16.8.2006

Anonym?

Frage aus einem Kommentar zu diesem Beitrag:

Wird meine IP oder irgendwas, was mich persönlich identifizieren kann, erkannt/gespeichert? Kann ich zurückverfolgt werden, wenn ich hier schreibe?

WordPress speichert die IP-Adressen der Kommentatoren. Und natürlich alle Angaben, welche diese in den Feldern machen. Es gibt immer mal wieder Anfragen von anderen Lesern, ob ich nicht was zu diesem oder jenen Kommentator sagen könnte. Manchmal werde ich auch gebeten, IP-Adresse zu vergleichen.

Ich gebe aber grundsätzlich keine Daten, die nicht ohnehin sichtbar sind, heraus. Das gilt insbesondere für IP-Adressen. Allerdings kann ich durch behördliche Anordnung, zum Beispiel einen Gerichtsbeschluss, verpflichtet werden, vorhandene Daten zu übergeben. Daran müsste ich mich halten.

57 Kommentare zu “Anonym?”

  1. Lurker meint: (16.8.2006 um 12:10) AntwortenReply to this comment

    Mir stellt sich da die Frage, warum ein in Sachen Privatsphäre und Datenschutz durchaus sensibler Anwalt diese Funktion nicht ausschaltet und damit gleichzeitig den Verstoß gegen § 6 TDDSG abstellt und damit auch der Ordnungswidrigkeit nach § 9 I Nr. 4 TDDSG entgeht.

    WordPress hier beizubringen, statt der IP-Adresse einen (wertlosen) Platzhalter zu speichern, wäre sicherlich kein Hexenwerk (jedenfalls mit Unterstützung der anscheinend durchaus kompetenten EDV-Unterstützung).

    Bequemlichkeit ist ein Argument, das ich verstehe, das mich aber im Ergebnis nicht überzeugt. Gleichzeitig würde man an dieser Stelle übrigens einen Credibility-GAU (sollte tatsächlich eine Anfrage der StA kommen) und möglichen Ärger mit solchen Anfragen (die man – wahrheitsgemäß – mit "ich darf keine Daten speichern und speichere daher auch keine Daten" beantworten könnte) vermeiden.

  2. Cron meint: (16.8.2006 um 12:11) AntwortenReply to this comment

    Man kann auch einfach regelmäßig, z.B. täglich, den Inhalt der Tabellenfelder auf einen sinnvollen Wert wie 127.0.0.1 setzen.

  3. Holli meint: (16.8.2006 um 12:17) AntwortenReply to this comment

    Hinweis:
    Auch der Webserver erstellt ein separates Logfile (oder auch mehrere), in denen festgehalten wird, wer wann was getan hat. (Ich bin fest davon überzeugt, das unser Blogger das übersehen hat und nicht absichtlich nicht erwähnte)

    Dazu kommt die Möglichkeit, dass der User selbst über einen Proxyserver auf diese Webseite zugreift (Providerproxy oder Firmenproxy), dann besteht die Möglichkeit das auch an diesen Stellen etwaige Spuren hinterlassen werden.

    Last not least kann jeder mal den Begriff "Echolon" googlen.

    Anonymität ist im Internet nur mit massiven Kentnissen und technischem Aufwand zu erlangen. Und nein: Nicht alle Anonymizer sind gut, es hält sich das Gerücht, dass einige dieser Server (warum bloss) von amerikanischen Geheimdiensten gefördert sind.

    Merke: Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst es noch lange nicht, dass "Sie" nicht hinter dir her sind :))

  4. Markus meint: (16.8.2006 um 12:19) AntwortenReply to this comment

    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dürfen personenbezogene Daten (als die die IP-Adresse in der Rechtsprechung regelmäßig angesehen wird) nur auf einer Rechtsgrundlage oder basierend auf einer expliziten Einwilligung erhoben werden. Da die explizite Einwilligung ausscheidet, bitte ich um Mitteilung der Rechtsgrundlage.

  5. Alper Iseri meint: (16.8.2006 um 12:22) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht stellt sich der Eine oder Andere auch mal die Frage, warum es auch sehr wichtig sein kann, gerade eine solche Funktion nicht auszuschalten. Auf meiner Webseite sind mittlerweile auch schon tausende an Beiträgen eingegangen und die dazugehörigen IPs wurden entsprechend gespeichert. Ich selber interessiere mich nicht die Bohne für die IP-Adressen. Dennoch kann es sehr wichtig sein sie zu haben, wenn z.B. Strafbestände erfüllt werden. Gerade das Internet mit seiner vermeintlichen Anonymität sorgt leider für immer mehr dieser Fälle.

    Wenn man dann ansehen muß, wie die gesamte Plattform geflutet wird oder Hasstiraden ausgesprochen werden, ist die IP-Adresse mit dem entsprechenden Zeitpunkt mit der einzige Anhaltspunkt, den man hat. Und Polizei und Staatsanwaltschaft können einem auch nur dann weiterhelfen.

    Wer wegen einer solchen Kleinigkeit nicht mal dem Betreiber einer Plattform vertraut, der sollte dort einfach keine Kommentare mehr schreiben.

  6. Holli meint: (16.8.2006 um 12:22) AntwortenReply to this comment

    @Lurker
    Sicher könnte man WordPress diese Funktion abgewöhnen – dieses müsste dann aber bei jedem Update wiederholt werden. Eine Tätigkeit für einen EDV-Freak, aber nicht zwingend für einen Paragraphenmenschen *gg*

    Ausserdem stellt sich die Frage nach Aufwand und Nutzen: Welchen Wert hätte es, ausgerechnet HIER "anynom" posten zu können? Es gibt sehr wohl Forem und Webseiten, bei denen es Sinn macht, zu neugierigen Strafverfolgungsbehörden/Geheimdiensten die Arbeit zu erschweren, aber hier?

  7. Lurker meint: (16.8.2006 um 12:23) AntwortenReply to this comment

    Ergänzung zu Nr. 1:

    Mir ist klar, daß man sich über die Anwendbarkeit des TDG und damit des TDDSG streiten kann – nach MDStV (den ich für den "Kommentar-Teil" nicht für einschlägig halte) sieht es aber exakt genauso aus. Gleiches gälte auch für das (allerdings jedenfalls nicht anwendbare) TKG.

  8. Udo Vetter meint: (16.8.2006 um 12:26) AntwortenReply to this comment

    Nur ein kleiner Hinweis: Es ist niemand gezwungen, mir seine IP-Adresse mitzuteilen. Ich fordere ihn auch nicht dazu auf.

  9. Holli meint: (16.8.2006 um 12:28) AntwortenReply to this comment

    @Markus
    1) Erkläre mir bitte inwieweit eine IP-Adresse zu den "personenbezogenen Daten" gehört. Solange Du nicht einen dir gehörenden (und im Ripe auf deinen Namen registrierten) IP-Adressbereich hast, ist deine temporäre(!) Ip-Adresse dir nicht ohne weiteres zuzuordnen. Erst die Auswertung der Logfiles deines Provider, oder der Zugriff auf die Informationen zur IP-Infrastruktur deines Arbeitgebers ermöglichen eine Zuordnung zu deines Rechners (was immer noch nicht zwingend auf deine Person schliessen lässt)

    und 2) Gibt es sehr wohl technische Gründe IP-Adressen in einem Weblog auszuwerten. Hast Du dich schon mal mit dem Thema Spambekämpfung auseinander gesetzt? Dieses ist IMHO ein SEHR guter Grund.

  10. Lurker meint: (16.8.2006 um 12:30) AntwortenReply to this comment

    @Udo Vetter:

    Sie wissen selbst, daß dieses Argument ein Nullargument ist. Weitere Bemerkungen dazu sind m.E. überflüssig.

  11. thomas meint: (16.8.2006 um 12:30) AntwortenReply to this comment

    Wer es unbedingt anonym haben möchte dem sei JAP empfohlen.

    Und ob IP Adressen _immer_ personenbezogene Datens sind bezweifle ich auch.
    Zitat Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz:
    "Sammeln Web-Sites nur aggregierte Daten über ihre Besucher, z.B. für Statistiken über Seitenabrufe, oder nur anonymisierte Daten in Form von auf Domain-Ebene reduzierten IP-Adressen, so ist damit keine Speicherung personenbezogener Daten gegeben."

  12. Prom meint: (16.8.2006 um 12:33) AntwortenReply to this comment

    anonym.to/?http://www.lawblog.de/ ;)

  13. holli meint: (16.8.2006 um 12:35) AntwortenReply to this comment

    @prom
    Damit kannst Du den Referer-Eintrag im Logfile des Webservers verbiegen. Im Zugriffslog erscheint aber dennoch deine ureigene IP-Adresse. anynom.to ist KEIN Proxy, sondern nur ein Forwarder!

  14. Rotkaeppchen meint: (16.8.2006 um 12:35) AntwortenReply to this comment

    "zum Beispiel einen Gerichtsbeschluss"

    hmmm….

  15. Markus meint: (16.8.2006 um 13:06) AntwortenReply to this comment

    Es muss ja keiner auf die Seite direkt gehen. Man kann den Law Blog auch prima über Bloglines lesen und schon kann hier keine IP gespeichert werden, ausser man schreibt einen Kommentar :)

  16. Der Kontaktbereichsbeamte meint: (16.8.2006 um 13:10) AntwortenReply to this comment

    *hinterlässt sein IP^^

  17. holli meint: (16.8.2006 um 13:30) AntwortenReply to this comment

    @markus
    Bloglines ist ein guter Trick. Dort wird (sehr wahrscheinlich) nicht nur deine IP-Adresse geloggt, sondern die Sichtung dieser Logfiles ermöglicht es auf _einem_ Server dein gesamtes Spektrum an Interessen zu analysieren.

    Da Bloglines in den USA steht, wird auch das DEUTLICH aufgeweichte amerikanische Recht Anwendung finden. Dort braucht es keinen Gerichtsbeschluss. In den USA haben die Staatsorgane VIEL weitergehende und direktere Zugriffsmöglichkeiten.

    Oder bist Du am Ende einer von "Ihnen" :))

  18. velvet meint: (16.8.2006 um 13:42) AntwortenReply to this comment

    @9: nicht jeder Zugangsanbieter vergibt rotierende IP-Adressen. So gesehen sind es sehr wohl personenbezogene Daten.
    Der von mir programmierte Counter speichert sogar den dazugehörigen Browser mit. Mich als Webdesigner interessiert es nämlich brennend, welchen Browser die Besucher benutzen und welche überhaupt kommen. Interessant ist ebenfalls, welche Suchmaschinen sich auf meine Seiten verirren. In der Statistik gibt es eine Funktion, die den zur IP gehörigen Diensteanbieter (Provider) auflöst. Das sind alles keine Funktionen, zu der man wer weiss was für ein Geheimwissen haben müsste, sondern native PHP-Funktionen. Mein altes Gästebuch hat die IP immer angezeigt beim Beitrag. Mein Kontaktformular überprüft, ob zur angegebenen E-Mail-Adresse ein registrierter Mailhost gehört, der also über einen MX-Eintrag verfügt und diesen innerhalb des Zeitlimits zurücksendet, sonst wird die Anfrage erst gar nicht versendet.

    Und wie schon einer sagte, ob das meine Website macht oder nicht, spielt keine Rolle. Der Server legt Logdateien an, in denen sehr viel mehr Daten gespeichert werden, zum Beispiel von welcher Seite aus der Besucher gekommen ist, welche Spracheinstellungen der Browser hat bzw. das BS, welche Plugins installiert sind, etc. Daten, die von Tracking Cookies wie gator gespeichert werden oder von der Alexa-Engine (beides native IE-Elemente, die man aber dringend herausoperieren sollte) nach Hause gesendet werden, würden mir da viel mehr Sorgen bereiten als eine gespeicherte IP.

  19. Martin_mb meint: (16.8.2006 um 13:46) AntwortenReply to this comment

    @ All

    Immer diese Überwachungsparanoia. Wir leben doch in einem Rechtsstaat, in dem jeder ohne Furcht vor Konsequenzen die Wahrheit schreiben kann, z.B. über die geheimen Bundes… – oh, Moment, es klopft an der Tür…

    ;-)

  20. Jürgen meint: (16.8.2006 um 13:49) AntwortenReply to this comment

    @Prom: anonym.to ist ein Dereferrer-Service. Wenn du das nicht verstehst, solltest du lieber aufhören, ihn irgendwo als Wundermittel anzupreisen. Um IP-Adressen zu verbergen ist dieser Dienst jedenfalls komplett untauglich.

  21. Xe54 meint: (16.8.2006 um 13:49) AntwortenReply to this comment

    Ein hoch auf den Datenschutz. Der leider in den letzten Jahren von vielen nicht mehr ernst genommen wird und von manchen zu ernst. mfg Xe54

  22. SvenR meint: (16.8.2006 um 13:54) AntwortenReply to this comment

    Man, man, man, Ihr habt Probleme. Meiner – wahrscheinlich unmaßgeblichen – Meinung nach sollte man immer zu dem stehen können, was man geäußert hat. Des wegen ist die vermeintliche Nachvollziehbarkeit doch in Wirklichkeit kein Problem.

    Außerdem gab es doch neulich erst ein Urteil, wenn ich nicht irre, in dem die Urheberschaft von IP-Log-Einträgen nicht dem Besitzer des "Gerätes" automatisch zugerechnet wurden. Dort war ein offenes WLAN vorhanden.

  23. Ben meint: (16.8.2006 um 13:58) AntwortenReply to this comment

    Die mir bekannten "technischen Gründe" für die Speicherung einer IP sehen alle (insb. bei Spam) so aus, dass man eine neue IP (potentieller Spammer) mit der vorhandenen Datenbank abgleicht. Und wie gleicht man Daten in nur eine Richtung ab? Richtig, mit Hashwerten. Wenn statt IPs lediglich die Hashwerte der IPs in der Datenbank speichern würde, könnte man alle "technischen Gründe" verfolgen, aber nicht herausbekommen, welcher Benutzer nun welche genaue IP hatte. Die IP würde durch einen für gewisse Behörden nutzlosen Hashwert ersetzt.

  24. Ben meint: (16.8.2006 um 13:59) AntwortenReply to this comment

    @SvenR: deshalb versende ich meine Steuererklärung immer auf einer Postkarte (ok, ca. 100 Postkarten)

  25. velvet meint: (16.8.2006 um 14:11) AntwortenReply to this comment

    @Ben: wenn die IP durch einen Hash ersetzt wird, kann man damit auch nicht mehr auf technischer Ebene arbeiten, ohne die wieder aufzulösen. Da dies grundsätzlich (ausser bei crypt) immer möglich ist, ist eine derartige Verschleierung nicht mehr als unnötige Speicherplatzverschwendung ;)

    velvet

  26. SvenR meint: (16.8.2006 um 14:17) AntwortenReply to this comment

    @Ben 23:
    Es hat sich manchmal als nicht so schlecht erwiesen, über eine IP-Adresse ein Indiz zu haben, von wem sinnlose/beleidigenede/strafbare Kommentare z. B. in Weblogs stammen. Da hilft einem der Hashwert nicht mehr wirklich.

    Telefonieren Sie auch mit Rufnummerunterdrückung? Kleiner Hinweis: Eine Rufnummerunterdrückung hilft Ihnen bei Erpresseranrufen nicht wirklich.

    @Ben 24:
    Den Unterschied zwischen "eine Meinung haben" und einer Steuererklärung kenne Sie schon, oder?

  27. SvenR meint: (16.8.2006 um 14:19) AntwortenReply to this comment

    @velvet 14:
    Wenn's ersmal gehasht ist, kriegt man es nicht wieder zurück – das ist ja der "Trick" bei Bens Vorschlag. Das ist eine Einbahnstraße.

  28. Mark meint: (16.8.2006 um 14:26) AntwortenReply to this comment

    @11: JAP ist nicht anonym, die loggen mit! Zumindest haben sie das mal. Ist also nicht vertrauenswürdiger als ein beliegbiger Proxy.

  29. Jürgen meint: (16.8.2006 um 14:36) AntwortenReply to this comment

    @velvet: Eine Abbildung K -> S heißt Hash-Funktion, wenn |K| >= |S|. Bei den wenigsten Hash-Funktionen wird nun |K| = |S| gelten, da dies für alle mir bekannten Anwendungen unsinnig wäre. Die Abbildung ist also eindeutig, nicht aber eineindeutig. Und damit nicht umkehrbar.

  30. Tobias Wolter meint: (16.8.2006 um 14:50) AntwortenReply to this comment

    Onion routing macht's etwas besser. http://tor.eff.org/ und so, für die, die es nicht kennen.

  31. thomas meint: (16.8.2006 um 14:53) AntwortenReply to this comment

    @28 Ja und? MIt den Logs können die einzelnen Stationen doch nichts anfangen.

  32. Noch nicht paranoider meint: (16.8.2006 um 14:57) AntwortenReply to this comment

    Was ist das für eine Angst vor der gespeicherten IP? Im Strassenverkehr fahre ich doch auch mit Nummernschild. Und wenn ich vor ner Bank Parke, werd ich sogar noch gefilmt dabei.

    Also man kann es auch übertreiben.

    So wichtig seid ihr nun auch wieder nicht… ;-)

  33. SvenR meint: (16.8.2006 um 15:26) AntwortenReply to this comment

    @Noch nicht paranoider 32:
    Sie haben vollkommen recht. Auch mein Auto hat ein Nummernschild, sowohl im Büro, zu Hause und auf dem Mobiltelefon arbeite ich nicht mit Rufnummerunterdrückung, auf Kongressen laufe ich sogar manchmal mit Namensschild herum.

    Dabei bin ich gaaaanz wichtig ;-))

  34. Marc Krämer meint: (16.8.2006 um 15:46) AntwortenReply to this comment

    Nochmal zurück zum Thema:

    Wie auch immer es in der Praxis beliebt ist, die Verarbeitung personenbezogener Daten auf dieser Webseite unterliegt dem BDSG, Datenschutzgesetz Nordrhein-Westfalen und TDDSG. Eine Anwendung des MDStV würde ich zumindest für die Kommentare ausschließen.

    Wie viel Prozent der Nutzer hier über einen Proxy gehen oder nicht bei RIPE registriert sind oder was auch immer ist ersteinmal unwichtig, da es bei RIPE registrierte Nutzer gibt und es sich um personenbezogene Daten handelt sobald eine Person bestimmbar ist. Also müssen wir eine IP Adresse, sofern sich das im Einzelfall nicht ausschließen lässt, als personenbezogen werten.

    Die oben von Herrn Vetter getroffene Aussage "Es ist niemand gezwungen, mir seine IP-Adresse mitzuteilen. Ich fordere ihn auch nicht dazu auf." liest sich zwar nett, ist zum fachlichen Aspekt hier eher sinnfrei. Die Anforderungen des TDDSG werden, streng genommen, hier nicht erfüllt.

    Ein Auskunftsersuchen nach §19 BDSG (zum Umfang, Empfänger und Zweck) und §18 Datenschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (insbesondere Rechtsgrundlage) wäre damit unbefriedigend beantwortet.

    Konstruktiv wäre der z.B. eine Antwort wie: Das die Erhebung der IP-Adresse nach §14 Abs. 2.6 geschieht um statistische Auswertungen durchzuführen und den sicheren Betrieb (Angriffe auf Applikationsebene) zu gewährleisten. Die Zweckbindung würde selbstverständlich eingehalten. Nach der Prüfung/Sichtung und anonymisierten statistischen Auswertung werden die Daten gelöscht. Ein Verschluss der der personenbezogenen Daten nach §4 TDDSG Absatz 4.2 ist gewährleistet.

    Dann wären dann nur noch die Anforderungen des §4 TDDSG 4.1 zu erfüllen. Am besten als kleine Ergänzung zum Impressum. Eine bessere Lösung habe ich auch nicht.

  35. Malte meint: (16.8.2006 um 15:56) AntwortenReply to this comment

    Die Frage ist ja wohl, für wen die IP personenbezogen ist. Für Udo Vetter ist sie es jedenfalls nicht, eben weil er wortwörtlich den Bezug zwischen IP und der dahinter sitzenden Person nicht herstellen kann. Ich bin mir als Laie nicht wirklich sicher, ob das TDSSG in diesem Fall überhaupt Wirkung zeigt, da dieses eben von "personenbezogenen Daten" spricht.

    Anders sieht es beim Provider der Person aus, der die IP von diesem zugeteilt wird. Er kann den Bezug herstellen. In diesem Bereich wurde ja auch schon so einiges geurteilt über die Zulässigkeit der Speicherung von Verbindungdaten.

  36. Sebast. meint: (16.8.2006 um 16:11) AntwortenReply to this comment

    Die IP ist m.E. schon deswegen personenbezogenes Datum, weil sie dem Kommentar und dessen Verfasser zugeordnet ist.

  37. SvenR meint: (16.8.2006 um 16:30) AntwortenReply to this comment

    @Sebast. 36:
    1. Eine IP-Adresse ist immer maschinenbezogen.
    2. Die IP-Adresse die Herr Vetter hier logt ist nicht unbedingt die der Maschine, vor der der Kommentarverfasser gesessen hat (NAT, Proxies etc.).

  38. Holli meint: (16.8.2006 um 16:30) AntwortenReply to this comment

    @36 Wer ist der Verfasser? Wer ist Holli? Erst mit Zuordnung einer realen Person – nicht eines Nicknames, werden die Daten knifflig.

    Generell zu dem Thema anonymes Internet: Ihr muesst nun SEHR tapfer sein, denn nicht nur 99,99% aller Webseiten speichern eure Zugriffe, sondern auch jede Mail die Ihr schickt oder bekommt wird in Logfiles (mit den IP-Angaben von Versender und Abholer sowie den Mailadressen!) festgehalten.

  39. Marc Krämer meint: (16.8.2006 um 17:03) AntwortenReply to this comment

    @SvenR [37]:
    (1) Eine Telefonnummer ist demnach dann auch auf ein Telefonbezogen? Ich denke nicht; eine Telefonnummer ist auf den Telefonanschluss einer Person bezogen. Eine IP-Adresse ist auf den Internetzugang (sofern kein Proxy eingesetzt wird) einer Person bezogen.
    (2) Das kann richtig sein. Ein HTTP-Proxy kann dennoch den Client im HTTP-Header übermitteln und NAT an einem privaten Router sorgt dennoch dafür das die IP Adresse des Internetaccounts übermittelt wird. Dann ist auch die IP Adresse im privaten Netz nicht mehr relevant.

    @Holli [38]:

    Korrekt, das SMTP Protokoll fügt das Routing einer email dem Mailheader hinzu.

    @Malte [35]:

    Oh doch. Z.B. habe ich mich dafür entschlossen meinen wahren Namen und Webseite hier einzutragen. Die Möglichkeit der anonymen oder pseudonymen Nutzung (Anforderung aus dem TDDSG) habe ich nicht wahrgenommen. Damit habe ich der offensichtlichen Nutzung meines Namens, Mail, Webseite und Textes in seiner Zweckbestimmung zugestimmt. Also der Veröffentlichung hier. Damit ist alles in Ordnung. Meine IP-Adresse ist damit mir eindeutig zuzuordnen.

    Da ich gleich mir der Frage rechne, was ich dann nun an der Speicherung meiner IP-Adresse einzuwenden hätte wenn ich doch sowieso namentlich bekannt sei, will ich sie gleich beantworten. Mir persönlich ist egal. Mir hätte es aber auch nicht egal sein können das Herr Vetter auslesen kann bei welchem Unternehmen ich arbeite (Domainname des Proxy). Oder einen zufälligerweise anderen hier postenden Kollegen mir zuordnen kann oder was auch immer. Kurz: Unabhängig von meiner persönlichen Befindlichkeit ist es ohne Rechtsgrundlage oder meinem persönlichen Einverständniss nicht zulässig.

  40. velvet meint: (16.8.2006 um 18:02) AntwortenReply to this comment

    @Malte: im TDDSG steht davon aber nix. Das spricht von Nutzungsdaten, zu denen es sehr genaue Vorschriften gibt, und wenn man der Formulierung folgt, sind damit Anmeldedaten zu irgendwelche Diensten gemeint.
    Ich finde es auch ein bissel schwammig, da es zwar Begriffserklärungen für 'Nutzer' und 'Teledienstanbieter' gibt, nicht aber für die Nutzungsdaten. Somit ist (zumindest für mich) nicht eindeutig feststellbar, ob die IP überhaupt unter die Nutzungsdaten fällt.
    Da man die Vergabe einer IP über den Provider nicht verhindern kann und jeder Server die IP Adresse nutzt, um die Anfrage des Browsers an ihn zu beantworten (sprich: die Webseite ausliefert), fällt das wohl nicht unter die informationspflichtigen Daten. Ich wüsste auch nicht, warum man einer Website verbieten sollte, IP-Adressen zu speichern, das macht der Server sowieso und die meisten bieten darüber hinaus hübsch aufbereitete Statistiken dazu an. Dabei spielt es eben überhaupt gar keine Rolle, ob man hier einen Kommentar hinterlässt oder das Blog nur liest, die Adresse wird ganz unabhängig von WP sowieso gespeichert, mit sehr viel mehr Daten, als das WP tut. Man möge dazu mal einen Selbsttest mit der $_ENV-Variable oder $_SESSION machen, welche Daten da so herumschwirren. ;)

  41. thogo meint: (16.8.2006 um 19:58) AntwortenReply to this comment

    Die technische Seite ist für jeden normalen Nutzer eigentlich gelöst: Liegt auf "http://torpark.nfshost.com/". Programm auf HD und/oder HD installieren und schon wars das mit der Zuordnung von User und IP – so soll ich z.B. laut meiner aktuellen IP aus Finnland kommen :-). Nicht zu vergessen – so ein Tool ist auch auf Reisen im Internetcaffee nützlich wenn man mal seine Mails lesen möchte.

  42. Dirk meint: (16.8.2006 um 20:08) AntwortenReply to this comment

    Der Streit darum, ob eine IP zu den personenbezogenen Daten gehört ist uralt. Genauso die Frage, ob die IP gespeichert werden darf.

  43. Knut meint: (16.8.2006 um 22:02) AntwortenReply to this comment

    Dann geht doch alle zu AOL und benutzt den tollen AOL Browser. Dann gibts nach jedem Click ne neue IP. Ach ja, Cookies löschen nicht vergessen…

    Knut
    der übers Handy surft, jeder Nutzer hat da die gleiche (Proxy-)IP

  44. Stulle meint: (16.8.2006 um 22:17) AntwortenReply to this comment

    Hallo,

    wer es wirklich sicher haben möchte sollte eine Kombination mit TOR und JAP fahren.

    Zu fragen helfen gerne stop1984, Chaos Computer Club und Attac.

    LG Stulle

  45. SvenR meint: (17.8.2006 um 08:47) AntwortenReply to this comment

    @Mark Crämer 39:
    (1) Natürlich ist ein Telefonanschluß immer einer (natürlichen oder juristischen) Person zugeordnet. Mein Telefonanschluß zu Hause läuft auf den Namen meiner Frau und mir (ist das so deutsch), mein Telefonanschluß im Büro und mein Mobilfunkvertrag auf meinen Arbeitgeber, das Mobiltelefon meiner Frau und meines Schwiegervaters laufen auf mich. Das heißt aber noch lange nicht, dass nur der "Vertragspartner des Providers" auch tatsächlich damit telefoniert oder Telefonate ihm automatisch zugerechnet werden können. Es ist höchstens ein Indiz.

    (2) Wenn ich zu Hause im Internet surfe, dann erhalte ich spätestens nach 24 Stunden eine neue IP-Adresse meines Providers, wenn ich möchte, öfter. Da ich per DSL mit Flat-Rate konnektiert bin besteht für meinen Provider nicht die Notwendigkeit meine IP-Adresse zu speichern. Wenn ich im Büro im Internet surfe übermittele ich (und meine knapp tausend Kollegen) eine statische IP-Adresse, die zu meinem Arbeitgeber zurückverfolgt werden kann, aber nie zu meinem Arbeitsplatz, und schon gar nicht zu mir. Wenn ich vom meinen Mobilgeräten unterwegs surfe erhalte ich eine IP-Adresse aus der Range des Mobilfunkproviders. Dieser Mobildunkprovider schafft es ja nicht einmal alle abrechnungsrelevanten Daten richtig zu erheben und zu speichern. Und der solll sich auch noch um eine Zuordnung von IP zu Mobilfunknummer kümmern?

    Und nochmals: Und wenn, alles was ich sage/schreibe kann ich vertreten.

  46. SvenR meint: (17.8.2006 um 08:49) AntwortenReply to this comment

    @Marc Krämer 39:
    …und da ich nicht richtig Tippen kann, kann ich hinterher auch immer behaupten, dass es so nicht gemeint war ;-))

  47. Lurker meint: (17.8.2006 um 13:48) AntwortenReply to this comment

    @SvenR:

    Ich kann ebenfalls alles vertreten, was ich schreibe – aber ich lege Wert darauf, zu wissen, was Dritte über mich wissen.

    Aufgrund der nahezu unendlichen Verknüpfbarkeit von Daten ist dieser Anspruch aber jedenfalls dann illusorisch, wenn nahezu überall und ohne Not Daten gespeichert werden – daher empfinde ich das als zumindest lästig und bitte darum, es zu unterlassen.

    Natürlich könnte ich – statt eine oder mehrere (in meinem Fall ziemlich aussagekräftige) IP zu hinterlassen, mich um Anonymisierung bemühen. Ich meine nur, daß unabhängig davon Herr Vetter (und natürlich alle anderen Internetler – er befindet sich ja in (un)guter Gesellschaft – nicht unbedingt aktiv Daten sammeln sollte, die er weder braucht noch sammeln darf. Denn jedenfalls wird meine Verbindung durch seine Sammelei (die sicherlich in bester Absicht bzw. verständlicher Faulheit geschieht) nicht unbedingt anonymer.

  48. Christina(19) meint: (17.8.2006 um 14:20) AntwortenReply to this comment

    Wenn ich auch nur annähernd eine Ahnung gehabt hätte, was ich mit einer so kurzen Frage auslöse…

    Meine Frage: in Tread 224
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2005/09/21/inzest-erlauben/

    …ich hätte sie sicherlich nicht gestellt!

  49. Christina(19) meint: (17.8.2006 um 14:55) AntwortenReply to this comment

    @SvenR
    Thread 22
    "Man, man, man, Ihr habt Probleme. Meiner – wahrscheinlich unmaßgeblichen – Meinung nach sollte man immer zu dem stehen können, was man geäußert hat."

    wer meinem vorherigen Link folgt, wird sicher erahnen können warum ich gern anonym bleiben will.
    Mit ein wenig kombinationsgabe zumindest!

    Mein Problem hat sich ja mittlerweile erledigt, weil ich ja nicht von zu Hause (Heimnetz) sondern aus einem öffentlichem Internetcafee schreibe und geschrieben habe.
    Ich bin dort nicht bekannt und wechsle oft das cafee.
    Also bin und bleibe ich anonym solange ich nicht von zu Hause aus Poste.

  50. holli meint: (17.8.2006 um 14:57) AntwortenReply to this comment

    @47 Lurker

    Du schreibst, Du _könntest_ dich um Anonymisung deiner Internetzugriffe kümmern. Aber Du erwartest, das sich _alle_ Betreiber von Internetangeboten – auf dein Bedürfnis hin – den Aufwand machen, Standardkonfigurationen zu ändern (was manche Betreiber wahrscheinlich technisch überfordert) und eventuell technisch sinnvoll eben genau diese Daten zu speichern. Ob man diese in einer Weise auswertet, dass deinem Bedürfnis nach Anonymität zuwider läuft ist dabei noch unbesehen.

    Wieso tust DU nicht etwas, sondern erwartest es von ALLEN anderen? In meinen Augen ist deine Forderung ein wenig sehr übertrieben.

    Generell möchte ich zu diesem Thema anmerken, das es viele Bereiche gibt, in denen Anwender das große Hadern starten, wenn sie die technischen Hintergründe ansatzweise verstehen. Wenn sie sich dann aber WIRKLICH in das Thema einarbeiten, sieht die Welt wieder ganz anders aus.

    @SvenR(45)
    Ich will ja nicht den Paranoiamodus einschalten, aber auch bei Firmenproxys ist es technisch durchaus möglich festzuhalten, wer(Interne IP- oder MAC-Adresse wann worauf zugegriffen hat. Mittels SNMP sollte die absolut kein Problem sein. OK, die Datenmenge wird erheblich sein, aber wenn man einzelne Nutzer "kontrollieren" möchte, ist das ein Kinderspiel.

  51. SvenR meint: (17.8.2006 um 15:09) AntwortenReply to this comment

    @holli 50:
    Ja, natürlich. Bei uns kämen mittlwerweile pro Tag ca. 60 GB Logdaten zusammen, wenn wir alle Logs, die technisch machbar sind, aufheben würden. Und selbst wenn Sie aufgehoben würden, beweisen Sie nichts. Ein Dutzend Menschen in House sind technisch in der Lage, diese Logs zu manipulieren. Außerdem zeigt das ja nur, welche Maschine es war. Das man auch MAC-Adressen relativ leicht fälschen kann, wissen Sie, oder?

    Es gibt auch die Möglichkeit, alles was ich spreche per Richtmikrofon zu erhaschen, oder anhand der "Strahlung" alles "auf Entfernung" lesbar zu machen, was auf meienm Bildschirm angezeigt wird. Aber auch davor habe ich keine Angst.

  52. Lurker meint: (17.8.2006 um 16:59) AntwortenReply to this comment

    @50:

    *öhm* Wer setzt denn die standardmäßig auf rechtmäßiges "Verhalten" konfigurierte Software ein?

    Das Anonymisieren der eigenen Spuren ist im Internet nicht ganz ungefährlich – schließlich leitet man alle seine Daten über einen (weiteren) Drittserver, den man selbst nicht unter Kontrolle hat. Da darf man sich dann schon fragen, warum andere *aktiv* protokollieren und mir sagen, ich könne ja schließlich Proxies (etc.) benutzen.

    Abgesehen davon: Ich bitte schlicht und einfach höflich darum, daß sich jemand nicht bewußt rechtswidrig verhält. Ist das tatsächlich so anspruchsvoll?

  53. Dirk meint: (18.8.2006 um 08:28) AntwortenReply to this comment

    @51: man kann MAC-Adressen fälschen, richtig. Aber leicht ist das sicherlich nicht. Es ist doch immer wieder schön, wie solch eine Mär im Web verbreitet wird.

  54. rp meint: (18.8.2006 um 11:59) AntwortenReply to this comment

    so schwer ist das mit der MAC Adresse nicht ;-)

  55. Stulle meint: (18.8.2006 um 16:30) AntwortenReply to this comment

    @Dirk: wenn man die richtigen Tools kennt, ist das eine Sache die SEHR einfach ist.

  56. TomTom(30) meint: (19.8.2006 um 22:36) AntwortenReply to this comment

    @Christina(19)
    was hast du den für fragen und was für ein erlebniss hattest du den???

  57. Vergesst es meint: (19.9.2006 um 22:53) AntwortenReply to this comment

    Anonym? Lol. Schaut mal auf Seiten wie http://www.ip-adress.com

    Da vergeht einem das Lachen aber sofort. All das, was da steht weiss jeder Server bzw. Webmaster von Seiten die ihr besucht habt, wenn sie etwas ahnung haben. gute nacht.

Kommentar schreiben

Zulässige HTML-Tags:
Fett: <b> - Kursiv: <i> - Zitat: <blockquote>

Powered by WordPress - Impressum