12.6.2006

Pascal: Haftbefehle aufgehoben

Die Angeklagten im Pascal-Prozess sind alle auf freiem Fuß. Das Landgericht Saarbrücken hob die letzten sechs Haftbefehle auf. Die Strafkammer sehe keinen dringenden Tatverdacht mehr, berichtet die WELT.

Das Gericht sprach von vielen Widersprüchen und fehlenden objektiven Beweisen. Die Angeklagten hatten bis zu dreieinhalb Jahre in Untersuchungshaft gesessen.

16 Kommentare zu “Pascal: Haftbefehle aufgehoben”

  1. Haftzeitblog meint: (12.6.2006 um 14:17) AntwortenReply to this comment

    Wenn sie schuldig sind, so ist die Freilassung ein Skandal! Wenn sie unschuldig sind, so sind dreieinhalb Jahre U-Haft ein Skandal!

    Wer will darüber urteilen? Von uns war niemand mit dabei.

    Nachdenkliche Grüße
    vom Mitmensch

  2. Lemmy meint: (12.6.2006 um 14:44) AntwortenReply to this comment

    Auch wenn die Angeklagten bezüglich des gemachten Vorwurfs schuldig wären, ist die jetzige Entlassung aus der Untersuchungshaft kein Skandal. Natürlich ist der Verlauf des Verfahrens in hohem Maße unbefriedigend, aber die bislang vorgelegten Beweismittel reichen eben nicht (mehr) aus, um die Haftfortdauer anzuordnen.

    Es gibt trotz der Ankündigung der Staatsanwaltschaft bei Anklageerhebung bislang *keine* Sachbeweise, sondern lediglich be- und entlastende Zeugenaussagen. Laut StA sollten Videobänder vorhanden seien, die zumindest das Grundgeschehen von sexuellem Mißbrauch von Kindern in der Tosa-Klause belegen würden. Es gibt sie aber nicht. Auch sind, trotz recht aufwändiger u.a. molekulargenetischer Untersuchungen, weder auf der Matratze, noch überhaupt in den fraglichen Räumlichkeiten Spuren des Opfers gefunden worden.

  3. Dietrich meint: (12.6.2006 um 14:45) AntwortenReply to this comment

    Dreieinhalb Jahre U-Haft – das ist etwas heftig und sollte in keinem zivilisierten Staat möglich sein.
    Zu kurz gedacht?
    Nein.
    Statistisch gesehen hat der Mensch ein zwanzigtel seines Lebens hinter Gittern verbracht – wegen eines Tatvorwurfs, der nicht ausreichend gewesen ist.

  4. L. meint: (12.6.2006 um 15:22) AntwortenReply to this comment

    Ui, Lawblog Überschrift mal nicht in Großbuchstaben, das ist neu.

  5. Udo Vetter meint: (12.6.2006 um 15:39) AntwortenReply to this comment

    Bei den Überschriften tut sich gerade was.

  6. L. meint: (12.6.2006 um 15:52) AntwortenReply to this comment

    Ui, meine subtile Anwaltsmanipulationssuperpowerspezialkraft(TM) zahlt sich also aus …

  7. Agiro meint: (12.6.2006 um 16:03) AntwortenReply to this comment

    "Das Gericht sprach von vielen Widersprüchen und fehlenden objektiven Beweisen …"

    Und darauf kommen die erst jetzt!?

  8. L. meint: (12.6.2006 um 16:06) AntwortenReply to this comment

    Aaah, die Großbuchstaben sind wieder weg, meine Welt bricht zusammen :D

  9. jörg meint: (12.6.2006 um 16:27) AntwortenReply to this comment

    Bitte Überschriten in Großbuchstaben lassen! ;-)

  10. Udo Vetter meint: (12.6.2006 um 16:32) AntwortenReply to this comment

    Die Umstellung hat technische Gründe.

  11. erbfeind meint: (12.6.2006 um 18:57) AntwortenReply to this comment

    Das war abzusehen. Ist in diesem Prozess doch einiges unklar, verschleppt oder widersrpüchlich. Aber der Rummel am Gericht hier war mal wieder groß.

  12. Tilman meint: (13.6.2006 um 17:14) AntwortenReply to this comment

    Der McMartin Fall lässt (mal wieder) grüssen.
    http://en.wikipedia.org/wiki/McMartin_preschool_trial

    Wäre interessant zu wissen wie dieser Fall anfing. Bei McMartin war es eine Alkoholikerin die sich einbildete, ihr Sohn sei missbraucht worden. Bei "Worms" war es eine Erzieherin die eine "Weiterbildung" gemacht hatte und dann meinte, sie würde ganz viele missbrauchte Kinder entdecken. Es folgten dann die üblichen suggestiven Befragungen mit den üblichen Ergebnissen.

  13. Agiro meint: (14.6.2006 um 16:43) AntwortenReply to this comment

    Und Volkes Stimme hat auch schon gesprochen:

    «Was die freigelassenen Angeklagten nun auf den Straßen Saarbrückens erwarten könnte, war gestern schon vor dem Gerichtssaal spürbar. "Asoziales Pack" zischte eine Zuhörerin Martin R. entgegen.»
    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1185063
    http://www.abendblatt.de/daten/2006/06/13/572826.html

    Allerdings kein Wunder, bei der unglaublichen Vorverurteilungskampagne der Presse.

  14. Anonymous meint: (14.6.2006 um 20:52) AntwortenReply to this comment

    Im Fall "Worms" sind die Kinder mindestens eines der beschuldigten Paare noch bei Pflgeeltern. Der Richter, welcher die Eltern freigesprochen hatte, sagte in einer Talkshow, er glaube , die eltern wären auch psychisch auffällig.

  15. M.Weller meint: (16.6.2006 um 14:58) AntwortenReply to this comment

    @ 12: Der "Fall Pascal" begann mit einer Vermisstmeldung, nachdem der Junge am 30.09.2001 nicht wieder nach Hause zurückgekehrt war. An diesem Wochenende fand in Saarbrücken-Burbach ein Volksfest statt. Man vermutete Pascal zunächst dort. Die Suche – zunächst von Eltern und Schwester des Pascal, dann auch der Polizei, die im Verlaufe ihrer Ermittlungen nach einem Hinweis auch ein größeres Gelände einer lothringischen Kiesgrube absuchte, wo die Leiche des Jungen vergraben worden sein soll – ist bis heute Ergebnislos verlaufen.

    Vorwürfe vor allem von Seiten der Verteidigung, die Vernehmungsbeamten hätten die Antworten der Vernommenen durch eine suggestive Befragung vorgegeben, blieben auch im "Pascal-Prozess" nicht aus. Nach Berichten der Saarbrücker Zeitung und des Saarländischen Rundfunks, die jeweils Beobachter zu den Verhandlungsterminen entsandt haben, liegen widersprüchliche Geständnisse vor.

  16. MELI meint: (4.7.2006 um 15:35) AntwortenReply to this comment

    WO ABER IST PASCAL?und sicher ist, meiner meinung nach, das dieser (Text editiert. Bitte keine Beleidigungen. U.V.)etwas weis aber nicht preisgibt ich wünsche mir nur für pascal und seine verstorbenen eltern das die wahrheit was passiert ist ans licht kommt.es darf nicht sein das keiner pascals rechte fordert dann sollen die richter rausbekommen wo pascal seit fast 5 jahren bleibt.furchtbar was für eine tragödie schrecklich armer kleiner pascal!

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