MEHR PORNOS BÜCHER
Was mich wundert: Die Musik- und Filmindustrie erhält gar keinen Auskunftsanspruch gegen Kaufhausbetreiber. Dabei könnte man potenzielle Privatkopierer doch hervorragend mit den Bildern der Überwachungskameras an den Kassen und den Daten der Kartenzahlungen ausfindig machen.
Um mich nicht in Gefahr zu begeben, werde ich - wie andere auch - keine kopiergeschützten Datenträger mehr kaufen. Nicht mal am Grabbeltisch. Und auch nicht als Geschenk.
Ich habe nicht mal den Anflug von Panik. Gucke ich halt mehr Pornos. Und Bücher gibt’s ja auch noch.
Was sagt denn der Anwalt zur Verhältnismäßigkeit von Strafandrohungen, wenn Kopierschutzverletzer und Totprügler künftig eine gemeinsame Schnittmenge beim Strafmaß (drei Jahre) haben …?
Manueller Trackback: http://www.mattwagner.de/2006/03/das-zynische-gesetz.htm
Und wer glaubt, das es ja eh nur um Unterhaltung ginge, der täuscht sich. Copyright ist längst ein universelles Thema. Zukünftig wird kein Bereich des Lebens mehr davon ausgespart. Von der Sprache, über Technik, Biologie und Medizin wird es nichts mehr geben, das nicht "intellektuelles Eigentum" irgendeines Konzerns ist.
manueller Trackback: http://www.webinsider.net/blog/post/index/262/Du-bist-Raubkopierer–Du-bist-unser-Feind
Sehr gute Idee, gibt es das auch kombiniert? Also gut geschriebene Literatur mit anzüglichen Inhalten? Mit Bildern is ja langweilig. ;-)
Pointiert auf den Punkt gebracht Herr Vetter.
Das eigentlich dramatische an dieser Neuregelung ist ja, dass Jugendlichen (die realistisch gesehen finanzschwächste, gleichzeitig aber am meisten konsumierende Käuferschicht) damit ein gesetzeswidriges Verhalten antrainiert wird – wer sich den lieben langen Tag anhört, dass er ein Verbrecher ist und wenn's dumm läuft zwei Jahre in den Bau geht – dafür dass das so kommuniziert wird, wird die GVU schon sorgen – hat vielleicht auch später keine Schwierigkeiten Gesetze zu übertreten.
Die Musikindustrie hat den Anschluss ans digitale Zeitalter verpennt, und zwar um Jahre.
Jetzt zu versuchen, alltäglicher Realität mit der juristischen Keule beizukommen, kann durchaus dramatische Spätfolgen haben.
Vielleicht geht der Schuss aber auch gleich dramatisch nach hinten los. Ich werde nicht weinen.
das eigentlich dramatische an dieser neuregelung ist das strafmaß.
frankreich hat einen bußgeldkatalog. das ist angebracht.
Wo bleibt denn da die Verhältnismässigkeit… oder der Datenschutz? da kann so'n Multi-Millionen-Konzern hergehen und sagen: "Wir öhm.. ham hier so'n Log gefäl.. gelogt und hätten jetz gerne die daten von 123.456.789 vom 2.3."
Das ist doch härtester Tobak
ich bin auch für einen bußgeldkatalog!eine cd-kopieren (zb. für den strand; wegen der potentiellen zerkratzgefahr) ist ja wohl nicht schlimmer als auf der autobahn 20 km/h zu schnell zu fahren
Ich sags mal (wieder), wie mir der Schnabel gewachsen ist:
Die Zypries kann mich mal sonstwo. Aus zweierlei Gründen.
Sie hat sich erpressen lassen (von der Unterhaltungsindustrie)
ich möchte ihr allerdings keine Vorteilsnahme unterstellen, sondern vielmehr Naivität.
Sie hat absolut nix begriffen, warum kopiert wird: wenn ich mir einen Tonträger kaufe, sind ca. 15 bis 20% für meine Ohren gut, der Rest ist (aus meiner Sicht) Schrott. Dafür ist der Tonträger CompaktDisk ziemlich teuer.
Eine Frage zum Schluss: es geht, wenn ich es richtig verstanden habe, um die Kopiererei von kompletten CDs. Wie ist es mit einzelnen Songs, d.h. darf ich von mehreren CDs die mir gefallene Musik auf eine CD brennen und diese Zusammenstellung evtl. für interessierte Bekannte vervielfältigen (selbstverständlich kostenlos)?
Womit riskiert man zukünftig eine höhere Strafe?Durch Musik-CD klauen oder MP3 downloaden aus zweifelhafter Internet-Quelle.
Finde ich äußerst interessant, diese Regelung. Ich kopiere CDs, die meine Schwester von mir haben will, grundsätzlich, weil die Gefahr, dass die CD a) verschwindet, b) zerkratzt wird, c) in Flammen aufgeht oder d) von Aliens entführt wird, einfach zu hoch ist. Werde ich bestraft, weil ich mein Eigentum schützen will?
Und 'tschuldigung, aber bei DEN Preisen würde ich auch nicht andauernd Original-CDs kaufen. Wie Alix schon meinte: Wenn ich mir ein Album kaufe, dann meist wegen nur wenigen Tracks. Da brauche ich einfach nicht alles. Und ich will auf einer Feier auch nicht ein Album so durchlaufen lassen, dass ich andauernd zum Player gehe und nach dem nächsten Track suche oder eine andere CD einlege.
Tja, da bleib ich doch lieber kriminell Oo
Zu schön zu sehen wie Madame Zypries eingeknickt ist. Auch zu schön zu sehen dass dieser Entwurf mal wieder ein Paradebeispiel für die 486er-Mentalität in dem Ministerium ist:
Ich "rippe" meine ganzen CDs jetzt noch schnell auf meine Festplatte und ziehe sie dann auf meinen Aipott (Soll keine Werbung sein). Und mit CDs von Freunden werde ich dann wohl in Zukuft genauso verfahren.
Meiner Ansicht nach liegt das Problem – abgesehen von denen, die im großen Stil perfekte 1zu1 Kopien erzeugen und diese vertreiben – bei den Privatleuten heeutzutage eindeutig in der "Halbwertzeit der Musik". Vor 15 Jahren war eine CD eben noch ein Musikalbum einer Band die sich selbstständig gefunden haben und einen Plattenvertrag bekommen haben weil sie gute Musik machten. Heutzutage wird – fast wie in der Modeindustrie – Saisonmusik produziert, Leute gecastet, etc etc. Für solch ein "dünnes" Produkt dann aber 16-20€ zu berappen sehen die wenigsten ein.
Letztendlich ist auch der Grundgedanke falsch. Nur weil der Cassettenrekorder (falls den jemand noch kennt) durch den CD-Brenner abgelöst worden ist jetzt auf einmal in der immer mehr digitalisierten Welt eine Welle zu machen ist auch nicht angebracht.
Die Musikindustrie sollte sich eher Gedanken machen wie sie das Produkt "Musikalbum" vom Wert her der heutigen Zeit anpassen kann.
In dem Zusammenhang sei an zwei Punkte in der Bandgeschichte von Metallica erinnert. Der Drummer hat irgendwann seine raubkopierenden Fans aufs übelste beschimpft. Das ging nach hinten los. Schritt zwei war, dass sie ein Album herausbrachten, auf dem versteckte Features waren, die der Käufer mittels eines Codes im Internet abrufen konnte (Videos, Intervies, etc. Eben Fanmaterial). Das klappte dann wieder. Dieser Content war natürlich mit DRM versehen, aber die Fans waren zufrieden.
Dagegen hat Sony mit seinem XCP-Kopierschutz [ Infos unter http://www.golem.de/0512/42419.html ] total daneben gegriffen.
Das Ende vom Lied wird doch wohl sein dass die CD auch ausstirbt. Aipotts, Handys mit Festplatten, Online-Speicher für Nutzer – dazu zunehmende W-Lan-Abdeckung = Zugriff auf eigenen Content von überall aus, etc etc. Ich gebe der Musik-CD wie wir sie heute kennen noch maximal 10 Jahre. Dann wird es ein Medium für Liebhaber sein wie LPs oder Cassetten, oder auch Mini-Disks, und Musik hauptsächlich digital bezogen werden.
Diese digital bezogene Musik ist dann natürlich auch wieder mit DRM versehen. Dann wird – sofern die 486er Mentalität mal verschwindet – es unter Strafe gestellt werden, das Ausgangssignal an eine Aufnahmequelle anzuschließen.
Ein ewiges Katz und Maus Spiel. Nur ist die Maus eben eine Centrino-Maus und die Katze ein C64. :-)
Kommt nun die Bagatell-Klausel nicht? Tagesschau.de:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5359584_REF1_NAV_BAB,00.html
Was ich aber tatsächlich vermisse, ist eine breite öffentliche Diskussion. Klar, in Blogs und einigen Foren wird lang und breit darüber geschrieben, aber in klassischen Medien ist das ganze mal eine Notiz wert, vielleicht sogar eine halbe Seite, ein kurzer Bericht, manchmal sogar ein kritischer Satz dazu. Ich kann in meinem offline-Bekanntenkreis eigentlich nicht damit rechnen, daß jemand wirklich etwas mitbekommen hat. Oder irgendwas daran schlimm findet.
Und daher wäre ich mir gar nicht so sicher, daß der Schuß für die Musikindustrie nach hinten losgeht…
Nicht nur, daß Pornos keinen Kopierschutz haben – sie sind meistens auch mit ein bißchen Musik untermalt. Da fehlt einem eigentlich nichts…
Ich selbst besitze nur einen CD-ähnlichne Tonträger und den habe ich geschenkt bekommen. Insgesamt sind es 3 in unserem Haushalt und es werden bestimmt nicht mehr.
Ich habe vor 9 Monate die Firma EMI angeschrienen (mit der Post auf einem Stück toten Baum) und nachgefragt, ob sie eine ihrer Veröffentlichungen demnächst auch als CD anbieten würden. Darauf habe ich keine Reaktion erhalten, was sicher auch etwas über die Wertschätzung ihrer Kunden aussagt.
Zurzeit kann man ja noch auf UK ausweichen, wenn es denn in D den Tonträger nicht als CD gibt. Per Onlinebestellung ist das dann auch nicht viel teurer und ich warte dann solange, bis es wieder 3-4 CDs sind. Auch in den USA, Kanada und Australien gibt es mitunter noch echte CDs zu kaufen.
Eine weiter Änderung meines Konsumverhaltens ist, dass ich kleine Bands unterstütze, die sich einen Kopierschutz nicht leisten wolle/können. Wobei sich überhaupt die Frage stellt ob wirklich ein Kopierschutz vorhanden ist, wenn er für mich vollkommen transparent ist und er einfach nicht vorhanden zu sein schein. Dies ohne, dass ich irgendwelche Verrenkungen mache, sondern einfach die CD einlege und mein Extraktionsprogramm starte. Reicht es vielleicht schon nur auf der Verpackung zu behaupten, es sei ein Kopierschutz vorhanden, um dem Schutz zu erlangen?
[Um mich nicht in Gefahr zu begeben, werde ich - wie andere auch - keine kopiergeschützten Datenträger mehr kaufen.]
Wenn sowohl der CD-Player als auch die Soundkarte im Rechner über digitale Schnittstellen verfügen, läßt sich *jede* CD praktisch verlustfrei kopieren. Man muß sie halt nur einmal abspielen.
Ein hervorragendes Freewaretool: http://audacity.sourceforge.net/?lang=de (Gibt’s auch für Linux)
Massenkopierer bevorzugen natürlich die Tools von Slysoft.
[Was ich aber tatsächlich vermisse, ist eine breite öffentliche Diskussion.]
Wozu auch? Wer CDs kopieren will, kopiert sie. Wenn der Rechtsstaat das Rechtsempfinden Seiner Bürger ignoriert, braucht er sich auch nicht zu wundern, wenn er nicht ernst genommen wird.
Muß ja keiner mit einem Schild herumlaufen "Ich bin ein Raubkopierer".
Gruß A. John
Das ist eine interessante Frage. Tatsächlich hängt der Kopierschutz bzw die effektivität eines solchen auch stark von den Laufwerken ab, die verwendet werden. Wenn auf der Packung steht der Datenträger sei Kopiergeschützt sollte man erstmal davon ausgehen, dass er es auch ist.
Strafbar ist jedoch nur die Umgehung eines Kopierschutzes. Wenn man ein Laufwerk verwendet, dass diesen Technischen Fehler gar nicht erkennt, bzw korrigiert, wird der Kopierschutz ja nicht gezielt umgangen – man müsste erst nachweisen dass das Laufwerk gezielt gekauft wurde um den Kopierschutz zu umgehen um eine Strafbarkeit des Handelns zu belegen. Denke ich mir zumindest.
Gibt es eigentlich irgendwelche Kontroll-Instrumente, um bei der Herausgabe von Verbindungsdaten zu überprüfen, wie sicher die Verdachtsmomente sind?
Soll heissen, wenn nur 30% der Überprüfungen auf wirkliche Straftaten führen (Vergehen im Sinne aktuell gültiger Gesetze), sieht die Vorgehensweise eher nach Willkür aus. Bei einer 99%igen "Trefferquote" sähe das anders aus.
Klar muss es, davon unabhängig, eine Diskussion um Strafmaß und Kriminalisierungsaspekte geben.
Selbst, wenn ich mich aber mal ganz freundlich auf die Argumentation der Musikindustrie einlasse, ist sie hier Erklärungsnotstand.
Sorry, kleine Korrektur:
Selbst, wenn ich mich aber mal ganz freundlich auf die Argumentation der Musikindustrie einlasse, ist sie in Sachen Herausgabe der Verbindungsdaten im Erklärungsnotstand.
ich denke hier wird teils völlig am thema vorbeilammentiert. hier hat jemand das wort porno in den text genommen. das muss doch was bedeuten. niedergang des abendlandes? verfall der titten… ähm sitten?
@ Cator,
Erich Kästners "Fabian" ( ISBN 3423110066 )
und ein wenig Phantasie ermöglichten uns das erste
"Porno – Erlebnis" 1957.
Bzgl. Urheberrecht in Film- und Musikbranche würde mich mal interessieren, wie die Pornoindustrie zu den "Raubkopierern" steht. Immerhin ist es ja nun einmal so, daß der ganze Fortschritt im Internet (Online-Payment, Filmdownloads, HDTV-Clips) mehr oder weniger auf diese Industrie zurück zu führen ist.
Wenn man dann mal spaßeshalber in diversen P2P-Anwendungen einfach mal "Girl" als Suchbegriff eingibt, kommen ja immerhin erst einschlägige Filmchen und dann erst der tolle Film "My Girl" mit Dan Aykroyd und Macaulay Culkin :)
http://youtube.com/watch?v=DrB1YV70PW0 (The internet is for porn)
Wer bekommt denn nun alles Auskunftsanspruch, werden ja wohl nicht nur die 3 Grössten Plattenläden sein, oder? Wenn jeder dann IP Addressen zurückverfolgen kann, kann man den Wirtschaftsfeindlichen Rest-Datenschutz doch auch gleich ganz abschaffen.
Mark
@ RisikoGruppe
"… ist sie in Sachen Herausgabe der Verbindungsdaten im Erklärungsnotstand"
nicht die mi, sondern die bundesregierung. das strafmass ist nicht neu, soviel habe ich als nicht-jurist auch schon mitbekommen. die möglichkeit der unkomplizierten herrausgabe der verbindungsdaten ist imho die eigentliche krux der ganzen nummer.
Zu den Verbindungsdaten und der Novelle ganz allgemein:
Mich würde dazu die Meinung von Herrn Vetter interessieren, aber ich würde mal behaupten, das letzte Wort (vor dem BVerfG) ist dazu noch nicht gesprochen.
Bisher ist ja noch nicht einmal im BTag beschlossen und schon zanken sich Interessengruppen über die Regelungen.
Und gerade der Auskunftsanspruch könnte ein Fall für das Bundesverfassungsgericht werden – gerade in Verbindung mit der angeblichen Terrorverfolgung über die Vorratsdatenspeicherung…
Und sollte alles so verlaufen, wie befürchtet, kann es ja passieren, dass plötzlich jeder bei jedem Provider Auskunft über eine IP mit irgendwelchen Logs beantragt.
Und – schwupps – gibt es ein mächtiges Problem
Ist ja interessant, wie da beiläufig mal wieder am Datenschutz geschnippelt wird, und versucht wird, der breiten Öffentlichkeit zu suggerieren, das sei schon in Ordnung so, nur weil irgendjemand, von dem niemand wahrhaben will, dass er/sie/es damit eigene Interessen verfolgt behauptet, es sei "notwendig".
Meine persönliche Konsequenz wird die sein, dass ich noch weniger CDs kaufen werde. Glaube zwar nicht, dass das bei der Industrie mittelfristig für Verhaltensänderungen sorgen wird, aber keine CDs zu kaufen ist wenigstens nach wie vor legal.
Herrn Vetters Vorschläge sind natürlich auch punktgenau…
Vielleicht bin ich ja ein Nerd. Das kann ich leider nicht objektiv entscheiden. Aber irgendwie komme ich sehr gut aus, ohne mir Musik zu kopieren, zu saugen oder zu kaufen. Wemm ich dann doch mal Musik hören will, was garnicht mal selten ist, gibts da genug aus irgendwelchen Radiostreams … oder eben meiner gut gealterten , schön großen Sammlung (digitaliesierte Klassiker, mit nem ordentlichen Mikrophon von einer Schallplatte aufgenommen).
Warum ich das so mache ? Weil ich nicht nur das Strafmaß fürs kopieren, sondern vor allem auch die Preise unverhältnissmäßig finde. Und leider hat sich die MI dahin entwickelt, dass mir auch die Rohlinge zu teuer geworden sind – es fehlt einfach die Qualität.
Was die Herausgabe von Verbindungsdaten angeht, da gabs doch mal diese nette Geschichte mit der Massenanzeige gegen tausende p2p user, bzw deren ips. Wenn die Leute mehr Ahnung von Technik oder ihren Rechten hätten (leider nur in Ausnahmefällen der Fall), könnte man dieses ganze Klagengeblöke vergessen; ein paar Behauptungen und jeder Richter müsste wegen der Technik 99% aller Angeklagten "in dubio pro reo" freisprechen.
Naja, demnächst darf die MI auch selbst Urteile fällen.
Und Gesetze erlassen. Und wenn dann immernoch die breite Masse aus Unkenntniss oder schlimerem schläft, darf die MI in einigen Jahrzehntchen sogar die Urteile vollstrecken.
Aber irgendwie bezweifel ich stark, dass das irgendeine Art von Unrechtsgefühl verursachen wird.
Es geht doch um zwei wesentliche Punkte:
Der erste ist die Industrie, die sicher auch weiß, dass sie nicht wirklich mit jeder Kopie einen tatsächlichen Verlust von 20 Euro macht. Aber wenn nicht mehr "wild" kopiert und damit "wild" geworben wird (die einziger Werbung, die wirklich gut funktioniert, bislang), ist nur noch der Musiker im Fokus, den die Industrie pushen möchte. Käuferströme werden noch gezielter gesteuert. "Hits" noch berechenbarer.
Der zweite Punkt ist die Kriminalisierung. Dem "Normalbürger" wird kaum etwas passieren, aber Leute, die nicht sonderlich "genehm" sind, und deren Computer man gern mal durchsuchen möchte (z.B. polizei- oder politikkritische Journalisten), werden in Zukunft noch eher und erfolgreicher behelligt. Durchsuchungs"befehle" sind schon zur Zeit in Berlin nicht sonderlich schwer zu bekommen, nur leider musste man bislang die beschlagnamten Computer wieder rausrücken, wenn sich nach einen halben Jahr immer noch keine strafrelevante Propaganda auf den Festplatten gefunden hat. Strafe blieb somit weitestgehend aus, man hat "nur" Adressen gesammelt, Strukturen dokumentiert, journalistische Arbeit vernichtet und nebenbei ggf. Adressen oder studentisches Überleben (Hausarbeiten, Mitschriften etc.) zerstört. Mit solchen Gesetzen wird sich in Zukunft auch immer irgendwie etwas "Verbotenes" finden oder konstruieren lassen. Das schreckt nicht nur vor *lauter* Kritik ab, es gibt auch die Möglichkeit, Leuten eins auszuwischen, denen man eigentlich nichts vorzuwerfen hat.
Letzteres betrifft übrigens nicht nur "radikale böse Autonome" sondern auch ganz biedere Journalisten von Stern, Spiegel oder Cicero. Und Blogger werden ja auch so langsam als kritisches Sprachrohr entdeckt…
@Julius:
Danke, ist sogar wesentlich preiswerter als eine CD.