“ERNIEDRIGT UND BESCHMUTZT”
Verdächtig sind die Unverdächtigen. Mit seinem Urteil vom 27. April 2006 hat das Verwaltungsgericht des Saarlandes Unverständnis und Empörung ausgelöst. Corinna F. musste sich vor einem Fußballspiel nackt ausziehen. Ihr Vergehen: Sie trug einen Fanschal von Dynamo Dresden. Ich habe mit der 16-Jährigen über ihre Erlebnisse gesprochen.
law blog: Lag schon etwas in der Luft, als Sie zum Saarbrücker Stadion kamen?
Corinna F.: Nein, es war ein normales Auswärtsspiel. Eigentlich wollte mein Vater mitkommen. Er hatte aber dann keine Zeit. An Kontrollen ist man als Fan gewöhnt. Ich rechnete damit, abgetastet zu werden. Das kannte ich, und damit habe ich auch keine Probleme. Bei der Ausweiskontrolle fasste mich aber ein Polizeibeamter am Arm und führte mich vor ein Zelt. Dort sollte ich warten.
Ich fragte eine Polizistin am Zelt, was jetzt passiert. „Das werden Sie schon sehen.“ Ich habe gesehen, wie eine Frau aus dem Zelt kam. Die sah ziemlich geschockt aus. Ich habe versucht, meine Freunde übers Handy anzurufen. Die steckten jedoch gerade in einer anderen Kontrolle; ein Polizist drückte ihnen das Handy aus.
law blog: Was passierte im Zelt?
Corinna F.: Ich musste in eine Kabine eintreten. Es war die letzte von dreien. Auf dem Weg dahin konnte ich in die zwei vorderen Kabinen schauen. Da standen auch Frauen drin, teilweise entkleidet. Vor der Kabine nahm mir eine Polizistin die Tasche ab und legte sie auf einen Tisch neben der Kabine. Sie fragte, wo mein Ausweis ist. Ich sagte, dass ich ihr den Ausweis aus der Tasche hole. „Ne, das machen wir schon“, bekam ich zur Antwort. „Sie gehen bitte da rein.“ Während der Kontrolle haben sie meine Tasche durchwühlt.
In der Kabine musste ich mich ausziehen. Am Schluss verlangte die Polizistin, dass ich meinen Slip übers Knie ziehe und mich drehe.
law blog: Haben Sie nicht gegen diese Behandlung protestiert?
Corinna F.: Ich war geschockt. In dem Moment stand ich neben mir. Mit so etwas hätte ich nie und nimmer gerechnet. Ich habe nicht mal darüber nachgedacht, ob ich das jetzt noch abbrechen kann. Die Beamtin tat auch so, als sei das völlige Routine.
law blog: Wie haben Ihre Freunde reagiert?
Corinna F.: Die dachten zuerst, ich will sie auf den Arm nehmen. Die Männer wurden nämlich alle nur abgetastet. Im Stadion trafen wir dann eine andere Frau, die auch im Zelt war. Die hat die erste Halbzeit nur geheult.
law blog: Wie fühlten Sie sich?
Corinna F.: Erniedrigt und beschmutzt. Auch heute noch. Ich verstehe immer noch nicht, wieso man es nicht beim Abtasten belassen konnte. Das war eine große Demütigung. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen mal überlegen, was sie empfinden würden, wenn ihnen so etwas passiert. Oder vielleicht ihren Kindern.
law blog: Was hätten Sie gemacht, wenn Ihnen die Beamten vorher gesagt hätten, dass Sie sich nackt ausziehen müssen?
Corinna F.: Ich hätte mich auf jeden Fall geweigert.
law blog: War den Beamtinnen eigentlich klar, dass Sie minderjährig sind?
Corinna F.: Die haben ja meinen Ausweis gesehen. Aber anscheinend spielte mein Alter keine Rolle.
law blog: Ist so etwas noch mal passiert?
Corinna F.: Ich bin seitdem nur noch abgetastet worden. Neulich in Karlsruhe war wieder ein Zelt aufgebaut. Ich habe schon beim Anblick Angst gekriegt. Aber soweit ich weiß, sind dort nur Männer kontrolliert worden.
law blog: Was sagen Sie zum Urteil des Verwaltungsgerichts?
Corinna F.: Ich hätte nie gedacht, dass die Polizei auch noch im Recht ist. Wir haben über die Sache bei anderen Spielen noch oft diskutiert, auch mit Polizeibeamten. Die staunten nur, dass so etwas zulässig sein soll. Im Prinzip kann jetzt doch jedem so etwas passieren – obwohl er nicht den geringsten Anlass gegeben hat.
law blog: Werden Sie das Urteil akzeptieren?
Corinna F.: Auf keinen Fall. Wenn die Berufung nicht zugelassen wird, überlegt mein Anwalt auch eine Verfassungsbeschwerde. Ich habe zum Glück genug Unterstützung, um das durchzuziehen.
law blog: Viel Erfolg.
einmal \"lawblog\" zu viel, ansonsten sehr gut. Danke. U.V.
Nur nicht Aufgeben Corinna! Die gesamte Fußballszene steht hinter dir! Es darf einfach nicht so weiter gehen.
Gegen Polizeigewalt! Gegen Polizeiwillkür!
Michael Keil '1.Fc Köln Fan Club Geile Böcke Bergstraße'
Viel Erfolg auch von mir.
Also ich weiß nicht. Überschreitet das Lawblog hier nicht die Grenze zum Populismus, indem man sich – bereits durch das Posten dieses Interviews – über ein noch nicht mal rechtskräftiges Urteil empört bzw. eine solche Empörung unterstützen will?
–> eine ernstgemeinte und keine rhetorische Frage!
Ohne hier nocheinmal die Diskussion über das Ursprungsposting lostreten zu wollen: Jeder vom Fach weiß doch, daß Sachverhalte, die vor Gericht gehen, nur selten für Außenstehende so durchschaubar sind, daß man sich ein Urteil erlauben kann. Vielleicht sollte man einfach mal die Entscheidung des OVG über die Berufungszulassung bzw. die Berufung selbst abwarten.
Grüße,
simon
„Das wirst Du schon sehen“ als Antwort auf die Frage eines verängstigen Jugendlichen zu antworten, finde ich, grenzt schon an gewollte, zusätzliche psychsische Belastung.
Ich bin damals selbst oftmals in Personenkontrollen geraten – wahrscheinlich sind lange Haare und Gitarrenkoffer ein sicheres Indiz für Kriminelle. Und es kam vor, dass am Ende entweder mein Tabak zerwühlt auf dem Boden lag, mir den kompletten Rucksack und Gitarrenkoffer ausräumte und man mich am Ende, nachdem man nichts gefunden hatte, trotzdem noch eindringlich mit Fragen löcherte, wo ich mir denn sonst so mein „Gras“ hole. Da war ich so um die 17.
Und was mir generell auffällt… vielleicht gehört es ja auch zur Ausbildung… viele Polizisten sind oft sehr kurz/knapp/rigoros und manchmal auch fast schon arrogant/dominant – so nach dem Motto „Ich habe hier das Sagen – damit das direkt klar ist.“.
Aber ok … von Polizeigewalt und Polizeiwillkür in Parolenform zu sprechen, finde ich dennoch unnötig.
@ Simon: Der Sachverhalt steht im Tatbestand des Urteils, und auf dessen Grundlage erlaube ich mir meine Bewertung. Ich sehe auch keinen Grund etwas abzuwarten, da es zunächst ausschließlich um diese Entscheidung geht. Die Hoffnung, dass sich dieses Urteil nicht halten wird, ist noch lange kein Grund, es nicht zu diskutieren.
Nach meiner persönlichen, aber fachlich durchaus begründeten Auffassung ist die Empörung über das Urteil absolut berechtigt. Das gilt für Juristen und Nichtjuristen gleichermaßen.
Lieber Udo,
ich bin fassungslos und auf's Tiefste schockiert. Bewunderung finde ich für Deinen Entschluß, mit dem Opfer (anders kann ich das nicht sehen) zu sprechen und das hier zu veröffentlichen.
Alle Daumen oben! Und mein Haupt senkt sich beim Lesen von Corinna's Worten.
Und es ist richtig, lieber Udo, Gewissen aufzurütteln! Ein schlafendes, hinnehmendes Gewissen ist NUTZLOS!
Das ist alles einfach nicht zu fassen. Mir erschließt sich nicht, wie jemand dann sagen kann: "Ist das nicht populistisch?"
Udo hat sehr wohl auch eine persönliche Haltung, und da hat er ein Recht drauf, wie alle anderen hier oder woanders. Auch dies kundzutun oder durch eine solche Aktion zumindest Ausdruck zu verleihen.
Es müsste nicht NACHdenken heißen: VORdenken.
Grüße,
Ingo
@ Udo: Das war es, was ich meinte :o)
@ Yves: Welche Parolen??? Ich sehe keine.
@ Udo Vetter, Nr. 6:
Sinn und Zweck des Instanzenzugs ist es aber nunmal, gerichtliche Entscheidungen nicht hinnehmen zu müssen, bevor alle Instanzen durchlaufen sind. Deshalb halte ich es immer für sinnvoll, die Rechtskraft abzuwarten. Auch wenn man es schon für skandalös hält, daß auch nur eine Instanz ein solches Urteil absondert.
Daneben kann ich es sehr gut nachvollziehen, daß man sich empört, wenn man so ein Urteil oder vor allem nur eine Zusammenfassung liest. Ich denke trotzdem, daß es hier nicht unbedingt passend ist, ein solches Interview zu posten. Ohne daß ich dadurch einen Blogger zur Neutralität verpflichten will, das wäre an der Idee des Bloggens vorbei.
Grüße,
simon
Das Urteil wird hoffentlich vom OVG Saarlouis mit deutlichen worten "pulverisiert" werden! Was haben sich die Richter beim VG bloß dabei gedacht? *kopfschüttel* Soweit sind wir nun in D wieder mal. Als Wahlsaarländer bin ich zutiefst empört, zumal alle Richter des VG, die ich bisher erlebt habe als rational denkende Menschen rüberkamen. Die drei das Urteil erlassenden Richter kenne ich zum Glück nicht.
Wer hat denn die Idee des Bloggens geschaffen bzw. wer screibt vor, wie diese Idee zu führen ist?
Das klingt mir sehr dogmatisch, sorry.
@ Simon: Strenggenommen ist der Instanzenzug durchlaufen. Die Berufung wurde nicht zugelassen.
Aber ehrlich gesagt verstehe ich die Diskussion nicht. Ich bin nicht die Neue Juristische Wochenschrift, obwohl selbst dort Meinungen geäußert werden.
Gut, dass die Protagonistin mal zu Wort kommt in einem kurzen knackigen Interview. ich kann Ihr und Ihrem Anwalt? nur alles Gute Wünschen.
Wie schon in einem Kommentar in dem anderen Beitrag (von jemand Anderes) erwähnt. Es kann a) nicht angehen, dass es keinen Unterschied macht ob man verdächtig oder unverdächtig ist und b) es darf nicht dazu kommen, dass Striptease demnächst zu einem Fussball-, Basketball-, Eishokey-, Handball-, …-, Baseballspiel, Flugzeugkontrolle gehört wie ein Fisch ins Wasser gehört.
Ich möchte mich dem Kommentator Ron von #14 gerne anschließen.
Ich möchte aber die Liste der möglichen Kontrollorte noch auf große Einkaufszentren und sog. PublicView Areas erweitern.
Unwahrscheinlich? Ich glaube nicht.
@ 13: Das ist mir zum Beispiel neu. Oben im Interview hieß es noch "Wenn die Berufung nicht zugelassen wird…". Wenn dieses Urteil rechtskräftig ist, verstehe ich jede Empörung.
Ansonsten habe ich weder verlangt, im Lawblog juristisch-neutral-objektive Postings oder gar juristische Aufsätze à la NJW zu lesen noch habe ich gesagt, daß es strikte Regeln fürs Bloggen gibt, die befolgt werden müssten (@12). Ich persönlich halte es nur für einen völlig Unbeteiligten am Prozess für populistisch, ein solches Interview zu posten. Aber gut, ein Blog-Eintrag darf ja auch populistisch sein. Ich möchte wirklich niemandem verbieten, seine Meinung zu schreiben.
Von meiner Seite wäre dann auch alles gesagt, nichts für ungut!
simon
Sowas stimmt mich auch immer wieder nachdenklich. Mir selbst ist sowas noch nie passiert, aber als ich noch "anders" herumlief, wurde ich auch ganz gerne kontrolliert. Nicht, dass man bei mir jemals was gefunden hätte, aber irgendwie war das auch totale Zeitverschwendung. Aber ok, zu der Zeit wurde ich auch auf Bahnhöfen von Fahrkartenkontrolleuren kontrolliert.
Egal, was ich eigentlich sagen wollte war, dass man bei einem solchen Fall imo alles versuchen sollte. Es kann nicht angehen, dass eine solche Demütigung zugelassen ist.
Unfassbar, nach wie vor.
Und nicht beklagenswert, sondern sehr verdiensvoll, daß U.V. sein Blog nutzt, die Betroffene zu Wort kommen zu lassen.
Was wäre eigentlich gewesen, wenn man sich geweigert hätte, sich auszuziehen (so hätte ich das jedenfalls gemacht). Mit Gewalt dürfen die einen ja wahrscheinlich nicht dazu zwingen, oder ?
Ich wundere mich auch über die Entscheidung des Gerichts. In Deutschland hätte ich eine klare bekänntnis für eine solche Maßnahme nicht erwartet. Doch muss ich sagen ich verstehe nicht wirklich wiso dieses Vorgehen so demütigend ist. Durch das Zelt und die Kabinen war jeder doch vor fremden Blicken geschützt. Außerdem muss der Polizei ja irgendwie auch noch die Möglichkeit gegeben werden kontrollen durchzuführen. In der Unterhose oder dem Slip kann man mehr verstecken als man glaubt. Außerdem handelt es sich bei einem Stadion um eine besondere Situation. Außerdem kann jeder der Durchsuchung wiedersprechen und das Stadion einfach nicht betreten. Außerdem ist jeder selbst um die Wahrung seiner Rechte verantwortlich.
Auch ich nehme den Hut ab. Besonders von der Betroffenen. Das ist mutig und gut nicht aufzugeben.
Die Polizei scheint in der letzten Zeit etwas überfordert in Hinblick auf die Sicherheit während der WM. Gut zu sehen auch am Vorgehen gegen die Proteste der Studierenden.
Zivilpolizisten aus Köln wird vorgeworfen sich während einer Senatssitzung der kölner FH unter die protestierenden Studenten gemischt zu haben um diese anzustacheln. Die Geschehnisse werden untersucht.
siehe taz NRW Nr. 7985 vom 1.6.2006, Seite 1
Das hatten wir doch schon mal?
Richtig!
In der ehemaligen DDR.
Selbst die hiesige Polizei ist lernfähig.
Was damals funktionierte, funktioniert jetzt auch noch. Die Funktion muss nur noch etwas am Leben erhalten werden. Also tun wir es (aus Polizeisicht).
Makaber – der Rechtsstaat bringt sich einfach um.
Aus Sicherheitsgründen.
Ich halte es für legitim, wenn ein Mensch eine Meinung vertritt. Das tut Udo zu diesem Urteil, er vertritt sogar eine sehr dezidierte Meinung. Aber es "populistisch" zu nennen, weil er mit seiner Meinung das VG Saarlouis angreift, weil er sich gegen die Staatsgewalt und für die Klägerin einsetzt, das halte ich für überzogen.
Besonders die Argumentation "verdächtig, weil unverdächtig" ist aus meiner laienhaften Sicht haarsträubend.
Das ist kein rechtsstaatliches Prinzip, sondern Willkür.
Gruß
@21 Wahrscheinlich hätten sie dann ne CT gemacht, dich geröntgt (k.A. wie man das schreibt – Fehler bitte entschuldigen) und wahrscheinlich noch eine Bauchraumspiegelung durchgeführt – weil da könntest du ja auch was verstecken – weiterhin wären Magen- und Darmspiegelungen noch zu empfehlen, denn man weiß ja nie … das war der sarkastische Teil – der traurige kommt jetzt: wenn es so weiter geht und dieses Urteil bestand hat, kann ich mir irgendwie vorstellen, dass sowas tatsächlich passiert, irgendwann …
@9 Sie können dir sogar ungestraft den Arm brechen, wenn sie es nur geschickt genug anstellen (siehe Link).
Korrektur zu #29: Ich meinte natürlich @21
@ simon: Es ist aber nicht so, dass lediglich nur die letztinstanzlich entscheidenden Spruchkörper an Recht und Gesetz gebunden sind.
IMHO macht es deshalb zunächst keinen Unterschied, ob ein Urteil rechtskräftig oder noch mit einem Rechtsbehelf anfechtbar ist. Auch eine noch nicht rechtskräftige Entscheidung ist in der Welt und darf, bzw. muss sich einer Prüfung und Kritik stellen. Und die Zeiten der Cameralistik sind zum Glück vorbei, deshalb gehört die Kritik auch in die Öffentlichkeit. Die Rechtssprechung legitimiert sich – wie auch die Gesetzgebung – vom Volk, daher haben die Bürger auch einen Anspruch Kritik öffentlich zu äußern, das Gericht die Pflicht öffentliche Kritik zu ertragen.
Gerade in einem solchen Fall, in welchem die Prüfung der konkreten Voraussetzungen des Eingriffs in die Grundrechte der Betroffenen zu Gunsten einer eher an Hoffnungen der Polizeipraxis ausgerichteten Abwägung unterblieben ist, damit einige Jahrzehnte verwaltungsrechtlicher Erkenntnis und Staatsverständnis ohne Not über Bord geworfen werden, ist auch scharfe Kritik berechtigt und notwendig.
Der demokratische Rechtsstaat lebt von öffentlicher Beteiligung und Diskussion, auch als Kritik. Zu fordern, dass erst eine rechtskräftige Entscheidung der öffentlichen Kritik zugänglich sei, schlüge der Demokratie erneut ins Gesicht.
@u.v.
übrigens werden auch nicht rechtskräftige urteile in der njw veröffentlicht und dort gelegentlich von diversen autoren mit anmerkungen versehen.
;-)
@simon
warum soll man einem menschen, der opfer einer so erniedrigenden behandlung durch unsere "freunde und helfer" geworden ist, nicht die möglichkeit geben, seine erlebnisse subjektiv zu schilder!?
ich verstehe nicht worauf du hinaus willst.
@ (fast) alle:
Schlimme Aktion der Polizei, auch nach Lektüre der Urteilsgründe nicht nachvollziehbare und hoffentlich spätestens vom BVerfG korrigierte Entscheidung des VG – ja und?!?
Allein an dem Umstand, dass hier jetzt schon der zweite Blogbeitrag zum Thema eine rekordverdächtige Anzahl an Kommentatoren anzieht, zeigt sich, dass es sich wohl um einen absoluten Einzelfall handeln muss (das ergibt sich auch aus dem obigen Interview mit der Betroffenen, der so etwas trotz vieler Spielbesuche auch noch nicht passiert ist). Der Bloggergemeinde bleibt eben – zum Glück! – nichts verborgen. Leider hat sie aber ganz offensichtlich Schwierigkeiten die Proportionen zu wahren. Wisst Ihr eigentlich, wieviele Fußballspiele an jedem Wochenende stattfinden, die offensichtlich ganz ohne polizeistaatliche Willkür abgehen?
Mal davon abgesehen: Merkt Ihr denn nicht, dass hier spätestens ab dem ersten Viertel des ersten Postings zum Thema ständig dieselben Positionen wiedergekaut werden, ohne dass auch nur ein neuer Aspekt auftaucht? Und dass zum Teil auch noch von immer denselben Leuten. Worin liegt der Reiz, sich gegenseitig immer wieder davon zu überzeugen, wie schlimm die Zustände in Deutschland sind. Ist das die Sabinechristianisierung des Lawblogs?
Ich versteh´s nicht…
Da wrrden es sich die Frauen halt überlegen ob sie ins Stadion wollen ;)
Die idioten um dies es geht (Hooliganszene) die trifft das ned so sehr .. dann hamma halt recht viel weniger Frauen in den Stadien .. ob das der DFB so will ?
"Wisst Ihr eigentlich, wieviele Fußballspiele an jedem Wochenende stattfinden, die offensichtlich ganz ohne polizeistaatliche Willkür abgehen?"
Nicht viele. Da kann ich Dir gerne einige Geschichten erzählen, ich war jahrelang "Allesfahrer" mit meiner Borussia (Mönchengladbach), nie auffällig und nie gewalttätig. Trotzdem kann ich Dir genügend "willkürliche" Maßnahmen nennen, die zwar nicht das Ausmaß der hier beschriebenen Maßnahme hatten, aber dem schon nahe dran waren. Frag mal bitte bei den Fanprojekten oder unabhängigen Fanvertretungen nach, was die Dir darüber alles erzählen könnnen, oder suche mal im Internet danach. Dann wirst Du ganz schnell zum Ergebnis kommen, dass wenn mal keine willkürliche Maßnahme vorgekommen ist, dies die eher die Außnahme ist…
Genau. Ich werde dann jeden Mittag zweimal ins Zelt gebeten, weil ich so unverdächtig aussehe, während ich über den Frankfurter Theaterplatz (Willy-Brandt-Platz) zur Kantine gehe, am Theater und der EZB vorbei. :-) Obwohl, eigentlich eher :-(
@31 Rida Matsu
"Wisst Ihr eigentlich, wieviele Fußballspiele an jedem Wochenende stattfinden, die offensichtlich ganz ohne polizeistaatliche Willkür abgehen?"
Nein, weisst du es?
"Ist das die Sabinechristianisierung des Lawblogs?"
Mach doch ein Lawblog2 auf, wo nur angemeldete Nutzer kommentieren dürfen.
"Allein an dem Umstand, dass hier jetzt schon der zweite Blogbeitrag zum Thema eine rekordverdächtige Anzahl an Kommentatoren anzieht, zeigt sich, dass es sich wohl um einen absoluten Einzelfall handeln muss"
Schon mal drüber nachgedacht, dass evtl. nicht alle Betroffenen zum Anwalt gehen und klagen? Oder vielleicht doch klagen, die Blogger es aber nicht mitbekommen? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das ein Einzelfall sein soll. Vor allem berichtet ja auch das Opfer selbst, dass sie noch andere Frauen in den Kabinen gesehen hat.
@10: [Deshalb halte ich es immer für sinnvoll, die Rechtskraft abzuwarten.]
Formal mag dieses Urteil "Rechts"kraft erhalten, oder auch nicht.
So oder so, es ist faschistoid, menschenverachtend und verstößt gegen alles, was eine humanoide Gesellschaft ausmacht. Schon die Tatsache, daß solch juristischer Vandalismus überhaupt in die Welt gelangen kann zeigt, daß in diesem System etwas gewaltig aus dem Ruder gelaufen ist.
Wenn es schon keine funktionierende Dienstaufsicht gibt, die solche ***- Richter aus dem Verkehr zieht, sollte jeder Jurist, der auch nur einen Cent auf unsere erodierende freiheitlich demokratische Grundordnung gibt, so energisch und lautstark protestieren, wie er kann.
Das ist kein Populismus, sondern Zivilcourage und zeugt von Verantwortungsbewußtsein.
Gruß A. John
@ Simon
@ Rida matsu
Wehret den Anfängen !
Und schließlich fördert die deutliche Darstellung von Unrecht das Bewußtsein der Menschen für richtig und falsch (hoffentlich). Wenn Richter nicht mehr fähig sind, Unschuld und Unrecht zu verstehen, ist dies schlimm genug. Und wenn staatliche Stellen Jugendliche allein lassen, sind private Möglichkeiten auszuschöpfen, ihnen zu helfen.
Dem Mädchen auf diese Weise zu zeigen, daß sie noch nicht allein steht und Ihr das Gefühl zu geben, daß sie verständnis findet, ist auch ein Trost.
Es ist geradezu Aufgabe der Nichtstaatlichen, wenn der Staat versagt.
In den besten Wünschen für das Mädchen und die menschliche und auf wahrhaftige Prinzipien gegründete Rechtsstaatlichkeit im Staate.
@31 Ein paar Blicke auf forum.dynamo-dresden.de/showthread.php?t=4453 lassen unschwer erkennen, dass es hinsichtlich der Personen kein Einzelfall ist.
@33, BMG:
Deine persönlichen Erfahrungen nehme ich Dir ohne Einschränkungen ab, aber ich geben mal zu bedenken, dass es Dich offensichtlich nicht davon abgehalten hat, jahrelang dabei zu sein. Daran kann man doch wohl erkennen, dass es so schlimm nicht gewesen ist – das ist nicht zynisch sondern realistisch gemeint.
Ich – ebenfalls gewaltfrei & unauffällig und etwa 25 Jahre bei fast jedem Heimspiel und manchem Auswärtsspiel von RWE (Essen, nicht Erfurt) dabei gewesen – gehe inzwischen nicht mehr hin, weil ich auf das ständige Nazigegröle und die latente Gewaltbereitschaft der Fans einfach keinen Bock mehr habe ("der Fans" soll heißen einiger, aber genug um eine kritische Menge zu sein). Nicht deshalb, weil die Polizei etwa zuviel schikaniert.
Nochmal zusammenfassend: ich will die Maßnahme hier und auch viele andere wirklich nicht verteidigen, aber man muss doch "die Kirche im Dorf lassen", wie Uli Hoeneß wahrscheinlich sagen würde (ist ausnahmsweise trotzdem richtig). Noch vor ein paar Monaten ist in diesem Blog die Entscheidung des BVerfG zum Luftsicherheitsgesetz abgefeiert worden, so ganz schlimm kann es um die Grundrechte in diesem Land also doch wohl nicht bestellt sein. Warten wir doch mal ab, ob nicht auch dieses Urteil des VG korrigiert werden wird.
Jepp, ist kein Einzelfall. Ich geh selber schon seit Jahren zum Fußball. Und es wird immer schlimmer mit der Polizei …
A.C.A.B.
@ A.John:
Da haben Sie ja mal wieder Ihre üblichen Tiraden abgeschossen. Was mich interessieren würde: was ist eine humanoide Gesellschaft: Vereinigung von Robotern? Haben Sie da vielleicht vor lauter Erregung etwas durcheinander gebracht?
@4: Rede- und Denkeverbote, lieber keine Öfentlichkeit weil angeblich populismusverdächtig? Das kann's ja wohl nicht sein. Auch ohne das Interview kann und soll man das Urteil diskutieren, schon angesichts der doch sehr klaren Aussagen im Text, die mit der Rechtsordnung m. E. schwer vereinbar sind. Und die Bereitschaft das Urteil anzugreifen, die sich aus dem Interview ergibt, ist aus meiner Sicht eine iteressante Information.
Kommt hier eigentlich eine Anzeige wegen sexueller Nötigung oder ähnlichem in Betracht oder genießen Polizisten da Narrenfreiheit?
Bißchen sehr nervös und aufgeheizt, die Damen und Herren von der Polizeifront. Und erstaunlich pampig. Hatten wir alles schon mal in verschiedenenen Deutschlands. Befragt man einen, bekommt man die lapidare Antwort: "Gehen Sie weiter, wir tun nur unsere Pflicht". Klar, wissen wir. Haben die damals und nochmehrdamals auch getan. Tun Beamte und Anwärter immer nur. Offensichtlich fehlt es an eigenem Hirn, Befehle auf ihren Sinn zu hinterfragen.
Also ich bin echt fassungslos, wie subtil in diesem ach so freiheitlichen Deutschland Überwachungsmethoden eingeführt und salonfähig gemacht werden.
Wo leben wir, dass Einlasskontrollen in Stadien mittlerweile – der Beschreibung nach – wie eine Selektion im KZ ausarten?
zu 24:
Sowas gab es in der DDR nicht vor einem Stadion-Einlass. Im Stasi-Knast dann allerdings schon.
Die Methoden bleiben die Gleichen. Da man es aber in dieser Gesellschaft nicht geheimhalten kann, muss man es subtil salonfähig machen "der Sicherheit wegen".
Gute Nacht demokratisches Deutschland…
Danke für das Interview und danke für den Mut, dieses öffentlich zu machen!
Neben dem vielfach angemerkten Bedenken zum Urteil finde ich es spanned, dass die Polizisten vor Ort offensichtlich keine bedenken hatten das alles durchzuführen. Ich finde es bedenklich, dass offenbar keiner der Anwesenden Polizeibeamten und -beamtinnen bedenken hatte und diese auch geäußert hat. Mir drängt sich die Frage auf, welches Rechts- und Unrechtsbewusstsein die Mitwirkenden der exekutive haben.
Um ehrlich zu sein kann ich die Aufregung hier nur teilweise verstehen.
Im Urteil wird klar dargelegt, dass die Fanszene des besagten Clubs erfahrungsgemäß überdurchschnittlich oft in gewaltsame Ausschreitungen verwickelt ist. Besonders wird hervorgehoben, dass desöfteren Fans Mitglieder des anderen Lagers oder auch neutrale Personengruppen mit Feuerwerkskörpern beworfen hatten. In der Vergangenheit seien durch die Brände auch umfangreiche Sachschäden an Tribünen entstanden.
Um die Sicherheit der friedlichen Besucher des Fußballspieles garantieren zu können braucht es also funktionierender Kontrollen, um zu verhindern, dass Feuerwerkskörper, Sprengstoffe und ähnliches in das Stadion gelangt. Das ist keine Willkür sondern Pflicht. Die Kontrollen wurden, nach der Darstellungsweise erwiesener Maßen, von Freundinnen der späteren Gewalttäter umgangen. Bei Durchsuchungen der männlichen als aggressiv bekannten Personen wurde nichts gefunden, da deren Freundinnen die Stoffe einschmuggelten. Diese nähten die Feuerwerkskörper teilweise in Slip oder BH ein, sodass sie bei normalen abstasten nicht zu finden waren. Bei Sprengstoffen wird auch ein Metalldetektor nicht wirklich helfen, sodass ausschließlich das Entkleiden eine wirksame Maßnahme darstellen könnte die Feuerwerkskörper sicherzustellen.
Auch wurden nicht unverdächtigte Personen kontrolliert. Das hieße, dass man sich wahllos Personen ohne Verdacht herausgepickt hätte. Im Gegenteil, man hatte die Information dass Personen, die nicht in das übliche Schema der Gewalttäter passen, vorwiegend weiblich und jung, zum Einschmuggeln der Feuerwerkskörper benutzt werden. Dass man diese klar abgrenzbare Personengruppe eines überschaubaren Personenkreises (junge weibliche Besucher sind bei Stadien eher unterrepräsentiert) durchgehend "unauffällig" nennt finde ich unglücklich, da es nicht auf die subjektive Assoziation, die man mit der Bekleidung verbindet, sondern um den tatsächlichen Wissensstand über besagten Personenkreis ankommt. Und auf objektiver Ebene waren diese "unauffälligen" besucher eben aufgrund der Informationslage akut verdächtig.
Die einzige Frage die sich jetzt stellt ist, ob Schutz von Gesundheit und Körper der friedlichen Fan einen starken Eingriff in die Intimssphäre von Besuchern rechtfertigen. Aufgrund der Sachlage läßt sich annehmen, dass man mit den bisherigen Methoden nicht erfolgreich war, weshalb tiefere aber auch wirksamere Eingriffe vorgenommen werden mussten. Die Geeignetheit ist sicher gegeben, fraglich ist nur, ob es ein milderes Mittel gegeben hätte. Dies wurde imho im Urteil nicht ausreichend dargelegt. So hätten sich für mich als Laien Sprengstoffspürhunde bei den Abtasten an den Eingängen angeboten.
Das, was ich als Skandal empfinde, ist die unglückliche Durchführung der möglicherweise erforderlichen Kontrollen, die abstrakt gerechtfertigt sein könnten es in diesem Einzelfall aber nicht waren.
Für mich kommt es subjektiv so rüber als ob:
- Die Beamten die Unsicherheit der Minderjährigen ausgenutzt haben, sodass diese verängstigt gegen ihren Willen die Kontrolle über sich hat ergehen lassen.
- Man es versäumt hat die Klägerin ausreichend über ihre Rechte, die Prozedur und der Freiwilligekit der Maßnahme bzw. der Möglichkeit ihr durch verweigern entgehen zu können aufzuklären, auch wenn ihr dann der Zugang zum Spiel verwährt geblieben wäre.
- Man die Klägerin, die von ihren Begleitern nicht dauerhaft getrennt sein wollte und keine Möglichkeit hatte aus eigenen Mitteln abzureisen, durch das Verknüpfen der Kontrolle mit dem Erreichen ihrer Freunde dazu genötigt habe dieses empfindliche Übel über sich ergehen zu lassen.
@Rida Matsu
Wo liegt Ihr Problem? Etwa darin, daß in Bloggersdorf ein Aufstand der Anständigen drohen könnte, der vorher nicht durch die Politik bestellt wurde? Stimmt, sowas darf nicht sein. Den Mund aufmachen und sich-einbringen bitte nur nach vorherigem Aufruf seitens der Regierung, alles andere läuft viel zu schnell Gefahr, über eine reine Showveranstaltung (AKA Sonntagsreden a la \"Die Würde des Menschen, unser höchstes Gut\") hinauszugehen und womöglich zum Nachdenken über dieses Land anzuregen…
@textexter, 46
Hätte zwar nie gedacht, daß ich das mal schreibe, aber das Problem scheint mir hier weniger bei den Polizisten (ein Wort geändert. U.V.) zu liegen, die stumpf Befehle befolgen und teilweise die Beherrschung verlieren, sondern eher bei den verantwortlichen (Landes)Regierungen. Schließlich sind sie es, die immer von \"Mehr Sicherheit\" quatschen und damit die Anforderungen an die Polizei in die Höhe schrauben, gleichzeitig aber die Polizei kaputtsparen und durch permanente Überlastung in Situationen bringen, in denen so ziemlich jeder irgendwann mal ausflippt.
Finde das Vorgehen der Polizei absolut indiskutabel und kann nicht verstehen, warum dieses von Gerichtswegen geschuetzt wird. Corinna F. wuensche ich viel Erfolg bei der Verfassungsbeschwerde; hier geht es eindeutig um unsere Grundrechte.
@ A. John
Volle Zustimmung!
@ R.R.
"Noch vor ein paar Monaten ist in diesem Blog die Entscheidung des BVerfG zum Luftsicherheitsgesetz abgefeiert worden, so ganz schlimm kann es um die Grundrechte in diesem Land also doch wohl nicht bestellt sein."
Gerade das Beispiel des Luftsicherheitsgesetzes (also insb. § 14 Abs. 3 LufSiG) ist schlecht gewählt, denn es war immerhin die höchste legislative Körperschaft dieses Landes, der Deutsche Bundestag, der dieses evident verfassungswidrige und elementare Grundrechte mit Füßen tretende Gesetz in einer Art und Weise durchgewunken hat, als ginge es gerade mal um die routinemäßige Umsetzung einer EU-Verpackungsrichtlinie in nationales Recht.
Es stimmt bedenklich, wenn diejenigen, die sich zur Vertretung des Volkes berufen fühlen, so wenig Verständnis für grundsätzliche Wertentscheidungen der Verfassung erkennen lassen, zu deren Schutz sie bestimmt sind.
"Unter der Geltung des Art. 1 Abs. 1 GG (Menschenwürdegarantie) ist es schlechterdings unvorstellbar, auf der Grundlage einer gesetzlichen Ermächtigung unschuldige Menschen, die sich in einer derart hilflosen Lage befinden, vorsätzlich zu töten."
(BVerfG, PM zum Urteil vom 15. Februar 2006 – 1 BvR 357/05 –)
@50 Sehr gut beobachtet :-) Aber bitte bedenke doch einmal die Verhältnismäßigkeit solcher Aktionen – welche achsotodbringenden Gegenstände kann man wohl in seiner Unterwäsche verstauen, ohne dass diese durch eine Leibesvisitation oder teilweises Entkleiden nicht ans Tageslicht gebracht werden könnten. Diese Vorgehensweise des totalen Entkleidens wegen "Unscheinbarkeit" steht in absolut keinem Verhältnis zu dem möglicherweise erzielbaren Effekt!!!
Phaidon (50.) hat es ganz gut zusammengefasst, finde ich. Die Notwendigkeit der Maßnahmen ist eine Sache, aber die Art der Durchführung eine andere.
Irgendwo muss man die Grenze ziehen, wieviel einem Einzelnen zum Wohle der Allgemeinheit zugemutet werden kann.
Leichte Parallelen kann man, wenn man will, ja auch zu diesen ganzen neumodischen Überwachungstendenzen und deren moralische Auslegung sehen. Wenn man nicht möchte dass seine Emails oder Telefonate,… mitgelauscht werden hat man wohl was zu verbergen. Verdächtig! Auf die Idee dass man es ebenso wie nackig Rumstehen für seinen Privatkram hält der verdammt nochmal keinen anderen was angeht kommt keiner. Ich unterhalte mich mit meiner Freundin über mehr als die Einkaufsliste ;o)
@57: "Ich unterhalte mich mit meiner Freundin über mehr als die Einkaufsliste ;o)"
Und selbst wenn nicht: Die Einkaufsliste ginge auch niemanden was an.
DA mein Trackback wohl nicht angekommen ist, mache ich hier mal einen manuellen Trackback: compyblog.de/index.php?/a...64-Neues-vom-Unrecht.html
Ich wünsche Corinna F. von hier aus auf jeden Fall viel Erfolg bei ihrem Vorgehen gegen das Urteil.
Theoretische Frage: Was passiert wenn sich unter umständen eventuell vielleicht herausstellt, daß die Beamtinnen durch und durch lesbisch waren? Oder andersherum gefragt wenn männliche Fans von ……… Beamten kontrolliert werden?
Ansonsten wünsche ich Corinna F. viel Erfolg und die notwendige Portion Glück.
Soeben habe ich in der NZ das gefunden:
http://www.netzeitung.de/vermischtes/404918.html
Hilfe wo lebe ich?
@61, Thomas
Deine Theorie deckt sich mit <a href="http://www.farliblog.de/2006/06/09/sie-mit-dem-schlagstock-bitte-passieren/" rel="nofollow">bislang unveröffentlichten Polizeiansagen</a> der Zukunft.
Ich finde es sehr gut, dass dieser Vorgang durch euch hier so transparent gemacht wird. Schlimm genug, dass die Polizei so etwas macht, aber noch schlimmer, dass das VG das auch noch legitimiert.
@22
Durch die Kabinen war man offenbar nur teilweise vor Blicken anderer geschützt. Vorne war offen und Corinna hat ja selbst auch andere teilweise entkleidete Frauen gesehen.
"Theoretische Frage: Was passiert wenn sich unter umständen eventuell vielleicht herausstellt, daß die Beamtinnen durch und durch lesbisch waren?"
Ganz einfach: dann ist der Anfangsverdacht einer sexuellen Nötigung, $ 177 Abs. 1 StGB gegeben.
Kommt Vorsatz hinzu, ist also die Durchsuchung wissentlich und willentlich aus Gründen der sexuellen Befriedigung erfolgt, würden sich die Polizeibeamtinnen strafbar machen.
Schwer zu beweisen wär´s in jedem Fall.
@ 65
Vorsatz?-hmpf-Soweit wollte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Der Gedankengang war halt eben das in der Polizeigruppe sozusagen die Arbeit verteilt wird: "Wer will in den Zelten den Fleischbeschau machen?" Drei bestimmte Hände gehen hoch… Rest der Polizeigruppe grinst und lacht…..
Auf der anderen Seite möchte ich hier auch gleich betonen das für mich der Polizeiberuf mit das härteste in Deutschland ist. Nicht nur der dienstliche Alltag ist sehr belastend,denn für jede idiotische Entscheidung aus Berlin und den Landeshauptstädten müssen die ihre Gesichter hinhalten. Das soll aber kein Freibrief für entwürdigende Aktionen und Machtmißbrauch sein.
@50 volle Zustimmung
Notwendig jedoch in diesem fall nicht das beste Vorgehen.
Und man sollte vielleicht noch wissen das die Fans von Dynamo Dresden für Zusammenstöße und Randale bekannt sind. Selbst der Rettungsdienst zieht bei Dynamospielen Helme an. Als Dynamo Fan gehört man nunmal leider zu einer Gruppe in der 40% gewaltbereit und "fussballfeindlich" sind. Das die Polizei hier etwas härter zugreift ist gerechtfertigt.
@50: Phaidon, lies dir bitte die Urteilsbegründung noch einmal durch. Da heißt es: "Die vorliegend getroffene Differenzierung in unscheinbare, jüngere oder ältere und weibliche Dynamo Dresden Fans war hinreichend konkret, um eine Einengung des möglicherweise gefährlichen Kreises zu ermöglichen." Es war nicht zuletzt diese These des Gerichts, die die rechtsstaatlichen Bedenken Udos und vieler anderer hier hervorgerufen hat. Denn sie bedeutet: Nur weil es überdurchschnittlich viele gewaltbereite Dynamo-Fans gibt, begründet schon die Tatsache, dass man unscheinbar, weiblich und Dynamo-Fan ist, einen hinreichend konkreten Verdacht für einen solchen, auch nach Auffassung des Gerichts erheblichen Eingriff in das grundgesetzlich garantierte Persönlichkeitsrecht. Wenn derartig vage Kollektivverdächtigungen derartig entwürdigende staatliche Maßnahmen, noch dazu gegenüber einer Minderjährigen, legitimieren können, ist das höchst besorgniserregend. Und auch wenn es sich um einen Einzelfall handeln sollte: Es geht hier um das Rechtsverständnis des erkennenden Gerichts, und ich sehe die Tatsache, dass es in diesem Forum so große Erregung darüber gibt, als höchst erfreulichen Hinweis darauf, dass viele Menschen in diesem Lande sich ein lebendiges Bewusstsein vom Wert und der Bedeutung bürgerlicher Freiheiten und Grundrechte bewahrt haben. Ich bitte um Entschuldigung, falls das etwas zu pathetisch klingt, aber das, was diesem Staat seine Existenzberechtigung verleiht und wofür es sich leidenschaftlich zu kämpfen lohnt, sind nun einmal die ersten zwanzig Artikel des Grundgesetzes.
Wäre es nicht allzu fair, wenn Herr Vetter auch mal ein Interview mit den damals anwesenden Polizisten oder deren Vorgesetzten machen würde?
Ich persönlich fände das sehr interessant.
Das Wort Populismus mag hier fehl am Platz sein, aber so ganz neutral ist ein einseitiges Interview mit Sicherheit nicht.
Und, dass die Berufung plötzlich nicht zugelassen ist, wird beiläufig in den Comments eingestreut? Aha.
@Ma:
Auf so einer Seite sollte man mit solchen Verleumdungen vorsichtiger umgehen. Man liest aus deinen paar Zeilen das du keine Ahnung von dem Sachverhalt hast u. noch nie ein Dynamospiel besucht hast. "40 % gewaltbereit" das ist nichts weiter als eine schwachsinnige Parole. Genau mit diesem Hintergrund müssen die Polizei in Saarbrücken u. die Richter in Saarlouis ausgerüstet sein, dass ist grauenhaft.
Wenn ihr schon mit euren Vorurteilen nicht mehr fertig werdet lasst das gefälligst an Gleichartigen aber nicht an minderjährigen Mädchen aus!
Achja der dickste Hund die Aussage von "Selbst der Rettungsdienst zieht bei Dynamospielen Helme an. " Für alle Neutralen Leser. Dieser Aussage fehlt jegliche Grundlage ist ist (Entschuldigung, ich muss mich wiederholen) ABSOLUTER SCHWACHSINN!
Bitte noch einmal zur Klarstellung: Der Antrag auf Zulassung der Berufung wurde vom OVG abgelehnt, so dass jetzt nur doch die Möglichkeit der Verfassungsbeschwerde offensteht – sehe ich das richtig?
Ohne solche Kontrollen zu entschuldigen: Das man das nicht gleich mit einem verrohenden Deutschland in Verbindung bringen. Das passiert ueberall auf der Welt und schon seit eh und je. Wie oben gesagt, lange Haare, vielleicht noch bunte Jeans oder Turnschuhe – sowas reichte in den 70-iger Jahren in Frankreich, Schweiz und sonstwo auch zur Nacktkontrolle. Anlass war dann kein Fussballspiel, sondern das einfache Sein.
Schwer nachzuvollziehen, warum so etwas grundlos passieren muss – aber Gedanken machen, dann abhaken ist wohl der beste Weg fuer Opfer, den Vorfall hinter sich zu bringen. Fuer die Zukunft: mit dran arbeiten, dass so etwas nicht (selbst oder anderen) wieder passiert. Insofern ist es richtig, dass diese Dinge beleuchtet werden, wobei dann alle Seite gehoert werden sollten.
@Jossi (69)
Zu deinem Kommentar:
"Wenn derartig vage Kollektivverdächtigungen derartig entwürdigende staatliche Maßnahmen, noch dazu gegenüber einer Minderjährigen, legitimieren können, ist das höchst besorgniserregend."
zu dieser Passage:
"Die vorliegend getroffene Differenzierung in unscheinbare, jüngere oder ältere und weibliche Dynamo Dresden Fans war hinreichend konkret, um eine Einengung des möglicherweise gefährlichen Kreises zu ermöglichen."
Das ist das, was ich hiermit ansprechen wollte:
"Dass man diese klar abgrenzbare Personengruppe eines überschaubaren Personenkreises (junge weibliche Besucher sind bei Stadien eher unterrepräsentiert) durchgehend “unauffällig” (bzw. "unscheinbar" *nachträglich eingefügt*) nennt finde ich unglücklich, da es nicht auf die subjektive Assoziation, die man mit der Bekleidung verbindet, sondern um den tatsächlichen Wissensstand über besagten Personenkreis ankommt. Und auf objektiver Ebene waren diese “unauffälligen” besucher eben aufgrund der Informationslage akut verdächtig."
Ich hatte mich zuvor über ICQ mit einen Komilitonen gestritten, was hier überhaupt gemeint ist.
Nach unserer Meinung kann man das Zitat so interpretieren, dass tatsächlich "unscheinbare" Personen einer beliebig großen Gruppe bei vagen Verdacht mit allen Mitteln kontrolliert werden dürfen. Das kann und darf natürlich nicht sein. Wir glauben dass das Gericht dies auch nicht gemeint hatte sondern nur mißverständlich formuliert hat.
Denn bei dem vorliegenden Sachverhalt finde ich intensivere Kontrollen angebracht, wenn auch nicht wie in diesen Einzelfall. Denn tatsächlich ist in diesem Fall die zu kontrollierende Gruppe klar abgrenzbar und imho auch ausreichend konkretesiert.
Das Krux an dem Urteil ist, dass der Wortlaut viel weitreichendere Kontrollen bei weit bedenklicherer Beweislage rechtfertigt. Um die Kontrollen bei diesem Fußballspiel an sich zu rechtfertigen würde ein zurückhaltendener Wortlaut genügen, auch wenn man dann vielleicht eingestehen müsste, dass das was mit der Klägerin geschah so nicht in ordnung sein kann.
Auch ich möchte wiederholt darum bitten, Halbwissen oder Hörensagen, was die Fanszene in Dresden betrifft, NICHT als Fakten darzustellen und schlimmer noch, dieses als Rechtfertigung für die Behandlung der Mädchen und Frauen in Saarbrücken zu benutzen!!! Man sollte von Zeit zu Zeit überdenken, aus welchen Medien man sich die Basisinformationen bezieht und auch versuchen, diese Informationen entsprechend kritisch einzuordnen. Wahrscheinlich ist es jedoch für manche leichter, Ungeheuerlichkeiten wie dieses Urteil zu verarbeiten, in dem sie glauben, die Schuldigen zu kennen, in diesem Fall die Fans von Dynamo Dresden!
Sicherlich gibt es immer eine Vorgeschichte. Einem Fan des FC Bayern wird sowas wahrscheinlich nie passieren. Jedoch muss man das Wesentliche aus diesem Urteil und dessen Tragweite herausfiltern!!! Unabhängig davon, dass das Opfer Dynamofan ist!!! Denn nur, weil es Vorfälle gab, die schärfere Kontrollen verständlich machen, darf das nicht bedeuten, dass die gesamte Fanszene kriminalisiert wird und dem Einzelnen die Rechte als Mensch und Individuum abgesprochen werden, die wohl jeder für sich beansprucht!!!
@ 74
Abhaken? Wie denn, wenn sich so eine Behandlung in Zukunft willkürlich wiederholen kann, egal, ob ein Verdacht vorliegt oder nicht? Daran soll man sich gewöhnen??
E-Mail an die Pressestelle der Landespolizeidirektion Saarbrücken:
Sehr geehrte Damen und Herren,
im law blog, einem mit ca. 8.000 täglichen Besuchern vielgelesenen Weblog, habe ich über das Urteil des Verwaltungsgerichts des Saarlandes vom 27. April 2006 berichtet. Es geht um die Kontrolle einer 16-Jährigen im Saarbrücker Fußballstadion. Die junge Frau musste sich vor Polizeibeamtinnen nackt ausziehen. Die Berichte finden Sie hier:
lawblog.de/index.php/arch...ckt-zu-gast-bei-freunden/
lawblog.de/index.php/arch...rniedrigt-und-beschmutzt/
Die zahlreichen, durchaus kontroversen Kommentare meiner Leser belegen, welche Besorgnis und Unsicherheit die Maßnahme ausgelöst hat. Gleichzeitig ergibt sich eine Vielzahl von Fragen.
Diese Fragen möchte ich gerne den Verantwortlichen für den Einsatz stellen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir ein Interview mit dem bzw. den Beamten ermöglichen, welche die Maßnahme konzeptioniert und angeordnet haben. Außerdem wäre es sehr schön, mit einer oder mehreren der Beamtinnen zu sprechen, welche die weiblichen Stadionbesucher durchsucht haben.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Udo Vetter, RA und Fachanwalt für Strafrecht
Jetzt bin ich auf die Antwort gespannt.
Ich möchte mich nicht in die Reihe der Bedenkenträger einreihen, aber ich glaube nie und nimmer das dieser Wunsch in Erfüllung geht. In letzter Zeit (so ca. die letzten Jahrzehnte)konnte man zu oft beobachten das sich Berufsgruppen sich gegenseitig "helfen".Trotzdem, ich drücke die Daumen.
@ Udo
Vielen Dank für die Diskussion des Themas und den Versuch, dieses Interview zu bekommen! All das hält das Thema "oben"!! Danke!
Auf die Reaktion bin ich äußert neugierig.
Hoffentlich verweigern sie keine Auskunft, aber naja notfalls wäre das ja auch ein Fall für IFG :-)
Hut ab, Herr Vetter weiter so! :-)
mfg ß
@80 Es ist sicher hilfreich, daß eine gewisse Form von Öffentlichkeit hergestellt wurde. Warum der Fall allerdings erst durch dieses Weblog den Sprung in die Medien geschafft hat, gibt mir jedoch zu denken.
Übrigens erinnert mich das jetzt an dieses Thema:
lawblog.de/index.php/arch...05/02/23/folter-polizist/
@ Herr Vetter
Danke für den Versuch! Ich schätze die Chance aber eher als gering ein, dass sich die Behörden so freimütig äußern werden,wie die Betroffene.
a) Würde das ggf. Angriffsfläche bieten, zumal die Diskussion hier ja deutlich in eine Richtung weist.
b) Könnte ein Link wie "rniedrigt-und-beschmutzt/" dem Pressesprecher schon ohne Anklicken sauer aufstoßen.
Ich hoffe natürlich, dass ich mich irre, weil ich wirklich gerne beide Seiten gehört hätte.
@73: Nein, es gibt noch die Möglichkeit der Nichtzulassungsbeschwerde und dieser Weg woll wohl auch zunächst gegangen werden.
Auch auf dem FanFest in der Kölner Altstadt wurde gestern stark kontrolliert! Ich habe dabei beobachtet, dass bei den Kontrollen den Fans von den Ordnern (männlich und weibliche …) sogar zwischen die Beine gepackt wurde!
Ich habe mich mit einer Ordnerin unterhalten, die gab sogar offen zu, dass dieser Job für sie als Lesbe der "Traum auf Erden" wäre – sie könnte nämlich "Frauen abgreifen, ohne mit einer Strafe rechnen zu müssen"!
Ach ja: Ich habe gestern mit den Kollegen vom Kölner EXPRESS gesprochen und denen heute die Unterlagen (Urteil, Pressemeldungen etc.) zugemailt – man wird auf jeden Fall in der kommenden Woche (evtl. sogar schon am Montag) etwas darüber bringen; heute wollen die Kollegin und ein Fotograf hierzu noch Stimmen einfangen!
@83,
dies gibt mir auch sehr zu denken. Wir haben aber wirklich vieles versucht, um den Fall einer breiteren Öffentlichkeit nahe zu bringen. Auch wenn uns der Fehler in der ersten Pressemitteilung unterlaufen ist – wobei ich sagen muß, daß ich das in dieser Form auch zum ersten Mal mache – könnte der Zeitpunkt kurz vor der WM möglicherweise auch schlecht gewesen sein. Ich bin vorher allerdings davon ausgegangen, daß dieser eher begünstigend wirkt.
Darüber hinaus muß man auch verstehen, daß die verschiedene Presseagenturen und -redaktionen im Grunde derartig viele Meldungen, Faxe und Mails in einer Stunde bekommen, daß solche Pressemitteilungen ziemlich einfach mit untergehen werden. Das sind Dinge (die außer mit extremen Aufwand für uns) die kaum zu ändern sein werden.
Prinzipiell bin ich aber froh, daß das Urteil zumindest ein gewisses öffentliches Interesse hervorgerufen hat. Letztes Jahr, als der Vorfall stattfand, hat es trotz ähnlichen Aufwandes gar niemanden interessiert. Gedrehte Berichte von unserem 3. Programm (MDR) wurden bspw. mehrfach verschoben und anschließend gar nicht gesendet. Heute hat es dieser Sender immerhin geschafft, einen 3 1/2 Minutenbericht auszustrahlen.
@84,
ich habe letztes Jahr direkt nach diesem Vorfall telefonisch mit dem Vetreter des Einsatzleiters (Einsatzleiter war Herr E.) gesprochen. Mir wurde damals angeboten, uns nochmals zusammenzusetzen und über die Aktion zu diskutieren, eine Einsicht war aber auch damals nicht vorhanden. Man könnte die Betroffenen verstehen, es wäre auch bei niemanden was gefunden wurden, aber trotzdem wäre die Maßnahme notwendig gewesen. Man sähe einer möglichen Klage gelassen entgegen – warum, ist mir mittlerweile auch klar …
Am 22.03.05 war übrigens ein kleiner Artikel bei SR-Online erschienen (leider existiert der Link heute nicht mehr), der u.a. folgendes schrieb:
\"Saarbrücken: Polizei verteidigt Verhalten bei Spiel des 1.FCS
Die Saarländische Polizei hat ihr Vorgehen bei dem Spiel des 1.FC Saarbrücken gegen Dynamo Dresden verteidigt. Ein Sprecher sagte im SR die \"kompromisslose Linie\" sei notwendig gewesen.
Nach den Ausschreitungen Dresdner Fans in Karlsruhe, habe man die Ganzkörperdurchsuchungen für notwendig erachtet. Auch das Innenministerium unterstützt das Vorgehen der Polizei.\"
(Ich hoffe, dieses Zitat steht dem Urheberrecht nicht entgegen, ich hätte gern verlinkt, aber geht halt nicht).
Schlimm, schlimmer am schlimmsten. Die Polizisten sollten sich zutiefst schämen. Wenn die nur bissel Grips hätten und vielleicht auch Kinder haben, wüssten die was die für eine Sch… angestellt haben.
Hier wurden Fans mit Vorurteilen erniedrigt. Schämt euch ihr (Text editiert. U.V.)
Überrascht? Ich nicht, nach 16Jahren Studium der Repressaltaktiken der ex DDR Schupos gegen die Bevölkerung haben SIE gelernt das Unterwerfung schon bei Kindern und Jeugendlichen beginnen muss. Und das wird von der Polizei wahrscheinlich in allen Bundesländern praktiziert, wenn ich mir die Erfahrungen anderer betrachte. Die Freundin meines Sohnes musste sich in Berlin der selbe Prozedur im August2005 untziehen. Damals 15 Jahre alt.Dienstaufsichtsbeschwerde brachte nix, nur Gegendruck.
Dank an alle politisch involvierten für diese Zustände in Deutschland. Ich drücke die Daumen für die rechtliche Gegenwehr, auch wenn Sie teuer wird. Vielleicht gibt es ja noch einen restlichen Funken Demokratie in diesem komisch gewordenen Land.
Udo: Einige Fragen fallen mir spontan ein:
- Was hat man bei den durchsuchten Frauen gefunden?
- Wurden bei diesen Durchsuchungen an diesem Tag Gegenstände gefunden, die nicht durch abtasten zu finden waren (Ich habe etwas von Pyrotechnsichen Gegenständen gelesen, die im Genitalbereich versteckt werden sollen. Fans mögen zuweilen blöd sein, aber das möchte ich doch bitte als Legende einordnen)
- Wurden jemals bei ähnlichen gezielten Durchsuchungen von unauffälligen weiblichen Fans pyrotechnische Gegenstände gefunden?
Ich sehe das ein wenig anders. Ich bin Karlsruher und habe erlebt, wie sich die Dresdner Hooligans bei uns benommmen haben. Letztes Jahr haben die Feuerwerkskörper in den Karlsruher Block und auf KSC Spieler abgefeurert!
Das waren nicht ein paar Einzeltäter, sondern eine Gruppe von 80 Mann. Ich bin KSC Fan und stand an dem Abend im Dynamo Block!
http://www.youtube.com/watch?v=q-yUK04fB3I
Wer zu sowas im Stande ist, muss beim nächsten aufeinandertreffen besonders gründlich kontrolliert werden. Und das zu recht!
1. Ich unterstütze diese Behandlung voll und ganz.
2. Wer einmal in einem Dresdner Fanblock gestanden hat, weiß dass das keine "normalen" Menschen sind.
3. Eine 16 jährige hat in solch einem Umfeld weiß Gott nichts zu suchen.
Scrat
Scrat: Du hast einen wesentlichen Faktor vergessen: die 16jährige war nicht "in dem Umfeld".
Es sprach auch nichts dafür dass sie in dem Umfeld war bis auf die Tatsache, dass eben nichts dafür sprach, dass sie in diesem Umfeld war.
Hallo Scrat, danke für den Link auf das Video. Allerdings findet sich bei YouTube auch dieses Video:
Das waren KSC-Fans in Mainz. Auch keine "normalen" Menschen? Auch KSC-Fans demnächst nackig ausziehen lassen?
Heiligssäckle, könnten Sie nicht mal eine Preview-Funktion einbauen lassen, Herr Vetter?
Also nochmal im Klartext: http://www.youtube.com/watch?v=XN8dF1lsTbo
zu 93-97 / auch ein Zeichen für Versagen der für die Sicherheit zuständigen so etwas nicht zu verhindern bzw. die Verantwortlichen dafür zur Rechenschhaft zu ziehen. Nur was hat das mit der körperlichen Untersuchung von Minderjährigen gemein?
Demnächst werden wir uns entblössen muessen um die Sicherheit im KAUFHAUS zu gewährleisten? Nicht die Auswirkung sondern die Ursache ist das Problem.
@94
Die 16jährige ist mit – wenn ich mich richtig erinnere – drei männlichen Fans angereist.
Über das Umfeld kannst Du gar keine Aussage treffen. Oder hast Du dafür Quellen? (die Aussagen der Betroffenen kann jeder so bewerten, wie er will.)
@98
Aha, einerseits leben wir in einem Polizeistaat, andererseits hätte die Polizei in Karlsruhe das Entzünden von Feuerwerkskörpern etc. verhindern sollen.
Die zulässigen Maßnahmen gibt dabei die Lawblog-Kommentar-Ecke vor.
Sehr starke Argumentation!
@99 / die Prävention fängt VOR dem ansehen von Körperteile an.
Von Polizeistaat war nicht die Rede, sondern von der Verweigerung von Rechten. Die Freundin meines Sohnes durfte 6 Stunden niemanden informieren und alle Körperöffnungen wurde mit Kommentaren der Beamten belegt.Es geht nicht um die Kontrolle sondern die Verrohung von Beamten im Dienst.
@95
Vergleich der beiden Videos:
Es ist ein Unterschied, ob ich vor dem Spiel eine Rauchbombe zünde, oder über eine viertel Stunde lang ca 60 Feuerwerkskörper in Richtung eines gegnerischen Fanblocks zünde.
Und nun rate mal, wer die Dinger in das Stadion reinschmuggelt…
@99 (Willi Sanders)
Das Problem ist wohl, dass Sie nicht verantwortlich sind, Krawalle bei Fußballspielen zu unterbinden und geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Es geht immer um das mildere Mittel, das aber ebenso geeignet sein muss, das Ziel zu erreichen.
Das Video zeigt doch, dass beim Karlsruhe-Spiel die Maßnahmen nicht ausreichend waren, um die körperliche Integrität der harmlosen Zuschauer zu gewährleisten. Es wurde sogar von Lebensgefahr gesprochen.
Die Freundin Ihres Sohnes ist bei einer solch erniedrigenden Behandlung sicher zu bedauern, aber eine traurige Geschichte ohne Zusammenhang kann ich Ihnen auch erzählen…
Markus:
Das Problem: es ist beides der Fall. Die Durchsuchungen sind offenbar Alltag und trotzdem gibts die Ausschreitungen.
Und ich glaube irgendwie nicht, dass man 60 Feuerwerkskörper in den Slips von 16jährigen Mädchen reinschmuggelt…
Wäre es nicht aussichtsreicher, das Problem von einer ganz anderen Ecke anzugehen – indem man in das DFB-Regelwerk die Möglichkeit aufnimmt, bei schwerem Fehlverhalten von Fans das Spiel nach Verwarnung abzubrechen und dem Gegner die drei Punkte gutzuschreiben?
Aber das traut sich natürlich keiner.
@ Torsten
Reingezaubert wurden sie nicht. Die anderen Möglichkeiten (werfen über den Zaun, deponieren vor dem Spiel, etc.) wird die Polizei hoffentlich berücksichtigt haben.
Welche Durchsuchungen sind Alltag? Vielleicht sollte man die Durchsuchungen nicht als spaßbildende Maßnahme für notgeile Polizisten ansehen, sondern als ernsthafte Reaktion auf Irre, die wegen eines Zweitligaspiels (?) Menschenleben gefährden.
Oh Gott. Das arme Mädchen. Wäre es meine Tochter gewesen weiss ich nicht was ich getan hätte. Es wird Zeit zu gehen…
Markus: Wenn im Stadion 60 Feuerwerkskörper waren, sind die anderen Möglichkeiten nicht berücksichtigt worden. Eine solche Menge an Raketen unabtastbar in der Unterwäsche einzuschmuggeln und rechtzeitig wieder parat zu haben, wäre eben das, was Du ausschließt: Zauberei.
Die Fürsprecher der letzten Kommentare vergessen, dass es nicht um die Frage von Prävention und Kontrollen geht – was zweifelsohne innerhalb der zulässigen Grenzen notwendig ist -, sondern um die Verdrehung des rechtsstaatlichen Gebots, dass man nur dann schwerwiegende Eingriffe in seine Persönlichkeitsrechte erdulden muss, wenn es hierfür konrete Anhaltspunkte, sprich Verdachtsmomente gibt. Genau dies war aber vorliegend nicht der Fall, denn verdächtig war gerade der Unverdächtige. Wenn die Sicherheit nicht anders zu gewährleisten war – was man angesichts der Tatsache, dass weder bei dieser, noch bei einer anderen Durchsuchungsaktion etwas gefunden wurde, bezweifeln darf – muss man noch eher über den Ausschluss der Zuschauer als geeignetes und angemesses Mittel nachdenken, als über unzulässige Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte von Bürgern.
Wenn man aber der Schilderung der Betroffenen bezüglich des Ablaufs der Maßnahme nur ein wenig Glauben schenkt, liegt eher der Verdacht nahe, dass die polizeiliche Maßnahme eine gezielte Aktion zur Demonstration von Macht und zur Einschüchterung war.
Körperliche Durchsuchungsmaßnahmen werden immer wieder als psychisches Druckmittel eingesetzt. Erst neulich war hiervon eine schweizerische Journalistin beim Grenzübertritt von Palästina nach Israel betroffen. Diese musste sich vor israelischen Soldaten ausziehen. Im Gegensatz zu unserem Fall, hat der israelische Verteidigungsminister aber wohl bereits sein Bedauern geäußert und auch die Untersuchung des Falles angekündigt, obgleich die Journalistin Verständnis für die Grenzbeamten und den Druck unter den diese stehen, geäußert hat.
@ 107 / dem Nagel auf dem Kopf – no additional comments
Wenn tatsächlich Untersuchungen stattfinden sollten dann ist so ein Ergebniss zu befürchten:
mein-parteibuch.de/2006/0...es-plangemaess-erfolglos/
Sorry tut mir leid.
Volle Zustimmung, rainer (107) Dazu gibts nichts weiter zu sagen!
@ den KSC-Fan:
Ohne hier ins gleiche niveaulose Raster zu verfallen, aber ihr macht es euch auch sehr einfach! Was war denn dieses Jahr in DD?
Damals in Karlsruhe das hatte auch so seine Vorgeschichte und ihr seid diesbezüglich auch keine Unschuldslämmer! Bedenke bitte, dass die Kontrollen in Karlsruhe teilweise ein Witz waren bzw. es gar keine gab. Das haben zahlreiche Fans nach den Randalen bestätigt. Euer Sicherheitsbeauftragter soll wohl auf der Tribüne gesessen haben statt seinen Job zu tun (was ich gehört habe – sorry, wenn´s nicht stimmen sollte). All das dort ist doch bis heute nie richtig aufgeklärt worden (z.B. welche Typen da noch mit drin waren)
Und wenn du Corinna vorwirfst, sie hätte als 16-Jährige da nix zu suchen (in diesem Umfeld) frag ich mich, was du als KSC-Fan bei einem Brisanzspiel im Dynamoblock machst??? Da scheint das Sicherheitskonzept an dem Abend ja wahrlich miserabel gesesen zu sein! In SB wäre auch so alles ruhig geblieben, weil bei keinem was gefunden wurde und jeder, der bissel Ahnung hat, konnte das – gerade nach Karlsruhe – auch erwarten!
Und ganz unabhängig von der Diskussion um die Zulässigkeit bestimmter Maßnahmen:
Diese Maßnahme sehe ich selbst dann kritisch, wenn man nachweislich vorher bei weiblichen Fans das Zeug in rauhen Mengen in der Unterwäsche gefunden hätte – was bisher noch nie!!! bewiesen werden konnte!
Die ganze Polizeiaktion war von Anfang an reinste Schikane – teuerster Einsatz im Saarland seit über 10 Jahren, Steuergelder sinnlos verpulvert. Und dann muss man sich mal die Zeitungskommentare von damals vornehmen, wie sich die Polizei vorher und nachher dafür feiert, endlich die unmenschlichen Dynamofans gebändigt zu haben und so weiter. In der Zeitung wurde die Zeltaktion ja gradezu als humantärer Einsatz gefeiert, immerhin sei das Zelt ja beheizt gewesen (was tut man nicht alles für die lieben Gäste), dann die Allgemeinverfügung mit dem Betretungsverbot (ich hab sie gelesen) ein Lacher sondersgleichen, würde keiner rechtlichen Überprüfung standhalten (o.k. VG Saarlouis vielleicht) – das ist ungeheuerlich! Wenn ihr mich fragt, hatte die Polizei rein gar nix in der Hand für eine solche Maßnahme, nur war der Zeitpunkt grad günstig, weil fast ganz Deutschland zwei Wochen vorher wieder die bösen asozialen Dynamos erlebt hat.
Leute, ohne auch nur irgendwelchen von diesem Randaleschwachsinn zu verteidigen – in Karlsruhe wurde eben niemand verletzt, letzte Saison in Gladbach (glaub gegen Bremen) bei ähnlichem Mist schon! Und – wo war da der Aufschrei? Nein, die 1. Liga ist doch sauber! Dort wurde alles schön unter den Teppich gekehrt.
Wir wissen sehrwohl, dass wir uns als Dynamofans diesbezüglich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen sollten, aber auch Dynamofans haben eine Menschenwürde (mag manchen nicht passen) genauso wie die auch einem Mehrfachmörder nach unserem Grundgesetz nicht abgesprochen werden kann!
@Karlsruher Block:
Deine Äußerungen hier führen genau dazu, dass Vorurteile und Unwahrheiten (Zitat scat: "…ca 60 Feuerwerkskörper in Richtung eines gegnerischen Fanblocks zünde.") weitergetragen werden. Es wurde 1, in Worten eine !!! Leuchtrakete gezielt in den KSC-Blcok abgefeuert u. wie man auch auf deinem Video sieht, kam auch eine gezielt zurück in den Dresdner Block.
Aus deinem ganzen Beiträgen geht ein Frust u. Hass gegen Dresdner Fans hervor, von der dich scheinbar nur psychologisch geschulte Menschen heilen können. Das tut mir ehrlich leid u. ich werde mich bemühen dein Verhalten nicht auf den Rest des KSC-Fanpotentials zu verallgemeinern.
Aber nun zurück zum Sachverhalt. Ich hoffe mal das die Beamten von Saarbrücken ihre Chance nutzen und sich zu dem Thema äußern!
Sehr richtig, saxe!
Was wäre wohl die Meinung unsres Karlsruher Fankollegen, wenn das mehreren seiner weiblichen Mitstreiterinnen passiert wäre? Diese Frage ist wohl eher rhetorisch…
Und ich fuehle mich ja schon in meiner Privatsphaere verletzt, wenn ich bei den Sicherheitskontrollen nicht nur gescannt, sondern abgetastet werde.
Richtig zum kotzen finde ich, wenn ich Guertel und Schuhe ausziehen soll.
Schon da kann ich mir bloede Kommentare nicht verkneifen.
Gab es nicht vor kurzem eine Diskussion ueber ein Ganzkoerper-Durchleuchtungsgeraet, welches Reisende quasi Nackt auf den Bildschirmen der Kontrolletis erscheinen laesst?
Irgendein "Experte" sagte, ein Einsatz in D sei unwahrscheinlich, weil diese ohne Verdacht jeden Reisenden zusehr in seiner Privatsphaere verletze.
Na, das hoert sich ja jetzt ein bisschen anders an.
Ich finde, so ein Ding sollte in dem VG der Herren urteilenden Richter installiert und die betreffenden jeden Morgen da durch geschleust werden.
Als reine Vorsichtsmassnahme, natuerlich
@9 -> siehe 2
Ganz ehrlich: Wo ist eigentlich die BILD-Zeitung, wenn man sie mal braucht?
Zitat scat:
"2. Wer einmal in einem Dresdner Fanblock gestanden hat, weiß dass das keine 'normalen' Menschen sind.
3. Eine 16 jährige hat in solch einem Umfeld weiß Gott nichts zu suchen."
Zu 2. Ich bin weiss Gott kein besonderer Freund der SGDs, aber was soll denn so eine Gleichmacherei? kopfschüttel* Kann mir zwar durchaus vorstellen, wie scat sich gefühlt hat… ich hab auch schon so etwas erlebt, beim letzten Punktspiel von Lok bei Chemie Leipzig… aber das hat mir nicht so sehr den Verstand geraubt, als dass ich nicht mehr fähig wäre zu differenzieren.
zu 3. Abgesehen davon, dass diese Einlassung Unsinn ist: Ich glaube nicht, dass das Mädel die Möglichkeit hatte, in den Saarbrücker Block zu gehen. Das heißt also, dass eine 16-Jährige, deren Sympathien der SGD gelten, sich keine Spiele "ihres" Vereins im Stadion ansehen sollte? Na, das wäre ja wohl erst recht ein Armutszeugnis für die Veranstalter.
SCHULD ist immer individuell!
Also ich kann nur sagen, dass ich dieses Urteil überhaupt nicht verstehen kann. Als Fußballfan bin ich doch nicht potentiell kriminell!! Bin selber eine Frau und kann nur hoffen, dass dieses Vorgehen doch noch irgendwie unterbunden werden kann.
Corinna kann ich nur immer wieder meine Hochachtung zollen, dass sie es auf sich nimmt vor Gericht zu gehen und ihr Peiniger (so wäre es für mich) versucht zu bestrafen.
Nur mal ein Kommentar meines Freundes dazu: "Wenn meiner Frau sowas passieren würde, dann wäre aber Rom offen und ich würde meine Erziehung vergessen!" – Wie wäre es, wenn man dann auch vor Discos, Sportveranstaltungen aller Art, Konzerten,… überall wo viele Leute sind sagt, dass jetzt jeder sich mal nackig machen muss, weil einer von 1Mio ein Terorrist ist??? Wenn es soweit kommen sollte, dann wäre es für mich das Ende eines Rechtstaats.
Corinna wir stehen hinter dir und sicher auch sonst alle Fußballfans Deutschalnds!!!!
@93
Was Sie hier betreiben, ist billigste Polemik, aber kein sachliches Statement. Hier geht es nicht darum, in einem Fussballforum billigste Haßtiraden auszutauschen, sondern es geht in der Essenz einzig und allein darum, dass sich vor einer Großveranstaltung (wer sagt, dass es sich auf Fussball begrenzen muss???) im Rahmen einer Kontrolle ein 16- (in Worten SECHZEHN!!!) jähriges Mädchen unter skandalösen Umständen ohne irgendwelchen Verdacht entkleiden muss … wer dafür auch nur ansatzweise eine Rechtfertigung findet, hat sich wahrscheinlich jeglichen gesunden Menschenverstandes schon lange entledigt. Ich habe zwei Söhne (5 und 7) und bin nie mit dem Recht in Konflikt gekommen, was sich bei einem solchen Ansinnen an meine Kinder umgehend ändern würde! Wenn das das zukünftige Bild unserer Gesellschaft ist, dann gute Nacht! Kopschütteln regt sich in mir auch bei dem Gedanken, dass die beteiligten Polizisten nicht mal ansatzweise selbst im Rahmen der Maßnahme der Gedanke kam, dass hier vielleicht gerade was gewaltig aus dem Ruder läuft …
Der Vorfall bestätigt leider meine eigene Erkenntnis, dass im Umfald von Fußballveranstaltungen rechtsstaatliche Grundsätze außer Kraft gesetzt werden. Ich war selbst mit meiner sechzehnjährigen Toter Opfer eine Maßnahme der Polizei, die man durch aus als Nötigung bzw. Freiheitsberaubung bezeichnen kann (45 min Einsperren im Block unmittelbar nach Abpfiff). Das war es übrigens in Karlsruhe und ich war nicht mit Dynamo D dort. Die Anmerkung des Einsatzleiters dazu lautet, Karlsruher Fans hätten sich zusammengerottet. Die Aussage eines etwas abseits stehenden Ordners dazu lautet dann, man hätte bereits vorher die Anweisung der Polizei zum Abschließen des Blockes zum Abpfiff erhalten. Ich wäre schließlich mit einer ostdeutschen Mannschaft da (nein auch nicht Cottbus) und man übe schon einmal für Dresden.
Im Zuge des WM- Sicherheitswahnes und des Medienechos auf vergleichsweise harmlose Vorfälle, die ja oben schon beschrieben wurden, scheinen dann einigen bei Polzei und Justiz die Maßstäbe abhanden gekommen zu sein.
Das dieses Verhalten auch zu einer Radikalisierung friedlicher Fans führt und somit genau das Gegenteil erreicht, scheint die Obrigkeit dabei nicht zu bedenken.
Ich zmindest hatte – obwohl sonst beruflich selbst Teil der Exekutive – schon Verständnis für jene, die sich solch ein Verhalten nicht gefallen lassen wollten und entsprechend provozierten.
Unangenehm aufgefallen war mir dabei auch, dass sich die Agressivität auf beiden Seiten nichts nahm. Nur hatten die einen eine Uniform an und das Recht auf Ihrer Seite.
Annabolika gestählte Muskeln inclusive deren Inhabern scheinen auch auf Seiten der Polizei gerne mal eine Konfrontation zu suchen.
Eigentlich ist es ja "traurig" zu sehen, dass die Medien als 'vierte Gewalt' ihrem Auftrag nicht nachkommen, und nun schon Blogger Interviews führen müssen, damit Opfer Gehör bekommen.
Weiter mit der guten Arbeit, Udo.
@ 111
Ich war an dem Abend selbst im Block. Du kannst Dich nicht auf ein 2 Minuten Video beziehen und sagen, "Die Dresdner haben nur eine Rakete Richtung KSC Block gezündet"
Das ist gelogen.
Bereits in den ersten 20 Sekunden des Videos kann ich 5-7 Raketen erkennen, die gegen den D Block gezündet werden.
Zu Zeiten des \"Fußball-Ereignisses des Jahres 2006\" mahlen die Mühlen der Presse etwas langsamer … aber langsam kommen die Nachrichtenagenturen in Fahrt:
neuenachricht.de/A556D3/N...71860056DA69?OpenDocument
So, mal schauen, wann das erste größere Medium darüber berichtet …
@123
Niemand kann sagen, dass in irgendeiner kompletten Fangemeinde keine geistig verwirrten enthalten sind, auch nicht die Karlsruher, wirklich nicht. Doch die prozentual geringe Existenz solcher Chaoten kann nicht zur Folge haben, dass unbescholtene, noch nicht mal volljährige Besucherinnen solches erdulden müssen. Wenn sie dies gutheißen, nur weil sie damals im Block waren, offenbaren sie wenig Niveau und Denkvermögen. Ich gönne sowas keinem Menschen, denn um solche handelt es sich, völlig vereinsunabhängig. Ich frage mich, wie sie auf solche Ereignisse in ihrem Umfeld reagieren würden … und antworten sie mir nicht, so was wäre ausgeschlossen, weil sie einer so braven Fangemeinde angehören würden, dieses Urteil beschränkt sich eindeutig nicht auf die Zugehörigkeit zur Fangruppe Dynamo Dresdens!
Is' ja schon 'ne ganze Weile her, dass ich Polizeirecht das letzte Mal bearbeitete. Genauer: 1999 im Zweiten Staatsexamen.
Aber eines weiß ich noch heute: Unterscheidet man nicht zwischen "Störer" und "Nichtstörer"? Gab's da nicht so 'was wie "Verhältnismäßigkeit"? Es ist für mich undenkbar, dass eine solche Maßnahme bei einem Nichtstörer (nichts anderes ist ein unbescholtener weiblicher Fan, der durch nichts anderes als durch das bloße "Fansein" "auffällt") verhältnismäßig ist. Meins Erachtens hätte die Polizei mildere Maßnahmen vorschalten müssen, um ihren "Verdacht" (die junge Frau hat sich m.E. in keiner Weise "verdächtig" gemacht – Fußballfan zu sein gehört immer noch zu einer in Deutschland erlaubnisfreien Freizeitbeschäftigung)zu erhärten, um DANN wiederum eine Leibesvisitation vorzunehmen. Diese "Vorschaltmaßnahme" könnte in einer Stressbefragung und/oder Leibesvisitation am angezogenen Körper bestehen.
Ich wünsche den Richtern, dass sie mal irgendwo überraschend in eine solche Situation geraten. Dann dürfte ihnen klar werden, was sie für einen bullshit in ihrem Urteil fabriziert haben!!!
Ansonsten: Das Urteil erinnerte mich vom Aufbau her tatsächlich an eine Examensklausur. So sahen bei uns die Musterlösungen tatsächlich auch aus (von dem materiellrechtlichen bullshit abgesehen)…
@ Anonymous:
Nach diesem ganzen Theater und diesen Urteil tut es richtig gut solche und auch die überwiegende Anzahl der Posts hier zu lesen. Auf des es auch in Deutschland noch Leute gibt die ohne jegliche Vorurteile sich eine vernünftige Meinung bilden können!!!
Man wird Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Berufung einlegen.
Noch ein Gedanke zur Verhältnismäßigkeit (die hier ohnehin nicht gegeben war):
Aufgabe der Polizei an dem besagten Abend war nicht in erster Linie, versteckte Pyro in Damenunterwäsche zu finden, sondern ein störungsfreies und friedliches Fußballspiel für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Abgesehen davon, dass es totale Sicherheit nicht gibt, sind zahlreiche mildere Mittel zur Er-reichung dieses Zieles denkbar, die im Endeffekt auch eine höhere Zweckdienlichkeit ver-sprechen. Nur ein Beispiel: Hätte man die Polizeipräsenz direkt im Block massiv erhöht (was bei der Masse an eingesetzten Beamten an diesem Abend kein Problem gewesen wäre), hätte man 1. eine erhebliche "Abschreckung" erzielt und wäre 2. beim ersten Anzeichen et-waiger Krawalle sofort zur Stelle gewesen, um gegen die Verursacher vorzugehen. Zum 3. wäre diese Maßnahme auch objektiv sinnvoller, als bei der erfolgten Durchführung von Stich-probenkontrollen Gefahr zu laufen, dass die eigentlichen "Übeltäter" einem durch die Lappen gehen. So lassen sich zahlreiche Maßnahmen konstruieren, die Erfolg versprechend und dennoch mit geringeren Eingriffen für den Einzelnen verbunden sind.
Wenn jedoch die Hinweise der Polizei so konkret auf dieses Spiel bezogen gewesen sein sollen, dass sie einen derartigen Eingriff in ein elementares Grundrecht rechtfertigen, hätte man m.E. zwingend das Spiel absagen oder die Fans (wenigstens die der Gäste) aussperren müssen. Eine solche Gefahrenlage hat mit Sicherheit nicht bestanden, sonst hätte auch das Urteil ein paar Worte darüber verlieren müssen. Vielmehr ist anzunehmen, dass sich die Hinweise auf die Vergangenheit bezogen (…so oder so in etwa ist es dort und dort abgelau-fen/könnte es gewesen sein…) und nicht konkret auf dieses Spiel und damit auf zukünftig zu erwartende bzw. unmittelbar bevorstehende Gefahrenlagen.
Aus all dem wird deutlich, welche Zielsetzung die Maßnahme wohl wirklich hatte. Es sollte ein Exempel statuiert werden, auch um zu sehen, wie weit man gehen kann. Möglicherweise ist das größte Ärgernis für die Polizei, dass nichts gefunden wurde und sich somit die Theo-rie nicht erhärten ließ. Umso schlimmer ist es, dass das VG darin kein Problem sieht. Es ist nicht einmal im Ansatz das Bemühen zu erkennen, die Ermessensentscheidung der Polizei kritisch zu prüfen.
Mir ist wurscht, ob das jetzt populistisch klingt oder nicht – und vorsorglich sag ich schon mal, dass ich in keiner Organisation oder ähnlichen Menschenansammlungen stecke: In den letzten Monaten muss ich zusehen, wie die Polizeigewalt immer häufiger GEGEN Menschen vorgeht, anstatt FÜR sie zu arbeiten. Ob das nun unangebrachte Schlägereien auf Demonstrationen sind, entwürdigende Handlungen am Fussballstadion oder nicht nachvollziehbare Aktivitäten in der eigenen Wohnung. Ich muss lesen, dass Studenten verdroschen und mit Pfefferspray direkt ins Gesicht besprüht werden, nur weil sie an einer freidlichen Demonstration gegen die derzeitige Bildungspolitik teilnehmen – um nur ein Beispiel zu nennen. Und was immer wieder auffällt: Es sind nicht die, die den Staat durch Hetzpropaganda und martialisches, menschenverachtendes Auftreten provozieren und schikanieren, sondern es sind ganz normale Menschen, die es trifft. Es sind nicht die, die sich an Menschen vergehen oder ihnen das Leben nachträglich zur Hölle machen (siehe Mahlower Nazi-Opfer – er hat seinen Suizid angekündigt für nächstes Jahr), die man "rannimmt", sondern es sind Leute wie du und ich, unbescholtene Bürger.
Und über allem thront der Bürokratie- und Gerichtsapparat, der sich teils Jahre Zeit lässt und sich um die Täter kümmert. Die Opfer werden versorgt durch z.B. kirchliche Einrichtungen, NICHT durch den Staat. Denn der hat kein Interesse an ihnen. Sowas stimmt mich missmutig. Sowas schüchtert ein. Sowas steuert (genauso wie Hartz 4 und die Medienberichterstattung der heutigen Zeit). In Deutschland ist man kein freier Mensch, wenn Furcht als probates Mittel des Staates vom Staat gebilligt wird.
Lieber Simon,
ich glaube das der Sachverhalt des sich vor Fremden (bewaffneten) Menschen, die auch noch unfreundlich und unzugänglich auftreten, ausziehen müssens auch ohne juristische Kenntnisse einschätzbar wird. Um einen solchen Fall geht es hier. Deine Anwandlung das doch gar nicht auf einem Nichtfachniveu diskutieren zu wolllen passt gut zur Reaktion der Polizistin in dieser Begebenheit.
Es ist diese Arroganz die Misshandlungen und Menschenrechhtverletzungen auf allen Ebenen ermöglicht. Wenn überhaupt jemand seinen Sprachgebrauch und seine Kompetenzen überdenken müssen, dann sind es Juristen und Bürokraten aller Lager. Deren Verlust an Bodenhaftung ist nämlich nicht einer hochlobenswerten Fachlichkeit zum Wohle der Menschheit geschuldet sondern vorallem den Faktoren: Faulheit, Mangel an Persönlichkeit und unberechtigtem elitären Gedöns. Es ist nicht die sog. Intelligenz die uns zum Menschen macht (Stöckchen benuzten können sogar Vögel) sondern die Empathie. Von dieser ist bei Mitgliedern allen drei Gewalten im Lande bisweilen so wenig zu spüren, dass ich mich fast Herrn Tom Robbins anschließen möchte und ab jetzt von "missing Links" sprechen möchte!
Florian
Ps.: Ich wollte keine Lanze für Fussballfans brechen, da ich deren Eintreten für ein abstraktes Konstrukt (nämlich die "eigene" Mannschaft) für dumm aber brandgefährlich halte, dies vor allem wegen der offensichtlichen Manipulierbarkeit dieser Menschen.
Eine solche Behandlung wie sie der Interviewten aufgezwungen wurde würde ich aber nichtmal der Polizistin wünschen, höchstens zur Schulung in Sachen Empathie (was pädagogisch gesehen natürlich Nonsense ist).
Wa seid ihr eigentlich alle für Weichspüler – Fanclub Geile Böcke findets schlimm wenn ein Mädchen von einer weiblichen Polizisten abgetastet wird – hahaha – verlogene Scheiße.
- Bin auf eure unglaublich objektiven Kommentare gespannt, wenn einer von euch im Stadion abgestochen wird – die dumme Polizei hat nicht aufgepasst – usw. usw.
Schönen Tag noch und kifft euch die Birne nicht völlig weich
Ich hab genau den gleichen Fall als Examensklausur jetzt im Oktober 2007 gehabt (M-V). Bin deswegen ein bisschen auf die Suche gegangen. Hätte im Leben nicht gedacht, dass die Entscheidung SO ausfällt. Das ist wirklich das letzte, einfahc unglaublich !
Ich hab bei der Bearbeitung gedacht, dass sich irgendso ein Prüfer nen offensichtlichen Verstoß gegen Art.1,2 GG zimmern wollte. Dass, das auch noch durchgeht,ich fass es einfach nicht…
Das Urteil des VG wurde doch mittlerweile vom OVG gekippt !
Die Aktion der Polizei ist somit rechtswidrig gewesen !!!!
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