vom Täter falsche DNA-Spuren gelegt? Und an DNA-Spuren wildfremder Personen gelangt man relativ einfach, man muß nur beim Kneipenabend in die Aschebecher greifen.
Bis denn
cinspor
Derartiges hab ich mich eigentlich schon gefragt, seit die DNA-Analysen populär wurden. Es ist doch relativ leicht, an Haare von irgendjemandem ranzukommen (z.B. bleiben welche an Sitzlehnen hängen usw.). So könnte doch ein Verdächtiger mit voller Absicht Spuren eines andern am Tatort platzieren.
NICHT rauchen und
KEIN Kaugummi irgendwo in die Gegend spucken
sind schon mal zwei Möglichkeiten, KEINE Gen-Spuren zu hinterlasen…
@7 Und keine Haare verlieren und immer brav Antischuppenschampo verwenden und die Jacke nie unbeaufsichtigt in die Kneipe hängen (vielleicht ist ja doch ein Haar drauf) und am besten immer in weißen Reinraumanzügen herumlaufen,…
In GATTACA hat der Protagonist immer seinen Arbeitsplatz mit der Pinzette gesäubert, um keine Spuren zu hinterlassen und sich zu Hause alle Schuppen vom Körper geschubbert … Bezweifle aber, dass das funktioniert.
@9 Es hat ja auch in GATTACA nicht funktioniert, er brauchte ja Helfer, die vertuschen. ;-)
Wenn die DNA kein Beweismittel ist,dann kann ja jeder irgendeine Straftat begehen.Woher soll man dann wissen wer der Täter ist.Ich bin der Meinung eine DNA ist 100%.Die Berliner Polizei soll zu geben das sie einen Fehler gemacht hat und soll nicht Unschuldige dafür bezahlen lassen.
Ne, ist eben nicht 100 Prozen. Das Bka hat letztens waas eröffentlich was beagt, das jede 100.te Dna probe verunreinigt versachloddert oder falsch ausgewertet wird, gerichtsmediziner sind halt auch nur menschen….