3,65 Tage
Aus dem Kleingedruckten eines Providers:
“Wir garantieren, dass die Domain zu 99 % pro Jahr erreichbar ist.”
Man könnte das auch so formulieren:
“Ersatzansprüche stehen dem Kunden erst zu, wenn die Domain länger als insgesamt 3,65 Tage pro Jahr nicht erreichbar ist.”
Die Frage ist nur, ob dann noch einer unterschreiben würde.
>“Wir garantieren, dass die Domain zu 99 % pro Jahr erreichbar ist.”
>Man könnte das auch so formulieren:
Wir garantieren, daß die Domain an 3,65 Tagen nicht erreichbar ist.
Ansonsten fehlt mir da ein 'mindestens' ;-)
Wenn man mehr Verfuegbarkeit haben will, wird es in der Regel bereits
richtig teuer.
Das hatte mal bei mir ein Provider schon nach zwei Wochen überschritten. Wenn die Server auch schon den Namen von Schnapssorten heissen, sollte man vorher vorsichtig sein. :P
Jetzt hab ich einen der hat nach drei Jahren noch über 10 Tage bei mir "gut". Auch wenn er nur 99% garantiert. Klein, aber fein.
Es gibt keine ausfallsicheren Leitungen. Und auch keine ohne Störungen. Und das wird noch zunehmen.
@4: jawoll, gerade da das netz ja eine reihe von röhren ist ;)
Mein erster Provider war 3,65 Tage im Jahr erreichbar, aber auch nur Nachts.
Das sehe ich anders.
"Wir garantieren" ist m.E. eine selbständige Beschaffenheitsgarantie mit zumindest der Folge der Beweislastumkehr (zu Lasten des Providers) und nicht ein Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen, der im Formularvertrag (und ein solcher wir hier ja wohl vorliegen) ohnehin im Hinblick auf § 309 Nr. 7. bzw. 8. BGB jedenfalls Verbrauchern gegenüber gar nicht und gegenüber Unternehmern nicht so ohne weiteres zu machen ist.
Ich denke vielmehr, der Provider hat sich hier selbst ins Knie geschossen.
Ist der Provider gemeint auf den der-die-das lawblog kürzlich umgezogen ist?
Das ist ein vollkommen übliches Service-Level-Agreement.
Im Gegenteil: Ich rate zu äußerster Vorsicht, wenn ein Provider hundertprozentige Verfügbarkeit verspricht. Die kann er nämlich unmöglich einhalten, zumal er auf bestimmte Dinge überhaupt keinen Einfluß hat.
Ich gehe nämlich mal nicht davon aus, daß es – bis auf die großen Telekommunikationsanbieter – so viele Provider gibt, denen auch die Leitungen bis zum Internetbackbone gehören.
Nein, es geht um die AGB eines sehr kleinen Anbieters. Hat mit der neuen Heimat des law blog nichts zu tun.
99% Verfügbarkeit ist eine normale Verfügbarkeitsrate für einen normalen Webservertarif.
Will man mehr, muss man eben auch mehr investieren. 100% Erreichbarkeit gibt es nur mit einem Redudantem Serversystem und das kostet mal richtig Schotter. Nachfragen beim Provider Ihres Vertrauens hilft ^^
Gruß, einer aus der Branche…
Martin_mb: Naja, lawblog.de ist ein fast-redundantes Setup mit Serverstandorten in Ulm und Nürnberg. Selbst wenn da einer der Provider ausfallen sollte, wird, wenn der Umzug in einiger Zeit dann mal abgeschlossen ist, da keine grössere Downtime zu spüren sein. ;)
Moin,
ich glaube, ihr habt den Udo alle falsch verstanden.
Udo regt sich nicht über die 99% in den AGB auf, sondern darüber, daß das Wort 'mindestens' fehlt.
“Wir garantieren, dass die Domain zu 99 % pro Jahr erreichbar ist.”
Mit anderen Worten, der Provider garantiert, daß er die Domain die letzten 3,65 Tage des Jahres vom Netz nimmt, wenn es bis dahin das Jahr über keinen Ausfall gegeben hat – er garantiert ja immerhin _genau_ 99% Verfügbarkeit und nicht _mindestens_ 99%.
Gruß,
Marcel.
@11:
99% war vielleicht vor drei-fünf jahren bei Consumer-SLAs Standard. Inzwischen gibt es für einen Appel-und-ein-Ei an jeder Ecke >= 99,5% … bei weniger würde ich mir verscheissert vorkommen. 99% Schaffe ich schon auf meinem DSL Uplink. Und daß obwohl die T-Com ganz gerne mal bei Neuanschluß eines Nachbarn, die Telefonleitungen von Fremdanbietern (Hansenet) ausversehen abklemmt.
Die Verfügbarkeit von (Web-)Servern hängt doch von verschiedenen Faktoren ab, auf die der Betreiber nicht immer Einfluss nehmen kann. Wenn sich irgend eine Standleitung oder im schlimmsten Fall ein Backbone verabschiedet, dann ist das kein Verschulden des Providers. Wenn allerdings seine Hardware muckt, ist das sehr wohl seine Angelegenheit. Dem Gau kann er allerdings vorbeugen, in dem er redudante Maschinen installiert ='RAID'. An die entsprechende Stromversorgung sollte er allerdings auch investieren.
Ausserdem ist die erwähnte Garantie schwammig: der Server ist erreichbar (per Ping), aber der Datentransfer geht gegen Null. Und dann?
Was reden hier eigentlich alle von "guter Service = teuer"? Also wir setzen auf einen großen, aber weniger bekannten Hoster (teilweise auch "Horster" genannt …) aus Köln. Die Serverausfälle halten sich in Grenzen – und wenn wirklich mal etwas ausfällt, merken es die Damen und Herren im Support noch, bevor der Kunde die Möglichkeit hatte, die 0800-Servicerufnummer anzuwählen! Und viel teurer als die großen, bekannten Hoster sind die auch nicht … mit erstklassigem Service! :)
P.S.: Wer wissen will, von wem ich rede … im Impressum unserer Website ist ein Hinweis versteckt! :o
@15: RAID != redundante Maschinen
das hat mal quasi gar nix miteinander zu tun ;)
nur mal so nebenher
hm .. wenn man sich das hier so durchliest, hat mein provider sicherlich auch noch einige Tage gut bei mir. :)
allerdings sollte man sich bei einem augenscheinlichen server-ausfall erst einmal genauestens vergewissern, ob es auch tatsächlich ein solcher ist. ich arbeite hier in einem haus-internen netzwerk, welches über arcor via 16 MBit ADSL2+ ans internet angebunden ist. aus unbekannten gründen geht das DSL-modem TROTZ angeblichem 24h-Zugang (laut Arcor; d.h. keine Zwangstrennung wie bei der Telekom) bis zu 4x am Tag für ein paar Minuten offline. weitere faktoren: ein Carrier von Arcor hat mist gebaut, usw.
deshalb meine vorgehensweise:
1. testen, ob ich überhaupt raus komme (besuch der eigenen homepage, t-online, denic, u.ä.)
2. wenn erfolgreich, testen, ob ping + traceroute von mir aus fehlschlagen
3. wenn ja, dann via <a href="http://www.traceroute.org/" rel="nofollow">Traceroute.Org</a> prüfen, ob die eigene domain auch von anderen Servern nicht erreichbar ist (z.B. Deutschlandweit, USA, Japan, Frankreich, usw.)
4. erst dann darf man sich überhaupt beim provider erkundigen, d.h. alarm schlagen!
cu, w0lf.