8.9.2006

TOR-Server beschlagnahmt

Der Anonymisierungsdienst TOR ist Opfer einer Beschlagnahmeaktion geworden, berichtet heise online. Bei Ermittlungen gegen Kinderpornografie habe die Staatsanwaltschaft Konstanz Server sicherstellen lassen, nur weil auf diesen TOR lief.

Laut heise ist den TOR-Betreibern nicht bekannt, welche Daten über die Server geleitet werden. Wie sich aus den Durchsuchungsbeschlüssen ergebe, sei das auch den Ermittlern bewusst gewesen.

Klingt so, als wäre es nur eine Frage der Zeit, bis der Internetbackbone in Frankfurt in die Asservatenkammer wandert. Dort laufen ja auch jede Menge krimineller Informationen drüber. Damit wäre das Problem Internet in Deutschland dann wohl auch sauber gelöst.

56 Kommentare zu “TOR-Server beschlagnahmt”

  1. Gonzo meint: (8.9.2006 um 13:53) AntwortenReply to this comment

    TOR ist sicherlich auch ganz nützlich wenn man Selbstdenkermeinung in Blog-Comments veröffentlichen möchte,ohne aber die Gefahr der Belästigung durch Gutmenschen oder Anwälte fürchten zu müssen.

  2. G. meint: (8.9.2006 um 13:55) AntwortenReply to this comment

    Künftig wird vermutlich jeder, der sich Privatsphäre und Anonymität wünscht unter Generalverdacht gestellt und ins nächste Gulag gesteckt.
    Aber die, die "nichts zu verbergen" haben, werden sich auch noch früh genug wundern.
    Schöne neue Welt.

  3. mømø meint: (8.9.2006 um 13:59) AntwortenReply to this comment

    Oehm, der Link mit dem Text heise fuehrt zu tor.eff.org. Ob das so beabsichtigt ist?

    Wobei aufgrund dieser Rechtslage mein Tor-Node nicht als Exit-Node laeuft. Der Server ist zu wichtig, um einfach mal eines Tages mitgenommen zu werden.

  4. Denis meint: (8.9.2006 um 14:07) AntwortenReply to this comment
  5. Anonymous meint: (8.9.2006 um 14:07) AntwortenReply to this comment

    @3: Wo heise draufsteht ist auch heise drin :-)
    Hattest wahrscheinlich den Link TOR erwischt.

    Nein, ich habe den Fehler mittlerweile korrigiert. U.V.

  6. Anonym meint: (8.9.2006 um 14:16) AntwortenReply to this comment

    Wenn der Server im Rechenzentrum beschlagnahmt wird, ist das ja noch nachvollziehbar. Bei einem Bekannten ist wegen genau dieser Sache eine Hausdurchsuchung gelaufen, obwohl der Server kilometerweitweg im Rechenzentrum steht und wie sich nachher herausstellte in der vorangegangenen Ermittlung bereits festgestellt wurde, dass auf dem Server ein Tor-Exit-Node läuft.

  7. Olav meint: (8.9.2006 um 14:18) AntwortenReply to this comment

    Richtig: Das Stichwort Kinderpornographie ist ja eine mindestens genauso gute Begründung wie Terrormismus. Aber kommen Sie nicht Gammelfleisch. Da könnte ja jeder kommen.

    http://vowe.net/archives/007325.html

  8. M. meint: (8.9.2006 um 14:27) AntwortenReply to this comment

    Warum darf ich hier eigentlich in eine Kneipe gehen, ohne dass der Wirt meine Personalien aufnimmt? Es könnte ja sein, ich tausche dort KiPo oder hecke einen Terrorplot aus.

    Warum gibt es Postkästen, in die ich einen Brief ohne Absenderverfifikation einwerfen kann? Warum werden meine Personalien nicht aufgenommen, wenn ich zur gelben Post gehe und ein Paket abgebe?

    Vermutlich habe ich jetzt die Terrorfahnder auf den Plan gerufen und morgen werden alle Briefkästen versiegelt.

  9. Andre Heinrichs meint: (8.9.2006 um 14:32) AntwortenReply to this comment

    Na, das passt doch ins Bild. Der schleswig-holsteinische Justizminister findet JAP ja auch schon blöd: http://www.heise.de/newsticker/meldung/77126
    TOR kann der Geldhahn eben nicht so einfach abgedreht werden. Hach, wie schön, wenn mal wieder unreflektiert Aktionismus betrieben wird.

  10. Tom meint: (8.9.2006 um 14:40) AntwortenReply to this comment

    Bin ich, als Informatiker, eigentlich der einzige, der kein Problem sieht?

    Auch als totaler Gegner der staatlichen Überwachung und Vorratsdatenspeicherung habe ich ein problem mit anonymisierdiensten.

    Warum? Siehe beispiel oben, betrug, kinderpornografie und ähnliches kann ganz ohne skrupel begangen werden, beweisen lässt sich ja gar nix…

    imho ist das ganze etwas, wo die negativen die positiven aspekte überwiegen, da sie eine strafverfolgung gänzlich unmöglich machen..

  11. stefanolix meint: (8.9.2006 um 14:41) AntwortenReply to this comment

    Kleine Korrektur: der "Internetbackbone in Frankfurt" kann nicht in die Asservatenkammer wandern. In Frankfurt ist der DE-CIX (ein sehr großer Internetknoten). Wenn der allerdings dichtgemacht wird, sieht es sehr schlecht aus …

  12. -thh meint: (8.9.2006 um 14:42) AntwortenReply to this comment

    Wer anderen, die er nicht einmal kennt, anonymen Zugriff auf seine Ressourcen ermöglicht, wobei er weiß, daß der häufigste Grund für eine solche Inanspruchnahme kriminelle Machenschaften oder jedenfalls Rechtsverletzungen sind, sollte sich nicht wundern, wenn er dann für seine Mitverantwortlichkeit haftbar gemacht wird. Ich sehe dabei keinen Unterschied in der Zurverfügungstellung von Servern für anonymisierte Zugriffe darüber, von Konten für finanzielle Transaktionen, von Wohnungen für konspirative Treffen oder von Briefkästen für ebensolchen Postverkehr.

    Es ist im übrigen auch der einzig wirksame und richtige Weg nicht nur zum Umgang mit Anonymisierungsdiensten, deren Betreiber für das, was sie über ihre Dienste geschehen lassen, in die zivil- und strafrechtliche Haftung zu nehmen, jedenfalls solange sie den Nutzer nicht identifizieren können und wollen.

  13. Mark meint: (8.9.2006 um 14:43) AntwortenReply to this comment

    Manchmal ist es vieleicht auch gut das Recht ein bischen zu beugen und einfach mal grundlos ein paar Server zu beschlagnahmen. Jetzt sind bestimmt einige Kinderporno-Konsumenten aufgeschreckt und fangen sofort mit dem "Entzug" an.

  14. Volker meint: (8.9.2006 um 14:47) AntwortenReply to this comment

    Freiheit fuer das Internet, mehr faellt mir dazu jetzt nicht ein!
    Gruß
    Volker

  15. Anonymous meint: (8.9.2006 um 14:53) AntwortenReply to this comment

    @thh: Nach den Datenschutzgesetzen sind Anbieter verpflichtet (im Wortlaut "hat") eine pseudonyme und auch anonyme Nutzung ihrer Dienste zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist, siehe § 4 Abs. 6 TDDSG: http://www.gesetze-im-internet.de/tddsg/__4.html

    Es ist der ersichtliche Wille des Gesetzgebers, dass anonyme Internetnutzung möglich sein soll, der hier von den Strafverfolgern, die ja nach der Gesetzesnorm immerhin an Recht und Gesetz gebunden sind, völlig ignoriert wird.

  16. Martin_mb meint: (8.9.2006 um 15:12) AntwortenReply to this comment

    @ -thh

    Sie haben noch das Totschlag-Argument schlechthin vergessen: "Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten."

    Ihnen sei mit einem Spruch aus dem amerikanischen Sprachgebrauch geantwortet:

    "They that can give up essential liberty to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety."

  17. M. meint: (8.9.2006 um 15:15) AntwortenReply to this comment

    @11: Es gibt zwei Probleme: Die Umkehr der Unschuldsvermutung und die Argumentation, dass nur derjenige Anonymisierungsdienste nutzt, der etwas zu verbergen hat.

    Hast Du Dir eigentlich schon einmal überlegt, dass auch Du etwas zu verbergen hast? Deine Privatsphäre nämlich. Nette Momente mit einem lieben Menschen, vielleicht sexuelle Anzüglichkeiten am Telefon, Flirts, Tratsch, Lästereien. All diese Dinge gibst Du preis.

  18. mulambo meint: (8.9.2006 um 15:15) AntwortenReply to this comment

    @17

    "Those who desire to give up Freedom in order to gain Security, will not have, nor do they deserve, either one." (T. Jefferson)

    Und um noch eins draufzusetzen auf die Klugscheisserei:

    F x S = k. The product of Freedom and Security is a constant. To gain more freedom of thought and/or action, you must give up some security, and vice versa – Niven's law

  19. Olav meint: (8.9.2006 um 15:26) AntwortenReply to this comment

    @11: Lies hier: http://tor.eff.org/overview.html.de und George Orwell, 1984.
    Die zunehmende Überwachung erzeugt den Bedarf an solchen Anonymisierdiensten, nicht umgekehrt.
    @18: Genau.

  20. Stefan meint: (8.9.2006 um 15:31) AntwortenReply to this comment

    Ich empfinde es schon fast als Ausdruck von Zivilcourage, eine TOR-Node zu betreiben; die Leute haben davon direkt erst mal nix, handeln sich aber Unkosten, Zeit und Nerven (und jetzt u.U. auch noch die Staatsanwaltschaft) ein.
    Von daher ein Dankeschön an alle, die das Projekt durch Betreiben einer TOR-Node unterstützen (und ein "we hate you" an diejenigen, die das Angebot mißbrauchen und zu Vorfällen wie den aktuellen führen).

  21. Frank meint: (8.9.2006 um 15:59) AntwortenReply to this comment

    Mal eine Frage an die Anwesenden: TOR steht doch für das Onion Router Netzwerk oder? Laut meines Wissens ist es dort aber nicht möglich innerhalb des Netzwerkes noch zu sagen wer mit welcher IP darauf zugegriffen hat. Also ist die ganze Sache überflüssig.

  22. Tom meint: (8.9.2006 um 16:00) AntwortenReply to this comment

    @20: Ich seh das anders… das internet war ewig lang ein rechtsfreier raum, der extrem reglementiert wurde… hauptsächlich durch anwälte, großteils aber auch durch regierungen…

    diese anonymisierungsdienste sind ein versuch diesen alten zustand wenigstens teilweise wiederherzustellen.

  23. Deneriel meint: (8.9.2006 um 16:10) AntwortenReply to this comment

    Und wieder einmal…
    Die Top 3 der Totschlagargumente:
    1. Terrorismus
    2. Kinderporno
    3. Raubkopien

    Mit diesen Begründungen wird jedweder Eingriff in Privatsphäre einfach so akzeptiert, selbst die Aushebelung der Unschulsvermutung (Beweise doch mal jemand daß er irgendetwas NICHT getan hat…)
    Verdammt nochmal, ich _HABE_ was zu verbergen – und jeder der das anders sieht möge mir bitte mal seine Kontoauszüge der letzten 2 Jahre schicken.

    Und wenn wir jetzt mal ein wenig BTT kommen:
    Natürlich sind Anonymisierungs-Proxies ein Dorn im Auge der Strafverfolger. Aber die _Möglichkeit_ daß jemand mittels so eines Proxies eine ungesetzliche Handlung begeht darf mE nach kein Grund sein den Proxy zu beschlagnahmen und so den Dienst zu stören.
    Interessanterweise wird bei derartig gravierenden Verstößen gegen die Unschuldsvermutung und den Datenschutz unverhältnismäßig viel Aktion gezeigt gepaart mit Totschlagargumenten.

    Und nein, ich sympathisiere nicht mit besagten Subjekten, aber Verfehlungen einzelner dürfen nicht auf die gesamte Gesellschaft übertragen werden.
    Leider ist mit obigen Totschlagargumenten selten eine Konstruktive Diskussion möglich, denn sobald man sich auf die Seite der Datenschützer stellt ist man einer "von denen". 8(

  24. Ein Anonymus meint: (8.9.2006 um 16:13) AntwortenReply to this comment

    Erst einmal ich mache nichts illegales (zumindest soweit ich weiß). Trotzdem kann ich 17 und 18 nur zustimmen, unter anderem, da ich gelegentlich selbst Anonymisierungsdienste benutze (wobei ich auch oft genug ohne unterwegs bin, wenn ich Nichtigkeiten mache, wie z.B. hier zu kommentieren).
    Warum ?
    Hauptsächlich, weil ich dann eher Einfluss darauf habe, welche Informationen ich preisgebe. Dabei denke ich weniger daran, diese vor einem idealisierten, fehlerfreien und perfekten Staat mit ebensolchen Beamten (haben wir beides m.E. nicht) zu verbergen, als vielmehr vor privaten Datenkraken, die Kontaktinformationen, Nutzungsverhalten u.v.m. für ihre pecuniären Interessen nutzen wollen.
    Übrigens traue ich weder dem Staat noch dessen Dienern zu, derartige Daten immer vertrauenswürdig zu behandel. Letztlich sind dort ja auch nur Menschen zuständig.

    Übrigens auch sehr schön: http://www.ietf.org/rfc/rfc3751.txt (englisch)

    Nicht zuletzt deswegen halte ich jegliche Sicherheit, die nicht selbstgemacht ist, für illusionär.

  25. Deneriel meint: (8.9.2006 um 16:14) AntwortenReply to this comment

    @22: Das ist so korrekt – die Frage die sich einem daher aufdrängt ist doch: Warum zieht man so einen Server aus dem Verkehr? Na, klingelts? 8(

    Wenn ich einen Anon-Proxy betreiben würde würde ich doch alles tun aber um Himmels Willen keine Logfiles wegschreiben lassen.

    @21: In der Tat, es wird eher mehr als weniger Ärger.

  26. gerhard meint: (8.9.2006 um 16:35) AntwortenReply to this comment

    Gibt es da nicht eine höchstrichterliche Regelung, die verlangt, daß eine Kopie des Datenträgers erstellt wird, anstatt den ganzen Server zu beschlagnahmen??

  27. Markus meint: (8.9.2006 um 17:02) AntwortenReply to this comment

    Der Server könnte Tatmittel sein. Oder?
    Der Betreiber eines Nodes könnte sich wegen Beihilfe strafbar machen. Oder?

  28. Harald meint: (8.9.2006 um 17:41) AntwortenReply to this comment

    … und die Schotten hoch, wenn sich jemand auf das "Informationsfreiheitsgesetz" beruft und von Ämtern eine Auskunft verlangt.

  29. sascha meint: (8.9.2006 um 18:05) AntwortenReply to this comment

    @28: Beihilfe leisten kann demnach jeder Router im Netz. EIn TOR ist im Prinzip nicht anderes als ein solcher Router.

  30. Markus meint: (8.9.2006 um 18:07) AntwortenReply to this comment

    @30

    Es geht um die subjektive Seite. Und darum, dass die Nodes wohl vom TOR ins offene Netz geroutet haben.

  31. Dietrich meint: (8.9.2006 um 18:31) AntwortenReply to this comment

    Hatte nicht mal die Uni in Dresden ähnliche Probleme? Dabei ging es um einen Anonymisierungsdienst, der 'Mixe' zwischenschaltet.
    Irgend einer Staatsanwaltschaft hat das dermaßen gestunken, dass sie den Server stille machen wollten. Hat aber nicht funktioniert :-)

  32. tom meint: (8.9.2006 um 18:57) AntwortenReply to this comment

    @30 richtig, ABER ein router verändert keine IP adresse und macht die nachverfolgung unmöglich

    und um genau das gings hier

  33. Markus meint: (8.9.2006 um 19:07) AntwortenReply to this comment
  34. Dietrich meint: (8.9.2006 um 19:12) AntwortenReply to this comment

    @33 tom: im privaten Umfeld wird es sich nicht lohnen, einen Proxy einzusetzen. Hier in der Fa. schon: der Proxy bekommt dynamisch eine IP-Adresse zugewiesen, das war es auch schon. Die IP-Adressen hinter dem Proxy sind erstmal von aussen unsichtbar. Und der Proxy ist mundfaul: er reagiert nicht mal auf ein Ping.

  35. Martin meint: (9.9.2006 um 08:45) AntwortenReply to this comment

    Wie sieht denn die juristische Seite dazu aus?
    Dürfte der Staatsanwalt die Hände in den Schoß legen und sagen "och, da kriegen wir eh nichts raus, sollen die mal weitermachen"?
    Immerhin scheint es ja so zu sein, dass festgestellt wurde, dass jemand die Server missbraucht hat um Kinderpornografie zu veröffentlichen.

    Darf der Staatsanwalt untätig bleiben?

  36. Olav meint: (9.9.2006 um 14:04) AntwortenReply to this comment

    Einsperren. Alle. Wird schon der richtige dabei sein.

  37. Jossi meint: (9.9.2006 um 20:53) AntwortenReply to this comment

    @thh (Nr. 13): Es ist genauso, wie du sagst. Und deshalb sollten wir auch das Bankgeheimnis, die Unverletzlichkeit der Wohnung und das Post- und Fernmeldegeheimnis schnellstmöglich beseitigen. Wird alles für Verbrechen missbraucht.
    Sag mal, in was für einer Welt möchtest du eigentlich leben?

  38. CryptKid meint: (10.9.2006 um 00:45) AntwortenReply to this comment

    Hi,
    ich finds schon Sch…. genug, dass diese KiPo-Deppen alles zunichte machen müssen, aber vielleicht verbieten wir demnächst (kommt sicher!!!) noch wie in den USA die Verwendung kryptographischer Sachen (SSL, VPN etc.), erfassen jeden biometrisch, fertigen über vorhandene Mobilfunkzellen ein Bewegungsprofil an und ein ebensolches via ID-Chip vom Internetuser. Dann kann keiner mehr irgendwas Schlimmes machen!
    Am allerbesten wäre es natürlich, gleich alle Staatsbürger vorsorglich einzusperren, denn dann macht auch keiner mehr was Falsches.
    Die paar, die dann noch draussen sind können wir schlussendlich zu Recht als Terroristen bezeichnen und ich würde dann hoffen, dass die allen D.ppen denen so was eingefallen ist das Fürchten lernen.

  39. egos meint: (10.9.2006 um 18:00) AntwortenReply to this comment

    @38 Hast Du Dir die Verfassung mal angeschaut in letzter Zeit? Bankgeheimnis gibts nicht (wegen Terror, oder doch wegen Bafög?), Unverletzlichkeit der Wohnung (Gefahr in Verzug), Fernmeldegeheimnis (Lauschangriff wegen "Mafia") und das Fernmeldegeheimnis gilt nicht für emails, zumindest meines Wissens nicht. Bin kein Jurist, aber soweit ich weiß werden alle Mails der großen Anbieter gefiltert (und wer kommuniziert heute noch mit Briefen?) und durch die Schleierfahndung (ich weiß wo er liegt) hat die Polizei das Recht dich praktisch überall zu durchsuchen (wurde schon im offenen Zugabteil vor allen anderen Passagieren "auseinandergenommen", inclusive lustiger Kommentare der BGS-Beamten zu meinen Privatsachen).
    Wenn ich die Verfassung richtig gelesen habe, haben wir nur ein Grundrecht, dass nicht eingeschränkt ist:
    Die Wirtschaft hat das Recht Verbände zu gründen.
    Inzwischen schreit die Regierung ja schon nach Aushebelung von Grundrechten, wenn ein Anschlag nicht funktionierte und die Täter gefasst worden sind.

  40. Deneriel meint: (10.9.2006 um 20:08) AntwortenReply to this comment

    @40
    Beim Bankgeheimnis die Begehrlichkeiten der SGB II-Stellen nicht vergessen. Gut, die können dich ja eh dazu verdonnern deine Kontoauszüge mitzubringen.

    Seit dem 1.1.2005 muß jeder Provider mit 1000 eMail-Konten oder mehr auf eigene Kosten (!) eine SINA-Box installieren mittels der die Strafverfolgungsbehörden den eMail-Verkehr live abfangen können. Und sie dürfen dir nicht mal sagen wenn du gefiltert wirst.
    Letztlich wurde die Grenze auf 10.000 User erhöht, aber viele sind das immer noch nicht.
    PGP hilft übrigens dagegen, genauso wie zertifikatbasierte Verschlüsselung (Zertifikate für Lau gibts bei cacert.org). Es müßte nur mal eine Gegenstelle verwenden.

    Um es mal in Form der guten alten LucasArts Adventures auszudrücken:
    "Benutze Ereignis mit Totschlagargumenten"
    Oh, ein neues "Sicherheits"-Gesetz.

  41. egos meint: (10.9.2006 um 20:26) AntwortenReply to this comment

    @41 monkey island rockt! Aber eigentlich sind wir selbst schuld. Würde jeder seine emails mit "bomb allah death america bin laden" signieren, möchte ich mal sehen, wie lange die ihre Filter noch benutzen können. Aber statt Oppossition schreien die Schafe nach neuen Scherwerkzeugen.

  42. Mike meint: (11.9.2006 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    Ich finde man sollte offensiver vorgehen:

    1.Wer was aus dem Internet möchte, muß zuerst den gewünschten URL an den Server-Dienst des BKA schicken. Der leitet die Anfrage an die CIA weiter. Nachden geprüft worden ist, dass weder kriminelle noch wirtschaftlich bedenkliche Inhalte (Musikdownload etc.)oder gar Pornographie gewünscht sind, ist, gegen eine kleine Gebühr und unter Beifügung der biomethrischen Daten ein Passwort an den User zu vergeben.

    2. An jedem internetfähigen Computer ist eine Webcam zu installieren, um überprüfen zu können, dass sich kein Terrorist heimlich und unter Verwendung fremder biometrischer Daten im Netz heruntreibt.

    3. Jeder Internet-User muß immer ein Paar Handschellen bei sich tragen, die er bei Zuruf anzulegen hat.

  43. Shava Nerad meint: (11.9.2006 um 22:19) AntwortenReply to this comment

    Last week, a few Tor exit-node servers were seized by the German police in a massive sting against child pornography. From our friends on the ground in Germany, we hear that dozens and dozens of machines may have been seized.

    So far as we know only six of those were Tor servers. We have heard from the server operators. None of them has been charged.

    This is not a "crackdown" on Tor, as has been widely reported. We expect and hope that the volunteer Tor server operators in Germany will get their equipment back after this has blown over, and there will be no action against Tor.

    Please contact me for more information.

    Shava Nerad
    executive director
    The Tor Project
    shava -at- freehaven -dot- net

  44. root meint: (12.9.2006 um 11:51) AntwortenReply to this comment

    Dass "die KiPo-Deppen alles zunichte machen" ist eine nicht zulässige, gar dumme Verschiebung der Schuld. Genauso wie der Entführer, der der Geisel die Knarre an den Kopf hält und sagt "Wenn du näher kommst bist du Schuld, dass sie tot ist". Es ist immer noch der Gesetzgeber, der verfassungsfeindlich agiert, indem er die Freiheit der Bürger in den meisten Facetten bedroht. Eine solche Argumentation ist gefährlich, da sie die "Argumente" der wahren Verfassungsfeinde (wie Schily, Zypries oder Schäuble) als wahr anerkennt und damit der law-and-order-Politik zur Hilfe gereicht.

  45. Torme meint: (12.9.2006 um 22:06) AntwortenReply to this comment

    Unter geheimhaltung.com/index.php?&topic=142.msg237 schreibt ein Betroffener dieser Aktion. Der Clou ist: Er hatte gar keinen Exit-Node am laufen, sondern nur einen "middle-man", es erfolgte nur Datenaustweiterleitung zwischen den anderen Tor-Servern. Auch hier wie generell bei Tor: Keine Logfiles.
    Soll man denken was man will, für mich riecht das stark nach Einschüchterung und purem Aktionismus.

  46. Markus meint: (15.9.2006 um 13:05) AntwortenReply to this comment
  47. Markus meint: (19.9.2006 um 16:39) AntwortenReply to this comment

    Unter datenschutzzentrum.de/pro...60915-beschwerde-anon.pdf hat das ULD inzwischen den Text seiner Beschwerde gegen die Beschlagnahme seines Servers veröffentlicht.

  48. redforce meint: (10.10.2006 um 11:21) AntwortenReply to this comment

    Es KÖNNTE ja nicht nur sein, dass mit TOR Kinderpornos getauscht werden, sondern es IST so. Habe unlängst FreeNet wieder mal ausprobiert – ein recht beachtlicher Teil der Seiten sind Tier- und Kinderpornos. Stellt sich die Frage, ob ich das um jeden Preis unterstützen will oder ob man wie überall eine gesunde Mitte finden sollte? Bin weder für totale Überwachung noch für totale Anonymisierung. Wenn ich einen TOR- oder Freenet-Node betreibe, laufen Kinderpornos über meinen Internetzugang. Ob verschlüsselt oder nicht, ob teilweise oder ganz – ich stelle meine Bandbreite explizit dafür zur Verfügung. Warum sollte ich das tun? Damit andere ihre Paranoia befriedigen können? Der Preis ist mir zu hoch.

  49. Richard meint: (17.12.2006 um 12:56) AntwortenReply to this comment

    @17: martin_mb
    Der Spruch “They that can give up essential liberty to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.” stammt von dem berühmten Benjamin Franklin.

    Zum Thema:
    Natürlich habe ich etwas zu verbergen. Viel sogar. Und das ist auch mein gutes Recht in einer Demokratie.
    Viele Sachen die den Staat, noch meinen Nachbarn, etwas angehen.

    Die Nazis im dritten Reich sagten auch einmal "Ein guter Deutscher hat nichts zu verbergen"…

    Warum sind wohl Wahlen geheim ? Warum muss nicht jeder öffentlich abstimmen ?
    Was wenn ich gegen Machenschaften des Staates bin ?
    Warum sollte man nicht als Vorstandsvorsitzender von der Bahn AG nicht an Anti-Kriegsdemos gegen den Irak-Krieg teilnehmen ?

    Weil es verboten ist ?
    Nein, weil man dadurch benachteiligt werden könnte. Das ist zwar illegal lt. Grundgesetz, aber man sieht es tagtäglich das Leute die zu einer bestimmten Partei gehören, keine Chance in bestimmten Bereichen haben und sogar entlassen werden oder eben nicht eingestellt werden.

    Deswegen hat es nicht nur Sinn das man manchmal anonym bleibt, sondern wird sogar vom GG imho gedeckt.

    Hier ist eine sehr bedenkliche Entwicklung zu einem Überwachungsstaat zu erkennen.

    "Lieber in Freiheit in Gefahr, als im goldenen Käfig sicher gefangen !"

  50. opposition meint: (26.2.2007 um 14:10) AntwortenReply to this comment

    Am besten jedem Bürger einen Chip einpflanzen der beu unregelmäßigem Stuhlgang gleich per online Auftrag bei Doc Morrison bestellt. Seltsam nur das die Leute die die volle transparenz des Bürgers fordern, sich selber immer davon ausnehmen. Kein Politiker oder Buisiness Handi das nich mit "Abörsicherheit" Werbung für sich betreibt.

    No merkt jemand was ???

    Ein Kritiker….

  51. Skaarj meint: (10.6.2007 um 18:17) AntwortenReply to this comment

    Oh Man. Kriminelle nutzen hauptsächlich Tor. KLAR! Kriminelle haben ja sonst keine Mittel und es gibt sie erst seit TOR im Internet. Kriminelle stehen auch auf extrem langsames TCP weil sie damit viel besser "arbeiten" können.

    Oh man…

  52. sj-b meint: (8.7.2007 um 19:26) AntwortenReply to this comment

    Dank Tor lässt sich ein einfaches Programm schreiben,
    dass nach einema nderen Deutschen Tor-Benutzer sucht,
    über ihn einen Klick auf den Sponsor-Add seiner Seite
    simuliert und den nächsten sucht. unbegrenzt.
    So kann man bei jedem Sponsor betrügen.

    Man kann Warez über jemanden uploaden, und er wird dafür
    festgenommen.
    Man kann Tor auh benutzen, um anonym seine Meinung zu
    nennen, damit man dafür nicht unbeliebt wird bei
    leuten, die einen trackern wollen.
    Gleichzeitig geht man aber auch das Risiko ein, dass
    der Typ, der im gegensatz über deine IP surft,
    als du Malware per ICQ versendet.

    Ist doch Grund genug, dass Anonymität im Internet
    verboten wird.

  53. Ben meint: (4.9.2007 um 00:29) AntwortenReply to this comment

    Hallo Leute,
    verfolge die Geschichte im Zuge eines Praktikums bei nem Anwalt.
    Kennt jemand die gesetzliche Grundlage für die Beschlagnahmungen von Konstanz oder ist das einfach mal auf "hinreichenden" Tatverdacht abgelaufen?
    Suche mich hier dumm und dämlich, kann aber einfach nix konkretes dazu finden, was mich schon ein wenig verwundert, muss ich sagen.
    Gruß.

  54. Thomas B meint: (20.2.2008 um 16:39) AntwortenReply to this comment

    ach waren das schoene zeiten.
    mit dem guten alten mausnet etc.
    da haben wir noch auf uns selbst aufgepasst.
    spitzel hatte man schnell aufgefunden und
    schweinkram gab es nur in schweinkramboxen
    wenn einer ein eigenes netz aufmacht ???
    \\//lebt lange und gesund

  55. anon meint: (23.11.2009 um 02:41) AntwortenReply to this comment

    "Warum gibt es Postkästen, in die ich einen Brief ohne Absenderverfifikation einwerfen kann? Warum werden meine Personalien nicht aufgenommen, wenn ich zur gelben Post gehe und ein Paket abgebe?"

    Weil Du da schon bezahlt hast. Dahinter steckt kein Industriezweig, keine Lobbyinteressen. Es geht letzendlich doch nur um das Geld. Um diese Dinge, wie Gesetzesveränderungen und die Schaffung eines Überwachungsstaates zu legetimieren, bemächtigt man sich halt der Terrorsiten- und Kinderpornograpieprävention.

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