27.6.2006

Vier Lachsröllchen

Die Schreibmaschine berichtet über eine misslungene Kochprüfung – und das juristische Nachspiel vor dem Verwaltungsgericht:

Vor allem der Fisch für die Vorspeise stand im Mittelpunkt der Diskussion im Gerichtssaal: Der 47-Jährige hatte zwei kleine Lachsforellen bestellt, es wurde aber nur ein großer Fisch geliefert. Daraus habe er nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, vier Lachsröllchen herstellen können, behauptete der Kläger. Der Prüfungsleiter hielt dagegen: „Von einem Koch muss man erwarten können, dass er auch eine große Forelle filetieren kann. Vielleicht hat er sich die Prüfung zu leicht vorgestellt.“

12 Kommentare zu “Vier Lachsröllchen”

  1. Curios meint: (27.6.2006 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    Aus einer Forelle Lachsröllchen zu basteln, dass hat schon was^^

  2. Grübel meint: (27.6.2006 um 15:07) AntwortenReply to this comment

    kann doch nicht so schwer sein, das mit dem Wasser & dem Wein hat doch auch geklappt, oder?

  3. Martin_mb meint: (27.6.2006 um 15:19) AntwortenReply to this comment

    In deutschen Küchen werden ohnehin täglich viel zu viele Lebensmittelverbrechen begangen. Gut, daß wenigsten die IHK versucht, einen Mindeststandard zu bewahren…

  4. 321 meint: (27.6.2006 um 15:38) AntwortenReply to this comment

    Tja – es war eben doch appetithemmend beim Chinesen zu sitzen und an einem Keulchen zu knabbern – als der dreibeinige Hund aus der Küche kam.

  5. Joachim Casper meint: (27.6.2006 um 16:54) AntwortenReply to this comment

    …beide fische gehören in eine familie (salmoniden) und die lachsforelle hat im gegensatz zur bach- oder regenbogenforelle von natur aus ein dunkleres fleisch, sieht dem natürlichem lachs als sehr, sehr ähnlich. der geneigte jurist möge zu vergleichszwecken mal eine lachsforelle und einen biolachs (!)kaufen und in augenschein nehmen. der normale lachs den otto normalverbraucher so kennt mit mit natürlichen roten farben (beta carotine)auf richtig rot getrimmt – den würde ein richtiger koch sowieso nicht nehmen wollen. außerdem kann die lachsforelle auch von einem fischmeister um die ecke kommen – hier wäre auch wieder eine gewisse nachhaltigkeit als ein argument zur verwendung des süßwasserfisches ….usw.usw. — zu kern wer als kochazubi keinen fisch filettieren kann, sollte einfach nochmal von vorne anfangen….zumal prüfungen i.d.R. mindestens 3 mal vorher durchgekocht werden….

  6. RA J. Melchior meint: (27.6.2006 um 16:55) AntwortenReply to this comment

    Lachs / Forelle / Lachsforelle – möchte wetten, dass die meisten FastFood-Geschädigten"Genießer" das ohnehin nicht mehr unterscheiden können.

    Wen's immerhin interessiert, s. hier:

    http://www.braun-fischfarm.de/pages/lachsforelle.htm

  7. Ron meint: (27.6.2006 um 17:05) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht kann man eben aus einer großen Hommingberger Gepardenforelle keine viel Lachsröllchen herstellen.

    http://www.hommingberger-gepardenforelle.de/

    :-)

  8. n.n. meint: (27.6.2006 um 17:21) AntwortenReply to this comment

    @ 5 (Joachim Casper)

    dass die lachsforelle von natur aus ein dunkleres (rotes) fleisch haben soll ist schlicht falsch. dies entsteht lediglich durch spezielle fütterung, karotin heisst das zauberwort.

  9. M. meint: (27.6.2006 um 18:19) AntwortenReply to this comment

    @8: In der Natur kommt die rote Farbe durch die gefressenen Schalentiere. So habe ich das jedenfalls am WE auf den Schildern der Lachszuchtausstellung im Akvariet i Bergen gelesen.

  10. Arnd meint: (27.6.2006 um 23:35) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht sollte es vier Lachröllchen und nicht Lachsröllchen heissen. ;-)

  11. Cator meint: (28.6.2006 um 12:34) AntwortenReply to this comment

    Interessantes aus dem Vorfeld… Zitat: "Die IHK hob das Ergebnis der praktischen Prüfung auf, weil es formal nicht ordnungsgemäß zustande gekommen war. Bei mindestens einer Teilaufgabe habe nicht die erforderliche Zahl von Prüfern mitgewirkt, gab die IHK zu. Das Angebot, die Prüfung vor einem anderen Prüfungsausschuss zu wiederholen, lehnte der 47-Jährige aber ab. Statt dessen zog er vor das Verwaltungsgericht, um eine Änderung des Prüfungsergebnisses zu seinen Gunsten zu erreichen"

    Hm. Ich hätte die Prüfung nochmal gemacht, wenn ich mir so sicher wie er wäre, und mich vor allem dann um die Zutaten selbst gekümmert. Ich meine, WENN er sich schon auf 2 kleine Fische vorbereitet hatte und auch damit rechnen kann die zu bekommen, dann aber nur einen großen Fisch bekommt ist das schon etwas link.

  12. Mario meint: (28.6.2006 um 13:20) AntwortenReply to this comment

    @ #3 Martin_mb

    Schön wäre wenn die IHK sich wirklich darum bemühen würde. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Die IHK läßt den Beruf des Koches den Bach runter gehen. Warum das so ist kannst du zum Beispiel <a href="http://www.thiema.com/wordpress/2006/02/26/kochen-lernen-pruefungsangst-warum-das-denn-ueberfluessiger-firlefanz/&quot; rel="nofollow">hier nachlesen</a>.

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