21.11.2006

Amokläufer hatte Gerichtstermin

Der Amokläufer von Emsdetten hat sich selbst gerichtet, das hat die Obduktion ergeben. Danach schoss sich der 18-Jährige mit einem Vorderladergewehr eine 5 Millimeter dicke Bleikugel durch den Mund in den Kopf. Dieser Schuss war sofort tödlich, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schwer der Nachrichtenagentur pbd.

Die Geschossgase verursachten eine großflächige Gesichtsverletzung; deshalb sei der Tote gestern nicht “per Augenschein” sofort zu identifizieren gewesen. Heute hätte sich der 18-jährige vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten müssen: Er trug im Sommer bei einem Open-Air-Konzert eine automatische Pistole (Walther P 88-9) und einen Teleskop-Schlagstock bei sich, obwohl er lediglich einen kleinen Waffenschein für Schreckschusspistolen besaß. (pbd)

60 Kommentare zu “Amokläufer hatte Gerichtstermin”

  1. Kajetan meint: (21.11.2006 um 12:21) AntwortenReply to this comment

    Was? Wegen unerlaubten Waffenbesitz? Und woher hatte er die Idee dafür? VON KILLERSPIELEN!!! VERPIEEEETEN!!!

  2. nfowar meint: (21.11.2006 um 12:26) AntwortenReply to this comment

    Na toll. Auf die Idee, Ihm die Waffen schon vor dem Gerichtstermin wegzunehmen ist keiner gekommen?

    In den Berichten zu dem Fall wird der *bekannte* illegale Waffenbesitz auch fast nie erwähnt, geschweige denn wie er sich so einfach ohne Waffenschein mehrere Waffen beschaffen konnte.
    Stattdessen schiessen sich Medien und Politik lieber wieder auf die "Killerspiele" ein. Ist ja auch viel einfacher, da hat man ja noch die Berichte/Gesetzesvorlagen vom letzten Mal in der Schublade und muss sich nichts neues ausdenken.

  3. frogX meint: (21.11.2006 um 12:38) AntwortenReply to this comment

    Die Formulierung "er hat sich selbst gerichtet" habe ich wohl gestern als erstes als Zitat des Oberstaatsanwalts gelesen.
    Ich finde des Ausdruck ziemlich merkwürdig …

  4. Jens meint: (21.11.2006 um 12:46) AntwortenReply to this comment

    Ja da könnte man lachen wenns nicht so traurig wäre. In allen Medien ist heute wieder die "verbietet Killerspiele", "verschärft die Waffengesetze" Fraktion zu lesen. Man macht ein neues Gesetz, das kostet auch nicht viel und die Sache ist erledigt. Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal. Als obs so einfach wäre und Verbote irgendwas bringen würden.

    Ich hab noch ne bessere Idee wie man die Problematik beseitigen könnte:

    Man könnte doch einfach Amokläufe verbieten. Na da hätte der aber dumm aus der Wäsche geschaut.

  5. Anonymous meint: (21.11.2006 um 12:49) AntwortenReply to this comment

    Natürlich hat man ihm die Waffe aus der Tat abgenommen…

    Allerdings kann man sich, ACHTUNG ÜBERRASCHUNG, auch wieder neue Waffen besorgen!

    Besser wäre natürlich, wie führen bei Leuten, die wegen illegalen Waffenbesitzes ANGEKLAGT (noch gar nicht verurteilt – oha!) sind, alle paar Tage eine Hausdurchsuchung durch. Sicher ist sicher.

  6. Martin Herbaty meint: (21.11.2006 um 12:49) AntwortenReply to this comment

    Hm – die pbd-Meldung erscheint mir faktentechnisch etwas seltsam. Laut der im Web bei polizeipresse.de nachzulesenden Originalmeldung hatte der Täter u.a. ein großkalibriges Vorderladergewehr (Kaliber lt. Pressemeldung "ca. 15 mm", also wohl .58 entsprechend etwa 14,7 mm) und ein KK-Gewehr (Kaliber .22, etwa 5,6 mm und *kein* Vorderlader) dabei – welches war es denn nun? Und die zitierte "automatische Pistole (Walther P 88-9)" *ist* eine Schreckschusspistole. Allerdings darf man die ebenso wie den Teleskopschlagstock oder andere freie Waffen nicht bei öffentlichen Veranstaltungen führen. Wenn über den Fall ansonsten genauso präzise berichtet wird…

  7. G. meint: (21.11.2006 um 12:50) AntwortenReply to this comment

    Diese (Text editiert. Bitte keine Beleidigungen. U.V.) von Innenminister in Niedersachsen, der ja schon mehrfach verhaltensauffällig geworden ist, mit bedenklichen Forderungen, hat auch wieder bewiesen (–> http://www.heise.de/newsticker/meldung/81332 ), dass ihn der wahre Grund nicht interessiert. Ist ja viel leichter die Killerspiele für alles verantwortlich zu machen. Am besten auch noch für die Arbeitslosigkeit, schlechte Ernten und die Wiedervereinigung.

    Ich fand den Text hier im Heiseforum und finde ihn recht treffend:

    "Ich kann es nicht häufig genug fordern: Schach gehört als
    terroristisches Killerspiel unbedingt abgeschafft und von unserer
    Jugend ferngehalten.

    Kaum ein anderes Spiel treibt den Spieler dermassen in Psychosen wie
    Schach. Zunächst ist Schach diskreminierend, es wird strikt nach
    schwarz/weiss getrennt, Agrarökonomen werden herabwürdigend als
    "Bauern" bezeichnet, in ihrer Bewegung massiv eingeschränkt, als
    Kanonenfutter eingesetzt, ja, man hat sogar die Möglichkeit eines
    "Bauernopfers" (vermutlich in Bezug auf irgend welche satanischen
    Rituale).

    Und auch sonst ist Schach schlecht für ein friedliches Miteinander.
    Man lernt den gewalttätigen Sturz von Monarchen, die Vernichtung von
    Gebäuden (hier Türme, eine fatale Remineszenz an die "Twin Towers"
    und ihr Schicksal), es wird ein frauenfeindliches Bild aufgebaut (die
    einzige weibliche Beteidigung ist eine "Dame" zweifelhaften Rufes mit
    S/M-Tendenzen, sie ist hauptsächlich damit beschäftigt, andere
    Akteure zu "schlagen"), ja, es werden sogar Sportler (im
    fremdländischen Raum auch Bischöfe) und Pferde an der Entfaltung
    ihrer Persönlichkeit gehindert, in dem man ihnen limitierte
    Bewegungsmöglichkeiten aufzwingt. Besagten Agraökonomen wird in
    manchen Fällen sogar eine Geschlechtsumwandlung aufgezwungen.

    Dieses sogenannte Spiel ist in Wahrheit ein einziges Sammelsorium und
    Trainingsfeld für zukünftige Amokläufer, Nazis und Terroristen. Ein
    strenges Verbot zum Schutze unserer Jugend ist unumgänglich,
    Schahspielen muss unbedingt unter strenge Strafe gestellt werden!

    Und mit Brot ist es auch das Gleiche. Es ist eine erwiesene Tatsache,
    dass 98% sämtlicher Mörder, Terroristen und Raubmordkopierer
    mindestens 24h vor ihren schändlichen Taten Brot gegessen haben, das
    kann kein Zufall mehr sein. Auch hier muss eine unnachgiebige
    Verfolgung aller Helfershelfer (Bäcker, Müller etc) unbedingt
    juristisch ermöglicht werden, sollte diese Welt noch eine Zukunft
    haben!

    Ach ja, und jetzt noch mal zusammengefasst: ich verabscheue es, wenn
    jemand die wahren Ursachen für gesellschaftliche Probleme nicht
    erkennt oder nicht erkennen will. Und ein Verbot solcher
    "Killerspiele" rührt nicht man ansatzweise an den eigentlichen
    Wurzeln, wird aber als DIE Universallösung präsentiert. *Das* ist es,
    was mich dabei so aufregt"

  8. Martin Herbaty meint: (21.11.2006 um 12:56) AntwortenReply to this comment

    Kleine Ergänzung, um Verwirrungen vorzubeugen: Ja, ich weiß, dass eine scharfe Walther P 88 existiert. Aber Umarex hat das Label lizensiert und produziert entsprechende "freie" Varianten der scharfen Vorbilder als Softair-, Schreckschuss- und Luftpistolen, vgl. die Merchandising-Produkte zum aktuellen Bond. Die Modellbezeichnung P 88-9 spricht für die Schreckschussvariante.

  9. RobZoid meint: (21.11.2006 um 12:58) AntwortenReply to this comment

    Lustig wenn immer wieder mit Amokläufern im gleichen Atemzug "Counterstrike" und "wahlloses abschiessen von Gegnern …" (oder ähnlich unsinnige Bemerkungen, fallen.

    Man kann es immer wieder zitieren: in .de spielen weit über 100.000 Menschen Counterstrike. Ein Spiel in dem Team-Taktik zum Ziel führt. Ich selbst spiele es nicht war aber mal bei so ner Meisterschaft mit Sprechern dabei im Berliner CubeKino am Alex.

    Ich selbst kenne keinen CS "Profi", also ein Mensch der am Tag seine 2-3 Stunden CS durchzieht, der Amok gelaufen ist.

    Und noch was. Es gibt genügend Menschenleben–verachtende–Spiele, wo wegschiessen von Körperteilen, der RagDoll Effekt superb ausgebaut ist und es von Blut nur so wimmelt. Counterstrike gehört definitiv nicht dazu.

    Ach ja und nicht zu vergessen: Klick-per-Maus != Abzug-am-Gewehr

    (Ich könnt Stundenlang weiter schreiben)

  10. n.n. meint: (21.11.2006 um 13:01) AntwortenReply to this comment

    warum ist es so vielen menschen hierzulande nicht möglich eine neutrale formulierung für eine selbsttötung zu wählen?! warum wird fast immer abwertend von selbstMORD gesprochen?! warum wird bei straftätern stets die formulierung "sich selbst gerichtet", mit einer eindeutigen reminiszenz an die todesstrafe gewählt?!

  11. Andreas. meint: (21.11.2006 um 13:02) AntwortenReply to this comment

    @3: Yep. Diese Formulierung regt mich auch immer auf.

    Als gäbe es die Todesstrafe als mögliches Urteil. Als würde im Täter in einer psychologischen Ausnahmesituation eine Art reflektierte Verhandlung stattfinden. Diese Formulierung hat für mich eine sehr unangenehme Nähe zur Lynchjustiz.

  12. Martin_mb meint: (21.11.2006 um 13:04) AntwortenReply to this comment

    "…mit einem Vorderladergewehr…"

    Jetzt kapier ich, warum es trotz der in den Medien kolportierten zwei Gewehre des Täters nur (im Vergleich zu Erfurt) so wenige Opfer gegeben hat. Vorderlader waren das letzte Mal im amerikanischen Bürgerkrieg groß in Mode. Hatte mich schon gefragt, ob es ihm vielleicht an Entschlossenheit gemangelt hat. Waren wohl eher die Mittel, die ihm fehlten. Schwein gehabt…

    @ Kajetan

    Angesichts der wiederbelebten Killerspiel-Verbots-Diskussion sollte man ernsthaft darüber nachdenken, sich Bekenntnis-T-Shirts zu drucken, in Anlehnung an die Emma-Aktion von Anno Dunnemals "Ich habe abgetrieben und fordere das Recht für jede Frau!" :

    "Ich spiele Killerspiele und fordere das Recht für jeden Bürger!"

  13. @12 meint: (21.11.2006 um 13:07) AntwortenReply to this comment

    "FPS ftw"

    würde zumindest für die Insider schon reichen.

    (First Person Shooter for the win)

  14. Snyper meint: (21.11.2006 um 13:16) AntwortenReply to this comment

    Gut und schön ob jetzt "sich selbst gerichtet" oder "Selbstmord". Oder "absichtliche Selbsttötung".

    Anders als durch eine reflektierte Betrachtung dessen, was er gerade getan hat, wird doch kein Täter diesen Schritt vornehmen.

    Denn er weiß, das ihm keine weitere Gefahr droht. Im Gegenteil, je schlimmer, desto besser für ihn. Eine Heerschar von Psychologen und Gutachtern wird alle Hebel in Bewegung setzen um die Gründe für die Tat in allen erdenklichen Richtungen zu suchen. Bei der Gewaltgesellschaft. Killer-Computerspiele. Schlechte Kindheit. Böse Filme. Falsche Vorbilder. Nur niemals bei ihm und seiner Persönlichkeit. Von daher bleibt ihm als Beweggrund für den letzten Schritt doch nur die Erkenntnis dessen, was er gerade angerichtet hat.

    Wobei … berührt mich das alles eigentlich nicht. Egal. Erledigt. Keine lange Verhandlung, kein Zwang für die Opfer, vor Gericht alles nochmal erleben zu müssen.
    Geld gespart. Alle zufrieden.

  15. Kajetan meint: (21.11.2006 um 13:18) AntwortenReply to this comment

    @13: Nope, der Begriff "Killerspiel" muss den Herren und Damen der Polemik, äh, Politik, aus ihren Mündern genommen und neu definiert werden. Was Schwulen und Lesben gelungen ist (früher ein Schimpfwort, heute eine normale Bezeichnung für sexuelle Präferenzen) und beim Thema "Raubkopie" so langsam Wirkung zeigt, da immer mehr Medien den Begriff Schwarzkopie verwenden, bzw. "Pirat" immer positiver besetzt wird, kann auch beim Begriff "Killerspiel" gelingen, in dem man entweder diesen Begriff lächerlich macht oder ihn neu definiert.

  16. martin meint: (21.11.2006 um 13:24) AntwortenReply to this comment

    interessant – dass er "vermutlich satanist" war und oft "killerspiele" gespielt hat stand in so ziemlich allen pressemeldungen, die details zu den waffen fehlten allerdings überall.
    denn so sieht die sache schon anders aus, der ilegale waffenbesitz entpuppt sich als harmloser als er zunächst klang (es macht schon einen unterschied ob man sich mit erheblicher krimineller energie eine illegale scharfe waffe beschafft oder mit einer legal erworbenen schreckschusspistole gegen vorschriften über das tragen der waffe verstösst). und bei dem "lange geplanten massaker" handelt es sich dann wohl vermutlich mehr um eine makabre medienwirksame umrahmung für die selbsttötung, ich kann mir nicht vorstellen dass er geglaubt hat mit einem kk-gewehr und einem vorderlader tatsächlich "alle lehrer" und schüler umbringen zu können.

  17. G. meint: (21.11.2006 um 13:42) AntwortenReply to this comment

    @16 (martin):
    ist doch ganz klar. der hatte schwarze klamotten an. und alle leute, die schwarz tragen, sind satanisten.

    wobei… ich trage auch am liebsten schwarze klamotten, habe schon zu c64-zeiten "killerspiele" gespielt und zudem ein faible für schusswaffen.
    woran liegt es denn dann nur, dass ich mit 32 jahren immer noch nicht amok gelaufen bin? am sozialen umfeld? oder ist das ein schleichender prozess und bereits nächste woche drehe ich am rad? dann wäre ich dafür mich besser prophylaktisch schonmal in ein gulag in sibirien überweisen zu lassen. dank tküv bin ich ja hier recht einfach zu orten…

    wer sarkasmus findet…

  18. derendorfer meint: (21.11.2006 um 14:15) AntwortenReply to this comment

    Ich halte Killerspiele schon für problematisch, nämlich dann wenn sie ausufernd von Menschen gespielt werden, die ohnehin sozial isoliert oder benachteiligt sind. Dann wird das Killerspiel zum Realitätsersatz. So oder ähnlich wird es über unseren Amok-Läufer berichtet.

    Die zahlreichen Killerspiel- und Waffenfreunde, die sich hier empört zu Wort melden, gehören sicherlich nicht zu dieser Gruppe. So ganz von der Hand zu weisen, ist der Zusammenhang zwischen Gewaltsimulation und Gewalttätigkeiten aber nicht.

    Jedenfalls ist es nicht so einfach wie es häufig aus dieser Szene lautet: Die Killerspiele schulen die Reaktionsfähigkeit.

  19. Kajetan meint: (21.11.2006 um 14:25) AntwortenReply to this comment

    Ok, ähnliche Argumentionsweise …

    Ich halte ja auch Motorsport für extrem gefährlich, da hierbei Menschen zu schnellem und riskantem Fahren angestiftet werden. Die Polizei kann hier gerne mit statistischen Daten zwischen Motorsportereignissen und anschliessendem Anstieg der Verkehrsunfälle im Umfeld des Motorsportereignisse dienen.

    Ich selbst musste an einem Sonntag auf der Autobahn von Mannheim nach Basel hochkonzentriert und sehr, sehr vorsichtig fahren, weil in Hockenheim ein Motorrad-GP zu Ende ging und die Fans danach natürlich wie die Irren in großen und kleinen Pulks, als Einzelfahrer und Lückenschlängler die Strecke unsicher gemacht haben.

    Wieso wird das nicht in Frage gestellt?

  20. martin meint: (21.11.2006 um 14:28) AntwortenReply to this comment

    @18: auf labile menschen kann alles mögliche negative einflüsse haben – traumatische erinnerungen an einen vom grossvater geschlachteten hasen, miese actionfilme, mystery-romane… bei computerspielen oder metal-musik lässt sich das nur immer so schnell und bequem anprangern weil die verantwortlichen journalisten und politiker meist keinen bezug zu so etwas haben (durchaus eine altersfrage). umso schlimmer ist es dass solche tragödien ruckzuck auf platte halbwahrheiten ("fanatischer counterstriker!") reduziert werden, auf dass sich die leser jenseits der 40 bei der zeitungslektüre wieder ereifern können dass dieses "gewaltzeug" alles verboten gehört, "früher hätts das nicht gegeben" – hat es aber doch, wer mal alte ortschroniken oder gerichtsakten liest findet morde und gewalttätigkeiten zuhauf, lange vor rockmusik, kino und computer.

  21. Marcus meint: (21.11.2006 um 14:30) AntwortenReply to this comment

    Leider bin ich zu blöde für Backtracks oder wie die Dinger heißen, deshalb ein manueller Link zu meinem Senf zu diesem Thema: http://www.mmattheis.de/content/view/53/45/

  22. Ralf meint: (21.11.2006 um 14:50) AntwortenReply to this comment

    @18: "[...]nämlich dann wenn sie ausufernd von Menschen gespielt werden, die ohnehin sozial isoliert oder benachteiligt sind."

    Den Kern der Sache gut erkannt. Nur: Warum daraus nicht den Schluss ziehen, dass das Problem die soziale Isolation oder Benachteiligung ist?

    Vielleicht, weil man dagegen nicht so einfach was tun kann. Ein Verbot solcher Spiele ist schnell verfasst und zum Gesetz gemacht. Die Bekämpfung der eigentlichen Ursachen läuft dann schon wieder auf langfristige Änderungsprozesse raus. Die sind anstrengend, bedürfen der vorherigen genauen Ursachenanalyse und gehaltvollen Vorschlägen.

    Ich habe auch keine Lösung, aber diese "verbietet Killerspiele"-Rufe gehen mir gehörig auf den Sack! Auch wenn ich selbst kein Fan dieser Dinger bin.

  23. Ingo Vogelmann meint: (21.11.2006 um 14:55) AntwortenReply to this comment

    Diese Gesellschaft, diese Welt leidet einzig an einem: Einem unerträglichen Mangel an Liebesfähigkeit. Das ist der Schlüssel und die Lösung von Allem.

    Insofern gebe ich Ralf (Beitrag vor mir) Recht: Nicht die Killerspiele sind's. Wenn Menschen mehr Liebesfähigkeit füreinander entwickeln würden, erledigten sich Killerspiele von ganz allein. Keiner würde sie mehr spielen wollen.

  24. Kajetan meint: (21.11.2006 um 15:35) AntwortenReply to this comment

    @23: Du meinst, dann spielen die Politiker nicht mehr mit dem Leben der ihnen Anvertrauten und dem anderer Menschen, in dem sie nicht mehr wahllos Militäreiheiten losschicken und fremde Länder überfallen. Ja, diese Killerspiele würde dann wirklich niemand mehr spielen … ich würde allerdings weiterhin einige vergnügliche Stunden vor meinem Rechner verbringen und alleine oder mit anderen Leuten zusammen einen Haufen Spass haben. Denn was der Terminus "Killerspiel" mit Computerspielen oder gar Ego-Shootern zu tun haben soll, hat mir bislang noch niemand glaubhaft und zweifelsfrei beweisen können.

  25. Andreas Bergkirchen meint: (21.11.2006 um 15:45) AntwortenReply to this comment

    @6
    Womöglich haben Sie da im Eifer Ihrer Kommentierung etwas verwechselt: Die in der Meldung beschriebenen Waffen waren die, die der Täter i m S o m m e r bei sich hatte, dafür hätte er sich heute vor dem Amtsgericht verantworten müssen.
    Sie aber beschreiben völlig andere Waffen, die aktuell von der Polizei gefunden worden sind.

  26. RA J. Melchior meint: (21.11.2006 um 16:31) AntwortenReply to this comment

    Ob Killerspiel, Egoshooter oder wie auch immer man diesen reizenden Zeitvertreib nennt – wer sein Freizeithobby darin sieht, auf immer realistischer dargestellte Gegner zu ballern, deren Blut dann so schön fließt, muss sich einige Fragen nach seinem psychischen Zustand gefallen lassen.

    Nur – jetzt wieder nach Verboten zu schreien, ist typische Stimmungsmache der Politik: Seht her, wir tun was. Tatsächlich ist diese Forderung aus mindestens zwei Gründen völlig unsinnig:

    Ein internationales Verbot wird aller Voraussicht nach nicht realisierbar sein und ist daher angesichts weltweiter Downloadmöglichkeiten völlig sinnlos.

    Zudem liegt das Problem nicht in den Spielen als solchen, sondern in den Leuten, die ihr unterentwickeltes Selbstwertgefühl mit diesen Spielen zu kompensieren versuchen, in eine Scheinwelt abtauchen und diese dann irgendwann mit der Realität verwechseln.

  27. Martin Herbaty meint: (21.11.2006 um 16:34) AntwortenReply to this comment

    @26, Andreas Bergkirchen:

    Jein.

    Die Schreckschusswaffe – um die es bei der Gerichtsverhandlung wohl gegangen wäre, dürfte ebenso wie der Schlagstock im Sommer sichergestellt worden sein. Da ging es mir darum, dass da im Eifer des Gefechts, pardon, der aktuellen Berichtserstattung, eine illegale scharfe Waffe draus gemacht wurde.

    Mit der Polizei-Pressemeldung meinte ich die Meldung http://www.presseportal.de/polizeipresse/p_story.htx?nr=903976 zu den aktuellen Ereignissen – und da scheint es ebenfalls Transportverluste auf dem Weg zur pbd-Meldung gegeben zu haben. Wobei ich mittlerweile durchaus geneigt bin, einen Tippfehler anzunehmen, der aus den in anderen Medien zu lesenden "15 Millimetern" "5 Millimeter" gemacht hat. Der Staatsanwalt heißt anderswo auch "Schweer" mit zwei "e".

  28. Rafael meint: (21.11.2006 um 17:17) AntwortenReply to this comment

    @28/RA J.Melchior: Klar und wer…

    … regelmäßig auf die Kart-Bahn geht, muss sich die Frage stellen lassen, ob er ein irrer Raser ist.

    … regelmäßig Paintball spielt, muss sich die Frage stellen lassen, ob er ein Bankräuber ist.

    … einen langen Bart hat, muss sich die Frage stellen lassen, ob er terroristische Verbindungen hat.

    Schon die versuchte Zusammenbringung von "Killerspielen" und der vermeintlichen Folge "Amokläufer" ist hanebüchen.

  29. Stephan meint: (21.11.2006 um 17:38) AntwortenReply to this comment

    @28:

    Nein, nicht ein unterentwickeltes Selbstwertgefühl ist problematisch, sondern ein übersteigertes. Tatsächlich hatte der Amokläufer offenbar eine narzistische Persönlichkeitsstörung.

  30. FLAME meint: (21.11.2006 um 17:42) AntwortenReply to this comment

    also ich bin weder sozial benachteiligt, isoliert, soziophatisch manisch depressiv oder was auch immer und ich spiele mit wachsender Begeisterung AmericasArmy online wo es darum geht möglichst schnell, viele Gegner mit gebräuchlichen ArmyWaffen zu töten, abzuknallen, abzumurksen was auch immer.
    Das sind alles Menschen hinter den Spielern.
    Auf den Gedanken mal selbst die Waffe in die Hand zu nehmen bin ich bis dato aber noch nicht gekommen.
    Den selben Stuss unserer Politik und das Geschmalze drittklassiger Politiker aus hinterer Reihen die sich sonst nichts zu sagen trauen,hatten wir auch damals als in Erfurt jemand Amok lief, und was hat es gebracht, nix.
    Der hatte damals auch gern Counterstrike gespielt. M.E. ist das Spiel aber nicht real genug.

    Grüße
    Ich geh jetzt noch ein paar Menschen erschießen – online versteht sich -
    F L A M E

  31. jj meint: (21.11.2006 um 17:50) AntwortenReply to this comment

    Herr Melchior, dann fragen Sie mich doch mal!

  32. Jens meint: (21.11.2006 um 18:20) AntwortenReply to this comment

    Brutale Sportarten wie Fechten gehören ebenso verboten. Da lernen die Leute doch glatt wie man mit Stichwaffen andere Menschen absticht. Mit Computerflugsimulatoren lernen die Leute wie man Gebäude zum Einsturz bringt.

    Ich spiele übrigens seit Jahren Fifa Soccer am Computer. Ich denke ich bin inzwischen gut genug und ruf mal bei Bayern München an ob die mich gebrauchen können.

  33. n.n. meint: (21.11.2006 um 18:41) AntwortenReply to this comment

    @ 28

    oho, eine narzisstische persönlichkeitsstörung lag vor!
    herzlichen glückwunsch zur fernschnelldiagnose an einer leiche! solch kompetente gutachter würd ich mir auch mal im gerichtssaal wünschen!
    ;-)

  34. n.n. meint: (21.11.2006 um 18:42) AntwortenReply to this comment

    @ 35

    sorry, ich meinte natürlich @ 31 …

  35. RA J. Melchior meint: (21.11.2006 um 19:10) AntwortenReply to this comment

    @30: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, sollte aber auch verstehen können – und daran fehlt es hier. Das Thema weiter zu vertiefen, würde allerdings den Rahmen dieses Blogs sprengen. Daher nur so viel: Es geht hier nicht um alberne Pauschaldiskreditierungen, sondern um Fragen der persönlichen Integrität, die insbesondere mit der Erziehung zu tun haben. Dass jeder, der Counterstrike o.ä. spielt – oder von mir aus auch Americas Army online – gleich ein behandlungsbedürftiger Psychopath ist, habe ich nie behauptet.

  36. ak meint: (21.11.2006 um 19:40) AntwortenReply to this comment

    Ich finde, man sollte alle Filme von Stanley Kubrick verbieten, damit sich Selbstmörder nicht mehr auf die Idee kommen, sich wie "Private Pyle" in Full Metal Jacket selbst zu richten. Damit wären alle Probleme gelöst.

  37. Anonymous meint: (22.11.2006 um 00:00) AntwortenReply to this comment

    Seltsam. Sowohl in Columbia wie in Erfurt hat die Polizei gewartet und sich erst rangetraut, als der Amokläufer sein Werk getan hatte.In Erfurt hat nach dem Massaker ein Lehrer noch fast 30 Min. nach Hilfe gerufen und niemand hat sich zu Helfen getraut. Und hier greift die Polizei sofort ein. Was ist denn das ?

  38. Filzo meint: (22.11.2006 um 01:21) AntwortenReply to this comment

    Ich habe mir die Kommentare nicht alle durchgelesen deswegen weiß ich nicht, ob's schon jemand geschrieben hat. Ich habe heute allerdings gelesen (wo weiß ich nicht mehr) dass er wegen dem Tragen einer Gaswaffe vorgeladen wurde… das macht aber im Endeffekt keinen Unterschied.

  39. Jan meint: (22.11.2006 um 01:21) AntwortenReply to this comment

    Interessant sind übrigens mögliche Parallelen zu der Diskussion, ob der Konsum von Pornographie zu Vergewaltigungen anregt oder sie eher verhindert (i.e., ob Pornographie ein Substitut oder ein Komplement von Vergewaltigung ist). Eine interessante empirische Studie, die die regional unterschiedliche Verfügbarkeit von Internetzugängen als "natürliches Experiment" nutzt, findet man hier (http://tinyurl.com/y9xpxt (PDF)). Das Ergebnis weist deutlich darauf hin, daß der Konsum von Pornographie Vergewaltigungen reduziert.

    Nun stellt sich die Frage nach Parallelen: Könnte man nicht auch problemlos argumentieren, daß "Killerspiele" ein bereits vorhandenes Gewaltpotential zu einem großen Teil abfangen? Daß bei den (wenigen) Beispiele von Amokläufen die Täter oft "Killerspiele" gespielt haben, ändert überhaupt nichts: Die Korrelation mag gegeben sein, aber ich würde nicht von einem kausalen Zusammenhang der Richtung Spiele->Aggressionen ausgehen, sondern wenn überhaupt von Aggressionen->Spiele.

    Unabhängig davon schließe ich mich der Tirade gegen vorschnelle Menschen, die ein Verbot von etwas fordern, daß sie überhaupt nicht kennen, und der Wut gegen diesen Versuch der Freiheitseinschränkung vollständig an.

  40. Uwe Keim meint: (22.11.2006 um 07:10) AntwortenReply to this comment
  41. @ Killerspieler meint: (22.11.2006 um 08:55) AntwortenReply to this comment

    Die vergleiche von Killerspielen mit Schach und Motorsport lesen sich dermassen dümmlich, man kann es kaum glauben.

    Aber wenn man einen Junkie fragt, ob man seine Droge verbieten soll, was will man da als Antwort erwarten…

    Diese Kommentare in ihrer Naivität sind wirklich nur ein zusätzlicher Beweis der Verrohung in dieser Gesellschaft.

  42. @42 meint: (22.11.2006 um 09:08) AntwortenReply to this comment

    Hmmm gibts nicht Plastikgewehre und Pistolen für Kleinkinder zu kaufen und sogar solche die mit so einem Plätzchenring den enormen Knall einer Waffe nachahmen können? Ich glaube in den Kontakt von "Gewaltspielen" kommt man schon sehr viel früher. Soll heissen die "Phantasien" seinen besten Kumpel über den Haufen zu schiessen entstehen unterbewußt schon im Alter zwischen 2 und 7 würd ich so grob behaupten.

  43. jj meint: (22.11.2006 um 09:48) AntwortenReply to this comment

    es gibt keinerlei empirischen zusammenhang zwischen "killerspielern" und amokläufern. andere aussagen sind nicht valide- oder in etwa so, dass opelfahrer auch alle potentielle amokläufer sind.

  44. Martin Herbaty meint: (22.11.2006 um 10:29) AntwortenReply to this comment

    Auch nett: Jetzt wird ein mögliches "Killerspiel"-Verbot bereits mit einer dann natürlich auch nötigen Netz-Zensur verknüpft:

    "Für den Fall, dass ein Verbot dazu führt, dass Spiele verstärkt unkontrolliert übers Internet oder als so genannte Grau-Importe nach Deutschland gelangen, schlagen die Gutachter des Bundestages vor, 'auch eine Regelung zur Zugriffsbeschränkung für Internetseiten mit entsprechenden Inhalten zu erlassen'."

    Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,449970,00.html

  45. Anonymous meint: (22.11.2006 um 11:04) AntwortenReply to this comment

    http://www.zeit.de/2006/45/Titel-Computerspiele-45

    Da brauche ich keine "evidence based medicine", das sagt jedem klar denkenden Menschen der gesunde Verstand, dass soetwas krank ist…

  46. Marcus meint: (22.11.2006 um 12:04) AntwortenReply to this comment

    Boah, das artet hier wieder aus…

    Um es noch einmal vorweg klar zu stellen: Ich zocke nicht, und wenn, dann extrem selten eine Rally-Simulation. Und ja, ich fahre auch real gerne schnell, kann allerdings sehr gut zwischen Realität und Bildschirm/Scheinwelt unterscheiden. Wenn mein 250PS Gefährt mit 100 gegen einen Baum knallt, ist mir mehr als bewusst, dass dann nicht "Replay" kommt, sondern RIP.

    Fakt ist doch, und das sollte man sich mal klar machen: Um Scheinwelt und Realität zu vermischen, und nur das kann als Folge einen Mord oder ein Massaker bedeuten, bezogen auf "Killerspiele", muss man bereits vorher psychisch krank gewesen sein. Da stellt sich dann jedoch die Frage ob das Spiel, sofern es überhaupt ursächlich war, nicht nur eine von vielen Möglichkeiten war, die dazu geführt haben. Wenn ich den Tatort, CSI Irgendwas, Akte X, Criminal sonstwas, oder irgendeine andere x-beliebige Vorabendserie ansehe, sehe ich innerhalb einer Stunde mehr Blut, Gewalt und Waffen auf dem Schirm als bei einem Egoshooter.

    @28: Das ist IHRE Sicht. Wenn Sie squashen gehen, mag das für den einen oder anderen ebenfalls zweifelhaft für Ihren Gemütszustand sein.

    @41: Sehr schön geschrieben, das trifft meine Überlegungen auch.

    @43: Ihr Kommentar disqualifiziert Sie. Lesen Sie die Statements ganz und legen Sie die Scheuklappen ab. Genauso banal wie die Vergleiche mit Karts oder sonstwas ist die an den Haaren herbeigezogene Korrelation Amoklauf Egoshooter. Ich spiele wie gesagt auch nicht, trotzdem sehe ich die Sinnlosigkeit der Diskussion. Hier wird seitens der Politik ein einfaches Bauernopfer gesucht. Dass es an der Summe aus Pädagogik, Familie und Medienerziehung liegt, ist für politische Statements zu komplex. Sowas lässt sich einfach nicht bildzeitungsleserkonform innerhalb 15 Sekunden in ein Mikro sabbeln.

    Just my 2 Cents.

  47. jj meint: (22.11.2006 um 12:16) AntwortenReply to this comment

    sofern jemandem das nötige handwerkszeug mit auf den weg gegeben wird, sich auch kritisch bewusst zu sein oder zu werden, was man da spielt und warum; solange eltern sich für ihre kinder und für das, was die so treiben, auch interessieren und solange ein soziales umfeld nicht nur aus zufälligen gemeinsamkeiten, sondern aus ehrlichem interesse und sorge besteht, sind und bleiben "killerspiele" das, was sie sind: zeitvertreib. und dann ist alles andere "alberne pauschaldiskreditierung".

  48. RA Junghans meint: (22.11.2006 um 15:31) AntwortenReply to this comment

    …hm, früher habe ich als Kind zu Silvester mir Böllern Modellflugzeuge in die Luft gejagt…
    Das spricht ja eigentlich dafür, daß ich jetzt eine Gefahr für den internationalen Flugverkehr bin. Oder habe ich da was nicht richtig kapiert? Fragen über Fragen…

  49. seb meint: (22.11.2006 um 15:32) AntwortenReply to this comment

    (Meiner Meinung nach, vielleicht hatte ich gerade zu viel Zeit nachzudenken)
    Es gibt gefährlichere Inhalte im Internet als "Killerspiele", und viele Eltern sind sich dessen nicht bewusst.

    Das ein Kind psychische Schäden davontragen kann wenn es Bilder (in Detailaufnahme) von einer Leiche bei dem die Haut vom Kopf gezogen wurde sieht, ist wohl einleuchtend.
    Das jemand mit psychischen Schäden dazu neigen kann leichter auszuflippen, weil er sich vielleicht wegen dieser Schäden abgesondert hat (Überforderung, Schuldbewusstsein denn man hat die Seite ja selbst aufgerufen und nicht direkt aufgezwungen bekommen, …, ->Teufelskreis), ist (mir) klar.
    Ob auch ein Erwachsener damit umgehen kann, einige wahrscheinlich nicht.

    Killerspiele können für eine emotionale (Pseudo-)Konfliktbewältigung sorgen, was gut ist und von einem Problem ablenken kann. Wenn man sich – egal welche Freizeitbeschäftigung – aber darin verliert -und es nicht löst-, hat man ein Problem. Im Gegensatz zu verbotenen -deswegen bin ich gegen ein Verbot von CSpieln- oder einfach grauslichen Inhalten lässt sich über ein (Team)-Spiel leichter reden, man kann sich austauschen, Freundschaft schließen, Informations und Kommunikationsmöglichkeit bieten eine Basis dafür.

    Das Ablenken von einem Problem ist meiner Meinung nach wichtig, falls man nähmlich sich zu sehr mit einem Problem (Liebe, Sex, Hass, Zukunft) beschäftigt folgt Burn-Out oder vielleicht eine Kurzschlusshandlung. Obwohl man aufpassen muss nicht in eine Sinnkrise abzurutschen, und sich schließlich zu fragen beginnt warum, und sich dann zu fragen wer Schuld ist, wird denen die Schuld zuweisen mit denen man Probleme hatte, ohne zu sehen das diese Probleme vielleicht erst durch einen Selbst entstanden sind, und die zu Grunde liegenden andere waren/?sind.

    "Killerspiele" gefärden sicher nicht unmittelbar die Psyche. So wie Autorennen oder das Autofahren auf der Autobahn zu einem Geschwindigkeitsrausch danach führen kann, wird es wohl ein oder zwei Stunden nach so einem Spiel eine erhöte virtuelle Gewaltbereitschaft geben, die aber sicher niemanden beeinflussen kann wenn wir es nicht sowieso gewöhnt sind mit Waffen zu hantieren, damit zu schießen und wir in einer Umgebungen sind die der virtuellen Welt entspricht.
    (Vielleicht verändern sie ja langsam das Bewusstsein für eine Problemlösungsmethode, dann müssten aber Filme in denen Leute abgeschossen werden verboten werden, besonders weil Filme realistischer gehalten sind als Spiele, vor allem in Amerkika wo die Verkehrszeichen und Drehorte extrem realitätsnäher sind als bei uns.)

    Kinder (>13 danach werden vor allem m sowieso alles Besondere ?Illegale? aufsaugen) sollte man allerdings extrem schützen, sie sind psychisch labiler als "wir" Jugendliche/Erwachsene. Um in Zukunft soetwas zu vermeiden muss man:
    A) Kinder gefährdende Inhalte der Polizei gleich per mail melden (Vielleicht sieht ja eure kleine Nichte mal eben eine Kinderporno etc. Seite, …) zB.:
    https://dienstleistungen.bundespolizei.de/hinweise/
    B) Kinder aber auch Jugendliche/Erwachsene nicht alleine lassen; Kontakt mit Menschen aufnehmen die nicht in der Gesellschaft integriert sind, wer zB Ihr Haustürnachbar, die Kinder davon, ein bekannter Freak…. Anreden und über Wetter sprechen ist mal ein guter Kommunikationsanfang! Und nein diese Leute können oft nicht über ein "normales" Thema reden, sie sind ja nicht in der Gesellschaft integriert und tun sich deshalb damit schwer – oder haben es vielleicht nie gelernt. (Führt aber keine Kontrolle aus, eure Kinder werden sonst von euch abhängig und werden mit den kleinsten Problemen nicht fertig, …; Und, persönliche Freiheit ist ein Schlüssel zu einem gesunden Selbstbewusstsein; der Spagat ist da und muss gemeistert werden!!!)

    Denn auch Psychopathen sind einmal Kinder und haben Nachbarn.

  50. olek meint: (22.11.2006 um 21:02) AntwortenReply to this comment

    tolle waffen waren das ja….
    zwei selbstgebastelte vorderlader die gar nicht nachladbar waren und ein abgesägtes Kleinkaliber. Ooooohhhh…dann waren da ja noch die achsogefährlichen rauchbomben aus salpeter und schwefel.
    da kann man sich ja auch ne aufgeschnittene zwiebel ind die tasche stecken. die brennt mehr….
    jeder gaswasserinstallteur baut dir ne bombe das die ganze schule wegfliegt aber da war ja diese kleine mistgeburt zu dämlich für!!
    Nur er ist tot und sonst niemand

  51. jj meint: (22.11.2006 um 21:48) AntwortenReply to this comment

    das (53) ist ja mal eine bereicherung für die diskussion! und übrigens: missgeburt! MISS-geburt! nicht mistgeburt. das gibts gar nicht…

  52. felix meint: (23.11.2006 um 13:11) AntwortenReply to this comment

    @43
    hmm, zocke schon ab und an – auch Ego-Shooter. Mich desshalb mit einem Junk zu vergleichen finde ich schon hart, fast beleidigend.
    Den eindeutigen, negativen Einfluss des Motorsports auf die Sicherheit im Strassenverkehr zu bestreiten ist einfach engstirnig.
    Schach ist, von seiner Geschichte her, ein Kriegsspiel. Es schult das taktische Denken. Im alten Japan war Schach pflicht für alle höheren Offiziere. Na ja, so ganz gereicht hat's dann ja nicht…
    Dieser vorliegende Fall zeigt mal wieder die tief verwurzelte Angst vor Allem in unserer Gesellschaft – der deutsche Michel fürchtet sich. Wovor weiss er nicht so genau…
    Hätt' der Täter einen Baseballschläger oder ein Schwert verwendet, so wäre es sicher nicht bei dem einen Todesopfer geblieben… So kann man fast, so schlimm das sich jetzt anhört, fast von Glück reden, dass er sich auf so "altmodische" bzw. kleinkaliebrige Schusswaffen beschränkt hat.
    Ganz zu schweigen, wenn er sich auf dem auch in Dt florierenden "Schwarzmarkt" ein AK47 o.ä. organisiert hätte… und wer jetzt abstreitet, dass es "so was" hier gibt, dem empfehle ich, den Rhein auf der A42 in Richtung Duisburg zu überqueren. Da hängt ein Schild, dass sich recht eindeutig mit einer automatischen Waffe angelegt hat!
    (Erklärung: automatisch wird oft falsch verwendet! automatische waffe: Der Knüppel schiesst (auch) Dauerfeuer. alles andere ist HALBautomatisch. Auch die oben erwähnt P88 ist einen HALBautomatische (Schreckschuss)pistole!)

  53. Anonymous meint: (30.11.2006 um 16:10) AntwortenReply to this comment

    also das ist ja echt un möglich und ´das dan au noch mit 18 jahren

  54. fayron meint: (12.7.2007 um 21:51) AntwortenReply to this comment

    Nun, hier haben wir ja mal eine einigermaßen vernünftige Disskussion über dieses unpassend wichtig eingestufte Thema.

    Ich persönlich besitze eine automatische Paintball-P90 und erwäge den Kauf einer weiteren. Ich spiele am Tag etwa zwei Stunden "Killerspiele" am Computer – Counterstrike, Halflife, Call of Duty, Unreal Tournament, Quake…
    Ich habe vor, meine Klasse beim nächsten Fasching zu schocken, wenn ich mit einem Freund als Amokläufer komme und wir uns gegenseitig mit Paintballmunition beschießen.

    Bin ich deshalb ein Amokläufer? Nein. Ich habe noch nicht einmal irgendwann in meinem Leben jemanden zusammengeschlagen.
    Denn:
    Ich bin psychisch Stabil, selbstbewusst und tolerant.
    Ich bin gut in der Schule und es bringt mir einigermaßen Spaß.
    Ich bin sozial engagiert und habe viele Freunde.
    Ich habe einen guten Kontakt zu meinen Eltern.
    Ich bin nicht schizoid, Paranoid, Narzisstiscj Gekränkt oder in einer anderen Form gestört.

    Also habe ich keinen Grund, Killerspiele, Paintball/Softair/Gotcha u.ä. für erhöhte Gewaltbereitschaft oder Amokläufe verantwortlich zu machen.

    Überhaupt hat kein Spiel, kein Film, kein Buch und kein Theaterstück die Macht, mich über einen so langen Zeitraum zu beeinflussen, mir eine Waffe zu kaufen, sie mit zur Schule zu nehmen, mehrere Menschen zu erschießen und mich dann zu "richten".

    Eine weitere Bemerkung:
    Warum laufen eigentlich alle mit solchen *Gammelwaffen* Amok? Wäre es nicht viel effektiver, mit Maschinenpistolen/Maschinengewehren Amokzulaufen? Ist eine AK-47 nicht viel effektiver als eine Glock (von einem Vorderlader wolln wir mal gar nicht erst reden)? Nehmen wir den kürzlichen Amoklauf in Amerika. Der Amokläufer hatte zwei Pistolen und hat 33(?) Menschen getötet. Wieviele Menschen hätte er getötet, wenn er mit einer UZI und einer M4 o.ä. ausgestattet gewesen wäre? Es wäre kein Problem gewesen, die Waffen zu bekommen, dass ist klar. Auch Geld spielt keine Rolle, wenn man vorhat, sich umzubringen. Warum dann also zwei Pistolen???

  55. Udo Vetter meint: (12.7.2007 um 22:27) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht solltest du dir das mit dem Faschingsgag noch mal überlegen. Gut möglich, dass du damit dich und andere gefährdest. Außerdem wirst du, wenn du überlebst, für den Polizeieinsatz zur Kasse gebeten.

  56. ClemensBW meint: (3.2.2008 um 21:28) AntwortenReply to this comment

    Das wenn er überlebt war gut.

  57. peter meint: (18.2.2008 um 15:50) AntwortenReply to this comment

    Alle Waffen einschmelzen und den Kindern einen schönen Metallspielplatz bauen, denn können auch die Killer Spiele bleiben!

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