Natascha K.: “Der Sammler” als Vorbild?
Matt Wagner ist aufgefallen, dass der Fall der Österreicherin Natascha Kampusch verblüffende Ähnlichkeiten zum Roman “Der Sammler” von John Fowles aufweist.
In dem Buch, das 1964 erschienen ist, bereitet der Täter akribisch die Entführung vor, baut seinen Keller zum schalldichten Gefängnis um und geht schließlich mit einem Lieferwagen auf die Pirsch, um eine junge Frau einzufangen wie einen seltenen Schmetterling.
Näheres, auch zu Verfilmungen, “Auf der Rückseite der Reeperbahn”.
Hisbollahwannabes laden sich aus dem Internet unbrauchbare Bombenanleitungen herunter und scheitern kläglich -> Man fordert schärfere Kontrolle des Internets und seiner Inhalte und aller, die damit in Kontakt geraten.
Und nun? Vielleicht kommt ja noch heraus, daß er sich das EBook heruntergeladen hat, dann stimmt die Vorlage wieder für das obligatorische Heulen.
Nicht nur in diesem Roman wird eine Entführungsgeschichte der Art geschildert. Auch in "Yin" von Akif Princci geht es um das Thema. Und auch hier sind die Parallelen erschreckend!
Ob das wohl auch so eine Diskussion wie bei "gewaltverherrlichenden" Computerspielen bzw. Filmen nach sich zieht?
Lach jetzt nicht, U.V. aber genau an dieses Buch habe ich dabei gedacht… Ich habs gelesen bzw. dann auch das Hörspiel gehört und vieles erinnert doch sehr daran…
Kam schon raus, dass der Täter Counterstrike gespielt hat und seine Wohnung mit Horror-Videos und Killerspielen vollstand? Da muss doch was zu machen sein, dammich! So eine potentielle Vorlage darf sich die Moralische Mehrheit Zum Schutze Dieser Unserer Westlichen Wertegemeinschaft ™ nicht entgehen lassen …
Ich denke Fantasien zu Menschen sind sowas wie (im Datenbank Slang gesagt) n:m Beziehungen. Eine Fantasie kann von beliebig vielen Menschen geteilt werden, sowie ein Mensch beliebig viele Fantasien haben kann.
Es ist also NIE Ausgeschlossen, dass eine in die Tat umgesetzte (erschreckende, fantasievolle, erotische, extravagate) Fantasie nicht schon vorher von einem Menschen niedergeschrieben wurde. In welchem Medium auch immer. Da heutzutage fast alles im Internet landet, schlussfolgert sich für mich hierraus das a) das Internet sehr gern als Kern allen Übels gebrandtmarkt wird und b) dass fast jede Tat sich irgendwo niedergeschrieben wiederfinden lässt und man _erschreckende_ Parallelen ziehen kann. Das Argument wird nie aussterben.
Ich finde ja auch man sollte keine Kinder mehr bekommen, die werden ohnehin irgendwann sterben.
Und außerdem sollten alle schon lebenden Menschen von Robotern in Einzeilhaft gehalten werden – damit nicht irgendeiner irgendeinem etwas antun kann.
Meine Güte – das Leben ist nun einmal grundsätzlich einfach gefährlich – und endet nun mal meistens tödlich.
Man kann Menschen und Kinder nicht vor allen theoretischen Gefahren schützen – wenn man das tut muß man Leben gleich aufgeben.
Auch wenn ich soooo alt nun auch nicht bin – aber irgendwie denke ich gerade auch an die Ökos der 80ger – damals war ja schon der Weltuntergang klar (Waldsterben, Atomrüstung, Tschernobyl .. ) – und bei jedem Sexualdelikt gehört sich ja die Todesstrafe…. denn es liegt ja an der repressiven chauvinistischen Erziehung …
kann und darf man in diese Welt noch Kinder setzen?
Aber dann kann und darf man eben nicht leben!
"ich glaub vorher defragmentier ich meine festplatte, schmeiß alle cds weg und installier löwenzahn, teletubbies, pokemon usw auf meinem rechner. Dann lauf ich Amok. Das wird den Psychologen EINIGES zu denken geben!"
gefunden bei german-bash.org
Die Richtung der Diskussion hier in den Kommentaren finde ich merkwürdig. Es ging mir um eine bisher noch nicht diskutierte Parallele des Falls zu einem literarischen Vorbild. Keinesfalls wollte ich damit in irgendeiner Form Zensur nahelegen!
Selbst wenn sich irgendwer von einem Kunstwerk zu einem Verbrechen inspiriert fühlt, bedeutet das nicht, das Kunstwerk sei schuld – sondern nur, dass der Straftäter einen Defekt hat, nichts weiter. Sonst wären ja auch die Beatles verantwortlich für die Manson-Morde Ende der 60er – schließlich hat Charlie immer wieder „Helter Skelter“ gehört und an ihn gerichtete Botschaften herausgelesen …
Aber man muss auffällige Parallelen auch mal benennen dürfen, ohne gleich in eine Zensurecke gesteckt zu werden.
Ich stimme Matt zu.
@9: Niemand steckt Sie in irgendeine Ecke. Die Kommentare beziehen sich nahezu ausschliesslich auf die sattsam bekannten Populisten, Innenminister und andere Gralshüter der Moral, die bei solchen Anlässen/Hinweisen immer gleich "VERBOT!" schreien. Ich weiß also nicht, wie Sie darauf kommen, Sie selbst wären damit gemeint. Ganz im Gegenteil, Ihren Hinweis habe ich (und andere auch) als solchen verstanden. Nur als Hinweis, als ein "Ach, übrigens …".
Sehr geehrter Hr. Vetter! Vielleicht sollten Sie doch farbige Ironie-Tags bereitstellen, mit denen man die eigenen Beiträge kennzeichnen kann :)
Mich hat der Fall eher an "Intensity" (ist auch der deutsche Titel) von Dean Koontz errinnert. Ähnliche Handlung nur neuer.
@Matt: Das ging überhaupt nicht gegen dich oder deinen hochinteressanten Fund. Mir fiel nur eine Parallele zu dem ganzen Thema Gewaltspiele und -filme in Verbindung mit Verbrechen auf.
Ich hatte also schon zwei Schritte weitergedacht und darauf gewartet, dass eine Zensur/Indizierung/Verbot solcher Materialien gefordert wird.
HILFE…
ich werde festgehalten,
aber erst noch zuendelesen.
Nur Spass ;)
Die Ermittler suchen jetzt nach Buch und Video im Bestand des Täters:
http://oe1.orf.at/inforadio/67717.html
Warum ist Natascha Kampusch so intelligent?
Tja – weil sie von einem Mann erzogen wurde und weil sie in der Pubertät keinerlei Kontakt zu (verdummenden) Peer-groups hatte…?
Ich hab den Roman vor ca. 20 Jahren gelesen und musste auch sofort daran denken, als ich von Nataschas Flucht und dem ganzen Fall hörte.