28.8.2006

Fußballfans – diesmal nur halbnackt

Anhänger von Eintracht Frankfurt mussten beim jüngsten Gastspiel in Mainz ihre Trikots ausziehen, wenn sie Karten für “neutrale” Plätze hatten. Das berichtet der Main Rheiner.

Zahlreiche Fans hätten die Begegnung mit nacktem Oberkörper beobachtet müssen, schreibt mir law blog-Leser Dieter Wennes. Schon im Vorfeld soll es knallharte Kontrollen gegeben haben. Auf der Seite von Eintracht Frankfurt wird berichtet, es seien sogar Ausweise einbehalten wurden.

Siehe auch:

- Die Welt nackt zu Gast bei Freunden

- Erniedrigt und beschmutzt

16 Kommentare zu “Fußballfans – diesmal nur halbnackt”

  1. n.n. meint: (28.8.2006 um 18:27) AntwortenReply to this comment

    tscha, mit weissem hemd und weisser krawatte wär man da sicher unbehelligt reingekommen.
    ich frage mich nur, was die herren und damen vom sicherheitspersonal zu einer robe gesagt hätten …

  2. Ichmein Janur meint: (28.8.2006 um 18:33) AntwortenReply to this comment

    Na was wohl?
    Ey alda das is där Typ der misch zu 6 Monate verknackt hat!

  3. n.n. meint: (28.8.2006 um 18:40) AntwortenReply to this comment

    @ 2

    oder: "hallo herr vetter! was machen sie denn hier?!"

  4. Florian meint: (28.8.2006 um 18:50) AntwortenReply to this comment

    Ich frag mich, was für eine Logik hinter dieser Maßnahme steckt.

    Vielleicht kenne ich ja (aus München) nur die heile Welt, aber eigentlich sollte doch gerade die Haupttribüne nicht gerade Randale-gefährdet sein. Sicherheitsüberlegungen dürften daher wohl nicht im Vordergrund gestanden haben.

    Auch der Versuch, ein "einheitliches Bild" (Corporate Design) zu produzieren kann nicht der Grund sein. Denn erstens ist die Haupttribüne in der Totalen doch recht selten im Fernsehen zu sehen (weil es von dort auch die langweiligsten Bilder gibt) und außerdem sind die Vereinsfarben der beiden Mannschaften doch auch gar nicht so unterschiedlich (beide mit viel Rot).

    Im übrigen sind doch (wiederum meine München-Erfahrung) die Haupttribünen-Besucher tendenziell die besser betuchte Klientel. Was für eine Logik verfolgt also ein Verein, wenn er gerade diese Besucher vor den Kopf stößt?
    Ein Frankfurter, der sich in Mainz einen Haupttribünen-Platz leistet, sollte doch eigentlich nicht unnötig drangsaliert werden.

    Also: Ich kapier den Sinn der Maßnahme wirklich nicht.

  5. Peer Se meint: (28.8.2006 um 20:11) AntwortenReply to this comment

    Zunächst einmal: die Regelung, dass es bestimmte (Stehplatz)-Bereiche eines Stdions gibt, in denen Gästefans der Zutritt nicht gestattet ist, ist in Bundesligastadien üblich und ist u.a. in Mainz Bestandteil der AGBs, im konkreten Fall §5 Nr. 4 der Mainzer Stadionordnung. Soweit wenig überraschend für Gästefans.
    Bislang hat man diesen Passus in Mainz meines Wissens nicht bzw. so gut wie nicht angewendet, gestern jedoch mußten die Ordner auf kurzfristige Anweisung "von oben" strikt durchgreifen, z.T. ist das wohl sogar im Sitzplatzbereich geschehen.

    Hintergrund der in der Form absolut unnötigen Aktion ist, dass sich ein kleiner, aber bemerkbarer Teil der Eintracht-Fans in den letzten Jahren wie die Axt im Walde im Mainzer Stadion verhalten hat. Wie dem durch ein striktes -zuvor nicht angekündigtes(!)- Verbot von Frankfurter Fanschals u.ä. außerhalb des Frankfurter Blocks begegnet werden kann bleibt das Geheimnis desjenigen Mitglieds der Mainzer Geschäftsführung, der den Blödsinn angeordnet hat.

    Presseerklärung von Mainz 05 von heute zum Thema:

    Betreff Presseinfo Mainz 05

    Sorry, Eintrachtfans!

    Der 1. FSV Mainz 05 entschuldigt sich in aller Form bei den Fans von Eintracht Frankfurt für den beim Besuch des Bruchwegstadions im Rahmen des Rhein-Main-Derbys entstandenen Ärger. Frankfurter Fans, die Tickets für die Mainzer Fanblöcke erworben hatten, mussten mitgeführte Fanartikel wie Trikots oder Schals vor dem Betreten des Stadions abgeben.

    „Wir möchten uns bei allen Eintrachtfans entschuldigen, die bei Betreten des Stadions ihre Fanutensilien abgeben mussten und dabei als Personen und Fans offensichtlich nicht mit dem gebotenen Respekt behandelt wurden“, sagt 05-Präsident Harald Strutz. „Die Maßnahmen am Spieltag entsprachen in keiner Weise unserem Verständnis von Gastfreundlichkeit und vom Umgang mit der Fankultur unserer Gäste. Es hat sich bei den Kontrollen am Stadioneingang nicht um eine Anordnung des Vereins gehandelt, sondern um eine intern nicht abgestimmte Anweisung der Geschäftsführung, über die Vorstand und Management nicht informiert waren. Aufgrund negativer Erfahrungen mit Gästefans in Mainzer Fanblöcken in der Vergangenheit und der Einstufung der Partie als Risikospiel ist hier leider überreagiert worden. Zum großen Erlebniswert der Duelle gegen Eintracht Frankfurt gehören für uns auch die lautstarken Fans der Gäste. Wir möchten die Eintrachtfans in ihren Vereinsfarben auch in Zukunft wieder als gute Gastgeber bei uns im Stadion begrüßen. Ich bin froh, dass Heribert Bruchhagen stellvertretend für Eintracht Frankfurt unsere Entschuldigung bereits akzeptiert hat.“

    1. FSV Mainz 05
    Pressesprecher Tobias Sparwasser

  6. Sansiba_New meint: (28.8.2006 um 21:52) AntwortenReply to this comment

    Würd mich jetzt wirklich interessieren was "unser Kloppo" dazu sagt :-))

  7. Peer Se meint: (28.8.2006 um 22:04) AntwortenReply to this comment

    @6:

    Der kommentiert Vorgänge im Verantwortungsbereich anderer Mainzer Funktionsträger üblicherweise nicht, gut finden wird er es sicherlich nicht (solch einen dämlichen Anlass wie den gestrigen gab es bislang allerdings auch nicht, das sei zur Ehrenrettung der Mainzer angemerkt).
    In diversen Mainzer Fanforen überwiegt auch deutlich der Unmut über solch unnötige Gängelei, unter anderem weil derartiges schon mehrfach in anderen Stadien selbst erlebt und mißbilligt wurde, außerdem auch weil man sich ausrechnen kann, was für ein Spießrutenlauf den Mainzer Fans in der Rückrunde in Frankfurt vermutlich blühen wird.

  8. KiNGU (Link) meint: (29.8.2006 um 01:19) AntwortenReply to this comment

    Anzumerken ist, dass die Presseerklärung auch erst nach offizieller Beschwerde durch den Frankfurter Verein kam…

    <a href="http://www.eintracht.de/aktuelles/details/19158/" rel="nofollow">Link zur Meldung</a>

    Als Auswärtsfan ist man die Repressialien bereits gewohnt… Einer der Gründe, warum ich gar nicht erst "Fan-Utensilien" mitführe. Wo bleibt eigentlich die Entschuldigung der Stadt Mainz, für den überzogenen Polizeieinsatz an den Bahnhöfen, den Kneipen in der Innenstadt, etc.? Ach, ich vergaß. Unser 50 Mann-Grüppchen bestand laut Polizeimeldung ja aus "400 gewaltbereiten Hooligans"….

  9. Stadt Mainz meint: (29.8.2006 um 09:33) AntwortenReply to this comment

    Zuständig für den Polizeieinsatz war das Land Rheinland-Pfalz nicht die Stadt Mainz!

    Ansonsten: Letztes Jahr hat sich ein Frankfurter Mob (Aktion "Alle nach Mainz auch ohne Karten") so richtig schön in der Mainzer Altstadt ausgetobt (Videos hiervon findet man bei youtube). Dass nunmehr alle Frankfurter Fans darunter zu leiden haben ist sicher nicht auf die Stadt Mainz zurückzuführen.

  10. Anonymous meint: (29.8.2006 um 11:13) AntwortenReply to this comment

    @5: Du solltest den Text noch einmal lesen. Es ging eben gerade NICHT um die Bereiche, in denen der Zutritt explizit untersagt ist, also die Heimbereiche, sondern um die als völlig neutral geltenden übrigen Blöcke!

  11. Zebra meint: (29.8.2006 um 11:27) AntwortenReply to this comment

    Die Frankfurter machen sich bei ihren Heimspielen in der Kurve doch stets freiwillig halbnackt. Da versteh ich jetzt die Aufregung nicht. Die sollen aufhören zu heulen.

  12. Anonymous meint: (29.8.2006 um 11:44) AntwortenReply to this comment

    @11: Aha, und deswegen ist ein Zwang in Ordnung, insbesondere ein Zwang der so durchgeführt wird, daß die Leute keine Möglichkeit mehr haben, sich noch umzukleiden?

    Aber sonst alles klar?

  13. Anonymous meint: (29.8.2006 um 18:35) AntwortenReply to this comment

    @10:

    Äh, nein, ich doch oben ausdrücklich geschrieben, dass z.T. über die von den ABGs beschriebenen Bereiche gehandelt wurde. Die Bezeichnung "neutrale" Blöcke ist allerdings nebenbei bemerkt Blödsinn (was aber nichts an der Schwachsinnigkeit der Aktion ändert). Von "neutralen" Blöcken zu sprechen ist irreführend, so etwas gibt es womöglich in Event-Tempeln wie Fröttmanning, das Mainzer Stadion fasst aber nur 20.300 Leute, abzüglich der 10% für die Gäste sind das 18.000 Plätze für das Mainzer Publikum, die jedes Heimspiel restlos ausverkauft sind. Wer schon mal im in Rot getauchten Mainzer Stadion war & miterlebt hat, wie sehr sämtliche Tribünen (auch die "Schnittchenfresser-Fraktion") mitgehen, wird mit beipflichten, dass die Bezeichnung "neutrale Blöcke" Unsinn ist.
    Nochmal: überhaupt kein Grund Frankfurter Fans ohne Ankündigung Schals abzunehmen oder aufzufordern, ihre Oberbekleidung zu wenden bzw. auszuziehen (egal ob Steh- oder Sitzplatzbereich), aber meines Erachtens muß man auch nicht durch verzerrende Bemerkungen noch weiter Öl ins Feuer giessen.

  14. Peer Se meint: (29.8.2006 um 18:36) AntwortenReply to this comment

    Argh, vergessen: Nummer 13 war von Peer Se.

  15. Peer Se meint: (29.8.2006 um 19:51) AntwortenReply to this comment

    Eieiei. Und ich habe im ersten Satz die entscheidenden Wörtchen "habe" & "hinaus" vergessen.

    Macht jetzt Feierabend: P.:-)

  16. F.R. (Psycho-Blog) (Link) meint: (30.8.2006 um 12:19) AntwortenReply to this comment

    In dem Zusammenhang was Schönes von den Grünen:

    johannes-lichdi.de/e-cards+M53110eb971b.html

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