R-GESPRÄCHE
“Hallo, Sie haben ein R-Gespräch von Eugene H. Krabs. Dieser Teilnehmer ruft Sie aus dem deutschen Mobilnetz an. Möchten Sie dieses Gespräch für nur 2,9 Cent pro Sekunde entgegennehmen, dann drücken Sie jetzt die Eins und die Zwei.”
Klingt preiswert, oder? Aber sicher nicht beim zweiten Lesen. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs wird gegebenfalls auch zu prüfen sein, ob solche Gebühren wucherisch sind.
Außerdem urteilte der Zivilsenat, dass niemand verpflichtet war, im Jahr 2003 seinen Telefonapparat gegen die unbefugte Annahme von R-Gesprächen, zum Beispiel durch minderjährige Kinder, zu schützen. Damals habe noch kaum jemand von den Kostenrisiken bei R-Gesprächen gewusst. Diesen Hinweis sollte man nicht unterschätzen. Möglicherweise würde die Sache nämlich anders beurteilt, wenn die Gespräche nicht so lange zurücklägen.
(Pressemitteilung mit Link zum Urteil)
Oh Mann!
Ich wusste ja dass R-Gespräche teuer sind, aber SO teuer?
Heftig!
Wieso sieht der Gesetzgeber nicht vor, dass Zeiten in Minuten oder Stunden abgerechnet werden, wie Gewichtsangaben in Kilo (und nicht Pfund oder Zentner)? Das Problem wäre damit vom Tisch.
Der Gesetzgeber träumt … von neuen unsinnigen Gesetzen.
Ich meine, mich auch zu erinnern, dass der FST e.V. vorschreibt, dass Preise pro Minute anzugeben sind, nicht pro Sekunde.
P.S. Zumindest betrifft das 0190/0900-Nummern, Angabe pro Minute oder pro Inanspruchnahme eines Services:
http://www.global-netcom.de/index.php?action=fst.2
@Alix: Die SI-Einheit für die Zeit ist doch die Sekunde. Passt doch. :-D
Ich wette, dass die große Mehrheit auch heute noch nichtmal weiß, dass R-Gespräche in Deutschland überhaupt möglich sind. Ganz zu schweigen von den Kosten.
@3: aber das F in FST sagt ja eigentlich schon alles.
1.74 Euro pro Minute. Wucher!
Da sind ja Sexhotlines billiger.
Naja, Maßeinheiten sind so eine Sache. Man kann die Höchstgeschwindigkeit eines Autos auch in Ängström/Woche angeben ;-)
Ich seh da vor Gericht spannende Diskussionen in Sachen Geschäftsfähigkeit, Taschengeldparagraph etc.
Interessant ist aber wer Eugene H. Krabs ist. Dazu Wiki sichten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Spongebob#Eugene_H._Krabs
Vielleicht wäre das Gespräch ja interessant geworden. :-)
@ 7 (Mirko)
Du unterschätzt den FST e.V.
Sie unternehmen tatsächlich etwas gegen Unternehmen, die gegen die Regeln verstoßen. Einfach mal selbst eine Beschwerde einreichen, und du wirst sehen, dass sie etwas unternehmen. Diese Unternehmen müssen auch teilweise nicht unerhebliche Strafen aufgrund von Beschwerden beim FST zahlen. Wobei bei Telefonmehrwertdiensten die Einnahmen teilweise so hoch sind, dass eine Strafe von ein paar Tausend Euro nicht so sehr ins Gewicht fallen.
Der Beschiss dürfte darin liegen, dass die Kosten mit 2,9 Cent "pro Sekunde" angegeben werden. Jeder hört nur 2,9 Cent und denkt sich wie billg, mach ich, weil er davon ausgeht, dass wie üblich der Minutenpreis gemeint ist.