IN OFFIZIELLER MISSION
Die Klageforderung habe ich längst eingetrieben. Aber mit der Vollstreckung der Anwaltskosten habe ich etwas getrödelt. Und dann das: Die Schuldnerin, eine Puffmutti aus Westfalen, hat vor acht Wochen die Finger gehoben.
Jetzt kann ich mich – bei geöffneter Bürotür – hochoffiziell durch die einschlägigen Foren klicken, ob vielleicht jemand den Betrieb unter gleichen Namen übernommen hat. Möglicherweise kriege ich dann mein Geld vom Nachfolger. Falls die Internetrecherche (höhö) nichts bringt, rufe ich mal einen ortskundigen Blogger an. Der kennt den Laden garantiert.
höhö, "…rufe ich mal einen ortskundigen Blogger an. Der kennt den Laden garantiert."
Von innen oder von aussen?
Die Gäste haben in dem Etablissement bestimmt häufiger mal mit Englischen Pfund bezahlt. :-))
hach, immer diese ausreden, als mann sollte man einfach zu seinen bedürfnissen stehen!
;-)
aber: wie kann man in dem gewerbe eigentlich zur eidesstattlichen versicherung kommen? ich dachte da wird noch immer geld verdient!?
und ich hoffe mal, dass jetzt nicht die mandantschaft für die vetterschen anwaltskosten geradestehen muss. "trödeln" klingt für mich nach schuldhaftem zögern …
Taxiblogger? – Paderborn?
In der Tat. An Torsten habe ich auch gedacht :D
Blöde Frage eines nicht-Juristen mit unsolidem Halbwissen: Muss der oder die Neue nicht den Betrieb von der Puffmutti "richtig" übernommen haben? Wenn zufällig in der gleichen Stadt ein "Friseursalon Andrea" seine Pforten öffnet kann ich doch nicht da hin gehen und sagen "Kuck mal hier, da habe ich einen Titel gegen "Friseursalon Andrea". Ist zawr aus der Zeit vor Ihrer Öffnung, und war auch jemand ganz anderes – ist mir doch egal.
I. d. R. steht ja nicht nur der Name der GbR sondern insbesondere die Gesellschafter(in) und Adresse im Titel, oder?
Ok, die Frage ist falsch gestellt: Natürlich kann man, aber ist das auch ethisch in Ordnung? Und am Ende kommt doch sowieso nichts dabei heraus.
Meine Frau wurde mal von einem Inkassobüro mit jemandem aus unserem kleinen Ort verwechselt, der genau so hieß, wie sie mit Mädchennamen (was für ein schreckliches Wort) – vor acht Jahren. Und die haben sie bis vor's Gericht "gezerrt" obwohl einfaches Lesen des Telefonbuchs ihren Irrtum sofort offenbahrt hätte und wir wirklich hilfsbereit waren, ihren Fehler aufzuklären. Unsere Anwaltskosten haben die natürlich bezahlen müssen, aber unseren eigenen Aufwand, auf dem sind wir sitzen geblieben…
Habe ich schon erwähnt, dass seitdem meine Frau regelmäßig Post von der GEZ bekommt, sie möge doch alle gewerblich genutzten Geräte sparat anmelden – meine Frau hatte nie ein Gewerbe, die andere schon!
Was bedeutet denn "hat vor 8 Wochen die Finger gehoben"? Die Redewendung kenne ich gar nicht.
@ OJ:
Die Eidesstattliche Versicherung abgegeben.
Ah. Und ich wollte hier schon einen bösen Kommentar abgeben. Bei uns im Raum werden nämlich "den Finger heben", "die Rechnung begleichen" und das allgemein bekannte "den Löffel abgeben" synonym verwendet.
Kurz: Ich war der Überzeugung, die Frau sei verstorben. Das ist halt die Bedeutung hier :)
Na ja, ob der Puff wirklich ein kaufmännisches Gewerbe war und eine Firma im Rechtssinne hatte, ist doch mindestens zweifelhaft. Und nach der Rechtsprechung ist das nunmal immer noch Voraussetzung der Haftung eines eventuellen Übernehmers (nach § 25 HGB, was Herr Vetter offenbar im Auge hat).
Ivo
"rufe ich mal einen ortskundigen Blogger an"
Gibt es da nicht einen Insider aus dem Rotlichtgewerbe, der jüngst Bloggersdorf aufgemischt hat?
Ach so ist das! Der feine Herr will unbedingt Kohle sehen und nimmt keine Naturalien… ;-)
Erschüttert mich ja irgendwie.
Ich hätte auch gedacht, dass in diesem Bereich noch Geld verdient wird. Vor allem, da ich als überzeugter Freudenhausbesucher noch keine nennenswerten Anzeichen von wirtschaftlichen Niedergang bemerkt habe.
Vielleicht sollte ich das nächste mal anfangen zu handeln.
Mitunter wird schon noch Geld verdient. Problem ist, dass es oft noch schneller ausgegeben wird, als es reinkommt.
Prinzipiell leidet aber auch das Gewerbe unter der Wirtschaftsflaute. Die Preise sind im Keller. In einem großen Düsseldorfer Bordell sind schätzungsweise nur 1/3 der Zimmer vermietet.
Zum Thema Naturalien: Bislang liegt noch nicht mal ein Angebot vor :-)
@2, 4, 5: erschreckend, ich mußte an den gleichen Blogger denken noch bevor ich bei Björns Kommentar angekommen bin. Ist das nun ein Zeichen oder Hinweis?
@Udo: Wie würdest du _das_ denn verbuchen? ;-)
@15: unter "geldwerte leistungen" buchen ;)
@6 Sven ich bin jetzt auch nur Laie und kein Jurist aber ich habe mich da mal als persönlicher Neugier schlau gemacht und mir wurde folgendes (ohne Garantie auf Richtigkeit) gesagt: Du kannst ein Gewerbe, was die Finger hebt nicht so ohne weiteres schliessen und wieder sofort ein neues eröffnen weil es so praktisch ist die Schulden loszuwerden. Hier scheint zu gelten das übereinstimmende Eckpunkte zwischen dem "alten" Gewerbe und dem "Neuen" dann Anlaß zur Vermutung eines Nachfolgeunternehmens geben – und in dem Fall dann auch eine Rechtsnachfolge mit entsprechenden Verpflichtungen.
In diesem Fall wäre das wohl beispielsweise: Ein neuer Laden macht kurz drauf auf, Einrichtung, Mädels und Telefonnummer sind die gleiche, der Betreiber ist die gleiche Person mit neuer GmbH – das ist wohl relativ eindeutig. Aber auch weniger konkrete Dinge können da drauf hinweisen, zum Beispiel bei Firmen könnte eine sehr ähnliche Aufmachung des CI/Firmenpapiers (z.B. nur Austausch des Namens) ein recht deutlicher Hinweis sein. Ich weiss nicht genau wie das bei Kneipen etc. aussieht die ja eine recht bestimmte Einrichtung brauchen für Ihren Betrieb aber bei Betrieben z.B. die nur Büroräume haben könnte z.B. eine Folgefirma die zuuuufällig im gleichen Bereich arbeitet (z.B. EDV-Firma wechselt gegen die nächste EDV-Firma) und dann vielleicht sogar noch weils so praktisch ist Telefonanlage/Netzwerverkablung/Computer … etc. übernimmt auch als Folgeunternehmen angesehen werden die entsprechende Verpflichtungen übernehmen … und wenn se dann auch noch sehr ähnliches Briefpapier haben, die gleichen Telefonnummern, sich zufällig bei denselben Kunden melden und die Frau des Besitzers des alten Gewerbes auf einmal die Besitzerin des neuen Gewerbes ist .. dann wirds immer schwerer noch sich davon zu distanzieren.
Wenns nicht stimmt denke ich wird Udo mich korrigieren ;-)
Übrigens Sven: wenns sowas nicht gäbe und da nix zu machen wäre hätte Udo wohl übrigens auch kaum Zeit mit suchen verschwendet ;-)
und: ich tippe auch auf den Taxi-Blogger ;-)
@Udo (Eintrag 14)"Bislang liegt noch nicht mal ein Angebot vor "
Wenn es eines gäbe würdest Du es sicherlich empört ausschla(f)gen *fg*
@11: Da muss man aber vorsichtig sein, wenn man sagt: ,,Verhalte Dich möglichst passiv!''
Mit der WM steigen sicher auch die Chancen in diesem Gewerbe ;o)
Es sollen ja viele Hotels ausgebucht sein … *räusper* …
@Udo: Bitte nicht vor 18 Uhr anrufen, Nachtschicht!
Im übrigen mache ich mir grade ein wenig sorgen um meinen Ruf. Kaum ist von Rotlichtbetrieben die Rede, denkt ihr nur noch an mich… Unglaublich!