20.4.2006

ANONYM UND ABMAHNFREI

Völlig anonym und damit abmahnfrei – auch mit der eigenen Domain? Das Webmaster Blog gibt Tipps.

(Link gefunden bei Robert Basic)

19 Kommentare zu “ANONYM UND ABMAHNFREI”

  1. dirk digital meint: (20.4.2006 um 11:08) AntwortenReply to this comment

    Hurra, hurra, soweit ist es jetzt also schon. Bitte nur noch anonym schreiben? Armes Netz.

    Wer eine Meinung hat und diese veröffentlicht sollte dazu auch stehen. Und sei es nur unter einem Pseudonym, das dann aber durchweg nachvollziehbar ist. Ich verstehe schon die Sorge und Angst Einzelner, dass bei kritischen Meinungen mal der Wind etwas heftiger weht, einige sogar glauben, davon weggeblasen zu werden.
    Aber ist es nicht gerade der Grundgedanke eines demokratischen und liberalen Systems, das jeder seine Meinung sagen kann, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen? Ich weiß, die Realität sieht oft anders aus. Doch wer seine Meinung und Auffassung vertritt (nicht zu verwechseln mit Verleumdung) braucht doch nicht im mindesten eine Abmahnung zu fürchten – dank so furchtloser Ritter wie U.V. Die Beispiele der letzten Wochen haben das doch mehr als deutlich gezeigt. Wer trotzdem aus gutem Grund Strafen fürchtet, sollte vielleicht mal seine Meinung überdenken, oder?!

    Eine totale Anonymisierung erschwert doch die Nachvollziehbarkeit einer Meinung. Sind die Tatsachen, auf denen diese beruht, richtig, oder ist es bloße Stimmungsmache?Wer steckt hinter einer Meinung und welche Interessen verfolgt er/sie damit?

    Glorreich sind die Zeiten der Speakers Corner, als jeder aufstehen konnte, um zu reden. Aber auch als jeder sehen konnte, wer welchen Mist verzapft.

    Beste Grüße

  2. Markus meint: (20.4.2006 um 11:22) AntwortenReply to this comment

    Jede Medaille hat zwei Seiten, nicht wahr?

    "Natürlich empfehle ich niemandem, mit solchen Methoden irgendwelche illegalen Angebote zu unterhalten. [...]
    Lästige Scherereien mit dem Jugendschutz und ähnlichen Auswüchsen deutschrichterlicher Ignoranz lassen sich auf diesem Weg vermutlich auch vermeiden."

    Ich empfehle niemandem, ein Verbrechen zu begehen. Aber zufällig habe ich hier eine Anleitung zum…
    :-)

  3. Anna Analog meint: (20.4.2006 um 11:25) AntwortenReply to this comment

    @dirk:

    Re: Ihrem "soweit ist es jetzt also schon":

    Keine Sorge, die Möglichkeiten zur Anonymität nehmen ja seit Jahren tendenziell eher ab als zu, ob im Netz (weniger Anon-Remailer, mehr Vorratsdatenspeicherung, etc.) oder im RL (weniger Telefonzellen, mehr Videoüberwachung öffentlicher Plätze, Druck auf Journalisten, ihre Quellen preiszugeben, etc.).

    Und so wird es auch weitergehen.

  4. dirk digital meint: (20.4.2006 um 11:37) AntwortenReply to this comment

    @ anna – und alle anderen auch:

    zum "Und so wird es auch weitergehen."

    Ich liebe ja solche Angstszenarien ala Künftig werden wir alle überwacht und müssen uns vor unserer eigenen Meinung ducken. Sobald wir uns aus solchen Gründen in die Anonymität flüchten, dann läuft grundsätzlich etwas falsch.

    Mit zunehmender Intensität läuft ja auch eine Diskussion über Zivilcourage in Deutschland. Seine Meinung zu vertreten, und sei es nur über die eigene Hemdenfarbe (Rosa?), gehört dazu. Ich denke, sich hier wegzudrehen, ist der erste Schritt ins Verderben. Und vorgeschobene Anonymität heisst für mich wegschauen.

    Ich entschuldige mich schon mal vorab für meine vielleicht etwas forsche ausdrucksweise. Habe mir gester "Good Night, And Good Luck" angeschaut. Da kommt man einfach ins grübeln.

  5. pa meint: (20.4.2006 um 12:39) AntwortenReply to this comment

    "Lästige Scherereien mit dem Jugendschutz und ähnlichen Auswüchsen deutschrichterlicher Ignoranz…"

    das sind genau die Typen die es überhaupt erst nötig machen, dass man abmahnt.

  6. Anna Analog meint: (20.4.2006 um 13:09) AntwortenReply to this comment

    @dirk
    "Good Night, Good luck" ist hoffentlich ein guter Film, da hab ich mir grad vorgestern die DVD bestellt (gibt es seit März als RC1 in den USA).

    Bei Zivilcourage in Deutschland sehe ich eher schwarz. Wenn wir schon bei diesem wohl sehr politischen Film von Clooney sind: Grad die angelsächsischen Länder (trotz der momentanen Regierung in den USA) haben eine stärkere Tradition und Geisteshaltung bei solchen Themen, mit entsprechenden Lobbygruppen dahinter (ACLU, etc.): Daß auch ein Einzelner mit Rückgrat etwas verändern kann.

    In Deutschland sieht es da für mich eher traurig aus. Apathie und Resignation regiert (dazu gehört sicher auch mein Beitrag jetzt).

  7. Sandwurm meint: (20.4.2006 um 13:32) AntwortenReply to this comment

    Ich würde mal sagen, wenn der "gegnerische Anwalt" dann doch irgendwie eine ladungsfähige Adresse rausbekommt, wird die Abmahnung erst richtig teuer.

  8. jjwin2k meint: (20.4.2006 um 13:43) AntwortenReply to this comment

    @7
    Naja, es stellt sich doch dann aber die Frage, ob er es überhaupt schafft. Den typischen "Abmahnanwalt" der dich wegen Dingen wie vergessenem Impressum oder ähnlichem Schmarn abmahnt dürfte es dir aber schon vom Leib halten. Abgesehen, mit welcher Begründung soll es für den Betreiber der Homepage dann teuerer werden? Mir war bisher nicht bekannt, das sich eine Abmahngebühr nach Aufwand berechnet.
    Es geht ja nun nicht darum, den großen Serverbetreiber der 1000 GiB an Filmen anbietet zu schützen. Da dürfte dann eh die Staatsanwaltschaft aktiv werden und die hat dann doch andere Möglichkeiten.

  9. Volker meint: (20.4.2006 um 16:53) AntwortenReply to this comment

    Ich kenne jemanden, der über GoDaddy seit über 2 Jahren eine private "Racheseite" betreibt (den Link verkneif ich mir jetzt lieber). Und obwohl GoDaddy die echten Nutzerdaten kennt, ist es den übelst verunglimpften Personen und ihren Anwälten bis heute nicht gelungen, die Seite vom Netz zu kriegen oder den Betreiber in Deutschland zur Verantwortung zu ziehen.
    Wenn Godaddy in solchen Fällen schon keine Kundendaten rausrückt, dürfte man dort auch vor Abmahnungen gut geschützt sein.

  10. Hobbyjurist meint: (20.4.2006 um 17:59) AntwortenReply to this comment

    Anonymität ist eine gute Sache, sofern sie verantwortlich eingesetzt wird – nicht nur im Hinblick auf den Schutz vor das deutsche Abmahn-Unwesen. Ich hatte mal eine Homepage zu einem politisch brisanten Thema. Spätestens mit der Einführung der supertollen Impressumspflicht stand ich genau vor der Wahl zwischen Pest und Cholera: entweder ich veröffentliche meine volle Anschrift im Impressum und riskiere damit, daß mir eines schönen Tages von weniger liberalen Zeitgenossen nur für die Veröffentlichung meiner Meinung schlichtweg die Fresse poliert wird (davor schützt mich der tolle Staat dann eben nicht) oder ich halte meinen Mund (sprich: nehme die Homepage wieder vom Netz). Ich habe mich dann zähneknirschend für letzteres entschieden. Auch ein Mittel staatlicher Repression, die sehr wirkungsvoll ist, wenn man sich mal die Höhe des Bußgeldes bei einem Verstoß gegen die Impressumspflicht anschaut. Nur damit keine Mißverständnisse auftreten: Es handelte sich nicht um eine rechts- oder linksradikale Seite und auch nicht um eine illegale Homepage.

  11. erbfeind meint: (20.4.2006 um 20:26) AntwortenReply to this comment

    Ist ja schön und gut.

    Ändert aber doch nix an der Verpflichtung eine Anbieterkennzeichnung anzubringen. Schließlich ist das Tatbestandsmerkmal "geschäftsmäßig" der einschlägigen Paragraphen (§ 6 TDG u. 10 MdStV) im Sinne von § 3 Nr. 10 TKG" aufzufassen (so Gesetzesentwurf und einige Urteile und hM): "geschäftsmäßiges Erbringen von Telekommunikationsdiensten" das nachhaltige Angebot von Telekommunikation für Dritte mit oder ohne Gewinnerzielungsabsicht;"

    Durch diese Anonymisierung der WHOIS-Einträge wird es nur komplizierter für die Abmahner, das ist alles.

  12. Huck meint: (20.4.2006 um 21:58) AntwortenReply to this comment

    @11

    Die Nürnbergen hängen keinen, sie hätten ihn denn.

  13. jjwin2k meint: (21.4.2006 um 01:46) AntwortenReply to this comment

    @11
    Natürlich enbindet es einen nicht von einer Impressumspflicht. Wenn aber privaten Nutzern bestimmte Rechtsvorschriften nicht bekannt sind bzw. es für sie nicht ersichtlich ist, dass eine solche Rechtsvorschrift auch für sie gilt ist es aus meiner Sicht ein legitimes Mittel um sich vor irgendwelchen Abmahnungen zu schützen. Nicht jeder hat das Geld um vor jeder Aktion einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Wenn diese Unkenntniss eiskalt von Abmahnanwälten ausgenutzt wird, nur um sich slbst zu bereichern sehe ich eine weitgehende Anonymisierung als probates Mittel um solche lächerlichen Rechtsstreitigkeiten abzublocken.

  14. Christ meint: (16.5.2006 um 16:14) AntwortenReply to this comment

    Seine Meinung kann man auf anonymen Domains kundtun. Anonyme Domains gibts zum beispiel bei folgenden Anbietern:
    Bluehost: http://www.bluehost.com/track/woetzech/
    IPowerweb: http://partners.ipower.com/z/6/CD3315

  15. Michael meint: (27.6.2006 um 14:51) AntwortenReply to this comment

    Eine gute Auflistung für anonyme Domains und anonymes Hosting findet ihr unter http://www.anonyme-domains.de

  16. Gert meint: (3.4.2007 um 20:32) AntwortenReply to this comment

    Ich habe eine Domain bei http://mediaon.org und kann ebenfalls auf mein Impressum verzichten und das seit fast 2 Jahren :)

  17. Thomas K. meint: (16.11.2007 um 22:24) AntwortenReply to this comment

    Ich habe meine .de Domain nun zu http://www.mediaon.de transferiert mit diesem Treuhand Service.

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