KREIDEFELSEN
Während das Land Hessen seinen Entwurf für das Einbürgerungsquiz vorstellt, arbeiten andere schon ernsthaft an den Lösungen.
Insbesondere die Fragen 80 bis 97 sind ja so erbärmlich. Der Verfasser scheint von der Comedy-Industrie bestochen. Das gibt Gags für Jahrzehnte.
Comedy oder nicht, man lege diesen Fragenkatalog doch einmal 100 repräsentativen Doitschen aus allen Bevölkerungsschichten vor, parallel dazu 100 hessischen Ministerialbeamten.
Wäre auf das Ergebnis sehr gespannt!
Zu meiner Schande muss ich gestehen: Ich bin gerade bei Frage 15 und hab hier schon meine Probleme… Ich dürfte dann wohl eigentlich nicht die deutsche Staatsbürgerschaft inne haben, oder?!? Ich kann ja nicht mal richtig Deutsch (nein, ich fange jetzt nicht noch mit der blöden Rechtschreibreform an!)… ;-) Wie soll bitte jemand diese Fragen zumindest zum größten Teil akzeptabel beantworten? Das wird mir wohl immer ein Rätsel sein… *kopfschüttel*
Hmm frage 15 (Erläutern Sie den Begriff "Holocaust"!) is doch eher missverstänldich, denn in erste linie bezeichnet der begriff holocaust, aus dem englischen stammend, nix weiteres als massen mord
würd ich konsequent "massenmord" hinschreiben
Nein, Holocaust ist spezifisch für den Massenmord an an den Juden, und wird höchstens gelegentlich als Metapher (mis-)braucht, wenn es um andere Massenmorde geht. Passender ist dann meist Genozid/genocide oder einfach Völkermord.
Ich weiß gar nicht was die ganze Aufregung soll, schließlich bin ich nach 28 Jahren in Deutschland und schlappen 13 Jahren Schulausbildung und weiteren 12 Semestern Studium der Rechtswissenschaft ohne weiteres in der Lage alle diese Fragen zu beantworten. Das wird ja wohl auch von einem einbürgerungswilligen Durchschnittsgebildeten nicht zu viel verlangt sein!
@5: Chapeau!
- ansonsten, hier läuft auch eine hübschen Diskussion:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=359
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Wäre der Test mal eben 10 Deutschen unvorbereitet vorgelegt worden, wäre er wohl gescheitert. Oder… ein Narr, der Absicht dahinter vermutet.
Über die einzelnen Fragen kann man sicherlich streiten. Grundsätzlich finde ich es aber nicht verkehrt wenn jemand der die Deutsche Staatsbürgerschaft annehmen möchte ein paar Grundkentnisse darüber hat wie das deutsche politsche System funktioniert.
Immerhin sind das in Hessen noch relativ objektiv beantwortbare Fragen auf die man sich vorher vorbereiten kann.
Ein bischen hysterisch finde ich die Diskussion schon in Deutschland die jedesmal anfängt wenn man ein paar Grundvoraussetzungen wie das lernen der Sprache von Ausländern fordert die hier längere Zeit oder für immer leben wollen. Ich finde es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man sich ein bischen mit dem Land in dem man lebt auseinandersetzt.
Würde mir zumindest nicht in den Sinn kommen in ein Land zu gehen und dort zu leben ohne die Sprache zu lernen und mir ein paar Grundkentnisse über Geschichte, Kultur und politisches System anzueignen.
Gut ist auch die Frage 40: Wer kann in Deutschland einen Antrag auf Ehescheidung stellen?
Stellen kann den Antrag natürlich jeder, selbst Unverheiratete. Der Antrag ist dann möglicherweise nur unzulässig.
Die “richtige” Antwort lautet deshalb: Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
:-)
@9
So doof sind solche Fragen gar nicht. Es gibt genug ausländische Frauen die hier leben die von Ihren Männern abgeschottet werden.
Würde mich nicht wundern, wenn die eine oder andere durch die Vorbereitung auf einen derartigen Test zum erstenmal davon erfährt dass sie bestimmte Rechte hat und diese möglicherweise auch warnimmt.
Lächerlich.
Man lege die Fragen einem Durchschnittsbürger vor und staune…
Ehrlich gesprochen:
Ich wäre, was die "juristischen" Themen angeht, vor Studienbeginn höchstwahrscheinlich durchgefallen. "Grundrechte" kennt zwar jeder irgendwie, aber mit dem "konkret benennen" wird es (wenn man Glückstreffer ausklammert – gut, die Meinungsfreiheit kennt jeder) schon schwieriger. Und daß man, wenn man seine Schuljahre nicht in D verbracht hat, den schwarzen September oder das Datum des Stauffenberg-Attentats kennen muß, halte ich auch für ein Gerücht (so wünschenswert es auch ist).
Ich würde den Erfindern dieses Tests nahelegen, ihn mit an den heimischen Esstisch zu nehmen und Weib (bzw. Mann) und Kind eindringlich zu befragen… das könnte spannend werden.
Da gefällt mir Schlingensiefs "Quizshow 3000" besser.
Sortieren Sie folgende CDU-Ministerpräsidenten in der Dauer ihrer NSDAP-Mitgliedschaft…
@11: Die Zielrichtung ist ja nicht Hassan B. aus O. am M., der nach 15 Jahren Schichtdienst bei Opel nun auch mal mitwählen möchte, sondern der vom Berg gekrochene Mudjaheddin, der bei der Frage nach München 1972 wahrheitsgemäß antwortet, daß die heldenhaften Märtyrer diese Spiele für einen Schlag gegen die zionistische Entität auf palästinensischem Gebiet genutzt haben. Oder so ähnlich.
Vermutlich wirkt der Test nur, wenn man beim Stellen der Fragen nah genug neben dem Probanden sitzt, um Zuckungen unter dem Auge oder den Allahu-akbar-Reflex zu merken.
Also wem die deutsche Staatsbürgerschaft es nicht mal wert ist, die Antworten auf die 100 Fragen auswendig zu lernen, der sollte sie auch nicht bekommen, egal welche Fragen das sind.
@14:
Wie viele Fragen enthält der theoretische Teil der deutschen Führerscheinprüfung?
Kann man einen Integrationsscore errechnen aus dem Verhältnis von Einbürgerungsfragen zu Fahrerlaubnisprüfung in den einzelnen Ländern dieser Erde?
(Inhaltlich: Full ack).
Tut mir leid, die Kritik hier in der Form kann ich nicht nachvollziehen. Letztendlich geht es darum sich anhand bestimmter Fragen mit verschieden Themenbereichen auseinanderzusetzen.
Wenn ich das richtig verstanden habe sind die Fragen vorher bekannt, also ein fairer Test und kein Quiz. Außerdem nehme ich nicht an dass man 100% richtig haben muss um zu bestehen.
Deshalb sind verschiedene Themenbereiche auch fairer, dadurch kann man Lücken in anderen Bereichen ausgleichen. Wer nichts mit dem Stauffenberg Attentat anfangen kann, weiss dann vielleicht in einem anderen Bereich was.
Ich eigne mir bereits ein bischen Grundwissen über eine Land an, wenn ich dorthin zwei Wochen in Urlaub fahre. Umso mehr kann man das von jemanden erwarten wenn dieser Staatsbürger werden will.
Also ich weis nicht was ihr habt. Ich hab alles gewusst. Nur bei einer Frage bin ich ins Schleudern gekommen:
8. Nennen Sie drei Gründe, warum Sie deutscher Staatsbürger werden wollen.
zu Frage 30:
Die Revolution begann als Matrosenaufstand in Wilhelmshaven und Kiel, erfasste in wenigen Tagen ganz Deutschland und erzwang am 9. November 1918 die Abdankung des Deutschen Kaisers Wilhelm II. Weiterführende, von sozialistischen Ideen geleitete Ziele der Revolutionäre
Ohne Vorbereitung werden wohl die meisten nicht alle Fragen korrekt beantworten können. Da diese Fragen allerdings bekannt sind, ist die ganze Sache ein großer Witz. Selbst wenn ich keine Ahnung von Deutschland habe, kann man sich z.B. mit dem oben verlinkten Artikel an einem Nachmittag alles notwendige beibringen.
Die Antworten auf die Fragen 8 und 80 sind identisch. Das ist natürlich ein dummer Fauxpas:
8. Nennen Sie drei Gründe, warum Sie deutscher Staatsbürger werden wollen.
80. Nennen Sie drei deutsche Philosophen
Richtige Antwort: Jürgen Klinsmann, Nina Ruge und Dieter Bohlen.
:-)
'Die Welt zu Gast bei Freunden' – Betonung liegt auf 'Gast'…
Ist das noch Ironie oder schon Sarkasmus?
was mich auch ein wenig ins schlingern brachte war die frage nach den jahren des 20 jahrhunderts, die deutschland unter diktatur verbrachte. dass die jahre 33-45 darunter fallen dürfte trotz der freien wahlen der weimarer republik unbestreitbar sein.
was aber ist mit den jahren 1900-1918?! war unser heldenhafter kaiser willi zwo – dem der sozialismus den dolch in den rücken stiess – ein diktator oder monarch?! ich neige immer noch dazu, den monarchen als unterform des diktators zu definieren. gewählt wurde er zumindest nach meinen bescheidenen geschichtskenntnissen nicht. dummerweise sind allerdings noch immer ziemlich viele strassen nach willi zwos generälen und familienangehörigen benannt.
was da wohl die korrekte antwort ist ….
@5
beantworten ist leicht!
richtig beantworten lernen wir im nächsten semester …
*grins*
als "ausländer" möchte ich die "inländer", die diesen "man spricht deutsch"-test auch gelesen haben, mal was fragen:
+ sprechen bzw. schreiben sie immer mit einem rufezeichen oder fragezeichen am ende? ("Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn …")
+ gilt der test nur für männer? sogar in unserem "5. welt staat" gibt es "geschlechtsneutrale" formulierungen.
ach egal, aber ich hätte gerne eine wissenschaftliche interpretation des begriffes "mittelgebirge".
@ renard http://www.adlexikon.de definiert mittelgebierge folgendermassen: Ein Mittelgebirge ist ein Gebirge, das im Gegensatz zum Hochgebirge eine bestimmte Höhe nicht überschreitet.
Diese Höhe ist nicht genau festgelegt, sie liegt um die 1500 m und wird im Einzelfall an Hand von Faktoren bestimmt wie dem Überschreiten der Baumgrenze, Klimabedingungen u.ä.
Alle Gebirge in Deutschland mit Ausnahme der Alpen sind Mittelgebirge.
@1 auf die prüfung von deutschen brauchen wir bestimmt nicht lange warten…RTL wirds schon richten ;-)
ansonsten möchte ich mich vielen meiner vorredner anschließen, denn ich finde es auch richtig sich grundkenntnisse über das land dessen staatbürger man werden möchte anzueigenen. Habe für mein praktikum in china auch etwas chinesisch gelern und mich mit den hier herschenden umgangsformen auseinandergesetzt bevor ich hergefolgen bin. (habe dabei allerding die englische tastatur ausgelassen…sorry für die fehler)
das thema hatten wir heute auch, wenn es erlaubt ist, darauf hinzuweisen
http://fooligan.de/2006/03/15/wenn-der-gast-beginnt-zu-stinken/
Interessant, zum Karikaturenstreit fand sich hier ABSOLUT NIX, aber jetzt…
Mein Favorit ist Frage 8!
Und die Frage, ob alle Deutschen die Fragen beantworten könnten: Wollen wir nicht bei der Einwanderung nur die Besten? Doofe habe wird doch auch schon selbst genug.
… zusätzlich zur Staatsbürgerschaft gibt's dann wohl auch noch eine Million Euro.
Sooo dumm ist das Ganze gar nicht.
Wenn die Fragen bekannt sind, kann man das an zwei Tagen lernen, wenn – ja wenn- man in Deutsch einigermaßen fit ist.
Wer allerdings schon beim Wort "erläutern" nachschlagen muss, wird die Hälfte der Fragen gar nicht verstehen.
100 Fragen sind auch so viel, dass es schwierig wird, sie ohne jedes Verständnis auseinander zu halten. Also: Ich würde sicher nicht Koch und Staufenberg verwechseln.
Also sagen wir's mal so: Wer diese Fragen lernen kann und will, ist nicht jenseits von Gut und Böse, was Deutschkenntnisse, Interesse und Engagement angeht.
Und was bringt dann der Test? Die Leute, die unbedingt nach Deutschland wollen, weil sie hier so schmarotzerhaft leben können oder gar terroristische Anschläge vorbereiten wollen, werden vorher halt in 1-2 Wochen auf den Test getrimmt und dann kommen die durch.
Die Leute, die man also eigentlich abweisen wollte, weist man doch gerade nicht ab. Eher alle anderen, die einfach "zu blöd" für den Test sind oder mangelnde Kenntnisse über das Land haben, wo sie gerne hinwollen. Nur, wenn man z.B. seiner Familie nachziehen will, muss man dann gleich die ganze Kulturgeschichte des Landes wissen, damit man dort leben kann?
Mir leuchtet dies eher als Maßnahme ein, um schon vorher die Personen auszusortieren, die eher nicht so leicht zu integrieren sind. Ein Ansatz an völlig falscher Stelle…
@31
"(..)Eher alle anderen, die einfach “zu blöd” für den Test sind oder mangelnde Kenntnisse über das Land haben, wo sie gerne hinwollen."
Es geht hier um einen Einbürgerungstest, keinen Einreisetest. Dazu muss man schon das ein oder andere Jährchen hier gelebt haben. Da ist es nicht zu viel verlangt, wenn man das ein oder andere über das Land weis.
Mit diesen Fragen verhält es sich wohl ähnlich wie mit der Fahrerlaubnis. Es ist schwer sie zu bekommen, aber wenn man sie einmal hat, muss man schon viel größeren Bockmist bauen, als in einer Fahrprüfung, um sie wieder zu verlieren.
Sprich: Die Schwierigkeit, die deutsche Staatsbürgerschaft mit einem solchen Fragebogen zu bekommen ist größer, als sie als Deutscher bei Nichtwissen der Antworten wieder entzogen zu bekommen.
Vielleicht sollte man diese Fragen auch allen Deutschen stellen, bevor man sie auf die Wahlurnen loslässt. Oder eine Gewichtung der Wahlstimme nach erreichter Punktzahl? Das wäre doch mal eine Reform, die nichts kostet… Die Frage nach den drei Bällen und vier Aufgaben könnte dann auch gleicht integriert werden.
Unter http://www.ad.nl/binnenland/article210930.ece gibt es übrigens den niederländischen Test, der – gegen eine Gebühr von EUR 350 – von jedem Einwanderer gemacht werden muss.
@34 man könnte die fragen ja gleich dem unterrichtsmaterial der grundschule entnehmen; dann können die eltern mit den kindern lernen…
Wenn ich die Frage nach einem deutschen Philosophen mit Karl Marx beantworte ist das dann richtig oder geht meine Akte gleich zum Verfassungsschutz?
Wer seine Staatsbürgerschaft testen möchte:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/spiele/perstest/74/72002/
@35: Der niederländische Test hat aber wenigstens vernünftige Fragen wie z.B., wo man eine Geburt anmelden muß, oder wie das mit der Arbeitserlaubnis aussieht. Das dürften für Immigranten auch relevantere Fragen sein als deutsche Philosophen (was viele Deutsche auch nicht mehr interessiert).
Das Ganze ist meiner Ansicht nach eine krude Mischung aus Wissens- und Gesinnungstest. Und genau da ist der Haken an der Sache:
Wissen abfragen ist legitim und vor allem nachvollziehbar, wie bei der theoretischen Führerscheinprüfung: Es wird eine Stoff vorgegeben, wenn mann den gelernt hat, besteht man den Test. Klare Sache, nachvollziehbar, objektiv. Über den zu lernenden Stoff kann man sich streiten, was muss rein, was nicht. (Schon allein hierüber könnte man zum hessischen Quiz Bände schreiben)
Krude wird es dann, wenn in einen Wissenstest Gesinnungsfragen eingestreut werden. Gesinnungstests besteht nämlich nicht der, der etwas objektiv weiß, sondern der die subjektiv richtige Gesinnung hat(oder zur Schau trägt). Der Unterschied besteht darin, dass bei Wissenfragen vorher feststeht, welche Antwort richtig ist, und welche nicht. Bei Gesinnungsfragen ist das schweieriger: Gibt es Vorgaben für richtige und falsche Antworten? Bekommen die Kandidaten diese Vorgaben vorher genannt? Haben die Prüfer verbindliche Vorgaben für die Bewertung? Da ein Gesinnungstest und dann sinnvoll ist, wenn ich die "richtige" Gesinnung vorgebe, wird es wohl solche geben, der Prüfling wird sie sich also beschaffen, auswenig lernen und dann den Test bestehen, gleichfültig welche Gesinnung er wirklich hat.
Übertragen auf die Führerscheinprüfung würde das so aussehen:
1. Erklären Sie, was eine Fußgängerzone ist.
2. In Deutschland wurden nach der Gründung der Bundesrebublik in vielen Städten Fußgängerzonen eingeführ. Halten Sie es für richtig, dass hierdurch die Rechte der Autofahrer eingeschränkt wurden?
Frage eins kann man objektiv beantworten, die "richtige" Antwort auf Frage zwei hängt stark davon ab, ob die derzeitige Regierung von den Grünen oder der Autofahrerpartei gebildet wird.
Entweder entwerfe ich einen Wissenstest, weil ich einen bei den Kandidaten einen gewissen Wissensstand nachprüfen will, oder ich entwerfe einen Gesinnungstest, wenn ich der Meinung bin, Gesinnung könnte man durch Tests nachprüfen. Eine Mischung aus beidem ist immer eine Mißgeburt.
Nachtrag: Da die Fragen einen starken juristischen Einschlag haben, könnte sich hier eine neue Verdienstmöglichkeit für Repetitorien ergeben.
Ich seh schon die Skripten:
"Einbürgerung AT" -Ein Übersicht über die Bundesrepublik-
"Einbürgerung BT II" -Kunst und Kultur- (neu: jetzt mit Extrateil SPORT)
Ich hab damals mal versucht, die "Scherzfragen" aus dem BW-Wesenstest für Ausländer auseinanderzufrickeln. Nach dem Testergebnis dürfte ich nicht hier sein.
..und wenn Tippfehler bestraft würden, würde ich lebenslänglich kriegen.
Sorry
http://www.taz.de/pt/.1/gif.t,kari.d,1142506800
Die Fragen sind teilweise erbärmlich. 'Nennen sie drei Flüsse in Deutschland': "Hase, Nette, Düte" – Bei der Hase, Nette oder Düte hätte der Prüfer wohl Schwierigkeiten, es sei denn, er käme aus Osnabrück.
http://www.osnabrueck.de/verkehr/40391.html
Man beachte Frage Nr. 83. Es gibt aber bedeutend mehr Fragen zu den Themen Sportereignisse und Sportler… Was sagt das über unser Land? Oder sagt es nur etwas über den Horizont der hessischen Ministerialbürokratie? Und überhaupt: War Beethoven denn Deutscher? Sicher, geboren in Bonn. Aber was sagen die Österreicher dazu?
http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Mathias_Schindler/Cheat-Sheet#Teil_9_Deutsche_Nationalsymbole__.28Fragen_98_bis_100.29
(gefunden im http://www.lawblog.de/)
Erratum:
http://www.ftd.de/meinung/dasletzte/56985.html
Ich fände noch interessant: 3 Gründe, warum Deutschland Sie als Staatsbürger haben wollen sollte.
"Wenn ich das richtig verstanden habe sind die Fragen vorher bekannt, also ein fairer Test und kein Quiz. Außerdem nehme ich nicht an dass man 100% richtig haben muss um zu bestehen."
Und was bitte beweist dann der bestandene Test? Dass man ein gutes Gedächtnis hat? Reicht das, die Integrationsschwelle zu schaffen?
wir haben zwar nicht viel drauf, wir deutschen. aber in einem sind wir besser als alle anderen: wir können uns über uns selbst lustig machen. das zeigt diese diskussion hier im blog ganz deutlich. man muss nur aufpassen, dass dabei nicht irgendwann das gesunde verhältnis zum eigenen land verloren geht.
@ 49:
Natürlich wird es darauf hinauslaufen, dass der bestandene Test in erster Linie ein gutes Gedächtnis attestiert.
Darüber hinaus wäre der Einbürgerungswillige gezwungen, sich mit dem Land, in das er einwandert, zu beschäftigen (was manche erst in der 2. oder 3. Generation machen). Derjenige, der die Fragen und Antworten lernt, weiß am Ende, "Womit er es zu tun hat" bzw. auf welche Art von Gesellschaft er sich einlässt (und in welche er sich integrieren soll).
Generell finde ich eine Überprüfung von Sprach- und Landes-/Gesellschaftskenntnissen bei Einbürgerungswilligen sinnvoll. Integrieren sollen sie sich ja so oder so – dann können sie gleich damit anfangen.
An der Ausführung kann man allerdings noch feilen. Die bisherigen offiziellen Entwürfe gefallen mir nicht.
Nehmen wir mal an ein Einbürgerungswilliger, der hier zur Schule gegangen ist, besteht diesen Test nicht. Kann man ihn dafür verantwortlich machen? Oder seine Schule? Oder das Bildungssystem?
Die meisten hier haben studiert, machen es gerade oder haben zumindest Abitur. Würde gerne mal wissen, wie Deutsche mit Hauptschulabschluss durch diesen Test kommen.
Frage 8 ist doch auch klasse. Ich glaube aber nicht, dass die entsprechende Lösung so, wie in diesem Moment (13:19 Uhr, 16. März) da ursprünglich stand. :)
der test soll aber doch für ALLE einbürgerungsversuche gelten, oder? habe ich zumindenstens im radio so gehört!
@renard:
Alle Imperative (Aufgabenstellungen neigen der Sache nach zum Imperativ) mit Rufzeichen zu schreiben, wäre außerhalb dieses idiotischen Tests lediglich Zeichen der Sorgfalt und eines nicht schlechten, aber leicht veralteten Stils. Hier wirkt es natürlich tümelnd.
Ob man "Sportler" für geschlechtsneutral hält, ist dagegen eine Frage der Gelassenheit; "Bürgerinnen" ist eindeutig Politikerjargon, weshalb sich diese anscheinend auch als einzige eingeschlichen haben.
mal ehrlich wer weiß das hahn die kernspaltung irgendwann in den 30ern des 20.jh. entdeckte…
gerade die von udo angesprochenen fragen können, schätze ich 30-40% der deutschen staatsbürger nicht beantworten.
ich mache in meinem freundeskreis manchmal den test: alle 16 bundesländer, mit hauptstadt, ministerpräsident und aktueller regierungskoalition, das wissen wirklich nur eingefleischte zeitungsleser, bzw. tageschau-gucker aus dem kopf.
und so steht es mit vielen dieser fragen in dem einbürgerungstest.
das auswendiglernen der antworten wird nie und nimmer die auseinandersetzung mit kultur und gesellschaft dt. fördern. ebend wie fahrschule… im verkehr, da denkt man auch öfter, wie hat der bloss sein führerschein bekommen?
1. Um den Test zu bestehen, muss man die Fragen nicht ALLE richtig beantworten. Der Prüfer kann aber Tendenzen feststellen.
2. Wenn behauptet wird, Deutschland würde übermäßig harte Kriterien für die Einbürgerung stellen, der solle mal die Praxis in anderen Ländern kennenlernen. Wer regt sich darüber eigentlich auf?
3. Wer behauptet, der Test sei unsinnig, denn selbst Deutsche würden ihn nicht bestehen, der überlege mal, ob
- er seine theoretische Führerscheinprüfung auch heute noch bestehen würde,
- er heute noch in der Lage wäre, eine ausreichend große Zahl von Klausuren aus der Uni zu bestehen,
- er sein Abitur auch heute noch bestehen würde
- usw.
Ein bißchen lernen muß man schon noch! Weil die Deutschen zu blöd sind, Fragen zur Allgemeinbildung und zu ihrer eigenen Geschichte richtig zu beantworten, darf das ja nicht heißen, dass man dann ruhig weiter Blöde aufnimmt.
@57 sprachkrittel:
ich finde es köstlich, dass die deutsche Sprache mittels der lateinischen Sprache (hier: Imperativ) 'beschrieben' wird.
Der Imperativ ist nix anderes als ein Befehl. Der wird durch das Ausrufungszeichen(!) markiert. Eine leider noch oft angewandte Schreibweise von Lehrern, die Fragen zum Wissen ihrer Schüler anhand von Klassenarbeiten stellen: Nenne mir diesunddas!
glaube nicht das solche fragen irgendwas an der situation von uns oder denen du zu uns wolln verbessern.
man könnt glauben den politikern fällt nix mehr ein
(alibihandlung)
http://tinyurl.com/j69oe
@60 Alix:
Spielverderber. Für den Lack, der auf deutschen Autos klebt, benutzen wir ja auch ein sanskritisches Wort. Außerdem ist das Wort "Imperativ"
dreisilbig. Meiner ist länger.in diesem Fall ehrlicher, genauso wie die "Frage" aus der Klassenarbeit:Ich rede über grammati
kalische Spitzfindigkeiten, nicht über Inhalte. "Fragen" sind in der Schule meistens keine Fragen.Aber im Ernst: Was haben Latein, Vielsilbigkeit, die noch immer übliche Befehlsform des Unterrichts und dieser "Fragebogen" gemeinsam? Sie sortieren auf bequeme Art zwischen oben und unten. Und lenken nicht selten vom Wesentlichen ab.
@62 sprachkrittel:
Meinst du mit 'Lack, der auf deutschen Autos klebt' die Farbe, die aufs Blech gesprüht wird, damit, wegen der Dünne des verwendeten Blechs, nicht durch die Tür auf die Beine der (Bei)Fahrerin geschaut werden kann?
Richtig.
Weil das Blech so dünn ist, wird Farbe in mindestens 2 oder auch in 3 Schichten aufgesprüht. Die erste Schicht ist die Grundierung, die zweite Schicht die eigentliche Farbe, die dritte Schicht wird bei Metallic-Farbe als Versiegelung benutzt.
Der Vorwurf, dass ich ein Spielverderber sein soll, trifft mich herb. Ich spiele gerne. Aber ich verstehe unter dem Begriff 'spielen' evtl. was anderes als Du: ich habe hier ein PC aufm Tisch, der nicht das tut, was er soll. Mit dem Ding spiele ich. Wenn er auf mein Spiel eingeht, tut er, was er soll. Also ist der Begriff 'Spiel' gelegentlich auch erklärungsbedürftig.
Fußballspiel ist Kampf, ein ordentlicher Skat oder Doppelkopf ist was? Es kommt auf die Mitmacher an. Spiele ich oder kämpfe ich um den Sieg? Ich spiele – wenn ich gewinne, freut es mich, wenn ich verliere, bekomme ich keine grauen Haare, ähm, die habe ich schon.
Ich habe meinem Sohnemann die Regeln des Schachspiels beigebracht. Zu gut, wie mir bei der letzten Partie klar wurde: schachmatt. Und trotzdem bleibt es für mich ein 'Spiel'. Ich kann mich bei einem Spiel über eine Niederlage nicht ärgern.
Ich bin ziemlich sicher, dass 80% der Deutschen nichtmal 50% korreder Fragen kt beantworten können.
Nachtrag: Meint ihr ernsthaft, die meisten Deutschen könnten 3 deutsche Philosophen nennen??? Niemals….
@57 sprachkrittel
erstens und überhaupt: vielen dank für die kompetente antwort.
> Hier wirkt es natürlich tümelnd.
darauf wollte ich eigentlich hinaus.
grantig und müde (mein #25 von 03:12) habe ich beim versuch zynismus und anspielungen zu kombinieren völlig versagt.
neuer anlauf im klartext: wenn eine staatsbürgerschaft nicht aufgrund des geburtsortes sondern der abstammung vergeben wird, können natürlich verschiedenste maßnahmen zur erlangung der einbürgerung getroffen worden. dieser fragebogen hat mir insbesondere wegen auswahl, formulierung und wortwahl unbehagen bereitet. dazu doch noch eine anspielung: es gibt einen unterschied zwischen bildung und ausbildung (siehe auch => "definition bildung", => "pisa" etc.).
Ich habe dieses Bild "Kreidefelsen" von C. D. Friedrich noch NIE gesehen, geschweige denn von diesem Bild gehört. Und dass, obwohl ich einen ausführlichen Kunst-Kurs während des Abiturs genoss.
Von daher finde ich die exemplarische Überschrift, die Sie da gewählt haben, sehr schön :)
Bin gleich über die zweite Frage gestolpert. drei Flüsse die DURCH Deutschland fließen. Bedeutet das, dass sie auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus fließen müssen? Wäre Neckar,Ens und Spree also falsch?
@25: dt. Mittelgebirge sind Claudia Schiffer, Michaela Schaffrath oder verona Pooth. Ein Hochgebirge dagegen wäre z.B. Dolly Buster
Nichts gegen einen sinnvollen Einbürgerungstest, aber dieses Machwerk eines mittleren Ministerialbeamten ist über weite Strecken so lachhaft, dass es nur zur Vera****ung herausfordert. Nennen Sie ein Werk von Goethe? Aber bitte sehr: "Guerre Ouverte" oder "A song over the unconfidence toward myself" oder "Allos" (im Original griechisch) oder "Sterilemque tibi Proserpinam vaccam" oder "Mahomet spricht" oder "Fetwa" (Goethes Schreibweise für "Fatwa", gibt's gleich zweimal) oder "Frisches Ei, gutes Ei" oder (besonders passend) "Dreistigkeit" bzw. "Aberwitz und Wahnwitz". Alles Originaltitel!
10 Fragen,
10 ultimative Antworten:
http://opablog.twoday.net/stories/1718202/
An 4:
Der Begriff Holocoust kommt aus dem griechischen ολοκαύτωμα und bezeichnet ein vollständiges Brandopfer.
Was wird gefragt: 20. Juli 1944, Konrad Adenauer, Ludwig van Beethoven, Bundeswehr, Das Wunder von Bern, Einigkeit und Recht und Freiheit, Wolfgang von Goethe, Grundgesetz, Immanuel Kant, Martin Luther, Mauerfall, Paulskirchenparlament, Friedrich Schiller und Wirtschaftswunder.
Alles Themen der hessischen Jungen Union vom März 2005. Die Quelle wurde entdeckt von: http://funkmeldesystem.de/foren/showthread.php?t=24615 . Dort finden sich einige bemerkenswerte Antworten unter "DieAntworten.pdf": http://funkmeldesystem.de/foren/attachment.php?attachmentid=3603
@ 16.
Soweit ich weiß muss man nur 50% der Fragen richtig beantworten um den Einbürgerungstest zu bestehen.
@ 13.
Ich stimme dir vollkommen zu. Ich habe mir auch schon Gedanken
darüber gemacht, ob es denn sinnvoll ist den Test schriftlich abzufragen. Denn wenn eins schonmal klar ist, der "Mudjaheddin" wird, sofern er eingebürgert werden will, nicht als Antwort von Frage 15. schreiben: "Welcher Holocaust?". Er wird schön auswendig lernen und hinschreiben was die Leute hören wollen. Deshalb würde ich auch den werten Ministern von Hessen empfehlen schwachsinnige Fragen wie 90. rauszunehemen und den Test mündlich abzufragen um die wirkliche Einstellung der "Mudjaheddin" herauszufinden.
Eine vielleicht etwas verspätete Antwort: Ich habe die 100 Fragen mal beantwortet, und der polnische Zeichner Wojtek Fraczyk hat sie illustriert. Es ist ein kleines Buch über Deutschland daraus geworden, das vielleicht nicht nur Einbürgerungswillige interessiert: Das Buch ist ab nächster Woche im Handel. Infos unter: http://www.einbuergerungsquiz.de .
Viele Grüße, Lothar Müller-Güldemeister
Hier ist ein Kurzfilm-Tipp zum <a href="http://www.der-test-kurzfilm.de/" rel="nofollow">Einbürgerungstest</a>