LÄNGER
Beim Friseur in der Auto Zeitung gelesen, dass die Elektronik den Herstellern immer mehr Probleme macht. Das kann ich bestätigen. Mein Auto steht auch seit Montag wegen der fehlerhaften Software in der Werkstatt – zweieinhalb Tage länger als geplant.
Gerade kommt der Anruf: Der Wagen ist fertig. Schön, dann darf ich mich nachher im Feierabendverkehr noch nach Hilden quälen.
Es gehen Gerüchte um, dass diese 'Beschwernisse' System hätten: sie sind vorprogrammiert, damit die Vertragswerkstätten ihr Auskommen haben. Im Garantiefall zahlt der Hersteller, ansonsten legst Du das Geld in die Kasse.
Diesbezüglich lobe ich mein Töchterlein, die sich eine altgediente 'Ente' gekauft hat. Da kannste noch selbst Hand anlegen (wenn Du weisst, was u.a. ein Zündzeitpunkt bzw. Ventilspiel ist und die Zündkerzen im Zylinderkopf des Motors verschraubt sind und nicht im Kofferraum) ;)
Schön, dann darf ich mich nachher im Feierabendverkehr noch nach Hilden quälen.
Kann also länger dauern… ;-)
das ist eine vergleichsweise harmlose folge der elektronisierung. ein großes problem stellt sie für afrika dar: da sich dort nur wenige ein neues auto leisten können, sind in den meisten länder 90+% der neuzulassungen gebrauchtautos aus europa (per schiff oder durch die sahara gekarrt).
nur: afrikanische reparaturwerkstätten können sich die tausende und zt. hunderttausende euros kostenden, und meist modellspezifischen diagnoseanlagen nicht leisten.
resultat: der kontinent wird zunehmend auf drittwelttaugliche neuwagen (indische und chinesische produktionen niedriger qualität) ausweichen müssen, was vergleichsweise viel teurer ist und die entwicklungsschere weiter vergrößern wird.
die autoindustrie profitiert jedoch, da dadurch gebrauchtwägen in europa teurer werden (da nicht nach afrika verkaufbar), was wiederum dem neuwagenmarkt nutzt. außerdem entsteht ein neuer markt für low-electronics-autos.
ein teufelskreis.
Lass das Auto doch bringen und abholen?
als mitarbeiter in einem (mercedes)-autohaus kann ich versichern, dass wir an garantie-elektronikproblemen im normalfall nichts verdienen. (da sucht man sich den wolf ab, welches der vielen module nun schuld ist… zeit, die einem der hersteller zum großteil nicht bezahlt).
und zu denken, dass hersteller mit absichtlichen problemen den werkstätten arbeit zuschanzne? schön wärs (:-)!
zum einen kümmern die hersteller sich inzwischen einen dreck um das auskommen der werkstätten, und zum anderen hat zumindest mercedes millionen über millionen investieren müssen, um die elektronikprobleme der e-klasse (erstes produktionsjahr) auszubügeln – sowohl im hinsicht auf garantie, als auch kunden-goodwill. absicht wäre da schon etwas abwegig.
(gilt übrigens für alle hersteller, die im übereifer zuviel elektronik eingebaut haben… nicht nur mercedes hatte damit probleme)
@3: Wieso werden Gebrauchtwagen in Europa teurer, wenn die Nachfrage sinkt? Das kann doch nicht ganz stimmen…
Gerade bei BMW habe ich das schon *sehr* häufig gehört. Es wundert aber auch sowas von gar nicht, wenn man sieht, wie schlecht Software auf dem Computer funktioniert. Und davon immer mehr im Auto?
Zitat: "Beim Friseur in der Auto Zeitung gelesen,…"
Was zur Hölle ist eine "Auto Zeitung"?
Hat das Deppen Leer Zeichen jetzt auch schon hier Ein Zug gefunden?
Dem Wahn Sinn eine Lücke:
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,334066,00.html
Nix für un gut. ;)
Gruß,
André
Lieber AngusG:
Die Zeitung nennt sich nun mal Auto Zeitung:
http://www.autozeitung.de/
Tatsache. Ist ja grausam.
Ich hatte beim ersten Anlauf wirklich Probleme, den Satz zu erfasssen. Dann beschimpfe ich jetzt die "Auto Zeitung", dass sie einen so bescheuerten Namen hat. Aber das bleibt wohl ein Kampf gegen Windmühlen in der heutigen Zeit…
Gruß,
André
Um zum Originaleintrag zurück zu kommen.
Ich könnte auch eine andere Werkstatt empfehlen, die nicht einen solch langen Anfahrtsweg nötig macht. :-))
Das Problem der Autobauer ist (oder zumindest war es das eine lange Zeit lang) dass sich viele Chiphersteller nicht großartig um sie sorgen. Ein Autohersteller braucht mit guter Ersatzteilversorgung eine Produktion von etwa 10 Jahren, das lohnt sich für die schnelllebige IT-Branche oftmals nicht.
@12: In Punkto Ersatzteilversorgung kenne ich aus dem Automobilbereich Verpflichtungen der zulieferer von in der Regel 10-15 Jahren ab Auslaufen der Produktion beim Hersteller (PKWs), zum Teil aber auch 20-25 Jahre (LKWs) und bis zu 30 Jahre (Militärischer Bereich). Dabei kann man Getriebe und Zylinderköpfe wenigstens einigermaßen gut lagern, während das bei ICs/Platinen z.T. sehr schwirieg ist, vor allem wenn Elektrolytkondensatoren Verwendung finden.
Da freut man sich doch wenn man ein altes Auto fährt ;-)
Wobei alt auch relativ zu sehen ist: der Kleine ist im Januar gerade mal 11 geworden.
Ersatzmaschine steht in der Scheune, Verschleißteile gibts derweil noch im Zubehör und wirds auch noch ein paar Jahre geben…
@13 Der andere Udo:
Das Problem der Ersatzteilvorhaltung liegt im Elektronikbereich tatsächlich bei den 'weichen Bauteilen' wie Elkos – Kondensatoren überhaupt. Bei ICs passiert nichts, wenn sie richtig (klimatisiert) gelagert werden, da gibt die Herstellerindustrie klare Vorgaben. Bei Elkos ist das Problem anders gelagert: sie trocknen aus bzw. das Elektrolyt macht den Innereien (Alu-Wickel) ein Ende. Allerding: ich habe hier @home noch einige hochkapazitive Elkos liegen, die aus Netzteilen von Computern stammen (made in USA). Geschätztes Alter: ca. 20 – 30 Jahre, durchgemessen und für gut befunden. Was draufsteht, ist noch drin: z.B. 50 000 Microfarad steht drauf, gemessen 55 000 Microfarad. Ziehe ich den Messfehler ab, lande ich immer noch bei reichlich guten fünfzigtausend.
Die Qualität der Bauelemente ist heute nicht mehr so gut. Es wird gespart. Am falschen Ende?
Da freu ich mich ein Mittwochsauto gekauft zu haben (da hab ich es zumindest abgeholt), trotz viel negativer Presse in den letzten 20 Monaten noch keinerlei Probleme mit der Elektrik / Elektronik meiner C-Klasse gehabt.
Elektronikprobleme – von sowas träum ich!
Allerdings hat mein Auto gar nicht soviel Elektronik, die kaputtgehen könnte, obwohl der Wagen im August gerade erst ein Jahr alt wird.
Ist halt ein VW Fox: Keine Elektronik, die einen windelt und trotzdem Defekte: War jetzt schon dreimal in der Werkstatt damit… Aber jeweils nur Kleinigkeiten: Dreimal nicht richtig schließende Türen/Kofferraumklappe (gestern wurds Scxhloss getauscht) und zweimal kamen noch abgefallene Wischwasserschläuche dazu – wenig verwunderlich, wird das Ding doch in Brasilien gebaut, wo ein Fahrzeug niemals Frost zu spüren bekommt. Da wird der Fox gar ohne Heizung verkauft!
@Carsten: Dein Fox unter der Haube mehr (Motor)Elektronik haben, als du denkst.
*wird
Jeder schimpft über die Elektronik im Auto, aber bitte bedenkt: Ein Auto ohne Elektronik darf man heute gar nicht mehr verkaufen, da die gesetzlich geforderten Abgaswerte einen geregelten Katalysator erfordern. Der widerum braucht eine elektr. Einspritzung etc.
Wer will heute noch ein Auto ohne Airbag ?? Mechanisch steuern geht da nicht…
Und wenn mal wieder was nicht tut, liegt es oft daran, daß die Hersteller sparen, d.h. den Zulieferer so lange drücken bis er eben an der Qualität runterschrauben muß… Man nennt das auch den Lopez-Effekt…