TRANSPARENZ – BITTE NICHT BEI UNS
Rechtlich ist sicher nichts daran auszusetzen, eine Angestellte zum Ablauf der Probezeit auf die Straße zu setzen. Aber die Umstände können durchaus Gegenstand einer Diskussion sein. Vor allem, wenn die Firma hohe Maßstäbe an das ethische Handeln anderer stellt. Dann können die Umstände, wie ich finde, auch Gegenstand einer öffentlichen Diskussion sein.
Aber im Zweifel ist es halt einfacher, jemanden mit juristischer Hilfe mundtot zu machen. Oder es zumindest zu versuchen.
Juhu, wieder eine Firma, die offensichtlich nicht verstanden hat, dass man nicht unbedingt Wasser predigen und Wein saufen sollte, wenn man ernstgenommen werden will.
Wie sieht denn die Empfehlung des Anwalts aus, wie sich die Abgemahnte verhalten sollte?
also von 20 stunden arbeitszeit mit 1000 euro brutto auf 30 stunden mit 1400 euro netto, ist vielleicht auch etwas hoch gepokert…
noch dazu kennt man die hintergründe des falls nicht, aber schon wird in der blogosphäre ein skandal draus gemacht…nicht ungefährlich dieses undifferenzierte machtgehabe…
Ist es tatsächlich so, daß eine Organisation Persönlichkeitsrechte haben kann? Wirkt auf mich ziemlich bizarr.
@2 zu hoch gepokert? Für 50% mehr Arbeit 40% mehr Gehalt?
gab es nicht vor einiger zeit auch mal einen bericht darüber, wie die gewerkschaften mit ihren angestellten umgehen?
war auch sehr interessant, weil (einige) gewerkschaften scheinbar genau das mit ihren angestellten gemacht haben, was sie jedem normalen arbeitgeber verbieten.
@4
Netto != Brutto.
Geht man mal großzügig von Steuerklasse 3, 2 Kinderfreibeträgen und keiner Kirchensteuer aus, sind 1.400 netto schon 1.800 brutto; also mind. 80% mehr Gehalt für 50% mehr Arbeit.
Ob das aber nun berechtigt ist oder nicht, angesichts fehlender Stellenbeschreibung ist das eh schwer zu beurteilen, ist doch gar nicht das Thema. Es geht darum, daß jemand mit angeblichen hohen ethischen Werten hier niedere juristische Keulen hervorholt.
Ich finde super, dass solche Fälle in diversen Blogs diskutiert werden. Ob sich die abmahnenden Parteien Darüber im klaren sind, in welch schlechtes Licht sie sich damit rücken?
@ 5 Ich arbeite für eine gewerkschaftsnahe Organisation im sozialen Bereich als Aushilfe. Ich bekomme fast 50 Prozent mehr Stundenlohn als Menschen mit vergleichbarer Arbeit bei anderen Trägern (z.B. kirchlichen). Sowie alle Zuschläge, Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Als Aushilfe.
Man könnte meinen, da orientiert sich jemand an Genesis – Jesus he knows me: "just do as I say, don't do as I do" ;-)
Genau wegen solcher Sachen bin ich dazu übergegangen bei Unterhaltungen oder Vorträgen, in denen Worte fallen wie "Gemeinsinn", "Patriotismus", "Bürgerliche Pflicht", "Ethik" oder sonstiger altruistischer Schwachsinn, sofort auf Durchzug zu stellen. Die Erfahrung lehrt das solche Vokabeln nur dann zum Einsatz kommen, wenn der Gegenüber keine vernünftigen Argumente mehr hat, warum man etwas tun oder lassen sollte…
manueller trackback:
webinsider.net/blog/post/...die-Klownde-des-Internets
@Waszszaf: Bitte nicht mit solch unwichtigen Detailfragen beschäftigen… ;-)
Man muß da wohl zwei Dinge trennen:
1. Den im beanstandeten Blogeintrag beschriebenen Fall
Ob das so war oder nicht weiß man nicht. Auf der Webseite von Transparency International Deutschland sind allerdings zwei Praktikantenstellen ausgeschrieben. Allgemein (nicht speziell zu TI-D) gibt es sehr negative Berichte zum umsichgreifenden Praktikumsunwesen. In den Berichten fällt schon mal das böse Wort Praktikantenstrich. Unglaubwürdig ist der ursprüngliche Blogeintrag daher für mich nicht.
2. Die Art und Weise der Beanstandung
Udo hat zu solchen "Drohbriefen" und "Persönlichkeitsrecht" in lawblog.de/index.php/arch...6/03/19/bedrohte-blogger/ schon deutliche Worte gefunden. Zitat:
"Die Bekanntschaft mit Rechtsanwälten ist dann programmiert. Deren zweitklassiges juristisches Geschwurbel auch: Rufschädigung, Kreditgefährdung und, kann es noch jemand hören, Verletzung des Persönlichkeitsrechts."
Bei TI-D kommt noch hinzu, daß die "Drohung" angeblich vom sogenannten Ethikbeauftragten stammt. Im Auftrag einer Organisation, die sich selber einen hohen ethischen Standard gesetzt hat. Zitate von deren "wir sind die Guten" PR-Geschwurbel spare ich mir mal. Hat sich jetzt wohl erledigt.
Leider funktioniert Ethik ohne die grundlegende Bereitschaft (oder Fähigkeit) zu konsequentem Handeln erst mal nicht.
Aber solche Einsichten von professionellen Ethikern zu erwarten, ist wahrscheinlich auch deutlich zu viel verlangt…
Noch vergessen:
Schade, daß man den Absendern solcher Drohbriefe nicht eine Verfahren wegen (versuchter) Nötigung ans Knie nageln kann. Als Nichtjurist wundere ich mich nur immer darüber, was sich Juristen, im Gegensatz zu Normalsterblichen, so erlauben dürfen und womit sie ungestraft davonkommen.
Ich finde den Brief des Herrn Prof. Dr. Ethikbeauftragten Prokuristen lustig. Den würde ich mir einrahmen.
Wer die Arbeitsbedingungen bei TI kennt, der freut sich sicher, einen Anlaß gefunden zu haben, mit TI und seinem Ethikbeauftragten mal über Arbeitnehmerschutzrechte diskutieren zu können.
Besonders gefällt mir die Beschreibung der Plätze für Sechs-Monatspraktikanten in Vollzeit:
Geringe Entlohnung (ca. 300 Euro) und ein nettes Team!
Welchen Kommunikationsstil das nette Team der Vorgesetzten pflegt, wird ja an der E-Mail bereits deutlich.
Verehrter Herr Vetter,
ich würde Sie bitten kurz die Augen zu schliessen.
ich dumpfbackigen arschkrampfigen dummbatze, habt ihr nichts besseres zu tun als nach dem jungvonmaateristscheisse und teuroweb über die pissnelken von transpirancy teutschland zu schwafeln. in weissrussland wird gerade (europa.aussenpolitikerschnösel.augen.zu.und.durch und insbesondere durch steinmeierisches.aussenschwuchtelmässiges.ich.sag.gar.nichts.das.aber.immer.eloquent) hobbyfoltern durch den ziegenfickenden pestsack lukaschenka praktiziert und ihr konzentriert euch auf themen, die man nebenbei abhacken kann. bombt sie dicht und schluss.
das übliche menschgemorde mag ja weitweitweg sein, aber hinter polen ganzganznah von hier geht es nicht darum das irgendwelche rotznäsigen anwaltshansel die keinen vernünftigen job kriegen und daher abmahndreck zu geld machen müssen. in belaruss wird den leuten gerade die scheisse aus dem leib geprügelt. reisst euch mal am riemen und kriegt euren ärsche hoch.
Verehrter Herr Vetter,
noch einen Augenblick.
ja. ich mag eine traffiknutte sein, genau wie ihr; aber nicht weil ich meinen blog promoten will, sondern weil dies einer der meistgelesensten deutschen blogs ist und sich hier leute einfinden die nicht gerade zu den dümmsten in diesem land zählen. wenn ihr keine eier und natürlich auch stöcke (die mit den eieren) habt, wer hat sie den dann? also kriegt verdammt noch mal eure ärsche hoch. ich will euch auf technorati sehen und die welt auch, ihr luschen!
und. hey udo, mach dir mal keine sorgen. ich übernehme die verantwortung für diesen post und wandere jetzt auch bis auf weiteres zum nächsten blog.
Verehrter Herr Vetter,
Sie könne die Augen jetzt wieder öffnen. Seien Sie versichert, dass ich kein böses Wort über Sie verloren habe.
Mit den freundlichen Grüssen eines hoffungslosen Romantikers.
Ach wenn doch nur mal die, die beleidigt sind, weil andere nicht ausschließlich "ihr" Thema diskutieren und ihre Probleme für sie lösen, einfach mal die Klappe halten könnten *gähn*
"Und in Afrika sterben jeden Tag Kinder" hieß das früher. Ich hab' trotzdem das Pausenbrot nicht gegessen, wenns mir nicht geschmeckt hat. Dass das eine mit dem anderen nix zu tun hat weiß man schon als Grundschüler.
Alles nur, weil die Oppositionellen, mit denen gerade in Belarus kurzer Prozess gemacht wird, nicht bloggen und weil Lukaschenko kein Abmahnanwalt ist. Pech gehabt.
@ichsageuchmalwoslanggeht
Jeder kehrt vor seiner eigenen Tür. Meine ist nun mal hier. Ich habe keinen Einfluß, keine Verbindungen und keinen Überblick über die Vorgänge in Osteuropa. Hier jedoch spreche ich die Sprache, kann an Medien schreiben, ein paar Telefonnummern wählen, kann in meinem Bekanntenkreis Stimmung machen. Kurz und gut, kann etwas tun, was zumindes die Chance hat eine gewisse Wirkung zu erzeugen.
Man muß seine Kämpfe vorsichtig wählen.
Ist auch nicht nötig. Lukaschenko hat genug Strassenkehrer. Es ist auch nicht "Osteuropa" sondern ein Land: Belarus. Und es ist näher als Malle. Muss man nicht kennen, Urlaub würde ich da auch nicht machen wollen.
Trotzdem liegt der erste Fehler bei der Freundin und der zweite Fehler bei der Bloggerin. Die Freundin hätte nicht über das Gehaltsgespräch reden sollen (das sie auch aus ihrer Sicht extrem unglücklich geführt hat). Was die Bloggerin im persönlichen Gespräch von ihrer Freundin erfahren hat, hätte sie meiner Meinung nach für sich behalten sollen.
Eine allgemeiner und geschickter formulierte Form der Kritik an TI wäre durchaus angebracht. Aber nicht mit diesen Zahlen und diesen Details aus einem vertraulichen Gehaltsgespräch!
@stefanolix, so so, sie hätten über die Gehaltsverhandlungen nicht reden sollen. Wieso eigentlich nicht? Das ist doch eine große Mancht, die wir ArbeitnehmerInnen den Unternehmen lassen, wenn wir uns an das in Deutschland übliche "über Gehalt spricht man nicht" halten. Ich halte das für Unsinn. Wäre doch wirklich mal interessant, wenn sich die MitarbeiterInnen eines Unternehmens ebenso ungeniert über ihre Gehälter unterhalten könnten, wie sie es üblicherweise mit ganz anderen angeblich tabuisierten Themen machen.
Kann ich dich also so verstehen, dass du mit dem Verhalten von TI einverstanden bist, weil die Bloggerin und ihre Bekannte gegen die ungeschriebenen Sitten verstoßen hat?
Nein. Ich halte das Verhalten des Justitiars für undiplomatisch und nicht wirklich sachdienlich (was ich auch in meinem eigenen Blog geschrieben habe). Aber am Anfang der Kette stehen die Freundin und die Bloggerin.
In einer Blitzumfrage unter den hier verfügbaren drei Angestellten (ich selbst bin Freiberufler) habe ich herausgefunden, dass sie alle in ihren Arbeitsverträgen eine entsprechende Klausel stehen haben, nach der über das Gehalt Stillschweigen zu bewahren ist. Darüber hinaus greift in dem beschriebenen Fall auch das Verbot, über andere betriebliche Interna (hier: Konditionen der Einstellung einer anderen Mitarbeiterin) zu berichten.
@stefanolix (22)
Warum wohl wird dem Arbeitnehmer per Klausel verboten über sein Gehalt zu reden. Da gibt es, neben anderen Gründen,
eine meiner Meinung nach gute psychologische Erklärung. Nennt sich "kognitive Dissonanzreduktion" (einfach mal danach googeln) und wurde als Theorie von einem gewissen Herrn Festinger schon '57 beschrieben. Man kann es auch vereinfacht als "Verdrängung" bezeichnen.
Was hat das nun mit der Verbotsklausel zu tun über sein Gehalt zu sprechen?
Da gibt es ein schönes, reproduzierbares Experiment in der Psychologie:
Die erste Versuchpersonen (VPn) soll eine Stunde lang Stäbchen auf einem Steckbrett versetzen, also eine ziemlich öde, langweilige Arbeit. Dann wird ihr offenbart, daß es dies ein Experiment sei, bei dem untersucht werden soll, wie sich Erwartungen auf die Leistung auswirken und das sie nun mit der nächsten Person darüber glaubhaft reden sollte wie großartig und interessant die Tätigkeit sei.
Der nächsten VPn, welche bereits vor dem Untersuchungszimmer wartet, muß von der vorherigen das Experiment also so erklärt werden das sie glauben muß daß es sich dabei um ein interessantes Experiment handelt.
Je nach Bedingung werden der erklärenden VPn (alse dem Vorgänger) 1$ oder 20$ vom Versuchsleiter dafür geboten. Nachdem die Person den Lohn erhalten hat und die andere Person davon überzeugt hat, daß es sich dabei um ein interessantes Experiment handelt, trifft sie beim Ausgang "zufällig" eine andere Person, die eine Umfrage macht.
Und jetzt beginnt das eigentliche Experiment. Das davor war nur Vorbereitung. Im Rahmen dieser Umfrage soll die VP auch angeben, für wie wichtig und interessant sie das Experiment fand, an dem sie gerade teilgenommen hat.
Wichtig ist noch, das sich vor der Befragung beide Personen nicht vertraulich über den "Lohn" unterhalten dürfen. Im Versuch wird das einfach durch die Zeitliche Abfolge (während die 2. VPn Stäbchen sortiert wird die vorhergende VPn schon "zufällig" befragt).
Was ist das Ergebniss: Die VPn, die nur 1$ bekommen haben, beurteilten das Experiment interessanter als die Vpn
in der Gruppe mit 20$!
Warum: Die kognitive Dissonanz ist bei 1$ höher, weil die Personen freiwillig gegen ihre Einstellung
gehandelt haben. Es gibt keine ausreichende externale Rechtfertigung für ihr Verhalten, in dem sie ihre Einstellung ändert.
Die kognitive Dissonanz ist bei 20$ geringer, weil die Person ihr Verhalten mit der hohen Bezahlung rechtfertigen kann (sie hat eine ausreichende externale Rechtfertigung).
Zusammenfassend kann gesagt werden:
Beschäftigte mit niedrigerer Bezahlung sind weniger unzufrieden als Beschäftigte mit höherer Bezahlung. Wenn, und das ist Bedingung, sie sich nicht über ihre Bezahlung unterhalten können. Ansonnsten sind die mit der 1$-Bezahlung natürlich Sauer weil sie nicht das 20ig fache dafür bekommen haben…
Dies mag eine arbeitspsychologische Erklärung sein warum es solche Klauseln in Arbeitsverträgen gibt…
Der Fehler liegt bei besagtem Verein, der für die Offenlegung von Gehältern in der Wirtschaft kämpft (zumindest offiziell), und sich ein Sauberkeits-Image gibt. Der bei sich selber aber nicht die eigenen Maßstäbe anlegt.
Warum Anwälte sich dann noch so aufführen dürfen, noch dazu der Prof. Dr. Ethikbeauftragte, gewinne ich den Eindruck, daß man die offiziellen Ziele des Vereins nicht so ernst nehmen sollte.
Das mag ja ein faszinierendes Experiment sein. Für die Teilnehmer des Experiments sind die Gehaltsverhältnisse intransparent. Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterhalten sich im wirklichen Leben natürlich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben und können sich auch im Internet oder in Fachzeitschriften über das Gehaltsniveau informieren.
Ich denke, es ist auch nicht entscheidend, warum es Vertraulichkeitsklauseln gibt. Für den Fall ist nur entscheidend, ob es eine Vertraulichkeitsklausel gab und ob sie verletzt wurde.
Im übrigen habe ich noch mal eine Anschlussfrage zu meinem Verständnis: wenn der /TI-Justitiar/ der Bloggerin selbst einen solchen Brief schreibt, dann darf das für sie doch nicht mit einer Rechnung verbunden sein(?)
@ stefanolix (25)
Natürlich unterhalten sich die die Beschäftigten untereinander – und das sollten sie, nicht nur in diesem Zusammenhang, auch tun. Sklavisches einhalten solcher Klauseln bringt absolut nix. Es gibt da ja den uralten & abgedrochschenen Spruch "Legal, Illegal -> Scheißegal". Allerdings sollte man sich der eventuellen Kosequenzen bewußt sein und diese vor Veröffentlichung mit einrechnen.
Aber auch im vorliegenden Fall finde ich es doch interessant welche Hintergründe und/oder Gepflogenheiten hinter solchen Klauseln stecken können. Weil: ganz klassisch interessiert mich halt des "Pudels Kern". Außerdem sagen solche Klauseln sehr viel über den Arbeitgeber aus. Besonders im vorligendem Fall. Wegen Transparenz und so…
Aber ich will es ja gerne zugegeben, im dargestellten Fall ist es für die juristische Bewertung irrelevant weil sich der Herr Justitiar auf diese Klausel berufen kann. Und da er selber tätig geworden ist sollten sich die Kosten tatsächlich für die Gegnerin im Rahmen halten.
Allerdings sollte gerade diese Organisation mit so einem hohem ethischen Anspruch weniger Wasser predigen und nicht soviel Wein saufen.
Was lernt man nun daraus: Geschickter Formulieren (wurde ja in diesem Blog schon dargelegt) und man sollte sich ein paar Gedanken um Identitätsverschleierung im Internet machen (TOR, JAP etc.) wenn man es dennoch riskieren will und damit die Schere im Kopf nicht allzuviel wegschneidet.
Außerdem sollte man sollche juristischen Nebelbomben nicht einfach wegstecken. Ich hoffe TI merkt das sie mächtig ins Klo gegriffen haben mit dieser Reaktion -und lernen daraus. Denn ich halte es Organisationen und Unternehmen z.Z. noch zu Gute das sich Blogs & Co. noch relativ neu auf dem PR-Radar befinden. Eine adäquate Reaktion will da auch erst gelernt sein.
Mal sehen ob Blogistan was ausrichten kann.
Hallo,
ja – in den Verträgen steht immer drin, dass man über das Gehalt Stillschweigen bewahren muss. Und bei Vorstellungsgesprächen wird dann von anderen Firmen nach gefragt – ebenso nach möglichen erhaltenen Prämien.
Aber man spricht nicht öffentlich darüber…..sollte man jedenfalls nicht.
Trotzdem ists ein harter Hammer, dass einer als gut gelobten Mitarbeiterin die Probezeit nicht in ein Anstellungsverhältnis gewandelt wird.
Davon ab – es machen einige viele Firmen so:
- Probezeit nicht bestehen lassen
- Praktikum auf Kosten der BA und dann nach dem Praktikum entlassen….und immer neue Praktikanten einstellen.
Und für mich, auch alleinerziehend, siehts nach einem typischen Fake aus:
- Ach – sie können nicht umziehen, ja dann können wir sie nicht nehmen
(obwohl man als alleinerziehende Person gar nicht weiter als 50km wegziehen darf, wenn der andere Sorgeberechtigte nicht zustimmt – und wozu auch? Kinderbetreuung ist doch geregelt, am neuen Wohnsitz nicht)
- Ach – sie sind Alleinerziehend? Ja – dann können Sie ja wegen Krankheit der Kinder Fehlzeiten machen – dann leider nicht.
- Ach, Sie möchten mehr Geld für mehr Arbeit? Sind wir im Science Fiction?
Für TD ist die durch dieses Blog entstandene Interesse sicherlich nicht angenehm – gut so! Man muß ja auch mal die Kehrseite der Medaille lesen können…..
Selbstverständlich ist zu wünschen, dass TI und andere Firmen aus dieser Sache lernen. Aber es ist auch zu wünschen, dass die Blogger daraus lernen. Und das ist noch nicht ins allgemeine Bewusstsein gedrungen. Wenn Blogger zu einer Konkurrenz für traditionelle Medien werden wollen, müssen sie auch lernen, eine Angelegenheit von mehreren Seiten zu betrachten. Blogger können nicht auf der einen Seite stolz auf ihren Einfluss sein und sich auf der anderen Seite darauf zurückziehen, dass das alles nur "privat" sei. Es geht nur eines von beiden. Wer privat über solche Dinge schreiben/diskutieren möchte, der muss sein Blog halt mit Passwort schützen. Wer öffentlich über solche Dinge schreiben (und ernstgenommen werden) möchte, der muss sich wirklich überlegen, wie er es formuliert und vor allem: er muss darüber nachdenken, wen er dort mit hineinzieht.
> Wenn Blogger zu einer Konkurrenz für traditionelle Medien werden wollen,
wollen die nicht. die wollen moni den rücken stärken. langsam gehste mir auf den sack mit deinen klugscheißereien.
Es gibt immer "etwas schlimmeres", das kann also kein Grund sein über diese Sache zu schweigen. Zudem können wir im Fall von "Transp…" durch die Beschreibung und Bewertung eine Öffentlichkeit herstellen, die sonst nicht entstehen würde.
Wollen die nicht? Manchmal kann man sich das nicht aussuchen. Öffentlichkeit ist halt Öffentlichkeit.
@30 na hoffentlich hat moni einen angenehmeren umgangston, sonst könnte man das mit der kündigung ja doch noch fast verstehen…
im übrigen begrüße ich stefanolix differenzierte betrachtungsweise..
@Mark (#33) und mit Bezug auf Jens Scholz (#30): Mir würde es ja schon reichen, wenn einfach mal sachlich, differenziert und in einem ganz /normalen/ Umgangston diskutiert würde. Und im Gegensatz zur lauten Mehrheit versuche ich zuerst einmal abzuwägen, /wobei/ man jemandem den Rücken stärkt und worin dieses Rückenstärken sinnvollerweise bestehen sollte.
Ich habe das Schreiben des Justitiars und die Postings der Bloggerin gegeneinander abgewogen. Ich glaube nicht, dass eine der beiden Seiten zu hundert Prozent Recht hat. Diese Betrachtungsweise mag unter den Bloggern nicht mehrheitsfähig sein, trotzdem gehe ich nicht davon ab. Nur weil eine Meinung laut und vielstimmig vorgetragen wird, muss sie ja nicht unbedingt richtig sein.
Meine Lösungsalternative will ich nicht verschweigen: Ich hätte das Posting für einige Tage aus dem Blog genommen (die Veröffentlichung ausgesetzt). Ich hätte mich intensiv um eine unabhängige Beratung und um Kontakte mit TI bemüht. Ich hätte den Leuten bei TI vieles von dem vorgetragen, was unter den Bloggern in den letzten Tagen diskutiert wurde. Da war auch viel Nachdenkenswertes dabei. Aber ich hätte das nicht öffentlich getan. Zu solchen Mitteln kann man (und sollte man) erst greifen, wenn alles andere fehlschlägt.
@stefanolix
Die Frau ist arbeitslos. Die Androhung einer teuren Abmahnung ist ein ziemlich herber psychologischer "Angriff", sehr aggressiv, sehr verletzend, auch wenn ein bestens verdienender und abgesicherter Anwalt das selbst so nicht nachvollziehen kann. Aus seiner Sicht hat er vielleicht "milde" agiert, weil er nicht sofort abgemahnt hat. Aber genau das ist das Problem.
Das beste, was der Frau passieren konnte, ist die Aufmerksamkeit, die die Sache im Netz erzeugt. Denn sie ist nicht mehr "alleine", bekommt sogar rel. fundierten juristischen Rat (den sie sich auf normalem Wege vielleicht nicht leisten könnte?). Wenn sie sofort kommentarlos den Artikel aus dem Blog herausgenommen hätte, wäre übrigens "unter den Bloggern in den letzten Tagen" gar nichts diskutiert worden.
Sie haben natürlich recht – besonders nachdem der Artikel, der das alles ausgelöst hat, nicht mehr aufzufinden ist, lässt sich die Sachlage nicht bewerten. Eine Stellungnahme von TI ist auch noch nicht vorhanden.
Trotzdem lässt sich sagen, dass offensichtlich eine Organisation, die sich sehr "moralisch" gibt und ihre Existenz aus "moralischen Überlegungen" ableitet, höchst unmoralisch mit einer Kanone auf einen Spatzen geschossen hat, das auch wusste (Flappsigkeit der Formulierungen) – und sich offensichtlich selbst ins Bein getroffen hat.
Das ist aus marketingtechnischer Sicht mehr als dumm. Noch dummer ist, dass die Organisation ihre eigenen Ziele nur mit Marketingmitteln erreichen kann, sich also mit der Aktion, sehr wahrscheinlich sehr zur Freude ihrer Gegner, selbst geschwächt hat.
Na mal gucken, was morgen aus der Transparency-Ecke (Transparency international übrigens sitzt auch in Berlin) kommt.
Und woher sollte der Justitiar beim Abfassen seines Schreibens wissen, dass die Bloggerin arbeitslos ist? Das darf doch auch bei der Bewertung des Artikels überhaupt nicht der Maßstab sein. Der Originalartikel ist übrigens wie vor aufzufinden, er wurde ja in andere Blogs kopiert.
Der Justitiar vertritt zunächst einmal die Interessen seiner Firma und die Interessen der beiden Mitarbeiterinnen, die in dem Artikel erwähnt wurden. Das hat er — meiner Meinung nach — nicht besonders glücklich getan. Aus unseren Informationen folgt aber nicht, dass wir hier eine Einteilung in hundert Prozent "Gut" und hundert Prozent "Böse" vornehmen können.
Ja, formal gesehen, ja.
Nur, TI kämpft mit Mitteln der PR gegen Intransparenz und Korruption. Oder nicht?
Da ist es schon eine Nachricht wert, wenn sich jemand mit Hilfe der PR ein Bein stellt!
Es ist sehr spät, auf die Schnelle habe ich keine Liste der Geldgeber von TI Deutschland gefunden, es soll sie aber auf der Website geben.
Gefunden habe ich in der Wayback Machine eine alte Liste, ich hab da nachgesehen, weil erfahrungsgemäß die alten Webseiten übersichtlicher (also transparenter) sind.
web.archive.org/web/19990.../organisation/donors.html
Das hat mich amüsiert, Boing etc sind nicht gerade unbelastete Firmen :-)
Vielleicht sollte man sich, um aus der Sache was Produktives zu machen, mal etwas genauer mit TI beschäftigen, wer dahinter steckt und was die eigentliche Arbeit von denen ist – ausser ziemlich allgemein über Korruption zu klagen.
Ich würde mich freuen, wenn hier morgen mal ein Jurist seine fachliche Meinung zu den heute üblichen Vertraulichkeitsregelungen (und zum Fortgelten nach der Kündigung) sagen könnte. Ich würde mich auch freuen, wenn sich jemand zu den Persönlichkeitsrechten der im Blogartikel erwähnten Personen äußern könnte. Das Original liegt z.B. auf Rebellmarkt vor.
Hahaha!
"einen Text [...], der in erheblichem Maße die Persönlichkeitsrechte der von mir vertretenen Organisation verletzt."
Ganz großes Kino, Herr Anwalt!
Da wird fröhlich weitergedroht:
http://wasweissich.twoday.net/stories/1751977/