Scheidungsquiz
Draußen auf dem Flur denke ich noch, was hat die Frau für seltsame Tattoos auf den Händen. Im Gerichtssaal stützt sie die Hände mit den Kanten auf den Tisch, die Innenflächen schön zu sich gedreht. Mir wird einiges klar. Sie hat sich für das Scheidungsquiz vorsorglich die wichtigsten Daten notiert: Eheschließung, Zusammenzug, Trennung, Auszug aus der gemeinsamen Wohnung.
Na ja, mein Mandant hatte ja auch einen Soffleur dabei…
Frage eines Unverheirateten: Und warum ist es wichtig, solche Details vor Gericht aufzählen zu können?
Frage eines Unwissenden: Darf man keine Notizen Akten und ähnliches mitbringen? Muss man das auf den Körper schreiben?
Meinten Sie Souffleur?
Nein, Chauffeur…
War ja nur nett gemeint…
@ u.v.
jaja, manche mandanten können lesen und schreiben, andere benötigen einen souffleur. und ein guter rechtsanwalt kann sogar aus dem umstand, dass sein mandant zur zweiten gruppe gehört noch kapital schlagen, seiner hat wenigstens saubere hände!
;-)
War ja nur witzig gemeint…
@Clown-Ben
Eine komische Komponente wohnt der Sache ja auch inne ;)
Wichtiges Datum auch: Letzter Beischlaf.
So lange man sich noch dran erinnern kann…
Ich kann das nachvollziehen. Wer als Partei vor Gericht steht, ist hochgradig nervös, d.h. das rationale Denken ist bis auf ein Minimum eingeschränkt!
Dann braucht man entweder gute Unterlagen, in denen man auch findet, was man sucht oder einen Souffleur :-)
Man muss nicht alles wissen, aber wissen wo's steht. Die Frau wußte es.
Was alles immer noch nicht die Frage klärt, warum man solche Daten aus dem Kopf wissen sollte, wenn man zu einer Scheidungsverhandlung geht. Irgendwelche Erklärungen dazu?
Der Familienrichter muss sich davon überzeugen, dass die Ehe gescheitert ist. Dabei werden halt solche Daten abgefragt, insbesondere Trennungsdatum, Datum des Auszugs aus der Ehewohnung. Mit detaillierten Schlafzimmerfragen ist allerdings nicht zu rechnen.
Richtich, Herr Vetter. Der durchgeschnittene deutsche Richter hat ja bereits gegähnt…