22.5.2006

LITERATUR MACHT VERDÄCHTIG

In Gainesville / Florida soll ein Student Fingerabdrücke und seine DNA abgeben. Sein Vergehen: Er hat eine Kurzgeschichte veröffentlicht, in der es um Mord geht. Jetzt möchte die Polizei überprüfen, ob er tatsächlich Menschen auf dem Gewissen hat.

Die ganze – unglaubliche – Geschichte bei Boing Boing.

(Danke an Mathias Schindler für den Link)

13 Kommentare zu “LITERATUR MACHT VERDÄCHTIG”

  1. Farlion meint: (22.5.2006 um 22:34) AntwortenReply to this comment

    Hängt wahrscheinlich mit der Sache des 26-jährigen Amis zusammen, der das Nachbarmädchen getötet und darüber gebloggt hat.
    http://www.farliblog.de/2006/04/21/das-boese-boese-internet/

  2. Robert meint: (22.5.2006 um 22:58) AntwortenReply to this comment

    Find das Vorgehen so vollkommen in Ordnung. Wer sich sowas ausdenkt, muss das ja irgendwoher haben. Wenn er nichts zu verbergen hätte, warum gibt er dann nicht einfach Fingerabdruck und DNA raus, und gut ist? Scheint ja doch bei ihm einiges im Argen zu liegen…

  3. L. meint: (22.5.2006 um 23:10) AntwortenReply to this comment

    Weil das das Ende des Rechtsstaats wäre? Da könnte ja jeder kommen.

  4. Karl G. meint: (22.5.2006 um 23:17) AntwortenReply to this comment

    Wo ist das Problem? Die Polizei wird ja wohl noch um die Abgabe von Fingerabdrücken BITTEN dürfen, oder? Mehr ist nicht passiert. Das Ende des Rechtsstaats kann ich da nicht erkennen.

  5. martin meint: (22.5.2006 um 23:46) AntwortenReply to this comment

    Robert: ich hoffe doch sehr, dass das sarkastisch gemeint war. ich glaube nicht so ganz, dass jeder krimiautor [und ich glaube, das ist ne ganze menge] ein paar leute auf dem gewissen hat, um seine geschichten zu schreiben.
    ansonsten bitte ich recht freundlich um eine information bzgl. ihres monatlichen einkommens, eine auflistung ihrer sexuellen vorlieben, und ihres aktuellen kontostandes. oder haben sie etwa etwas zu verbergen?

  6. renard meint: (22.5.2006 um 23:50) AntwortenReply to this comment

    @ 2 *Robert* & 4 *Karl G.*

    dieser wahnsinn hat methode.

    wer so etwas für *in ordnung* hält ist entweder bezahlter spitzel der [--hier staatliche überwachungseinheit einfügen--] oder noch unter 14.

    *You're acquainted with the theory of precrime, of course. I presume we can take that for granted. [...] We're taking in individuals who have broken no law.*
    *But they surely will!*

    oder anders gesagt: wenn es euch dort so gut gefällt, na dann geht doch nach drüben.

  7. angor meint: (23.5.2006 um 00:11) AntwortenReply to this comment

    Karl, wenn die Polizei "bittet", dann wird daraus schnell eine drängende Bitte und damit psychologischer Druck.
    Die Polizei möchte ja erfolgreich sein.
    Und daher sehe ich das eben nicht mehr als Bitte an.

  8. Tina meint: (23.5.2006 um 00:22) AntwortenReply to this comment

    Die grossen Krimiautorinnen sind fast alle nette ,ältere,wohlerzogene Damen,die sicher nie einer Fliege was zuleide tun könnten,deren kriminalistische Phantasie uns aber spannende Schmökerstunden bereitet!Agathe Christi,Frau Noll bitte zum Gentest?Absurdistan lässt grüssen.

  9. Ben meint: (23.5.2006 um 07:51) AntwortenReply to this comment

    Gib jemandem Macht und er wird sie missbrauchen. Uni-Sherrifs, ein Glück gibt's das hier noch nicht. Schlimm genug, dass sich die Finanzverwaltung überall einmischt ;-)

  10. Dietrich meint: (23.5.2006 um 07:55) AntwortenReply to this comment

    @2 Robert:
    Wenn ich das lese oder höre: "wenn du nichts zu verbergen hast, dann kannst du doch deine persönlichen Daten abliefern."
    Da wird mir schlecht, richtig schlecht.
    Ich habe nix zu verbergen, aber warum sollte ich meine ureigensten Daten (DNA) veröffentlichen? Was eine Behörde mit diesen Daten macht, das kann ich nicht kontrollieren. Also bin ich sparsam mit meinen Daten.
    Deine Einstellung hinsichtlich von Ablieferung von Daten: die ist absolut naiv. Natürlich kannst Du diese Daten bei einer Behörde abliefern; es geht darum: was macht die Behörde mit den Daten? Die kennen Dich irgend wann besser als Du Dich kennst.
    Dein Lebenslauf bringst Du mal zu Papier. Die Behörden könnten das besser. Geboren – mit Geburtsort und Datum: Einwohnermeldeamt.
    Schulbildung: lässt sich auch nachvollziehen.
    Berufsausbildung nach der Schule: lässt sich nachvollziehen.
    Führerschein: lässt sich nachvollziehen (Flensburg lässt grüßen).
    Eheschließung: das Standesamt liefert entsprechende Daten.
    Eine etwas von der Norm abweichende Leber: die Krankenkasse liefert die Ergebnisse – oder bestehen Schwierigkeiten mit dem Magen? Auch diese Erkenntnis liefert die Krankenkasse.
    Mann, Du hast nix zu verbergen? Dann hast Du ein 'sauberes' Leben geführt, das eigentlich nicht zu führen ist.

  11. Rowerle meint: (23.5.2006 um 08:53) AntwortenReply to this comment

    @8: nun ja, ob Stephen King jetzt eine ältere Dame ist…
    Aber man könnte den Bogen ja auch schön nach Hollywood durchspannen: Ist Quentin Terentino als (Teil-)Drehbuchautor und Regisseur wie Hauptdarsteller in seinen kultigsten Filmen auch potentiell verdächtig? Wie Schrill ist allein sein Blick durch die Handfläche?? Oder sind doch eher die Produzenten die Kriminellen, weil sie ja bekanntlich das ganze Gemetzel erst ermöglichen?
    Wobei, eine Grundidee mag ja wirklich nicht abzuweisen sein: Wenn in dem 'Werk' Details stehen, die nur der Mörder wissen kann (und das Buch nicht vorher veröffentlicht wurde…). Wobei das ja noch lange nichts heißen muß, aber ein Anhalt für die Staatsdiener ist es dann doch.
    *greets*

  12. Rowerle meint: (23.5.2006 um 08:57) AntwortenReply to this comment

    mistikacke…
    Wir dürfen eines nicht vergessen: das ganze spielt in dem wunderschönen US-Staat Florida ab, wo die Rechtssprechung mitunter etwas "erstaunlich" zu sein scheint. Aber wen wundert es – wenn man allein das Wahl-Debakel dort sich in Erinnerung ruft? Und wir dürfen nicht vergessen: viele US-Senioren ziehen in diesen Staat und prägen diesen mit…

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